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Der Israelit · 1925-04-30 · Heft 18 (30.4.1925) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 18 (30.4.1925)
Date
1925-04-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Feite 8 Nr. 18 Der Israelit 30.' April 19*25 des Israelitischen Siechenhauses an der Menzelstraße Institute zu schaffen, die als moderne Stätten der Barmherzigkeit in den Kreisen unserer Bürgerschaft und weit darüber hinaus, hohes Ansehen genießen. Die Beisetzung des Verblichenen fand im Sinne des Dahingeschiedenen am 14. d. Mts. nachmittags 3% Uhr auf dem Friedhöfe an der Lohestraße in einfachster Weife statt. Kranzspenden und Ansprachen an der Bahre hatte sich der dahingeschiedene bescheidene Mann dankend verbeten. Grünstadk, 21. April. Am 3. Mai 1925 begeht das Ehepaar Hirsch Lion und Frau Babette, geb. Weglein zu Niederwerrn (Utrfr.) das Fest der Goldenen Hochzeit. Herr Lion war Kriegsteilnehmer im Jahre 1870. Aurich, 20. April. Am 3. Mai (9. Jjar) begeht der in den weitesten Kreisen bekannte und geschätzte Lehrer B. Wolf, Aurich, in geistiger und körperlicher Frische sein 50jähriges Amtsjubiläum. Briefkasten. F. M. in Fr. Wir nehmen davon Notiz, daß man nach Frankfurter am 1. Tag nvs a"nn oder wenn dieser auf nuv fällt, am zweiten Tag die Tefillin erst nach dem Laienen von r? iznp ab legt weil darin msa enthalten ist. M. A. in Kr. 1. Daß für Geburtstag und Jubiläumsfeier keine Präzedenzfälle in y'jfi und Talmud zu finden sind, ist richtig. Dennach kann eine solche Feier nicht gerade als »un nj?in angesehen werden. Im Talmud wird nur von Rabbi Jossef erzählt, daß er am s ech s zigsten Geburtstage ein Fest für die Gelehrten veranstaltete. 2. Es gibt keine Din im über und pjn im Owel Hause. Hier in Frankfurt werden sie überhaupt nicht gesagt. Dagegen wird hier in der Synagoge w nosb sogar an v»i'i nntp gesagt. In all diesen Fällen mutz der alteingeführte Ortsbrauch — wo dieser nickt mehr bekannt, der Brauch in der Gegend ~ entscheiden. 3. Ist uns nicht bekannt. 4. Die Nummern werden Ihnen, falls noch vorrätig, zugehen. D. I. Wir bringen Herrn Rabb. Dr. Kanter Ihre Meinung zur Kenntnis, daß inirr rrij? fälschlich mit: „ihn nennen" übersetzt wird, nlp wird in der Bedeutung nennen mit (Dativ) konstruiert, s. Gen. 1,6 etc. Man übersetze vielmehr: .als den kostbarsten der Tage hast du ihn ausgerufen , es find verschwindende Ausnahmesälle, in denen ui» mit Aec. nennen heißt. W. in F. und Andere. Der Roman „Messiasbraut" erscheint in Buchform in kürzester Zeit. Den Preis werden wir demnächst be kanntgeben.! DIE HERMON-DRUCKEREI EMPFIEHLT IHRE MODERN EINGE¬ RICHTETE OFFIZIN ZUR BILLIGSTEN SAUBEREN HERSTELLUNG VON GRÖSSEREN UND VON KLEINEREN HEBRĬ ISCHEN, DEUTSCHEN UND FREMDSPRACHLI¬ CHEN VERLAGSWER¬ KEN, VON JAHRESBE¬ RICHTEN UND VON DRUCKSACHEN ALLER ART -:- AUF ANFRAGE ERFOLGT UMGEHEN¬ DES PREIS-ANGEBOT .-GES. FRANKFURT AM MAIN GROSSE ESCHENHEIMERSTRASSE 23 SM W. M. in H. Der Artikel erscheint mit an» deren Aeußerungen im Sprechsaal, sobald es der Platz erlaubt. FäMiliennachrichte«. Gestorben: Ignatz Holländer. Csonoplya. 8. Nissan 5685. Vermischtes. Berlin, 8. April. Im Oktober 1924 wurde der Rentenempfänger Benno Hamburger in seiner Wohnung in der Elsasserstraße ermordet aufgefunden. Erst einige Wochen später wurde ein gewisser Leest, der zu Hamburger in geschäftlichen Beziehungen stand, als des Mordes verdächtig verhaftet. Er legte ein umfassendes Geständnis ab. Leest, der 30 Jahre alt ist, aus guter Familie stammt, aber von Stufe zu Stufe gesunken war, wurde von Hamburger, für den er Briefmarken verkaufte, in seine Wohnung ausgenommen. Eines Morgens siel Leest über Hamburger her, erwürgte ihn und raubte ihm Kleider und Wäsche, für die er dann 98 Mark erlöste/ außerdem 30 Mark in bar. Am 3. April hatte sich Leest vor dem Moabiter Gericht wegen Raubmordes zu verantworten. Er