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Der Israelit · 1925-04-02 · Heft 14 (2.4.1925) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 14 (2.4.1925)
Date
1925-04-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 14 mit seinem n’wms nwa nizny 1112 zu feiern gelehrt wird. Obgleich jedem Einzelnen die Pflicht der ,2323 obliegt, hat sinniger Brauch den Akt zu einem Bestandteil des Gemeindegottesdienstes erhoben, und man pflegt nann wvrp überall, wo eine Zehnzahl sich zum Gebet vereinigt, unmittelbar nach nbsn nnnff gemeinsam unter freiem Himmel zu verrichten. Man sagt zunächst Psalm 148 bis r^i ja: pn •na»*: dann die nana aVwn 13p1?« 'n nnx -pm rwmn nunv nuny hierauf Psalm 19, den vi'2 von N2V: rvrni" ns; B’wyan bo bv jinx 'x und endlich Psalm 121, U2V*? ii'*?y und V'np* Die ,2322 kann m i t ira^ai dv, also vallst ä n d i g mit den Gottesnamen nur dann gesprochen werden, wenn die Sonne, ob auch durch Wolken verschleiert, wenigstens in Umrissen durchschimmernd, sichtbar ist. Die eigentliche Zeit für ^an.n tsnnp ist das e r st e Viertel des Tages (hier bis 7 Uhr 45 Min.) Ist die Sonne bis dahin nicht sichtbar, darf die vollständige rDi3 noch bis 11 Uhr 45 Min. (ar»n riixn) gesagt werden. Nach diesem Zeitpunkt sagt man die .1322 ohne a& n^m also nur rrwina nvya nviy "jm* -I- -t- Gott als den zu preisen, der nicht nur vor Aeonen Jahren einst als Schöpfer eines nun nach ehernen Gesetzen wirkenden Weltmechanismus gewirkt hat, sondern der noch heute mit jedem Tage ivima iw»» Tön tn* Vsa B>nna das Werk der Urschöpfung erneut, weil der Bestand des Weltalls an dem Hauche Seines Mundes hängt — das lehrt uns schon die erste sraw nxnp 11322 im Frühlicht jedes jungen Morgens. Er ist der JvniKan 2 21'* der ewig lebendige, ewig gegenwärtige Wirker des Sonnen-Lichtes. Aber hinübergeleitet zu dem alles tragenden Gedanken der Gottes e i n h e i t im Sch'ma-Bekenntnis werden wir durch die zweite nx'2p 11322 VvV, die uns immer neue Kunde und Bürgschaft bringt von dem Gotte der G e - schichte, von Ihm, der sein Priestervolk nicht nur einmal auf die Bühne des Weltgeschehens gesandt, sondern es fort und fort in jeder Gegenwart betreut und erwählt. Er ist der .22:1x2 brrirr?' iav2 im3 der ewig lebendige, ewig gegenwärtige Wirker der Menschengeschichte. Diese Idee der Einheit des Urgrundes alles kosmischen und geschichtlich-sittlichen Geschehens, das B’-^xn xi.i 'tv nrr und •’xrtn 2irp' die Der Fsrae l it_ hier zum keimkräftigen Mittelpunkt unseres Seelenlebens gesetzt wird, und die in tausendfältigen Gedankenverbindungen nüancirt, vertieft und entwickelt, an unzähligen Stellen der überlieferten Halacha und Agada, Liturgie und religiösen Poesie hervorbricht, sie dürfte vielleicht, in besonderer Prägung, auch der nann tmp 11322 zu Grunde liegen. Noch ehe der Schöpferwille auf dem Piedestal der fest an die Kette der Kausalität gebundenen Tierwelt den Freiheitsbau des Menschengeschlechtes zu sich empor rief, ward, am vierten Tag, so lehrt uns das Gotteswort, unser Sonnensystem Träger des fortan konzentrierten und abgestuften Lichtes. Und so erst begannen die Lichter zu r e d e n zur Seele des von der Schöpfung erwarteten, weisungsbedürftigen, freien Menschen, und sie wurden zu „Symbolen und Konjunktionen la'isiia von ,3inn sich zusammenfinden), zu Tagen und Jahre n", kündeten, jedes für sich und in ihrem Wechselspiel (rnisix und a^nyia) Schöpfers Herrlichkeit der Menschenseele und wurden das alles beherrschende Maß des Menschenlebens (a^un a'v')- Jahre und Tage schafft uns die Sonne in ewigem Gleichmaß, Frühling und Sommer, Herbst und Winter, Tag und Nacht — aber ihr Leuchten waltet über Gerechte und Ungerechte und ihre vorgeschriebene Reise vollendet sie mit Donnergang, ob ihr wärmender Strahl fröhliches, gottdienendes Leben auf der Menschenerde hervorzaubere oder