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Der Israelit · 1925-02-19 · Heft 8 (19.2.1925) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 8 (19.2.1925)
Date
1925-02-19
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Nr. 8 (Seite 19 19. Februar 1925 i , - D e r 3 sraelit gefestigte Persönlichkeiten müßten wir im stolzen PflichtbewMsein reiner Menschlichkeit uns gegen den Zwang des Wirtschaftslebens erheben, das uns Stroh Und Stoppeln wertloser Vergänglichkeit Tag für Tag zusammenlesen lassen will, um Ziegel zu brennen für den Bau von Vorrätsstätten für das Brot des Tages/ Unser MenschtMi, wie wir es Don den Vätern her kennen, verlangt nach anderem!' Ueber uns ist der Raine G ottes genannt,"oroya.»pVs des Gottes der Hebräer — ja der Hebräer! ’m« ■nay ist und sei wieder unser stolzes Bekenntnis. : »ms nay' heißt nicht nur: wir sind andern Stammes als ihr, es heißt vor allem: wir sind anderer Gesinnung als ihr. 'rnn ■nnv Wir wollen nicht das Opfer der Fluten werden, der Fluten der Leidenschaften, die das Lebensschiff der Menschen Und Völker zu verschlingen drohen. Wir wollen und können die Wogen bezwrngen. Auf Und nieder tragen die Wellen das Schiss. Angst" und Schrecken' beschleichen die Steuerleute am Ruder. Immer stärker rast der Wind, tobt der Orkan. Weist schäumt der Gischt. Hoch geht hie Brandung, Flut auf ' Flut schlägt über Bord. Die "verängstigten Gemüter schauen in. ihrer Lebensgefahr, in ihren Todesängsten, bei ihren Anstrengungen, des Schreckens Herr zu werden, auf den Juden in ihrem Fahrzeug. Er schläft, ist in tiefen Schlaf versunken!. Ist ‘ es ein Wunder, daß sie ihm zUrufen: Was'schläfst du? Auf, bete zu deinem Gott! Ist es ein Wunder, daß sie aus ihn einstürmen mit den Fragen: Säg an, um wessentwillen kommt dieses Unglück über uns, was tust du? Von wannen kommst du, aus welchem Land, von welcher Nation stammst du her? Sie wissen, daß der Gott des Himmels unser Gottistsie wissen 'aber auch rrn '2 daß wir diesem Gott entfliehen wollen! DruM fürchten sie dieses Gottes Zorn, der uns und sie — um unseretwillen — straft. Den Weckruf hören wir aus dem Schlaf, dem wir uns hingegeben.' Da hören wir aus fernen Zeilen den Ruf zur Erlösung zu uns herüberjchallen. ivn na '»y NN nbv ll'-osn. So hat der Gott der Hebräer gesprochen: entlasse mein Volk, daß sie Mir dienen! Wir müssen uns gegen den Pharaonengeist der Versklavung des freien Menschen zu bitterstem Wirtschaftskampfe wenden. Die Stimme des Gottes der Hebräer lasset uns vernehmen. Entlasse mein 'Volk, spricht er jeder Macht, die uns zum Boden niederziehen will, uns zu stumpfsinnigen Sklaven der Stoppelnsammlung und des Ziegelbrennens erniedrigt!. Mir zu dienen fei ihr Beruf. Der Erdenfesseln sollen wir ledig werden. Empor, hinan zum Göttlichen, zum Ewigen, Unvergänglichen, zu Geist und Sitte wollen wir uns erheben. Hüte dich, wende dich nicht dem Unrecht zu, denn zu anderen hast du deine Wahl gelenkt, da du aus dem Elend des Druckes dich hinausgefehnt hast. Der Einzige, unser Gott, läßt Seine Kraft, dis Kraft der Seinen in Erhabenheit, unerreichbar, erstarken, wenn ihres Strebens Ziel die Erfüllung Seines Willens bildet. Auch heute noch 'weist er uns den Weg in der Kraft, die Natur und die Geschehnisse der Menschenwelt zu beherrschen und zu leiten, auch heute, wenn wir wollen, wenn der Ruf „Zurück zu Ihm" aus UeberzeUgung ertönt, nicht