behauptete, Hamburger im Streit erschlagen zu haben. Das Gericht schenkte seinen Angaben keinen Glauben und verurteilte ihn zum Tode. Die Verteidiger erhoben' Einspruch, aber der Verurteilte erklärte, auf Revision zu verzichten. München, 7. April. Auf dem jüdischen Friedhof in Königshofen wurde eine großö. Anzahl o.on Grabsteinen umgeworfen, aus mehreren Grabdenkmälern wurden die Marmorplatten herausgeschlagen, und die Trümmer auf dem Frjedhof zerstreut. Die Erhebungen sind eingeleitet, bisher wurden die Täter nicht eruiert. Frankfurter Gerichte. Aus den Sitzungen des Gemernderates der Israelitischen Religionsgesellschast. Aus den Sitzungen des Gemeinderates wird uns folgendes mitgeteilt: Die Sitzung vom 12. März war der Festsetzung der Gebühren für das zweite Vierteljahr 1925 gewidmet Während die Sesselmieten unverändert blieben, ah sich der Gemeinderat unter dem Gewicht der vom Schulrat und Vorstand geltend gemachten Gründe gezwungen, die bisher den Gemeindemitgliedern eingeräumte Ermäßigung von 25 Prozent des Schulgeldes 'allen zu lassen, um angesichts der immer ungünstiger werdenden Finanzlage und der wachsenden Fehlbeträge, wenigstens einen kleinen Ausgleich zu schaffen. Schießt doch die Gemeinde aus allgemeinen Mitteln für jedes Schulkind, das in den Unterrichtsanstalten seine jüdische und allgemeine Bildung erhält, rund Mk. 200.— jährlich zu. Es ist also gewiß nicht unbillig, daß ein etwas größerer Prozentsatz der Gesamtkosten der Einschulung von den Eltern der Kinder selbst getragen wird. Hierbei sind die geltenden Ermäßigungen für das zweite und dritte Kind in Kraft geblieben und es werden in Lullen, in denen der Nachweis des Unvermögens gebracht wird, auch darüber hinaus Ermäßigungen gewährt. Außerordentlich wünschenswert wäre es, wenn Eltern, deren Vermögensverhältnisse es ihnen gestatten, in Würdigung der ganzen Sachlage, über das Schulgeld hinaus, der Schule einen jährlichen freiwilligen Beitrag zuwenden wollten. In der Sitzung vom 16. März trat der Gemeinderat dem Vorstandsantrage bei, an Steuern für das zweite Quartal 20 Prozent mehr als im ersten Vierteljahr zu erheben. Auch diese Erhöhung deckt noch nicht einmal ein Fünftel des Fehlbetrages, den das Gemeindebudget im ersten und zweiten Vierteljahr aufweist. Ungeachtet dieser Finanzsorgen wurden einstimmig die Mittel bewilligt, die zur Einrichtung eines ausgeehnten hebräischen Nachmittagsunterichtes im Rahmen der Israelitischen Volksschule notwendig sind. Vorstand und Gemeinderat sagten sich, daß in diesem Falle, in dem es ich um Wohl und Wehe, um die jüdische Ertüchtigung )er Heranwachsenden Jugend handelt, der fiskalische Gesichtspunkt hinter der idealen Aufgabe, die der Gemeinde gesteckt ist, zurücktreten müsse, obgleich die ganze Einrichtung nur zum kleinsten Teile den Kindern der Gemeindeglieder selber, im wesentlichen vielmehr der üdis^en Gesamtheit unserer Stadtzugute kommt. Der Gemeinderat faßte in der gleichen Sitzung eine Resolution, durch die der Vorstand aufgefordert wurde, den Erlös aus Synagogenspenden und Mizwausverkauf in den letzten Pesfachfeiertagen dem Ausbauwerke in Erez Jisroel zugute kommen zu lassen. Die Sitzung vom 22. März war ganz dem wehmütigen Gedenken des allzufrüh aus dem Leben gechiedenen Gemeinderatsmitgliedes Arthur Oppen- ' eimer W gewidmet. Am 30. März fand die Neu-Eonstituierung des Gemeinderates nach der Gemeindeversammlung durch Wiederwahl der -bisherigen Vorsitzenden und - Neuwahl des Herrn Dr. S. Ehrmann zum Schriftführer, statt. Leider war auch die erste Sitzung nach den Feiertagen am 25. April wiederum der Trauer um eines der verdienstvollsten Mitglieder des Gremiums, Herrn Simon Bock V'xt gewidmet, dessen anregende und ausgleichende Wirksamkeit im Gemeinderat alle Zeit unvergessen bleiben wird. . Die Sitzung vom 27. April wurde nach Erledigung kleiner Vorlagen mit der Einbringung des Voran schlag