eine Welt im Weh der Gottesferne und Entsittlichung zu Grabe gehen läßt. Jahre und Tage schafft uns die Sonne, Monde der Mond — nur die Woche, die siebentägige S a b b a t w 0 ch e , den ersten, zweiten, dritten, vierten, fünften, sechsten „T a g zum Sabbat", den Sabbat selber hat unsnichtdieNatur,hat uns der Schöpfer selbst gestiftet und hat mit ihm sich selber, seine Schechina uns gereicht. Die Sabbatwoche, die in keinerlei Beziehung vom Natur-Kosmos bedingt wird, sondern die diesem Kosmos selber den Stempel des Werkzeuges, des Fundaments und Schauplatzes der Sittlichkeit aufdrückt, der Sabbattag samt den von ihm zu Wegbereitern des Sabbats umwandelten sechs Sabbat- Wochen-Tagen ist ein Geschenk des vor aller Natur-Schöpfung stehenden freien Urgeistes. Die vom Urgeiste geschaffene Sieben-Tage- Woche trägt den Namen 'n in die a’p*?x aizra geschaffene Schöpfungswelt hinein und ruft den freien Menschen zum freien Gotte. 2. April 1925 Die Spannung zwischen dem Geist dev „S i e b e n t a g e-W 0 ch e" und dem Geist des von der Sonne getragenen „Jahres-Tages- Kosmos" bildet den Inhalt des ungeheuren Geschehens, das man Weltprozeß nennt. Jahr um Jahr wandelt die Sonne ihre Bahn, ohne der Sabbatwoche zu achten, die doch dereinst den Anbeginn ihrs Laufes segnete. Und wenn nun — einmal in 28 Jahren — der große Allbeleber der Natur dadroben, di«^ Sonne, die sonst unbekümmert um die geheiligte Wochenzählung der freien, priesterlichen Menschen hienieden ihre Bahn am Firmament in starrer Naturgesetzlichkeit vollendet, wenn sie, an den Ausgangspunkt dieser Bahn zurückkehrend, ihren Frühlings-Geburtstag mit dem vom ersten Sabbat geweihten „vierten Tag zum Sab - b a t" begeht, dann liest der Jude aus dieser „Konjunktion" die beglückende Botschaft derUreinh e i t der Welt in Gott, dann erahnt er jubelnden Herzens aus dem Vorbild der „Sonne des vierten Schöpfungstages" die Zeit des Weltenzieles, den Tag des 2nrr iatzn nnrr Und er weiht sich selbst, sein Denken, Fühlen, Vollbringen, dem WX22 nwya nvisr> dessen Sein und Offenbarung uns den kampfreichen Weg bereitet, aber auch das sichere Ziel verbürgt.- Man begreift, daß dieselben Weisen, die sonst die xix '2 nsipn als maßgebend erachten, um des Liefen Sinnes der nann Diip 11222 msa willen gerade hier die brria^ nsipn* nach dev allein es zu jener Konjunktion von Sonnenwende und Wochen-Tages-Beginn kommt, rezipierten- und daß sie auch, weil es sich ja um metaphysische und sittliche Wahrheit, nicht um astronomische Forschung handelt, der Differenz nicht achteten,, die zwischen der astronomischen und der nach bxiaV sich ergebenden Frühlingsgleiche liegt. Wen ergriffe nicht die Sehnsucht, eine solche Mizwa, die im Menschenleben nur ein-, zwei-, dreimal, nur in ganz vereinzelten Äusnahmefällen viermal erfüllt werden kann, dankerfüllt durch lyriniy zu begrüßen? Unsere Weisen haben uns dieses Recht versagt — wohl aber darf und soll in dem Augenblicke, in dem wir am A b e n d des Kiddusch Hachamo-Tages das Glas erheben, um i:ni2n |ar in mnp zu weihen und das Fest mit iT’Vrrnp zu empfangen, der Gedanke des I3"nmrr auch bei der unterm Sonnenstrahl des Morgensvollbrachten Mizwa weilen, die uns so Großes zu sagen hatte. Nur der Hinweis sei noch gestattet, daß mit der allgemein rezipierten Ansetzung der nixa nann Emp auf den Monat Nissan in der fff, /M'/A Bemerkungen zu man* Von Rabbiner Ar. Mnkker in Kopenhagen. I. *221 s’sin 's? 1?S1 -221 i3”n away „Hätte rrapn unsere Väter nicht aus Aegypten geführt ufw. — Nach 'n ’wn ist der Sinn der: Wäre der Auszug nicht durch Gottes starke Hand, sondern durch Pharaos freien Willen erfolgt, so wären wir, unsere Kinder und Kindeskinder, Pharao zum Dank für die Befreiung verpflichtet gewesen i3"n owayisna) (nsnsi> — Somit erklärt sich auch die scheinbare Wiederholung des gleichen Gedankens in den