Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1925)
- Date
- 1925-02-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 6 T>o~ 5 r n m i t 5; Februur 19*5 Aus dem Finanzbericht ging hervor, daß das Verwaltungsjahr 1924 mit einem Gebahrungsdefizit von einer Milliarde 36 Millionen Kronen bei einem Gesamtausgabenetat von 36 Milliarden 287 Millionen abgeschlossen hat. Sodann, wurde der Punkt „Steuerschlüssel pro 1925" in der nichtöffentlichen Sitzung verhandelt. Den Streitpunkt bildet die Frage der regelmäßigen Zahlung der Lehrergehälter. Die Lehrerschaft ist damit unzufrieden, daß das Erziehungsbudget der zionistischen Organisation verkleinert wurde, obwohl die wachsende Einwanderung an das Erzishungswssen immer größere Forderungen stellt. Vor 3 Jahren betrug das Erziehungsbudget 100 000 Pfund, in diesem Jahre nur 60000 Pfund. .^Das Resultat sei, daß die Kinder der Neueingewanderten in die Schule nicht ausgenommen werden können. Gegenüber den Klagen der Lehrer wies die zionistische Organisation darauf hin, daß die Verkleinerung des Erziehungsbudgets auf die finanzielle ILage der Organisation zurückzuführen sei; keineswegs c‘ ' bestehe die Ansicht, daß früher zuviel Geld für das Er- Propaganda für ein Verbot der Schächtung in Posen. Warschau. 22. Januar Die antisemitische Organisation „Rozwoj" Er°S. d°> .gemeinsam mtt dem christlichen! wörden'ist. Flerfchhandleroerein in Posen eine Propaganda be: den j Behörden und der Bevölkerung eingeleitet, daß in der j fljrtvfrtttrtftrtit Provinz Posen die rituelle Schlachtung (Schechita), sowie - PkPfllNUtrLIr. der Verkauf von Fleisch rituell geschlachteten Viehes ver-1 Wiesbaden, 1. Februar. Nachdem der altehrwürboten werde. Die erwähnten Organisationen berufen sichtige Rabbiner der Altisraelitischen Kültusgemeinde Herr auf -inangeblich m Pch-n im Jahre. 186» erlassene Dr. K ° h n "- den Wunsch ausgesprachen hat nach SS. v t. fj m v v r'tt m ,, jahrrger Amtstatrgkert rn den Ruhestand zu treten, wurde -»esbezugllche Verordnung der preußischen Verwaltung.' heutigen überaus zahlreich besuchten General- -— . Versammlung der Rabbiner der Israelitischen Religions- -gesellschaft in Stuttgart Herr Dr. Jonas Ans- ■ " b ad) et ->"2 einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Rhina, 4J Januar. Am Sonntag feierte Frau Jettchen Bachrach dahier in größter körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische ihren ,90. Geburtstag. Zu ihrem Ehrentag .fanb. mittags ein feierlicher Gottesdienst mit .Predigt statt, an dem ein größer Kreis von Verwandten, Freunden und Bekannten töilnähm. Landau (Waldeck), 4. Januar. Eine besondere Anhänglichkeit an seine alte Heimat beweist Herr Hermann Schön st ädt aus Amerika, der nach dürftigster Jugendzeit in Amerika sein' Glück gemacht hat. Als er nach 50 jährigem Aufenthalte im Lande des Dollars im Mai 1923 seiner Heimatstadt einen Besuch machte, spendete er den Ortsarmen und seiner Heimatschule, der er seine Schulbildung vecdankte, einen Betrag von mehreren hundert Dollar. Zum Weihnachtsfeste sandte er nun an die Lehrer der Stadtschule wiederum eine Summe zum Besten der Schulkinder. Mayen, 15. Jan. Unsere Gemeinde wurde in tiefe Trauer versetzt durch das Hinscheiden der Frau Josua Loeb, geb. Weil, die im gesegneten Alter von über 82 Jahren sanft entschlafen ' ist, nachdem sie noch kurz vorher in voller geistiger Frische, umgeben und^ geehrt von Kindern, Enkeln und Urenkeln, ihren Geburtstag batte feiern düfen. Die