mit Worten, sondern mit der Tat bewiesen wird, nicht in Halbheiten, sondern in vollen Lebensgedankeu und in einem mit Ernst durchdachten Leben. Mit der Vollkraft, die ein langer Schlaf uns spendÄ, Mit heiterm Mut und init arbeitsfreudiger Selbsterneuerung nach wiedererlangtem Bewußtsein und neu gewonnener Erkenntnis von dem Sinn des Arbeitstages unseres Lebens gehen wir frisch ans' Werk, npaa und, rn UNS selbst ermutigt, gestählt durch das Vertrauen zu unserer Ausgäbe, die der Gott der Hebräer uns erteilt hat, stellen wir uns in würdevollem Ernst jedem Pharao der Personen und der Verhältnisse, fernem Willen trotzend, entgegen,nyns msS axvim wenn er uns und sich durch Anerkennung anderer Mächte, als des Gottes der' Hebräer, in'die Bande irdischer Sklaverei zu schlagen,' sich unterfangen wollte! Auf unsere Akademiker fällt zuvörderst unser Blick. Sie wollen die Führer' unserer Zukunft werden. Sfe stürzten' zuerst aus dem Ehettidunkel hinaus, und aus der Finsternis der Gasse " stürmten' sie als' -di» ti^ als an die Einöde gewohntes Wesen in das lichtüberströMte Leben her freiest Plätze. Sie vergaßen des wunderbaren Lebenslichtes, " das die dumpfen Stuben ihrer Vorfahren' erleuchtet hatte, des Lichtes, das ihren Geist erhellte, des Lichtes der Sitte, das ihr Herz erleuchtete, an dem der Familiensinn entflammte, an dem werktätige Liebe' sich 'entzündete, eines L'.chtes und feinet edlen Wirkung, an dem gemessen und beurteilt, eine Weltanschauung und eine Wissenschaft, die eine Ghettobehandlung d'es jüdischen Volkes dulden konnte und rechtfertigen zu können glaubte, nicht den Namen der Bildung und des Rechtes, der Wahrheit und der Liebe, der Gerechtigkeit und Menschlichkeit verdiente. Doch da sie durstig waren stach lange vorenthaltenem Trunk, und da sie hungerte nach layg ersehnten Leckerbissen, stürmten sie über die gelegte Bresche, als der erste Kettsnring jahrhundertelanger Schmach gebrochen war. Und was sie gesucht: z u leibhaftig stellte es sich ihnen in den Weg ob mxai mir ms? inrrnpb nvrr mm. Eine Frau stand, zuwartend, ihnen gegenüber, ihr Erscheinen war das einer Buhlerin, die, ihr Herz zu vergeben, sich wohl hütete: sie war das prahlende Menschenwissen. Der innere Kampf entbrannte. So sehr sie, die Reu-Freien, die Vergangenheit verachteten, so sehr fühlten sie sich in ihr wurzeln. Noch einmal steigt der Väter Bild in ihnen auf, noch einmal überdenken sie die ungeheure Wirkungskraft eines Gesetzes, das em Volk Jahrtausendebittersten Elends hat überdauern lassen, noch einmal ziehen die blulgefärblen Bilder ' der Geschichte an ihrem geistigen Auge vorüber — der Zeitgeist mit seinen buhlerischen Reizen fächelte sie an, der Duft wohl siechender Lebenswürzä betörte ihren Sinn. Sie rangen mit sich, denn einsam standen sie und verlassen, mit dem Weltschmerz in der Brust. Die Wissenschaft lockt, das Judentum mahnt ernst — bis'die Kräfte erschlafften und der Blick sich umdüstert. Die Welt hat gesiegt — — der Himmel weint um die Verlorenen. Der Akademiker von heute hat älte, schwere sörtwirkeude Sünden zu sühnen. Und von wo er kommt, es geht ihm. nicht viel besser als seinen Vorgängern. Aus dem Lande hat .er im besten Falle b'imk mxa gewohnheitsmäßige Gesetzeserfüllung gesehen. Er ist non ob ohne Herz gelassen worden, aber herzlos ist er nicht. Wissen und Begründung hat er nicht gelernt. Er hat rmtn rrbo rp’a