Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 15-16 (8.4.1925)
- Date
- 1925-04-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 15/16 Seite 7 8.- April 1925 itelet». Das zionistische Emwandsrungsmoaopol für Palästina. W <xr:f ch au, 2. April. Laut einem hier eingetrofsenen Telegramm aus Jerusalem hat die Palästina-Regierung auf' Grund einer Intervention der Zionistischen Exekutive und der Arbeiterorganisation-beschlossen, für das laufende'Halbjahr 8000 Einreise-Zertifikate für Polen zu gewähren. Diese Nachricht wurde hier, insbesondere unter den Tausenden polnischer Chalüzim, mit großer Genugtuung ausgenommen. Die „Brodrr"-Synagose wieder ihrer Bestimmung rugeführt. O d eff a, 31. Mörz. Die im Jahre 1840 als erste Chorsynagoge in Ruß? land zu Odessa erbaute oerühmten „Broöer"-Synagoge, die vor wenigen Wochen beschlagnahmt und in einen jüdischen proletarischen Klub umgewandelt wurde, ist nun wieder ihrer Bestimmung als Synagoge zugeführt worden. Mehr, ajs 10.0,00 Juden Odessas unterschrieben eine Petition an das Zentralexekutivkomitee der ukrainischen Sowjetrepublik und forderten, daß die- Synagoge ihrer religiösen Bestimmung wieder zugeführt, werde.i Daraufhin Hotdas Zentralexekutivkomitee die Bestimmung getroffen, daß der Arbeiterklnb die Synagoge zu rästmen und sieder jüdischen Gemeinde zu übergeben habe. Die Synagoge wurde früher auf das Betreiben jüdischer Kommunisten beschlagnahmt, die angaben, die Synagoge wäre ein Nest zionistischer und konterrevolutionärer Propaganda. Der Beschluß, die Beschlagnahme zu vollziehen, murde in einer Sitzung des ukrainischen Zentralexekutiokomitees formell gefaßt. Ein offizieller Vertreter des Zentralexekutivkomitees übergab in feierlicher Form den Schlüssel zur Synagoge den Vertretern des Arbeiterklubs. Nunmehr hat sich das Zentralexekutivkomitee dennoch genötigt gesehen, seinen früheren Beschluß umzustoßen und die Synagoge wieder ireizugeben. (I. T. A.) »Times" über die arabische Andankbarkeit. London, 20. Marz. „Times" veröffentlichen am 18. März unter der Ueberfchtift „Arab Die-Hards" einen Leitartikel, in welchem es u. a. heißt: Lord Balfour's Ankunft in Palästina wollen die Araber durch Arbeitsruhe und Trauerandachten feiern. Die Araber vergessen, daß ihre Beschuldigungen gegen die Palästlna-Administratiön, die sie im vorigen Jahre in einem pompösen Bericht an das Mandatskomitee des Völkerbundes niedergelegt haben, eine nach der anderen widerlegt worden sind. Sie klagen über Vergangenes und wollen über Zukünftiges nicht reden. Es tut uns leid, daß der Araber durch seine Unvernunft — man kann hinzufügen auch Undankbarkeit — zahlreiche Sympathien sogar solcher Briten verloren haben, die noch vor fünf Jahren Anti-Zionisten waren. Es soll in aller Freimütigkeit zugestanden werden, daß der Jude Grund hat, stolz zu sein auf das, was er in Palästina vollbracht hat. Auf der einen Wegseite eine primitives, grauschmutziges, arabisches Dorf, wo der Boden nach den Mechoden des Altertums bearbeitet wird, auf der anderen Wegseite eine neue ziomstriche Siedlung: moderne Bauernhäuser, fleißig arbeitende Männer, Frauen und Kinder auf den Feldern, Bienenstöcke überall. Zehn Meilen weiter die roten Dächer der erblühenden Stadt Tel-Aviv. Etwas weiter nördlich eine imposante Kraststatiön, das dritte Glied in der Kette Ruthenberg's. Kein Wunder, daß die Freunde der Juden enthusiastischer gestimmt