Verblichene stammte aus Mer,-,ig. a. d. Saar und kam schon früh als Gefährtin eines Mannes,!:ecin Frömmigkeit Md' 'Wohltun sein Lebeuswerk sah, in unfern Ort. Dort konntesie getreu den Traditionen ihres Elternhauses wirken und die sieben Kinder, die '"vn dem Ehepaar schenkte, in Frömmigkeit und Gottvc'. trauen erziehen, so daß sie. in all den Orten, wohin sie das Leben verpflanzte, für die Taten ihrer Eltern Zeugnis oblegen. - Jedem Mitglieds der Gemeinde war sie stets treue Beraterin und, wenn es tottat, Helferin und Trösterin in allen Lebenslagen. Ihr W'rksn in der Allgemeinheit faßte sie in der Beg'.n-?dung des Jüdschen Frauenvereins zusammen, dessen Vo.stand sie als tätiges Mitglied bis zu ihrem Tode angehörte und dessen wohltätige Zwecke in ihrdie. wärmste Förderin fanden, , Ein Leben, erfüllt yon , ver- Grabe "getragen. Mit ihm ging) ra£ veren Ausübung sie ihren einzigen (zkron** hnfii» ein Mann I Lebenszweck sah, hat em Ende gefunden. Ein selten und Herzen gerissen a ' 4. m ' ■ > ' ' #* | " M KXJ v l ■ v II l [4111 Hl t ly Q14 |v(iiv4lt VlUUy| Vlyvl IjvU/UyHt Dle StaaiSvurgerschaft der Juden ln Rumänien.(Herrn Dr. Ansbacher, der ein Sohn des Mabbinats- Czernowitz, 20. Januar,!assessors R. Salomon Ansbacher b"i in Nürnberg und In d-n allernächsten T°g-n wird in Czernowitz die!»" »-«- i0 ... ß , v m r-, v .... , Breuer '"AN Frankfurt ist, geht der Ruf emes ebenso Revisionskommission unter dem Vorsitz des Oberprasi-. orthodoxen wie friedfertigen Mannes voraus, so denten Boldur zusammentreten, um die Frage der Zehn-! daß ihm hier allgemein das Vertrauen entgegengebrächt tausende Juden in der Bukowina, die in unrechtmäßiger' wird, daß er mit Gottes Hilfe die Gemeinde z weiter im Weise aus den Bürgerlisten gestrichen und als Fremde Sinne seines hochverehrten organgers fes igen un erklärt wurden, zu entscheiden. In jüdischen KreisenJan.Am-"v» wurde einer unserer .er»™*™ r«noen. , u-m erfüllt hofft man. daß der Oberpräsident Boldur in objektiver - Gemeindealten. 'Herr Jakob Hein, im gesegneten Alter j bereu n? Meisten Weise verfahren wird. Die Ezernowitzer Zeitungen heben >on 75 Jahren zu Mn und an deren Ausübung sie ihren en hervor, daß der formelle Standpunkt der willkürlicher sei, und daß die Revisionskommission millat §"l^"^Ünae»>'§ik kaufende jüv»,u»^? Lvnwe vvrueri »n »y>n rmv».. jut*»“/'-!* h»*»*«,»!?yr-. r»* |x o =„ -{ v- n%> ° *at*w hi w N. »I. sSäntSlSS« W*f»,I! 8'««' ««l»«'' r°»-n. gehören zum weitaus größten Teil Familien' an, die feit Generätlöneu im Lande ansässig sind. Durch die Entbürtzerüng sind sie in eine schwere juristische und auch materielle Lage geraten, in dem sie der Willkür untergeordneter Organe unterworfen und jederzeit mit Ausweisung bedroht sind. Außerdem dürfen sie als Fremde gewissen Geschäften nicht nachgehen. Pater. Von Mer großen Beliebtheit zeugte die über aus stc>M^Beteiligung Jm ^r^uergesolg^ auch von nich 'Malmo (Schwedens, 12. Jan. Am 3. Januar jüdischer Seile, ganz besonders vieler Bäuern der Unigegend. welche in dem Verstorbenen den streng reellen Geschäftsmann ehrten. -7" Des herannahe,7E (Zabbats zufolge widmete Herr Lehrer Berlin^! dM Verblichenen am Grabe kurze, tiefempfundene Worte des Gedenkens und des Trostes. Möge '"<»71 die Hinterbliebenen trösten, rrasin. - " Gicbelftadt, 16. Jan. Nach kurzem schweren^ Leiden verschied am Freitag, 2. ^januav abenbs in Wükzourg, wo er Heilung suchte, in seinem 78. Lebensjahre David- P f e u ff e r. Ein Mann von altem