Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1925)
- Date
- 1925-02-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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yir. 6 Seite 5 5 Februar 1925 Der Israelit Laudenbach und Hauptlehrer Kissinger-Urspringen. Das Ergebnis wurde in einer Reihe von Anträgen zusammengesaßt, die einstimmige Annahme fanden. Außer verschiedenen kleineren Anträgen wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Der Bund will, sobald die Mittel vorhanden sind, Sekretäre anstellen, die Vorträge und. Schiurim in den Gemeinden veranstalten und außerdem will er, wo die Voraussetzungen gegeben sind, für die Aufstellung von Wanderlehrern sich einsetzen. 2. Der Bund will eine Wanderbibliothek errichten, durch welche die Mitglieder der Landgemeinden mit guter jüdischer Literatur versorgt werden .sollen. 3. Der Bund will wieder einen oder mehrere Seferim aus die Landgemeinden schicken und den d irekten Bezug von heiligen Geräten ((wenn möglich in Verbindung mit der Freien Vereinigung) zu billigen Preisen vermitteln. 4. Der Bund will in möglichst umfangreicher Weise ein Verzeichnis von rituellen Speisegelegenheiten für Reisende auf dem Lande schaffen und in zweckentsprechender Weise veröffentlichen. 5. An Lehrer, die die Ausbildung von jungen Leuten als Vorbeter, insbesondere als Vaale krioh übernehmen, ferner an Lehrer, die ihre Zeit besonders der Thora-Vorbereitung widmen, sollen Prämien gewahrt werden. 'Auch "die Lehrerkonserenzen sollen durch Erstattung der Fahrkosten unterstützt werden. 6. Von Zeit zu Zeit will der Bund in den Zentren Unterfrankens und Mittelfrankens Versammlungen der glaubenstreuen Männer und Frauen veranstalten zur Stärkung des traditionellen jüdischen Geistes. Viele Fragen, deren breite Erörterung allein Tage beanspruchen würden, wurden von der Versammlung am 18. Januar angeschnitten. Nicht unerwähnt bleibe auch hier eine Tatsache, die von verschiedenen Seiten in der G.-V. mit Bedauern festgestellt wurde, daß nämlich aus Unkenntnis des Din vielerorts durch Benützung von elektrischen Klingeln, von Telefon, durch Anzünden und Auslöschen von elektrischem Licht u. a. m. am Schabbos oder Jomtov viele schwere Aweraus begangen werden. Der Bund soll in geeigneter Weise durch Bekanntgabe an die Gemeinden diesem Uebelstand zu begegnen suchen. Mit besonderer Genugtuung wurde das ungetrübte Vertrauensverhältnis zwischen dem Bunde gesetzestreuer Gemeinden Bayerns und dem Verband bayerischer israelitischer Gemeinden festgestellt. Der Bund, der seinerzeit mit dem Gedanken gegründet wurde, bei einer unerwünschten Entwicklung des Verbandes für die Interessen der gesetzestreuen Gemeinden einzutreten, hatte während der ganzen Zeit keine einzige Klage gegen die Geschäftsführung des Verbandes und ebenso haben sich auch alle Befürchtungen, daß der Bund die Tätigkeit des Verbandes erschweren werde, als unbegründet erwiesen. G. V. hat die Amtszeit der Vorstandschaft (in Anlehnung an die Verlängerung der Wahlperiode des Verbandes) lim 1 Jahr verlängert. Rur der Kassierer M. Reus-Hofheim wurde auf sein Ansuchen in Rücksicht auf sein Alter von seinem Amte entbunden. Das in der Gegenwart so wichtige Amt des Kassierers wurde dem Herrn Max Neuberger-Haßfurt übertragen. Neu gewählt als Beisitzer wurde Herr David Steindecker-Bechhofen. Der Vorstand setzt sich nunmehr zusammen aus den Herren: Distriktsrabbiner Dr. Sten-Schweinfurt. 