Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1925)
- Date
- 1925-04-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Nr. 17 Der Israelit 23. April 1925 Vereinigung Krills Hathauro. Wir machen daraus aufmerksam, daß für alle diejenigen Schüler oder andere Interessenten, die Samstags dem Morgengottesdienst nicht beiwohnen können, das Leinen nachmittags pünklich 3 Uhr in der Klaus, Ostendftraße, ftattsindet. Neuanmeldungen sind zu richten an Albert Loewenthal, Mauerweg 34. Vom TNekor Chajim. Für junge Leute, die in früher Abendstunde sich nicht freimachen können, ist es wichtig zu erfahren, daß am Montag und Donnerstag ein Gmoroschiur (Herr Dr. E. P o s e n) auf % 9 Uhr abends gelegt ist. Sonntag, 26. April, 3 Uhr mittags, findet im Vereinslokale, Langestraße 18, eine Besprechung von abgehenden Schülern und jungen Kaufleuten zwecks weiterer Einrichtung von geeigneten Schiurim statt. Zahlreiche Beteiligung von Interessenten und Aeutzerung von Wünschen erbeten. Langeslratze 30. Von Saly Geis. Damit ich's gleich bekenne: ich war nur in einem Zimmer dieses dem sozialen Wirken der Franksurtsser Judenheit gewidmeten Hauses; mein Besuch galt nur der Beratungsstelle für ostjüdische Flüchtlinge. Schon der erste Fall fesselte das Interesse. Rin etwa dreißigjähriger Mann aus einem der Balkanstaaten. Gymnasium absolviert, studiert, Dr. phil., dann beim Militär, Offizier, dann 3J4 Jahre Bankbeamter in Wien, Bank verkracht, stellenlos." Nach der. Heimat darf er nicht zurück, da er infolge einer unvorsichtigen Aeußerung, die er im Kasino einem Kameraden gegenüber über den König gemacht hatte, flüchten mußte. Auf der Suche nach einer Existenz fährt er nach Hamburg, dann nach Köln. Nachdem er alles verkauft hat, steht er zuletzt ohne einen Pfennig da, und so geht er zu Fuß von Düsseldorf nach Frankfurt, wo er mit wunden Füßen nicht weiter kann. Auch der zweite Fall war nicht alltäglich. Ein Frauchen aus Galizien, das, wie es dorten häufig vorkommt, nur nach jüdischem Ritus, aber nicht standesamtlich getraut worden ist. Ihr Mann hatte sie und ihr Kind zu Hause gelassen und war vor einigen Jakiren ins Ausland gefahren, um Existenz zu suchen. Da er nichts mehr von sich hören ließ, fuhr sie endlich nach Frankfurt, seinem neuen Wohnorte, und trifft ihn hier mit einer anderen Frau, mit der er auch schon zwei Kinder hat, verheiratet. Der nächste Petent ist ein blonder junger Mann aus Holland, von Beruf Architekt, der während seiner militärischen Dienstzeit sich gegen feinen Vorgesetzten, der sich antisemitisch äußerte, vergriffen hatte, und der nun seit Monaten in Deutschland arbeitsuchend umherirrt. Wie verhungert sieht ein anderer junger Mann aus, dessen gleichfalls nettes, offenes Gesicht sogleich für ihn einnimmt. Er ist seit drei Wochen die Miete schuldig, da er — ein Schneider — in der letzten Zeit kene Arbeit hatte. Die Beamtin der Beratungsstelle sagte mir, daß der junge Mann sicherlich seit Tagen hungernd in seiner Dachstube gesessen