guten Schlage,; ein Iehudi im besten Sinne ist mit ihm dahingegangsn.' Gleich beliebt bei Juden und Andersgläubigen rbegen seiner redlichen Gesinnung, wegen seines ausrechten Charakters und nicht zuletzt wegen feines goldeneü^ Humors hat er in seiner Heimatgemeinde eine große Lücke hinterlassen. Noch im vergangenen Jahre war es 'ihm vermit . seiner edlen Lebensgefährtin in Rutzland. Beginn der jüdischen Kolonisation auf der Krim. Moskau, 20. Januar. Schon in den nächsten Wochen soll mit der Ansied- Inng von Juden auf dem Lande in der Krim begonnen werden. Die Siedlungstätigket wird zunächst in kleinem Maßstabe vor sich gehen. 500 Familien werden noch im Verlauf des Winters,' und 1400 Familien mit ungefähr - gönnt gewe^' körperlicher Frische dÄs Fest der 8000 Seelen während des kommenden Frühjahrs ange-goldenen Hochzeit zu begehen. In vorbildlicher Weise siedelt werden. Zwischen dem von der Regierung ernges hat er es orrftandeu, seine sämtlichen Kinder zu strengen, setzten Komitee für jüdische Kolonisation und dem ukrai-> aufrechten Jehudim zu erziehen. David Pfeusfe'^ hi Nischen Kommissariat für Landwirtschaft wurde soeben ^at. öen_ lebenben Beweis erbrächt^ aß^es mog lch^ tz , ein Abkommen unterzechnet, laut welchem ein Gebiet von 40 000 Desjatinen anbaufähigen Landes sofort für die jüdische Kolonisation zur Verfügung gestellt wird. Dieser Boden ist ausschließlich für die Ansiedlung jener Juden bestimmt, die aus anderen Teilen der Sowjetunion nach der Krim kommen. Wie erinnerlich, wurde vor etwa einem Jahre in jüdischen kommunistischen Kreisen ein Plan erörtert, aus der Krim eine großangelegte jüdische Siedlung einzuleiten mit dem Ziel, dort eine jüdische autonome Republik zu errichten. Von diesem Plan ist jetzt nicht mehr die Rede. Auch die jüdische Siedlungstätigkeit selbst wird vorläufig nur in kleinem Maßstabe durchgeführt werden können. Palafiina. Streikparole der Lehrerorgamsation. Jerusalem, 22. Januar. Das Komitee der palästinensischen hebräischen Lehrerorganisation hat für Dienstag, den 20. Januar, Streikparole ausgegeben. Die Parole wird damit begründet, daß die zionistische Exekutive die Ende Dezember vorigen Jahres vereinbarten Bedingungen nicht erfüllt habe. Bekanntlich sollten die Lehrer an den vom Erziehungsrat der zionistischen Exekutior verwalteten Schulen schon Ende Dezember vorigen. Jahres in den Streik treten, die Exekutive hatte Jedoch den Forderungen der Lehrer zugestmmt, so daß der Streik vermieden werden.konnte. auch auf kleinen Landgemeinden die Kinder zu frommen, braven Jehudim heranzubilden.- In Gemeinschaft mit seiner Gactin war er seinen Kindern stets das leuchtende Beispiel für ein echt , jüdisches Haus^ und hatte das Glück, auch feine. sämtlichen Kinder in seinem Sinne heranwachsen und eigene Häuser gründen zu sehen, an welchen sich das 0;i irnx "dt aud) weiter bewahrheiten wird. Für die Achtung und Wertschätzung, deren sich der Verklärte erfreute, legte der große Zug der Leidtrage:.