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Der Israelit · 1925-03-12 · Heft 11 (12.3.1925) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 11 (12.3.1925)
Date
1925-03-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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'Jtr. 11 Sette 7 12 Mörz 1995 ' Dahingeschiedene das -n die alte Tradition, das Licht Der Thora übernommen, welches er durch Ausübung von' Mizwaus, insbesondere wenn se der Wohltätigkeit galt, täglich von neuem entzündete. In seiner Häuslichkeit sorgte er sür den wahren reinen ]nbw: im echt jüdischen Sinne für seine Familie, und im siebziger Kriege war er bereit, sein Leben voller Tapferkeit auf den Altar des deutschen Vaterlandes zu legen. Der - Kriegerverein „Oberursel" erwies dem alten Kriegsveteranen, seinen treuen Mitgliede in würdevoller Begleitung mit dem Vereinspanier die letzte Ehre.' Der Allmächtige möge den trauernden Hinterbliebenen Trost und Kraft spenden, den schweren Verlust zu ertragen, n-nm Basel, 3. Marz. Herr Sally Guggenheim in Ällschwil bei Basel ist zum Vizekonsul des Königreiches 'I u g o s l a v i e n ernannt worden. Gudensberg, 3. März. Seinen 75. Geburtstag beding in größter Frische Herr Kaufmann L. Hahn, der .30 Jahre lang Vorsteher der jüdischen Gemeinde war und dieses Amt zu aller Zufriedenheit versehen hatte. Briefkasten. Dr. M. in D. Daß der Gottesname in der Megillah angedeutet ist. und zwar in vielen iltta’n ''Slvl MI'N ist bekannt. Herr Rabbiner Dr. Winkler ging davon aus, daß der 'Schein ncht klar ausgeschrieben ist. Sprechsaal. Frankfurta. M., 1. Februar.*) Bekrachkungen über die Frankfurter Mahlwoche. In den letzten 10 Jahren herrschte innerhalb der Frankfurter Jsr. Gemeinde Einigkeit. Seitdem die Richtlinien durch den nachher ausgebröchenen Krieg in den -Hintergrund traten und verblaßten, betonte man nach dem Kriege die Einheit des Judentums in der Gemeinde, Durch die Gründung der Aguda, deren Statuten nicht den lall der Gemeindeorthodoxen fanden, entbrannte ein Streit mit den Separatgemeinden, da die Gemeindeorthodoxen. sich zu Juden minderen Grades degratiert glaubten. Diese Meinungsverschiedenheiten in der Äguda führten zur Gründung des Achdus. In diesen sich Hehr scharf zuspitzenden Streitigkeiten spielten leider auch .anonyme Broschüren eine Rolle, in denen führende Persönlichkeiten unnötiger Weise persönlich angegriffen wurden, die auch von ganz rechtsstehenden Personen aufs schärfste verurteilt wurden. In der Jsr. Gemeinde selbst, wurden keine Erörterungen über liberale oder orthodoxe Auffassung des Judentums in der Oeffentlichkeit laut. In der Gemeindestube gab es keine grundsätzliche Auseinandersetzungen zwischen Liberalen und Orthodoxen. In letzter Zeit allerdings kam es zu Kämpfen in der Gemeindestube wegen Schulsragen, da die Liberalen den ."Orthodoxen keine jüdisch konservativ geleitete Volksschule Lugestehen wollten. Die Konservativen knüpften deshalb Verhandlungen mit der der orthodoxen Gemeinde gehörenden Jsr. Volksschule an, die jedoch zu keinem positiven Resultat führten. Erst durch die, für die Wahlen zum preußischen Gemeindeverband ausgestellten Kandidaten kam es zu Einem Wahlkampf zwischen Liberalen einerseits und .zwischen Konservativen, Zionisten und Ostjuden andererseits. Ob es nicht ein Fehler war, daß sich Konservative, Zionisten und Ostjuden zusammensanden, soll dahingestellt Bleiben. Jedenfalls wurden in den Wahlversammlungen von den Konservativen den Liberalen die ungeschminkte Wahrheit gesagt. Auch die Zionisten stellten ihren Mann, wenn dieselben hier durchweg auch in konservativem Kleide aufgetreten sind, im Gegensatz zu ihren politischen Führern, die areligiös eingestellt sind. Daß die Versammlungen, die von beiden Seiten einberufen, fast alle jeden 'Abend dieser