Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 15-16 (8.4.1925)
- Date
- 1925-04-08
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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2>f äffet* fiepausgegeSen von dev fomfesopganifafion dcc flgudas-Jispoef in fleuffefilond U. Jahrgang Frankfurt a. 2Tt., 8. April (925/15. Nissan 5685 Nummer 8 gota|(ino«1Dochc (Pcffach 5085 Aufruf! Gemeinsam mit der Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung hat sich die Palästina-Eentrale der Agudas Iisroel entschlossen, am kommenden pessach, dem Feste des Frühlings und der Befreiung, dem wir entgegengehen, eine $a(äffina-lUocfic zu veranstalten. Diese Palästina-Woche soll dazu dienen, die von der Agudas Israel und den Amsterdamer pekidim geschaffenen Institutionen im heiligen Lande aufrechtzuerhalten und auszugestalten, vor allem die bestehenden schulen, in welchen etwa 1000 Ainder unterrichtet werden, zu vergrößern, das Torastudium zu fördern, Waisen, Kranken und Siechen Hilfe zu leisten, der Fülle orthodoxer Einwanderer in den ersten Wochen ihres Aufenthaltes in Erez Iisroel helfend beizuftehen; dann aber auch alle auf produktiven Erwerb gerichteten Bestrebungen zu fördern und zur Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse beizutragen. Die Wakästina-Woche soll den selten Willen der Ira-MonstreuenAudenHeit bekunden, an dem Aufbau H>alÄkinas im Heike der fthora. auf allen Gebieten des religiösen, kntturessen und sozialen Levens ihren volle« Anteil zu nehmen. Jede Spende, groß und klein, ist willkommen. — Die Gemeinden werden ersucht, insbesondere die synagogalen Eingänge der letzten Festtage Erez Iisroel zu widmen. Die Iugendgruppen haben wir gebeten, durch Sammlungen während der halbfeiertage Beiträge für die Palästinasammlung zu erwirken. — Beiträge werden von den Vertrauensmännern der Palästina-Eentrale sowie der Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung und unmittelbar auf Postscheckkonto der Palästina-Eentrale Frankfurt a. Bi. Nr. 539OO und der D. h. P. V. Nr. 9553 entgegengenommen. Über das Ergebnis der Sammlung wird öffentlich quittiert. Amsterdam, Berlin, JranKfnrt a. W. SeulfcfMioffSndifcfie Talaftina-Lenlpake ‘Ealä/fina-Uerroolfung dep Hgudas>Jispoef Die Jewish Agency^rage. Dr. Weizmann hat vor seiner Abreise aus Amerika einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur seine Auffassung von der nächsten Entwicklung der Jewish Agency-Frage dargelegt, nachdem seine Verhandlungen mit den amerikanischen Nicht-Zionisten auf der wiederholt mitgeteilten Grundlage abgeschlossen wurden. Bei dieser Gelegenheit äußerte sich Weizmann nach dem I. T. A.-Berichte wie folgt: Bezüglich einer Uebereinstimmung mit der orthodoxen Weltorganisation Agudas Iisroel und der Möglichkeit ihrer Teilnahme an der Jewish Agency erklärte Dr. Weizmann, er habe in Wien Gelegenheit gehabt, mit dem Präsidenten der Aguda, Dr. Pinchas Kohn, zu konferieren. In Verfolg dieser Unterredung beschloß die Zionistische Exekutive, zunächst ein Komitee zu bestimmen, welches mit Vertretern der Aguda über die Schaffung eines Einverständnisses zwischen der Zionistischen Organisation und der Aguda betreffend die palästinensische Gemeindeordnung verhandeln soll. Es hat den Anschein, daß über diesen Punkt, der so viel Agitationsstöss geliefert hat. eine Uebereinstimmung erzielt werden wird. Dr. Weizmann glaubt, daß die Aguda gleich allen anderen jüdischen Organisationen sich an der Jewish Agency auf der Basis der konstruktiven Mitarbeit an dem Aufbauwerk beteiligen wird. Wir wissen nicht, worauf Herr Dr. Weizmann seine Vermutung stützt, daß hinsichtlich der palästinensischen Gemeindeordnung die Voraussetzung zu einer Einigung zwischen Agudas Iisroel und Zionistischer