- den aller Konfessionen beredtes Zeugnis ab. Vor dem Hause des Verblichenen gedachten die Herren Rabbiner Dr. 0 h l g e m u t h'- Kitzingen und Dr. Hanover- Würzburg sowie Herr Lehrer Bravmann -Gaukönigshofen in zu Herzen '-gehenden Worten der Verdienste des Heungegangenen. Auf dem v"n rv»a widmete ein Freund der Familie, Herr Hermann Engel aus Würzburg, ergreifende Trostworte den Hinterbliebenen. rr'asan Kirchhain, 4. Jan. Die Regierung zu Cassel hat verfügt, daß die hiesige israelitische Volksschule wegen der minimalen Schülerzahl ausgelöst werden und Herr Lehrer M. Rapp in den einstweiligen Ruhestand treten soll. Die Gemeinde will sich mit dem Bescheid nicht beruhigen, sondern die Entscheidung des Ministers anrufen. Lodz, 2. Jan. Am 1. Tebeth starb der bekannte Großindustrielle Josef Joskowitz, ein Enkel des Lutomirsker Raw, Juda Fränkel s. A. Sein ganges Leben war dem Studium der Thora und wohltätigen Werken gewidmet. „ Meimbressen/ 4. Jan. Am 31. Dezember,.vollendete die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Sofie F r a n k e n b e r g , in voller Rüstigkeit ihr 89. Lebensjahr. Die alte Frau liest noch täglich ein bis zwei Tageszeitungen und nimmt mit regstem- Interesse , an allen Tagesfragen Anteil. sind 25 Jahre üexflössen, seitdem Dr. Wohlstern sein Amt als' Rabbiner der hiesigen Gemeinde ange-- treten. Dir Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, dieM Tag - festlich zu begehen. Den Mittelpunkt bildete die-: Gratulatiorl des Vorstandes. Der Vorsitzende, Direktor- Lewing drückte in herzlichen. Worten den Dank der: Eemsindö aus für die erfolg- und segensreiche Wirksame keit zum Wohle der Gemeinde. Als sichtbaren Ausdruck dieser Dankgefühle überreichte er eine prachtvolle Silberschüssel, auf welcher ein bekannter schwedischer- Künstler die hiesige Synagoge eingravierte. Außerdem-, kamen im Lause des Tages viele .Geschenke, Blumen, unb eine große Anzahl von Telegrammen,, daruntervon -der Geistlichkeit und von den Professoren der Universität, welche von dem Ansehen zeugen, dessen: Dr. Wohlstein in allen Kreisen sich erfreut. Kairo, 29. Januar. Der Finanzminister der ägyptischen Regierung, Joseph Cattaui Pasha, wurde am 26. Januar zum Präsidenten der jüdischen Gemeinde Kairos gewählt. Am gleichen Tage wurde der frühere Oberrabbiner der Türkei, Rabbi C haim Na hum E f f e n d i, zum Oberrabbiner Aegyptens gewählt. Die Wahlhandlungen verliefen sehr stürmisch. Der neue Präsident und der Oberrabbiner waren die Kandidaten der Bnei Brith, gegen welche im Lande eine beträchtliche Opposition besteht. Für den Oberrabbiner Chaim: Nahum Effendi wurden 1511 Wahlmänner-Stimmen abgegeben. Minister Joseph Cattaui Pasha bekleidete bis jetzb das Amt eines Vizepräsidenten der jüdischen Gemeinde.. Cr folgt nun seinem Vater, dem im vorigen März verstorbenen Moise Cattaui Pasha, im Vorsitz nach. Czernowih, 29. Januar. Der Rabbiner der Stadt' Storozynetz in der Bukowina, Rabbi Simche Ginzberg,. verstarb am 27. Januar abends im Alter von 84 Jahren. Rabbi Ginzberg wirkte 63 Jahre lang als Rabbiner der Gemeinde Storozynetz. Kaum gibt es einen Ort im deutschen Mittelgebirge, über den die Natur in so verschwenderischem Maße ihre- Winterherrlichkeit auszustreuen pflegt, wie gerade O b e r h 0 f. De beträchtliche Höhe, von 825 bis 1000' Metern in der weiteren Umgebung, nicht in einzelnen Bergkuppen, sondern in weitausgedehntm Plateau und langgestreckten, breiten Höhenrücken, sichert dem Ort fast: immer eine reichliche Schneedecke. Der sich meilenweit erstreckende Wald umrahmt den Ort: und schützt ihn vor rauhen Winden. Zwei jüdische. Gaststätten-, beide unter der Aufsicht des. Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser stehend, bieten auch, dem orthodoxen Reisenden Gelegenheit, Oberhöf aufzüsuchen. Wir weisen nochmals auf; das Elite-Konzert: (Italienischer Opernabeüd) unter Mitwirkung des Herrn Magido im Saalbau am Donnerstags den 12. d.. Mts.^-hin. Näheres Inserat.. ~