Woche überfüllt waren und eine Unmasse Gemeindemitglieder auf die Beine brachten,'und manchen indifferenten jüdischen Bruder ausgerüttelt, kann mit Freude registriert werden. Man muß seststellen, daß in 'den Debatten und in den Diskussionen die Liberalen sehr schwach abschnitten und in konservativen Versammlungen sich kaum zum Wort meldeten. Wenn man die Ausführungen der konservativen Redner richtig würdigt und die Vorwürfe betrachtet, die dieselben den Liberalen machten (u. ä. wurde hervorgehoben, daß sich Liberal zu Konservativ wie Feuer und Wasser verhalte) so muß sestgestellt werden, daß schon Rabbiner Hirsch s. A. dasselbe s. Zt. mit den Worten sagte, daß der Reformjude dem Protestanten näher stehe, wie dem orthodoxen Juden, und daß zwischen Protestantismus und Katholizismus Der Unterschied nicht so groß ist, wie zwischen Reform und Orthodoxie. Man sieht also objektiv betrachtet, daß Die Einigkeit zwischen Liberalen und Orthodoxen nur eine lünstlich herbeigesührte ist, da sich eben Feuer und Wasser nicht vertragen kann. Auch muß darauf hingewiesen werden, daß es eine falsche Darstellung ist, wenn von .gemeindeorthodoxer Seite gesagt wird, die orthodoxe Gemeinde wolle mit den liberalen Juden nichts zu tun Haben und überlasse dieselben ihrem Schicksal. Es muß darauf hingewiesen werden, daß zur Zeit der Frankfurter Austrittskämpfe, die der sel. Rabbiner Hirsch mit Dem hiesigen Jsr. Gemeindeoorstand führte, der Friedhof und das Hospital gemeinsam beibehalten werden sollte, und daß dieser Vorschlag vom Gemeindevorstand abgelehnt wurde, in der unrichtigen Annahme, durch diese Ablehnung den Austritt überhaupt verhindern 3« *) Wegen Raummangels verspätet. -___ 3D e-t 3-s t o e i t t können. Daß es also zu einer vollkommenen Trennung in Frankfurt kam, ist nicht Schuld der „Separatisten", .sondern des Frankfurter Gemeindevorstandes. Es wären noch einige Worte über den Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu sagen. Durch die heftige Stellungnahme desselben gegen den Zionismus hat sich derselbe wieder mit den Liberalen verbunden, wodurch die konservativ gerichteten. Mitglieder desselben sich zurückgesetzt fühlten und einige ihren Austritt erklärten. Da ja durch die nun zusammentretende Hauptversammlung des preußischen Gemeindeverbandes alle derartige Vereine, wie Jsr. Gemeindebund, Verband der deutschen Juden rc. ihre Existenzberechtigung verlieren, da ja der Verband alle jüdischen Angelegenheiten zu erledigen hat, so dürfte auch der Rolle, die der Zentral- Verein spielt, ein rasches Ziel gesetzt sein. Aus all diesen Vorgängen innnerhalb der jüdischen Gemeinde geht hervor, daß das Zusammensein zwischen Orthodoxen und Liberalen in dieser Form in einem religiösen Verband ein Unding ist, indem g. B. ein dem Vorstand angehörender Konservativer nicht in der Lage ist, sür liberale Einrichtungen, wenn sie an und für sich noch so berechtigt sein mögen, zu stimmen. Deshalb müßten 2 getrennte Kultusabteilungen geschaffen werden, wie es in Hamburg der Fall ist. Die Mitglieder der orthodoxen Gemeinde stehen absolut nicht auf dem Standpunkte, sich bürgerlich vyn ihren Gemeindebrüdern abzusondern, im Gegenteil, im bürgerlichen Verkehr wird'überhaupt kein Unterschied zwischen den verschiedenen religiös-politischen Anschauungen gemacht. So ist z. B. die Chewra Kadischa für beide Gemeinden eine gemeinsame, und die Mitglieder versehen in Eintracht ihr schweres Amt. So mag der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß eine reinliche Scheidung der Richtungen in Zukunft stattfinden möge, damit keine Verwässerung der jüdischen Weltanschauung stattfinde, und unsere heilige Thora uns ungetrübt und nicht angekränkelt vom falschen modernen Zeitgeiste, uns und unseren Kindern erhalten bleiben möge. L. Grebenau. Familiennachrictiten. Bnrmi