einen Körper seelenlos, entseelt, geschaut. Der Geist ist schon lange entflohen, seitdem die alten Folianten' der Vorzeit, verstaubt und vom Wurm zerfressen, kernos Blickes mehr gewürdigt wurden. Jesajas Klage gilt auch unserer Zeit. „Es ist euch das Wissen von allem Jüdischen wie die Worte' eines verschlossenen Buches, das man einem Kundigen mit der Aufforderung reicht, lies doch das, und er entgegnet, das kann ich nicht, es ist ja doch geschlossen. So wird das Buch einem gegeben, der nicht lesen kann. Man verlangt von ihm: lies das doch, er aber sagt, ich vermag es nicht." Wohl suchen die Akademiker von heute, elementare Kenntnisse des Hebräischen sich anzueignen. Es gehört doch nicht mehr zum guten Ton, k e fn Hebräisch zu verstehen. Die absolute Ablehnung alles Jüdischen öffnet doch noch nicht allein die Pforten der Häuser der Gesellschaft mehr. Aber die Sprache des H e r l i g t u m s ist es doch noch selten. Die Zukunft soll nicht an die Vergangenheit anknüpsen. Die Sprache der Gotteslehre soll erfüllt werden mit dem Geist und dem Gedanken der Verleugnung unserer Geschichte, unseres Lebenseliriers, der Tauroh, Unseres Lebensgesehes, das sich stärker erwiesen hat, als die Ethik spekulativer Philosophie. Roch ist Samson Raphael Hirsch gefürchtet. Seine Werke könnten die Augen öffnen, noch liegt der Bann des fluchwürdigen Schlagwortes „Fanatismus" auf der Vertretung unverfälschter Gotteswahrheit, auf Lehre und Leben der Taurohtreu^n, noch geht das Sehnen auf Volksheil und matetiellen Aufbau unserer untergegangenen Pracht. Zu den geistigen Zielen unseres Daseins, um derentwillen wir w»yn ba» ioa nna nem von allen Völkern auserwählt wurden, erhebt man sich noch nicht. Noch beherrschen die Vermutungen und Fehlschlüsse, trügerische Voraussetzungen, sowie große Täuschungen über das wahre Zeugnis der Funde und der Schriften, der Inschriften und der Denkmäler altersgrauer Urzeit, als feststehende Tatsachen der Wissenschaft, die Geister. Die bescheiden sich hervorwagenden Deuter der Niederschrift alter Geschichtsbilder finden kein Gehör. And es. gehörte doch zur Bildung objektiven Urteils zum mindesten audiatur et altera pars die andere Seite und was sie sagen will, wenigstens einmal zu hören. Oder fürchtet man die Konsequenz? Will man lieber ungestört der Gewohnheit leben, der Bequemlichkeit, dem Erwerb und dem Genüsse? Denen, die im Wirtschaftsleben stehen, rufen wir zu: Hat es euch gefrommt, alles preiszugeben, was des Juden‘ Lebensglück und Erziehungsweisheit ausmacht? Habt ihr aus dem Zusammenbruch der' Wirtschaft mehr gerettet, als der Sabbatjude? Ihr lacht feiner und rückständig nennt ihr seine Lebensführung. Er wenigstens hat bei allem Verlust des äußern Besitzes einen unverlierbaren Schatz gerettet.' Sein Sabbatglück kann ihm niemand rauben. Wißt ihr denn, was ihr euern Kindern an Momenten des Glückes und der Freude entzieht, den höchsten und treuesten Mitgaben für das Lebest? Die roten Wangen mit den strahlenden Kinderangen, die am Weihetisch des Freitag Abend dem Kibdufch des Vaters folgen, schauen sie wicht. Di: Kinderfreude, wenn der Vater ber den frohen Klängen der nimm das Kind auf den Knien wiegt, gewähren sie nicht, die frohe Erwartung am nav-Morgen mit zur Synagoge zu gehen, ist beiihnen nicht vorhanden. Die Wohltat der absoluten nav-Ruhe für Kopf und Nerven, fehlt. Jedes Fest mit seiner ernsten