sind, als die der Araber. Es sind viele Anzeichen vorhanden — setzen „Times" fort — daß sich die Gegensätze von selbst ausgleichen werden, wenn nicht Rassenhetze und taktlose Agitation die Unruhe mehren. Viele der arabischen Ladenbesitzer hangen in ihren Schaufenstern hebräische Tafeln auf, um jüdische Käufer anzulocken. Bei Jaffa haben ein Jude und ein Araber gemeinsam eine Zigarettenfabrik errichtet. In Haifa arbeiten Juden und Araber zusammen an der Verwirklichung des Planes der Kraftanlagen. Unter den arabischen Farmern verstärkt sich Der Israel n _ die Tendenz, das überschüssige Land dem fleißigen zionistischen Nachbar zu verkaufen. Dje, Zeit arabischer Revolten ist vorbei. Man kommt sich auf halbem Wege, entgegen. Die Freunde der Araber raten den Araberführern, auf ihrem Wege nicht fortzufahren. Während die Mitglieder der Arabischen Exekutive in ihren Zelten schmollen, arbeitet der Jude aus seinem Felde und überläßt die Politik anderen. Es ist wahr, daß sich die jüdische Position von Tag zu Tag verstärkt, jedoch ist die Furcht der Araber, von den Zionisten majyrisiert zu werden, übertrieben. Vor drei Jahren lebten in Palästina unter 650.000 Arabern etwa 80 000 Juden. Gegenwärtig, schätzt man die jüdische Bevölkerung aus 125 000 bis 130 000. Es ist kein Münder, daß die gemäßigte arabische Nationalpartei gegen die extreme Exekutive an Boden gewinnt. Die Führer der Nationalpartei sagen sich: „Laßt uns nehmen, was man uns gibt, und dann mehr, verlangen," Die. Radikalen jedoch laufen Gefahrihre Sache zu verlieren. Die britische^ Geduld wird aych nicht ewig währen. Dje jüdische Einwanderung wird durch Boykotts und schwarze Ränder an; den Zeitungen nicht aufgehalten werden. Der palästinensische Araber könnte aber eine- Zeit erleben, wo er sich, als. Opfer vieler verlorener Möglichkeiten wiederfindet. einem Appell an die Araber, mitzuarbeiten am Bau Palästinas, auch am Ausbau der Universität und an der friedlichen Entfaltung des Landes. Zum Schluß hielt noch der Dichter Chcrjim Nachman B i a I i f. eine kurze hebräische Ansprache. Mit Chorgesängen und nationalen Liedern schloß die feierliche Eröffnung. Am Abend fanden verschiedene Feierlichkeiten und Veranstaltungen, turnerische Aufführungen und Banketts Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenfeil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesehllchen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. | Neuheiten . preiswerter Neuhe it e n Pullovers Jumpers Kajaks Wolle mit Seide und Seide gestrickt Palästina. Die (Eröffnung der UrüversiM in I.eimfajem. I e pns q l,e m, 2. April. Die Einweihung der Universität vollzog sich am Msttwoch, den ersten April, in Anwesenheit von etwa zehntausend Menschen, von Vertretern vieler Regierungey, des Völkerbundes und zahlreicher Universitäten Europas und im Beisein der Oberkommissare von Palästina und Aegypten programmäßig uüd ohne die geringste Störung. Der Akt fand auf einem weiten Gelände vor dem Universitätsgebäude unter freiem HivMel statt. Um die Tribüne herum waren die mit Samtkissen belegten Plätze für die hohen Ehrengäste reserviert und hinten auf den Steinbänken und zwischen diesen saß, stand und staute sich die vieltausendköpfige Menge. Die Regie arbeitete vor-, trefflich. Zur festgesetzten dritten Mittagstunde erschienen die hohen Herrschaften, von frenetischem Jubel her Menge begrüßt, in großer Uniform ans