Organisation bereits gegeben sei. Hoffentlich unterschätzt Herr Dr. Weizmann in seinem Optimismus dabei die starken Kräfte nicht, die einer solchen Einigung entgegenwirken, weil sie noch weit davon entfernt sind, der unabhängigen Orthodoxie Erez Iisroels das ihr unentbehrliche Mindestmaß freien Lebensrechtes freiwillig zuzugestehn. Allein diese Frage soll zunächst unerörtert bleiben. Was aber die Agency betrifft, so scheint es uns notwendig, die Diskussion zu der Grundlage zurückzuführen, von der allein sie mit einiger Aussicht auf Fruchtbarkeit geführt werden kann. Daß „Agudas Iisroel" an und für sich im Hinblick auf das Wohl und Wehe Erez Iisroels eine durchaus positive Stellung zur Teilnahme an der Iewish Agency einnahm, war seit Jahren jedem klar, der ohne parteiische Voreingenommenheit die Breslauer Zentralratsbeschlüsse im Iahre 1922 und diejenigen der Kenessio gedaulo int Iahre 1923 (Bestätigung der Breslauer Resolution) zur Kenntnis genommen hatte. Ebenso klar ist aber auch, daß für die Aguda die ganze Frage dieser Beteiligung eine im höchsten Maße religiöse Angelegenheit ist» und daß alle Erwägungen der politischen und wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit für sie durchaus zurücktreten müssen hinter dem Diktate des Religionsgesetzes, des religiösen Gewissens und der Verantwortlichkeit für die Reinheit des religiösen Bewußtseins der breiten jüdischen Volksmassen. Die Breslauer Beschlüsse lauteten: 1. Agudas Iisroel legt erneut Verwahrung ein gegen die öffentlich-rechtliche Anerkennung der zionistifche»r Organisation als Jewish Agency in dem Mandat für Palästina und fordert für die von ihr vertretenen überlieferungstreuen Massen, auf deren wirtschaftlichen und moralischen Leistungen der Jifchuw bis zum heutigen Tage fast gänzlich aufgebaut ist, zum mindesten paritätische Anerkennng. 2. Die Cnssendung eines Vertreters oder mehrerer Vertreter in die Jewish Agency ist für Agudas Iisroel nur dann möglich, wenn a) gleichzeitig die im Mandat nur als vorläufig vorgesehene Monopolstellung der Zionistischen Organisation für beendet erklärt wird. b) wenn jede Majorisierung in Angelegenheiten, die von den Vertretern der Agudas Iisroel als religiöser Natur oder mit der Religion im Zusammenhang stehend, bezeichnet werden, ausgeschlossen wird. Der erste dieser beiden Beschlüsse enthält eine Rechtsverwahrung und eine Forderung. der zweite formuliert die Mindeftbedingungen, von deren Erfüllung die Möglichkeit einer praktischen Mitarbeit abhängig ist. Unausgesprochen bleibt, ob und inwieweit die buchstäbliche Erfüllung der Forderung unter 1) zu den Bedingungen unter 2) hinzuzurechnen ist. Daß diese Forderung der „paritätischen Anerkennung" heute ebensowenig verwirklicht ist, wie vor drei Iahren, liegt auf der Hand. Die Agency bleibt mit ihren fünfzig Prozent zionistischer Vertreter und ihrem zionistischen Vorsitzenden faktisch, wenn auch nicht rechtlich, durchaus ein Instrument der zionistischen Bewegung, und das Prinzip, nach dem sie sich jetzt zusammensetz ist das der — Prinzipienlosigkeit. Jener Hälfte abgestempelter Zionisten stehen nicht etwa überzeugte Vertreter irgend einer anderen Weltanschauung oder politischen Richtung gegenüber, sondern eine unorganisierte Menge von Palästinaliebhabern, die wiederum in ihrer großen Mehrheit (40°/°) sich lediglich des einen Vorzugs erfreuen, zufällig in A m e r i k a zu wohnen. Ein kleines bescheidenes Plätzchen in der Ecke, das die vereinigten „Zionisten und Amerikaner" (es ist grade, als ob man 3 Aepfel und 2 Stühle mit 5 zusammenaddieren wollte) noch! übrig lassen, soll sämtlichen Iuden der Welt ohne Unterschied der Weltanschauung und Partei, einschließlich der Ostjudenheit und einschließlich der Welt-