habe, ehe er sich entschloß, vorzusprechen. Bei den beschränkten Mitteln konnte sie ihm nur fünf Mark geben, — und allein die rückständige Miete beträgt bereits einundzwanzig Mark. Die beschränkten finanziellen Mittel dieser so unendlich wichtigen sozialen Institution sind leider häufig verhängnisvoll, — denn nur zum Teil geholfen, bedeutet häufig garnicht geholfen. In vielen Fällen muh sich die Beratungsstelle daraus beschränken, Mittagessen in der Suppenanstalt, Nachtlager im Flüchtlingsheim, Fahrkarte zur Weiterbeförderung zu geben, bei der Polizei eine kurze Aufenthaltserlaubnis zu erwirken, Kranke dem Arzt oder dem Krankenhaus zuzuweisen. Doch es gibt stets eine Anzahl Fälle — und das sind in der Regel die würdigsten Fälle —, in denen umgreifendere Hilfe nötig wäre, — und da fehlt es meist an den Mitteln. Hier hätte ein ordentlicher Mensch für längere Zeit Arbeit, wenn man ihm eine Maschine geben könnte. Jener Mann müßte einen Arzt kounsultieren; doch seine Kleider und seine Wäsche liegen als Pfand für rückständige Miete bei seinem früheren Vermieter, und in seiner gegenwärtigen Ausstattung schämt er sich, sich dem Arzte vorzustellen. Die Beratungsstelle hat das Glück, junge, noch nicht abgebrühte Beamte, die sich bemühen, jeden Einzelfall gerecht zu untersuchen und jeden Bittsteller anständig zu behandeln, für die Erledigung ihrer Aufgaben zu besitzen. Wer weiß, welcher Ton mitunter in den Büros der sozialen Fürsorge herrscht, ist von der Art der Geschäftsführung angenehm berührt. Diese Beamten sind sich bewußt, daß sie trotz Mißtrauens und Vorsicht eine großes Unrecht tun würden, wenn sie robust in das Schicksal der Petenten eingreifen und sich eine Bevormundung anmaßen würden, nur deshalb, weil die Not diese ihre Mitmenschen in ihre Hand gibt. Sie haben noch Optimismus und guten Willen, und nur wer Optimismus und guten Willen hat, darf sozial arbeiten. Aber der beste Wille wird gelähmt, wenn ihm nicht die materielle Möglichkeit gegeben wrd, nach Zweckmäßgket zu helfen. Darum sei die Frankfurter Judenheit an ihre Pflicht erinnert, ihre sozialen Jnstituttonen so ausreichend mit Geld zu unterstützen, daß sie nicht degradierende Almosen, sondern ausrichtende Hilfe gewähren. Spenden werden an das Postscheckkonto 2211 Jsral. Hilfsverein mit der Bemerkung: „für die Beratungsstelle für ostjüdische Flüchtlinge" zu richten gebeten. Diamantene Hochzeit. Die Eheleute Ferdinand Roos und Frau Babette geborene Neugaß begehen am 26. April das seltene Fest ihrer diamantenen Hochzeit in ihrem Wohnorte Offenbach a. Glan im Kreise ihrer Kinder und Kindeskinder. Das Ehepaar — er ist 88, sie 83 Jahre alt — erfreut sich G. s. D. einer seltenen geistigen und körperlichen Frische. Herr Roos ist lebhaft an allen Ereignissen interessiert, während seine Frau den streng rituellen Haushalt mustergültig führt. Verde erfreuen sich in Offenbach und Umgebung bei allen Leuten größter Beliebtheit. Bereinskalender. herein Wekor Hyajim. Samstag morgen nach Schul Dinim, Herr Rektor Falk. — mittags 1274 Uhr in der Frauensynagoge der Klaus nias '3' Herr Professor Weyl. — nachm. 