Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite I. Nr. 1 __ Syst aZo g env er Hand. Es folgte eine Höo,rüWiig int Äufträge der Hamburger Pi W % äiU'dein Müsttzö des Bbr. Pläut, worauf Herd Rabbiner Dr. Münk, Berlin, Me: Mgeren Bündesbrüder begrüßte und mit setzten lapnigeü, liebenswürdigen Ausführungen ratschenden Beifall auslöste. Na^ einer kurzen Pause ergriff Bbr. Dr. Schlesinger -Hamburg das Wort zu sänem Referate über „Das g e setz es treue I u de n t u m d e r G e g e n w a r t i n p o l i tischer und sozialer Beziehung". Referent. führte ungefähr folgendes aus: 3tn Ghetto lebte das Thoragesetz und war hier vörherrschendL..selbstgndi9, ,unabhängig, von den Etschefuungen der ÜWoel'L.^.Mit der Sprengung der - Ehettoinauern war die Auseinandersetzung des alten Judentums mit -dem Kultur- und Bildungsproblem unvermeidlich. Rach vielen Wehen und geistigen Verlusten setzt nun der Gesundungsprozeß mit der Sammlung und Arbeit der Gefetzestreuen wieder ein. Der jüdische Nationalismus sei in., dem Momente entstanden, als sich die völlige Nutzlosigkeit und Unmöglichkeit der, Assimilation erwies., Eine Rückkehr bedeute e.r nicht, da besonders.^im, Osten diss Auffassung von der Petzgion als Seele des jüdischen. NationalisnMS > «hMFier v .mehr schwinde., Misrachi sei sichchber seine. SMlunä zum, Gßsamtziopisnms und feine, religiösen, Ford ungen innerhalb der zionistischen Organisation nicht klar, mindestens ergeben die misrachistischen Schriften kein einheitliches Bild darüber. Der Nationalismus, der auf Thora'als Mittelpunkt verzichtet, müh in Ermangelung eigener Inhalte sich diese.aus der europäischen. Kultur holen. Zst den. Organen der Thoratreue, gehpxt, in erster , Reihe die Kehftloh, .dann die Vereinigungen. Die orthodoxen sogenannten . Separatgemeinden sind die Mütter , aller , gut religiösen Bestrebungen und Institutionen auch in de.n Einh.eitsgeMeinden. Redner hebt das prinzipielle .Bekenntnisder Agudas Iisroel zur PalästiMarbeit hervor und schließt, mift. de^ Huffoü^Mstg,- ifcös ., Lzcht» her Lehre, möge alle jüdische Arbeit beseelßm ' " Der Worsltzend^HanM dem «Redner und hetont "Noch einmaldetv unpolitischen« Charakter des alle gesetzsst'reuen "Studenten umfassenden B. I. A. .;; . Damit ist die erste wissenschaftliche Sitzung des Bundestages geschlossen. Tagung des Keren hathora. Noch war die große Kundgebung in dÄ Aula des Realgymnasiums Nicht zü Ende gegangen, als' sich schon 'in den Räumen des „Mekor Ehajim" die Massen zür öffentlichen Der I. L r a e hi t . ._....., Versachmlung des „Keren Hathora" zusammenfänden, der, nachdem er den ganzen Dienstätz Mt Sitzungen uNd Gerätüngen über interne Angelegenheiten ausgefüllt und deN Mittwoch den deutschen Angelegenheiten gewidmet (siehe darüber Spezialbericht in den „Blättern" der Agudas Iisroel) nun auch der Oeffentlichkeit etwas für Auge und Ohr bot. Die Kundgebung ging unter Vorsitz des Herrn Oberrabbiner Spitzer, Hamburg, vor sich. Als erster begrüßte Herr Jacob Rosenheim die Versammlung als Manifestation der Thora, als Verkündung des Lichtwunders, das sich im Neuerblühen der Thoraarbett krmdgibt, als ksmvns -SÖ*»I Tiefe, weihevolle Stille herrschte im Raume, als nun der „Sadagoräer Rebbe" mit leiser Stimme eine Art Appell für „Keren Hathora" verlas,. . Darauf ergreift der „Poniewescher Raw", Rabbi Kahnmann, das Wort zu einer ergreifenden Schilderung der derzeitigen Lage der Jeschiwaus in Litauen und Polen. Erhebend ist das geistige und sittliche Niveau, der aufopfernde Idealismus der Bachurim, erschütternd ihre materielle Not. Die schwere Weltkrisis darf unsere Ieschiwaus nicht treffen. Bei der Armut in der Nachmakkabäerzeit, so erzählt der Talmud» begnügte man sich mit einer Menorah. aus. H o l z, später machte man sie 'unter günstigeren Verhältnissen aus Metall, Silber, ja aus Gold. Gebrannt und geleuchtet hat sie immer . . . Man warte, nicht tritt der Aufrichtung der Ieschiwaus bis zur goldenen Zeit ... Die Schilderungen des Rakower Raws über die Märtyrer der polnisch-litauischen Ieschiwos erschütterten zu Tränen. Nach Dankesworten des Herrn Oberrabbiner Spitzer erstattet Herr Dr. Deutschländer kürzen Bericht über die Tätigkeit des Keren Hathora (ein längerer Bericht liegt im Schriftsätze vor und wird in unserem Blatte veröffentlicht). Damit leitet die Versammlung wieder. zu den. sachlichen Beratungen über. F o rk f etz uit g' < d e r B. .I. A. - T a g u n g.