lw o: Herrmann. Sohn des Herrn Lehrer Erlebacher, Mönchsroth. tznnn 'q. Frankfurter Berichte. Tie Entwicklung der Israelitischen Volksschule in Frankfurt a. M. Von Rektor Baruch Stern. Die nun seit langen Jahren andauernden trüben wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten es den Institutionen, die bisher ihren Etat in erster Reihe aus freiwilligen Spenden bestritten haben, immer noch nicht, zu den alten Gepflogenheiten zurückzukehren und in einem Jahresberichte über ihr Wirken Rechenschaft abzulegen. Wie gerne möchte die Israelitische Volksschule den Eltern und auch der weiteren Oeffentlichkeit über die in der Abgeschlossenheit des Schulhauses sich abspielende unterrichtliche, erzieherische und fürsorgerische Tätigkeit berichten, nachdem nun so lange und schwere Zeiten eines erzwungenen Schweigens hinter uns liegen. Die Aufforderung der Redaktion, ihren Lesern, und damit besonders auch dem großen Kreise der Israelitischen Religionsgesellschaft, von der Schule, ihren Plänen und weiteren Absichten zu erzählen, ist darum mit besonderer Dankbarkeit zu begrüßen. Mit gemischten Gefühlen nur kann man zurückschauen auf die zehn berichtlosen Jahre. Welcher Gegensatz zum letzten Jahresbericht, der wie gewöhnlich zugleich die regelmäßige Rechnungsablage der Schulverwaltung über die Finanzgebarung der Schule enthielt. Er zeigte die erfreuliche Tatsache der Unterstützungsbereitschaft weiter jüdischer Kreise, die das von der Schule seit ihrem Bestehen namentlich an den Kindern nicht mit besonderen Glücksgütern gesegneter Eltern selbstlos geübte Werk der Jugenderziehung freigiebig pflegten und förderten. Es waren damals gerade zwei Jahrzehnte verflossen, daß der in der Verwaltung der Schule unvergessene, stets für ihre Bedürfnisse sorgende und die Gebefreudigkeit anderer durch Wort und Beispiel anspornende Meier Selig Goldschmidt b r es übernommen hatte, das ihm besonders teure Vermächtnis seines unvergessenen Vaters auszubauen, in der Absicht, die Schule finanziell für alle Zeiten sicherzustellen. Und nun, da er durch seine Unermüdlichkeit das schwerste Stück der Arbeit geschafft hatte, und weit mehr als die Hälfte des Etats durch Zinsen gedeckt waren, fiel dieses Vermögen der allgemeinen Entwertung zum Opfer. Heute reichen die Erträgnisse nicht einmal für die laufende bauliche Unterhaltung des Schulhauses und des zum Schulvermögen gehörigen Stiftungswohnhauses aus. Groß sind die Schäden an den Gebäuden, die in der langen Kriegs- und Nachkriegszeit nicht ausgebessert werden konnten. Das niemals sehr reichliche Schul- und Lehrmittelinventar hat in gleicher Weise stark gelitten. Nun muß das unfreiwillig Versäumte gut gemacht werden, und mit schwerer Sorge steht die Schulverwaltung vor dieser Aufgabe. Je düsterer sich so die finanzielle Lage der Schule darstellt, desto erfreulicher ist es, von der ungestörten Weiterentwicklung des eigentlichen Schulbetriebs berichten zu können. Da ist keine Rede von einem, der eingetretenen Verarmung entsprechenden, nur notdürftiger* Ausrechterhalten, des Ueberkommenen. Dank dem verständnisvollen Entgegenkommen des Vorstandes der Israelitischen Religionsgesellschaft ist es vielmehr möglich, die Schule im Einklang mit den gewachsenen Anforderungen auszubauen: und darum lassen wir, in der Schularbeit Tätigen, fa schmerzlich die Erinnerung an das nun Abgeschlossene auch sein mag, uns den hoffnungsvollen Ausblick auf eine bessere Zukunft nicht trüben. Durch die Gesetzgebung ist die Aufhebung der Vorschulen der höheren Lehranstalten erzwungen worden. Da erweist es sich denn als ein großer Segen für die Religionsgesellschaft, daß sie vor nun 44 Jahren einzig und allein um der reinen Mizwoh willen, die Volksschule ins Leben gerufen und oft unter schweren Sorgen verwaltet