4 Uhr im Vereinslokale „Mikro", Herr Dr. W. Hosmann. — eine Stunde vor Nacht im Hötsaal „Historisches zu den Sprüchen der Väter"; Herr Redakteur S. Schachnowitz. Sonntag nach Schul „Mizwas Haschem" (auch Mittwoch), Herr Red. S. Schachnowitz. — vorm. 974 Uhr (auch Dienstag eine Stunde vor Mincho) im Vereinslokale „Gemoro"; Herr Dajan Posen. — abends.74 Stunden vor Nacht „Agava", Herr Dr. Ehrmann. Montag nach Schul (ebenso Donnerstag)Mischna, Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro; Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. - abends 8SU Uhr (auch Donnerstag) Gemoro; Herr Dr. El. Posen. Dienstag nach Schul (auch Freitag) Mischna: Herr Rektor Falk. Allabendlich 83u Uhr Schatz-Lernen; Herr H. Holpern. Jeden Nachmittag 2—7 Uhr Dozent im Vereinslokale anwesend. Jahrzeits-Stistungeir: S o nnta g. 26 April. Jakob Katzenstein-Stiftung. Freitag. 1. Mai. Helene Mayer geb. Bloch Stftg. Agudas Iisroet-Airgendgrrrpve. Sonntag, 8 Uhr vormittags, „Chumifch mit Raschi": Herr Leop. Oppenheimer. Sonntag bis Schabbos, abends Vs7 Uhr, ..GemoroHerr Dr. S. Ehrmann. — 2 Uhr nachm., „Mischna": Herr Jacob Landau (ebenso Samstag 6 Uhr abends). — 9 Uhr abends „Rewijim"; Herr Dr. H. Abt. — 10 Uhr „Lektüre"; Herr Dr. Abt. Montag, 7-9 Uhr abends. „Gemoro für Fortgeschrittene"; Herr Halpern. — 7-9 Uhr abends (auch Donnerstag) „Gemoro für Fortgeschrittene"; Herr Hirschberg, Hegelstratze 13. — 729 Uhr, „Dinim für Fortgeschrittene"; Herr G. Schn erb (ebenso Samstag QlU Uhr). Dienstag, 729 Uhr abends (auch Donnerstag), „Gemoro"; Herr Dr. Willy Hosmann (auch Samstag 7*.4 Uhr). Mittwoch, 9 Uhr abends. „Chofez Chajim"; Herr Leopold Oppenheimer. Bärenstratze 12. — 7s9 Uhr abends, Zvanglose Aussprache. Donnerstag abend 7*9 Uhr (auch Sabbat 4 Uhr) „Sugiaus"; Herr L. Kurzweil. -- 7°9 Uhr Besprechung verschiedener Themen. Samstag, 10 Uhr morgens, „Gemoro": Herr Dr. Posen, Am Tiergarten 42. — 10 Uhr, „Kizzur Schulchan Aruch" für Anfänger. Herr Louis Kahn. — 11 Uhr „Tnach"; Herr Dr. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. — 12 Uhr, „Mischna" für Anfänger, Herr Lehrer Hirschberg. — i/23 Uhr, „Sidro"; Herr Halpern. — 7«4 Uhr, „Gemoro" für Fortgeschrittene; Herr H. Halpern. — 5lla Uhr, „Gemoro" für Anfänger; Herr Halpern. Alltäglich ist Vormittag Gelegenheit geboten, unter * Leitung eines Dozenten zu lernen- Jeden Mittag 15 Uhr „Das Jaumi". Allabendlich eine halbe Stunde vor Nacht „Midrasch" mit anschließendem „Mariw". «LirvjatH Hyen-Wereirr. Samstag nach Mincho im Hörsaal Friedberger Anlage: Vortrag fällt wegen des „Droscho" des Herrn Rabbiner aus. Aeshauridrasch, Meudkrahe 18. Allabendlich zwischen Mincho und Maariw tnx "n sowie Samstag morgen 11 Uhr „Aus der Sidra", Herr Rosen zw eig. Freitag abend nach Schul sowie vor Sabbatausgang halbstündiger Vortrag des Herrn B. Rachelsohn über na# ms^n* o"w man* Allabendlich von Sonntag bis Donnerstag Ostendftraße 18,727—726 Uhr abends „Gemoro Schkolim'. Rabbi Salomon Weber. Halmud-Hhora-Weret«. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Samstag. 11—12 Uhr. Schulchan Aruch, Herr S.Unna. — 33U Uhr, Raschi zum Wochenabschnitt, Herr Rabb.-Ass. Lipinsky. — 3/4 Stunden vor Nacht, Mikro, Herr S. Unna. Sonntag, nach Schluß des Morgottesdienstes Mischna. Herr E. Groß. — 97* Uhr vormittags, Gemoro, Herr S. Unna. — In der Sefira-Zeit aU Stunden vor Nacht, Rambam, Herr Rabbiner Dr. Hossmann: Mo ntag, nach Schluß des Morgengottesdienstes. Schulchan Aruch, Herr S: Unna. — In der Sefira-Zeit 3/* Stunden vor Nacht, später 61/4 abends, Ajin Jaakow, Agadische Stellen aus dem Talmud, Herr S. Unna. Dienstag, nach Schluß des Morgengottesdienstes Mischna, Herr E. Groß. — In der Sifira-Zeit 1 Stunden vor Nacht, später 77- Uhr abends. Gemoro, Herr Rabb. Dr. I. Hossmann. Mittwoch, nach Schluß des Morgengottesdienftes Mischna, Herr E. Groß. — In der Sefira-Zeit 2/4 Stunden vor Nacht, später 872 Uhr abends, Newiim, Herr S. Unna. .Donnerstag, nach Schluß des Morgengottesdienstes Schulchan Arach, Herr S. Unna. - 872 Uhr abends Gemoro, Herr S. Unna. — In der Sefira-Zeit 3/4 Stunden vor Nacht, Sprüche der Väter, Herr Michael Kohn. Freitag, nach Schluß des Morgengottesdienstes Mischna. Herr E. Groß. S chiur sür Damen: Mittwoch, 674 abends. Dinim, Herr S. Unna. Schiurim in der Synagoge „Hermesweg". Sonntag, Dienstag. Mittwoch, Freitag, nach Schluß des Morgengottesdienstes, Mischna, Herr Lehrer Je len. Montag. Donnersag, nach Schluß des Morgenaottesdienstes, Schulchan Aruch, Herr Lehrer Jelen. Fortbildungsunterricht sür junge Leute. Knaben und Mädchen täglich mehrere Stunden in kleinen Abteilungen. Anmeldungen an Herrn Lehrer S. Unna, Kl. Obermeinstr. 3011. erbeten. S. S. Ju (Frankfurt a. M.) 1. Arbeitsgemeinschaft: Jüdische Weltanschauungsfragen, Sonntag abends 87, bei Bbr. Dr. I. Posen, Am Tiergarten 42 III. 4. Stellenvermittlung. Es besteht Niederlassungsmöglichkeit : a. Einen Augenarzt, bei Uebernahme einer Einrichtung. b. Einen Spezialarzt für Hals. Nasen u. Ohren. c. Zu besetzen ist die Direktorstelle einer Handelsschule; in Betracht kommen Bewerber m. Lehramts besähigung in den Handelswissenschaften, eo. Nationalwissensch asten, falls die ersten Prüfungen nachmachen. Es suchen Stelle: a. Ein Zahnarzt. b. Ein Chemiker. HeSehetterr. snisa sr-itn naw Freitag Abend 7.— Samstagmorgen 8.—7 Samstag nachmittag 5.— Halach. Vortrag. Samstag abend 8.25 Mochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7— Tefilin-Legen am Morgen 3.50 Familiennaarrichten. B armizwo: Rudi, Sohn des Herrn Leop. Haas. Am Tiergarten 44. Synagoge Friedberger Anlage. Samstag, 2. Mai. — Moritz, Sohn des Herrn Alex Pax, trVnn .man pK mso na. Schwanenstraße 8. snis» stmtn 's naw. Hanauerlandstr. 891. Vornehme Beleuchtungskörper BEIN&WEDEMEIER KAISERSTRASSE 40 . □□□□□□□□□□□□□□aoä RoimefeldfsTee JUL scir lOO Jahren bewährt * von Millionen getrunken.