es für das zweite Vierteljahr 19 25 eingeleitet. Das erste Vierteljahr hat nach Berücksichtigung der am 1. Januar beschlossenen Gebührenerhöhungen ein tatsächliches Defizit von nahezu 20 000 Mark ergeben und auch der Voranschlag für das zweite Vierteljahr schließt annähernd mitd ent gl e ich e n Fehlbeträge, obgleich den Beamten und Lehrern noch immer nicht das volle ihnen nach den staatlichen Besoldungsgrundsätzen zustehende Gehalt bezahlt wird. Die in der Sitzung begonnene allgemeine Aussprache über den Etat wird in der nächsten Sitzung fortgesetzt werden. Die „Sprüche der Väter" in historischer Beleuchtung. Die Vorträge im L i w j a t h - E h e tt haben von diesem rs? an bis rn'j? die nns zum Gegenstände, zeigen die Lehrer der trp-ic im Spiegel ihrer Zeitgeschichte und suchen so, neben dem ethischen Gehalte, auch den h i st o r i s ch e n Hintergrund ihrer Aussprüche aufzudecken.?Die Vorträge finden jeden Samstag gegen 5.15 Uhr im Hörsaale, Friedberger Anlage, statt. Gaste willkommen. Das Gebet im Judentum. Wenn die „Gesellschaft für jüdische Volksbildung" einen Vortrag über das Gebet im Judentum veranstaltet, so sollte sie doch bei der Zeitwahl bedenken,-daß neben den Vorträgen über das Gebet, das Gebet selbst schließlich auch von einiger Wichtigkeit ist. Da sie es am Samstagabend beim Vortrage des Herrn Dozenten Dr. Elbogen, Berlin, nicht tat, ergab es sich, daß Berichterstatter, bei aller Eile, nach Verrichtung der Sabbatausgangsgebete, der Hawdalah usw. in den Vortragssaal kam, nachdem ein Teil des Vortrages bereits verhallt war und daß er dann den Rest stehenden Fußes anhören mußte. Gewiß nicht allein mit Rücksicht auf die Weihe des Geschehens, sondern einfach darum, weil sein gutnummerierter Presseplatz von anderen, die mit „Ledowid Voruch", „Hamawdil" und dem Propheten Eliah scheinbar eher fertig geworden sind oder sich diese alten Sachen durch einen Vortrag über sie ersetzen ließen, in „festen Händen" war. Was man noch stehend zu hören bekam, war an sich nicht unsympathisch, konnte aus dem Munde eines exponierten Vertreters der Reform und der „voraussetzungslosen" Geschichtsforschung sogar angenehm überraschen. Eine Sehnsucht nach dem Alten, in der modernen Synagoge in Vergessenheit Geratenen, war der Grundton der Ausführungen, ungefähr in der Art, wie man sie auch bei der jüngsten liberalen Tagung in Berlin zu hören bekam. Das individuelle Gebet stand im alten Judentum sehr hoch, aber die Geschichte nach der Zerstörung des Tempels brachte das Gemeindegebet zur Entwicklung, in das man aber von der individuellen Inbrunst soviel als möglich hinein zu retten suchte. Die,Synthese war gefunden. Die herrlichen P i j u t i m, die aus der frommen Begeisterung Einzelner geboren, Bestandteil des Gemeindegottesdienstes geworden, zeugen davon. Als Reaktion auf die Uniformierung des Gottesdienstes und seiner Trockenlegung, kam im Osten der Chassidismus und im Westen Abraham Geiger und — hier erkannten wir unseren guten Elbogen wieder — Samson Raphael Hirsch. Er sprach sich über dieses Nebeneinander nicht deutlich aus. Aber wir wissen, wie es gemeint ist. Elbogen liebt es, auch in seinen Geschichtsbüchern, die Sache so darzustellen, als sei Hirsch so etwas wie Schöpfer einer „orthodoxen Reform" gewesen. Eine Unwahrheit wird aber durch ihre Wiederholung in Wort und Schrift nicht zur Wahrheit. Und Elbogen scheint Hirsch nur von Ls ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenkeil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren öder sonstige Angaben religionsgesehlichen Charakters auf. ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. KOHLEN » GASHERDE stationäre u.rraniporfable t KACHELÖFEN | k mitpatentRaucngasbrennong J [ WÄSCHEREI^ ASCHIN EN { jj Horstkötfer, fCnocfivft |! I /fm&chenhe/nwfiTorßtStü^ ji - :n- ■ ' n-^'v 1419121949

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