und heitern Stimmung, ist' ihnen fremd geworden! Die Vorbereitung mitihrer Vorfreude und die Feier mit ihrer vollen Inanspruchnahme des Menschen, der sich mit Denken und Fühlen aus allen Sorgen des Alltags losreißt, ist ihnen unbekannt. Demgegenüber der thoratreue Jude? Haus und Familie genießt er in Ruhe. In Beseligung schwelgt er im Glück, das ihm beschieden ist und vergißt der Kämpfe und der Sorgen, die am Werktag an seinem Lebensmarke zehren. Ist es ein Opfer oder ein Segen. Sabbat und die Feste zu feiern? Physisch und psychisch, ethisch und intellektuell sind die die Fortgeschrittenen, denen das Go1tesge>etz der Lebensquell geblieben ist. Jeder andere Lebensinhalt füllt den Menschen nicht aus, und jeder Erfolg auf jedem andern Gebiet des Denkens und Schaffens, des Erwerbens und Eenießens verrauscht, läßt eine Leere zurück, macht unsroh und müde, D’ipaV mann Mit neuer Kral an jedem Lebensmorgen stählt nur wahrer inniger Gottesdienst der Tat. Viele Eltern fühlen die Lücke, die sie selbst geöffnet. Sie fürchten den Moment der Rcchenschaftsablegung. S re haben von ihren Eltern noch manches" vor sich gesehen, sie zehren von den jüdischen Momenten, die sie in der Jugend noch erleben durften. Aber ihre Kinder ließen sie nichts schauen, ihre Kinder führten. sie dem Materialismus zu, lehrten sie, das -Alte als überholt, bei Seite werfen, lehrten sie, daß nur ohne Sabbat soziale 'Größe zu erreichen sei. And mit dem Sabbat fiel das Judentum, und;— -f oft mit dem Judentum die Moral! ' Jetzt nahen die Tage^ von denen Kohelet sagt: die Tage des Bösen und es kommen die Jahre, von denen man sagt, daß man an und in ihnen kein Gefallen hat. Es verdüstert sich das Firmament des Lebens' und auf den' Regen folgt kein Sonnenschein. Nur Wolken, nichts als Wolken. Man sieht, welchen Grundfehler man beging. Das Judentum hat man von sich geworfen, nun sehnt man sich nach ihm zurück. Die Kinder werden - den Tag nicht segnen, an dem sie ohne Judentum, ohne Rückhalt fürs Leben, ohne Mitgift, die nie der Inflation unterworfen ist, das Elternhaus verlassen mußten. Nun wohl, eine ' Generation ist dahin. Aber ihr Kinder, die ihr den Mangel der Erziehung am' eigenen Selbst jetzt schwer empfindet, habt Müt, habt Vertrauen, nehmt alle Kraft zusammen, den Willen und den Ernst, dann wird die Rückkehr gelingen? In Zukunft — vielleicht liegt sie nicht ferne, wenn wir wollen —, führt der Ällgütiqe den sin mt' bei: Welt vor und tötet Ihn im Angesicht der Guten und der Schlechten. So . erzählt der Talmud (Sstkkoh 52): Dann erscheint der sin nx' den Guten als hoher Berg, der schwer zu bewältigen schien, den Schlechten aber erscheint er als dünner Faden. Diese weinen und jene. Die Treuen weinen Freudentränen, derweil es ihnen gelungen war, gegen die' Macht der Elemente und der Gesellschaft, der Sorge um die Erhaltung der Familie und unbekümmert um die Verspottung seitens der Anverständigen, den sin nx' zum Schweigen zu bringen und dem Psiichtengefetz zum Siege zu verhelfen m ihrem eigenen Leben. Zagend und zitterndum Existenz und Ansehen nahmen sie den Kampf-mit sich selber aüf und siegten. Und die Untreuen weinten ob ihter Schwäche'. Denn haben sie erst Mut gefaßt, sich loszureißen von dem Leichtsinn der Umgebung, dann sehen sie, wie schwer siesich den Kampf vorgestellt hatten und wie leicht er zu führen ist. Der Gegner, der' da - zu "bezwingen