hat: nun können die für den späteren Besuchder Unterrichtsanstalten der Religions-Gesellschaft bestimmten Kinder ihre Grundschuljahre in einer eigenen jüdischen Schule verbringen. Natürlich war eine Erweiterung der Volksschule nötig. Vom nächsten Schuljahre ab wird sich die Zahl ihrer Klassen um drei erhöhen, in den folgenden, Jahren werden noch weitere Klassen gemäß den Vorschriften des Grundschulgesetzes eingerichtet werden müssen. Die durch den Abbau der Volksfchulklaffen frei werdenden Lehrkräfte wurden auf den Etat der Volksschule übernommen und dadurch konnte zugleich ein alter Wunsch der Schule erfüllt werden. Es wird nämlich vom nächsten Schuljahre ab nach dem Muster der städtischen Schulen eine Förderklasse eingerichtet, in der körperlich schwache oder geistig wohl gesunde, aber in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder in einer kleinen Klasse so weit gefördert werden, daß sie in der Regel wieder in die ihren Fähigkeiten entsprechende Normalklasse versetzt werden können: einzelne ganz Zurückbleibende werden allerdings ihre ganze Schulzeit in diesem Förderzug zurücklegen müssen. Die Neueinrichtung ist eine Wohltat für die Kinder,.die unterrichtlich oder erziehlich eine besondere Sorgfalt beanspruchen können, sie bedeutet gleichzeitig eine wünschenswerte Entlastung der Normalklassen. Noch eine andere Einrichtung, die sich in den städtischen Volksschulen bewährt hat, ist einstweilen versuchsweise von uns übernommen worden. Fleißige und begabte Schüler können an fakultativen fremdsprachlichen Kursen teilnehmen. Heute schon kann festgestellt werden, daß der Versuch über alles Erwarten günstig gelungen ist; besonders wohltuend ist die Beobachtung, wie die Neueinführung belebend auf den normalen Klassenunterricht zurückwirkt und das Streben und den Eifer aller Schüler anfeuert. In der kommenden Zeit soll auch der hebräische Unterricht Neuerungen bringen. Es ist ein glücklicher und an manchen Orten bereits erprobter Gedanke, der pädagogischen Reformbewegung,' im die Stelle der starren Klasseneinteilung, soweit angängig, nach Neigung und Befähigung der Schüler zusammengesetzte Arbeitsgemeinschaften für einzelne Unterrichtsfächer zu setzen. Im Rahmen des allgemeinen Volksschulunterrichts wird sich das kaum durchführen lassen. Aber wir haben schon in früheren Jahren im hebräischen Unterricht recht günstige Erfahrungen mit dahin zielenden Versuchen gesammelt. Im nächsten Jahre sollen an Stelle der Klassen neue hebräische Unterrichtsabteilungen möglichst nur aus Schülern mit gleichen Kenntnissen und Fähigkeiten zusammengestellt werden, das Alter wird erst in zweiter Reihe bei der Einweisung in eine solche Abteilung Berücksichtigung finden. Von den außergewöhnlichen Schwierigkeiten der praktischen Durchführung kann an dieser Stecke geschwiegen werden. Sie lassen sich überwinden, da alle Beteiligten den nötigen guten Willen mitbringen. Die gleichzeitige Absicht, zunächst in den unteren Klassen, auch rein didaktisch neue Wege zu gehen, sei hier nur erwähnt. Es soll davon erst später gesprochen werden, wenn wirkliche Erfolge aufzuweisen sein werden. Viel wichtiger sind andere Pläne, deren Verwirklichung nun gesichert ist. Man hört manchmal die Klage, ^as von den jüdischen Schulen vermittelte Maß jüdischen Wissens genüge nicht den zu stellenden Anforderungen. Im allgemeinen ist die Richtigkeit dieses absprechenden Urteils zu bestreiten, und wo im einzelnen Falle wirklich Grund zur Unzufriedenheit vorhanden sein sollte, kann doch in der Regel nur Unkenntnis der meist recht Die letzten Neuheiten MANTEL modernsle Ausführungen aus Mou'ine. in aparten Farben, teilweise auf Seide, erstklassige Schneiderarbeit in den Preislagen Mi. BO.-185- Mt 98— ROBIMSOHN

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