Worten Rabban Gamliels (weiter unten): naytym rmrft nnay» usxw : rkir»^ „Er führte uns von der Knechtschaft zur Unabhänigkeit", bezieht sich aus unsere Väter in Aegypten „und befreite uns von der Verpflichtung" bezieht sich auf ihre Nachkommen zu allen Zeiten. II. d’sö’d DD2 irm m mim m Rabbi Jude bezeichnete die Plagen durch Zuammenstellung der Anfangsbuchstaben. a"nsa eriy i"2i — Was wollte eigentlich Rabbi Jude damit Neues sagen? Darüber gibt es unzählige Erklärungen: doch an der einfachsten und Nächstliegenden unter diesen geht man achtlos vorüber: Dieser fragliche Satz hat nämlich seinen Ursprung im Midrasch mav) ('n ">v yimi 'v *'vv rrirr' svinini 'n mms *20 021 und lautet, wie folgt: „Rabbi Jude sagt, auf dem Moses st ab waren die Namen der zehn Plagen (nicht voll ausgeschrieben, sondern) in An - fangsbuch st oben angebracht: amrra vrnv •j'Tn Man wäre zwar versucht, diesen Ausspruch damit in Einklang zu bringen, daß Rabbi Juda auch an einer anderen Stelle eine Vorliebe für Abkürzungen zeigt, wie in der Mischno 12m’ :nyon «Vfinms min’'2 :'s rs nirun bms’b nnV min* w bv 1222. Vergl. auch Bertinoro -z. St.: Indes handelt es sich, wie aus Tanchumo Thasria 8 deutlich hervorgeht, hier gar nicht um den Tano Rabbi Juda, sondern um den A m 0 r ä e r gleichen Namens, Juda bar Ami. — 3"ns2 v"-w 1-22 hat übrigens nach v"nya den gleichen Zahlwert wie 2 v s in nwsa wm ivrr n2nan 22. in. •13”2 D31D» nrr 13V 1M3 WS 221 D'vSV DM TW? rchl DWX»Ö 13SXW WS „Hätte Er uns von den Aegyptern befreit, ohne Strafgerichte an ihnen auszuüben, ohne ihren Reichtum uns zu schenken, dies wäre uns genug gewesen." Mechilta zu 22 'M’ fragt, wie ist die plötzliche Wendung des Herzens Pharaos und feiner Diener zu verstehen? Hatten sie doch selbst „Wie lange sollen diese (Israeliten) uns zum Unglück sein (2 M. 10,7)" und „Macht euch auf und zieht fort aus Meinem Volke (das. 12,3l)" gerufen! Und antwortet mit einem Gleichnis: Jemand beauftragte seinen Diener, ihm Fische vom Markt zu bringen. Der Diener geht uno bringt ihm einen großen, aber faulen und übelriechenden Fisch. Aeußerst aufgebracht darüber, sagte der Herr zu ihm: Du kannst Dir eine von den drei Dir zugedachten Strafen wählen: Entweder Du ißt selbst den Fisch oder bekommst 100 Geißelhiebe oder erlegst eine Geldbuße von 100 Gulden. „Ich -wühle das erste Uebel," sagte der Diener. — Kaum aber hatte er etwas von dem faulen Fisch gekostet, als es ihm so übel ward, daß er sich besann und die Geißelung voraog. Doch bei dem sechzigsten Hieb konnte er es nicht mehr ertragen und bat flehentlich, ihn gegen die auszuzahlende Geiostrafe zu befreien. Er hatte also faule Fische genossen, obendrein Schläge bekommen und dazu noch 100 Gulden Strafe gezahlt! — In ähnlicher Lage befanden sich auch die Aegypter: i3d dst m „Was haben wir Dir getan?," riefen sie aus. Hätten wir die zehn Plagen bekommen, zum Entgelt aber das Volk behalten dürfen, wäre es genug; und wenn wir gar schon beide Strafen, die 10 Plagen und die Verzichtleistung auf eine so zahlreiche Arbeiterschaft, erlitten hätten, wäre es doch gewiß genug, doch daß wir zu diesen beiden Strafgerichten noch unser ganzes Vermögen haben hergeben müssen. i3’vv nsr na „Was haben wr da getan!" — Anm.: Das bekannte geflügelte Wort: „Faule Fisch und Kläpp dazu," bat also, wie man sieht, in dieser Mechilta seinen Ursprung. Die vier Kelche. Von Rabbiner Dr. 7tt. Lewin in Hamburg. Erlösung und Verjüngung durch Gott, das ist die Idee, die unser nvo verkörpert. Als a’asn an weift unser Fest auf den Herrn und Gestalter der Natur, nach dessen ehernen Gesetzen aller Wechsel und Wandel sich in. ihr vollzieht. So wird alles Glänzen und Blühen au^ Flur und Feld, an Baum und Strauch, alles Leben, da*^ draußen in der Natur sich neu 'regt, zur Lobpreisung

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