dem Platze, Ein Chor leitete die Fier mit der „Hatikwah" und „Haschomajim messaprim" ein. Darauf verrichtete Oberrabbiner K u k ein Gebet, dem er eine kurze hebräische Begüßung anschloß. Er sagte, die Universität bedeute tzep Anfang der Erlösung Palästinas, aber nur dann, wenn sie vom jüdischreligiösen Geiste durchdrungen bleibt. Ihm folgte der Chief-Rabbi von England, Dr. Hertz, mit einem hebräischen Gebete und einer Ansprache an die Versammlung, in der er die Bedeutung und die Ziele der Jerusalemer Universität im Einzelnen erörterte. Als erster von den weltlichen Instanzen ergriff nun der Präsident der Zionistischen Organisation, Chajim Weizmann, das Wort. Er schildert in seiner sachlich trockenen Art die Geschichte der Neugründung und betont die Tatsache, daß die Unterrichtssprache der Hochschule Hebräisch sein wird, dabei aber werde sie den Angehörigen aller Nationen und Konfessionen offen stehen. Cr bezeichnet die Universität als die Krone und den Ruhm des Nationalheimes in Palästina. Von den Ehrengästen erhebt sich zunächst Sir Herbert Samuel, der Oberkommissar von Palästina, zu einer Begrüßung im Namen der britischen- und Palästinaregierung. Er begrüßt auch Lord B a l s o u r und General A l l e n b y, den Eroberer Palästinas. Ein „Neer Tomid", ein „ewiges Licht", werde von diesem Berge und dieser Stätte der Wissenschaft in die Welt erstrahlen. Seine englische Rede wird, hebräisch und arabisch verdolmetscht, stürmisch begrüßt. Darauf ergreift Lord B ä l - four selbst das Wort zu der Rektoratsrede. Er entschuldigt sich zunächst, daß er die Spraa)e nicht genügend beherrsche, um hebräisch zu sprechen, und bezeichnet die Eröffnung der Universität als großes historisches Ereignis. Titus, der vor zweitausend Jahren von diesem Berge aus die Operationen .gegen Jerusalem geleitet hatte, vermochte das Volk nicht zu vernichten, das heute zu neuem Leben erwacht fei. Er begrüßt das Ausleben der hebräischen Sprache, es würde sich freilich erst erproben müssen, ob die Sprache Jesaijas' auch die Sprache der Laboratorien sein kann, sicher sei indessen, daß das jüdische Volk keinen Mangel an großen Lehrern und Entdeckern hat. Er nannte u. a. auch Einstein. Er schloß mit - 19.50 25.^ 29 - 32.50 5 Täglicher Eingang von Neuheiten I Högljnayr & Bonitz 12 Steinweg 12 j •••••••••••«MMNaiimHotnaftniNitwiHtHNa »atta wa aaaaaa EDUARD G0TZSGBEL NEUE MAIN-ZERSTR. 20 j TEL. RÖMER 1047 GUTE ANTIKE MQEBEL Bilder und Sculpturen etc. zu ganzen Zimmern zusarpmengesteilt oder in modernen Hausrat eingefugt, ergeben Wohnräume, die nicht nur künstlerisch und vornehmsondern auch intim und traulich wirken, was ypn^ginem Raum, in dem man sich dauernd woblfühlen soll, unbedingt verlangt werden muß. — Neben der ästhetischem Wirkung, die mit andern Mitteln nicht erreichbar ist, ist der Kauf guter Antiquitäten aller Art gleichzeilig auch eine günstige Kapitalanlage, denn man erwirbt wirklich bleibende Weste; dies hat unsere Zeit materieller Zerrüttung bewiesen. Natürlich muß man gute Stücke erwerben und nichts minderwertiges, nur weil es billig erscheint Zusammenstellung ganzer stilgerechter Zimmer, in Barock, Rococo, Louis XVI, Empire und Biedermeier etc. Beratung aller Art. Sessel Schränke / Vitrinen / etc. / Francofurtensien für kultivierte Geschenke. Alles mit gutem Geschmack gewählt und dabei äußerst preiswert. 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