ist, will nur durch die Pose imponieren. ' Haltlos und schwach fällt er zu Boden, wenn Mut und Wille, Gott zu dienen, mit unbeugsamer Willenskraft, siegessicher, mutvoll und wahr, sich gegen ihn -erheben. Vor Pharaonengeist knechtischer Unterjochung 'von außen und innen hat der Jude nicht zu schrecken,, seitdem der Gott der Hebräer das Wort der-Befreiung gekündet '»s nsn » Laß mein Volk ziehen. Es soll fortan in allen seinen Gliedern Mir dienen.. Meine Damen und Herren! Was ich Ihnen vortragen durfte, ist kein Bericht, und-doch ist es einer. Es ist der Niederschlag der Gedanken, die sich aus der Tätigkeit ergeben. Es ist das ungefähre Bild der traurigen jüdischen Verhältnisse, in denen wir leben. Aus diesen - Tatsachen ziehen wir die -Folgerungen für das Programm, das wir uns oorzuzeichnen haben. Um der Unwissenheit zu steuern, drum schreiben wir und hoffen, daß hie und da das geschriebene Wort einen aufmerksamen Leser findet: Um den Mut anzufeuern, Gottvertrauen zur Erfüllung des Gottesgesetzes zu gewinnen, darum reden wir und hoffen,: daß Worte, die aus dem Herzen kommen, stetig tn gewissen Abständen gesprochen, :zunr Herzen dringen werden und endlich den Funken zum' Feuer der Begeisterung entfachen, der iil fast keinem' jüdischen Herzen völlig erstorben ist. -Um die Kinder'mit jüdischem Wissen, mit jüdischem Empfinden auszurüsten, darum -erteil e ft w i r An 1 erricht. - - -! In Düsseldorf unterrichtet Herr Rabb .Dr. Weyl die Jugend und die Erwachsenen, ohne sich Feriest zu gönnen, von morgens bis abends. Et leistet damit -das Beste und Notwendigstes was der jüdischen Sache.frommt. Herr Rabbiner Dr. Jacobs hält in Vallendar Herr Dr. Goldmann ' erteilt in mehreren Gemeinden Unterricht, Herr Lehrer Fein-Boppard betreut' die Jugend im Regierungsbezirk Coblenz und im Hunsrück. Und um ' die praktische Ausführung des Gesetzes fn, Haus und Gemeinde zu ermöglichen, drüin erscheinen wir mit Rat und Tat, mit ideeller und — merih fes möglich ist — mit materieller Hilfe auf dem Plan, wenn man uns ruft: Unser Sinnen und Sorgen bei Tag und auch bei Nacht bildet es,'ob der Weg, den wir beschreiten, richtig ist. Der gottbegeisterte ' Herold des reinen Menschtums und jüdischen Empsindungslebens, der größte Perbreiter der Taurohidee unter denNationen, singt: mpsnV’V msna Ipnx 'vorm bv i? rnini> „Um Mitternacht erhebe ich mich, um dir zu huldigen ob der idealen Satzungen deines Rechtes." Die Weisen begleiten diesen Ausspruch mit folgender sinnigen Bemerkung: Eine Harfe hing über Davids Lager, und wenn die Mitternachtsstunde nahte, strich der Nordwind durch die Saiten, und die Harfe begann von selbst zu spielen. Dann erhob sich David und setzte sich nieder, nnin zu lernen, bis daß die Morgenröte ausging. Je tiefer das Dunkel nächtlicher Finsternis der Unwissenheit den Lebensgeist der jüdischen Menschheit umdüstert, je' eisiger der kalte Nordwiad des Materialismus das jüdische Herz erstarren läßt, je weniger frohe Bereitschaft sich findet, die Herzenssaiten anzuschlageu zu gottoegeistertem Spiel der Huldigung und Verehrung Gottes, um so mehr dürfen wir vertrauen, daß Abfall und Gegensatz die uns ins Herz gepflanzte Harfe jüdischen Empsindens von selbst zum Spielen bringen. Wie von selbst geraten ihre Saiten ins Schwingen, und wie von selbst findet die Harfe ihren Ton, wenn der

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