1. Vorsitzender; Distriktsrabbiner Dr. Hanover- Würzburg, 2. Vorsitzender; Max Neuberger-Haßfurt, Kassierer: Lehrer Hirnheimer-Höchberg, Schriftführer; Bernhard Äeermann-Ellingen, Siegfried Meyer-Treuchtlingen und David Steindecker-Bechhosen als Beisitzender. Wichtig und heilig sind die Aufgaben des Bundes gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns. Mit allem Ernst und aller Energie will er für die Erstarkung des jüdischen Lebens arbeiten. Aber, um wirken zu ki.nl.en, bedarf er der Mitarbeit aller Jereim in der Stadt und auf dem Land. Es darf in Bayern keine Gemeinde mit gesetzestreuen Mitgliedern geben, die nicht dem Bunde angeschlossen ist und jeder Jehudi der will, de p das jüdische Leben in unseren Landgemeinden nicht we'ter verfällt, sondern, daß sie wieder Pflanzstätten jüdischen Lebens werden, der muß sich dem Bund gesetzestreucl israelitischer Gemeinden Bayerns als außerordentlickes Mitglied anschließen und einen Jahresbeitrag zeichnen, so hoch es seine Verhältnisse nur gestatten. Cs gilt für die Zukunft des bayerischen Judentums! MefteweicU Erste Sitzung des neuen Vorstandes der Wiener Kultusgemeinde. — Gegen ein verschleiertes Schüchtverbot. Wien, 28. Januar. Am Montag, den 26. Januar, abend, trat der neugewählte Vorstand der Wiener jüdischen Kultusgemeinde zu seiner ersten öffentlichen Plenarsitzung zusammen. Den Vorsitz fiihrte der Präsident Prof. Dr. Pick. Aus dem Präsidialbericht ging hervor, daß für die Vorbereitung des Budgets po 1925 ein Dreierkomitee, bestehend aus den Herren Dr. Desider Friedmann, Kommerzialrat Max Markus und Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim bestellt wurde. Das Präsidium hat sich dem Bundespräsidenteü, dem Bundeskanzler, dem Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien, sowie dem früheren Bundeskanzler und jetzigen Polizeipräsidenten Schober vorgestellt: bei diesen Empfängen kam das wohlwollende Interesse dieser höchsten Funktionäre für die Kultusgemeinde als solche zum Ausdruck. Vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft ist an die entsprechenden Dienststellen ein Erlast gerichtet worden, dafür zu sorgen, daß Schlachtungen von Vieh nur nach vorangegangenem Stirnschlag oorgenommen werden. Diese Verfügung käme einem Schächtverbote gleich und würde eine neuerliche Aufrollung jener Frage herbeiführen, die bereits in den Jahren 1903 bis 1905 die zuständigen Behörden und den Verwaltungsgerichtshof beschäftigte. Der Verwaltungsgerichtshof hat damals in einem wohlmotivierten Erkenntnisse eine gleichartige Maßnahme, die, vom Wiener Gemeinderate beschlossen war, als ungesetzlich aufgehoben. Das Präsidium hat sofort, als es von dem Erlasse des Bundesministeriums für Land- und Fortwirtschaft Kenntnis erhielt, in entsprechenden Eingaben an das Bundesministerium' für Kultus und Unterricht, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft und den Magistrat der Stadt Wien als Landesregierung die Zurücknahme bzw. das Unterbleiben der gegenständlichen Maßnahmen .gefordert. Gleichzeitig wurden sämtliche Kultusgemeinden Oesterreichs von diesem Schritte in Kenntnis gesetzt. Während der weißen Tage außergewöhnliche Angebote solider erstklassiger Wäsche Beachten Sie unsere diesbezügliche Schaufenster- Ausstellung Ein großer Posten Taghemden Ein großer Posten Beinkleider Ein großer Posten Nachthemden Ein großer Posten Kissenbezüge Ein großer Posten Handtücher mit reicher Hohlsaumverzierung. Mk. 190 mit reicher Hohlsaumverzierung. Mk. 190 mit Stickerei und reicher Hohlsaumverzierung Mk. eigene Anfertigung mit Feston. Mk. 2?5 prima Halbleinen . , ......... Mk. 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