^ ' Abends' ' 6” Uhr s'äh der. große - Saal des LogenheiMes,. das ' sich der B. Ä.' A. annektiert hat, vollbesetzte Reihen vor dem Podium, auf dem Herr Direktor Dr. Carle? b ach stand und über „Moderne pädagogische Bestrebungen in ihren Bez j e h u n g e n z u m I u d e n t u in " referierte. Redner führte alle modernen Pädagogen an und ' alle modernen Anschauungen über das Problem von Autorität und Freiheit, in der Erziehung, um nachzuweisen. . , . ' > ... ^1. Januar 19g5 wie nach unseren alten, ewigneüen Grundsätzen Niemäls die MechänisierMä in' der Erziehung plätzgvelfeü kätrn. memäls die Sache änstelle der Seele gefetzt röerden kann. Ist der. jüdischen Schule muß die Synthese von modernem >und jüdischem Geiste, irr dem Sinne, daß letzterer Maß aller Distge tft, durch geführt werden. Sie muß den Horizont des Kindes auch nach der Richtung von Erez Iisroel und Belebung der » hebräischen; Sprache spannen. Ideal gelöst ist die Frage der Autorität und individuellen Freiheit des Schülers in, der litauischen Jeschiwoh, in der Mussarmethode. In der Diskussion bot Herr Rabbiner Dr. Munk Anregungen und Ergänzungen, die dem Referenten wiederum Gelegenheit geben, auf einige angeschnittene Fragen noch tiefer einzugehen. Herr Rabbiner Dr. B, Cohen, Berlin, vermißt die Besprechung der älteren humanistischen Methoden in ihren Beziehungen zum Judentums. Herr Dr. Salomon Adler, Frankfurt, fragt, wie auch mit den profanen Fächern ein jüdischer Erziehungszweck zu verbinden sei. Herr Dr. E a r l e b a ch hält / in seiner Erwiderung eine solche Verbindung für nötig, und das. bloße Nebeneinander von profanen und jüdischen Lehrfächern für verhängnisvoll. Herr Klein bringt die Schädlichkeit der Anwendung fremder Methoden auf den Religionsunterricht zur Sprache. Es gibt noch'eine kleine friedliche Auseinandersetzung zwischen Rabbiner Dr. Munk und Direktor Dr. Earleb a ch. Die Diskussion bildet sich zu einer interessanten pädagogischen Ausspräche aus, eine Vorkostprobe der E r z i e h u n g s k o n f er e n z, die zu allerletzt /die Hamburger Tage krönen soll. Spät abends tagen noch die Fachgruppen, Und mit einem Vortrag des Herrn Dr. Ä. Wiener über „Das jüdische Notrecht" schließt der B. I. A. sein Tageswerk. (Fortsetzung des Berichtes: Seite 4.) Wochenrundschau. u-<> mm Die Lage irr Polen. Furchtbare Nachrichten kommen aus Polen. Während das Land, um aus schwerer wirtschaftlicher Krisis zur Gesundung emporzusteigen, der MD Literarische Notizen zu bwt '3- Von Rabbiner Dr. Winkler in Kopenhagen. 44' 28 qdV L''.n imb ihm ns bm •»ans ns iS „Mein Herr fragte seine Diener: Habt ihr einen Pater oder einen Bruder?" — Die Schwierigkeit. hier ist bekannt: Wo hat denn Joses eine solche Frags,an seine Brüder gedichtet? Abarbanell (und nach Ihm Malhlmt Wt. daher dieses Wort als einen Fragesatz ystf^ ^Häst dü. stns '.denn dänqch gefragt, ob wir noch einen Väter oder' einen Bruder haben? Ganz von selbst «haben wir dir ja das gesagt!" — . Das Gezwungene dieser Mslegung ist handgreiflich. Wir glauben, ^die Lösung liegt in dem Worte^ ILS^. dessen allgemeine.Bedeutung, den Inhalt der? Rede weiterzugeben, hier nicht anwendbar M. Hier ist, das. ^lemaür" nur so nMüfasten.' wie ..als ob du damit .sagen wolltest". .i»s5. jjHiay ns ’ans hr?ße Demnach.: „Mit deiner spnderbaren Frage: cjriSN.ps»»Woher komE ihr (&, 7)?“ und dem Däräü geknüpften Verdacht „ihr seid Kundschafter (das. V. 9)", wolltest du gleichsam sagen: ..Habt ihr noch einen Vater oder Bruder? Und demgemäß haben wir dir äE.geantwortet". . - .. . JI.; 45,,2t: 1^13 iNTn „Streitet nicht unterwegs".' Ich erkläre'mir dies nach dem, was der Midrasch Kohelet 4. 9 von Rabbi Meir berichtet, daß er zu Zweien, die sich aus die Reise begaben, sagte: Seid gegrüßt, ihr Herren des Zankes", zu Dreien dagegen: „Ihr Herren des Friedens". (Weil, wo zwei mit einander uneinig werden, der dritte immer ausgleichend eingreisen kann). Weil die Zahl der Brüder, die die. Rückreise, antraten, eine gerade (10) war, daher schärfte ihnen Joses ein. jeden Streit zu vermeiden.. Vgl..übrigens Raschi hier und Tostasos dagegen zu rpastn, deren Auslegung dem -,"2 T'2J /D entnommen ist. III 46, 8: Der LDNU nis zu diesem Vers führt die bekannte Frage betreffend die V. 27 angegebene Zahl 70, die mit dex.Spezifikation (69) nicht übereinstimme, an und suchst sie dadurch zu beantworten,- daß er behauptet, in der Zahl 70 sei Jakob selbst einbegriffen. Er.schließt mit den Worten: nitfn mnb p’m Tz^n1? mini. — Wir fragen erstaunt: wie konnte es diesem großen Lehrer entgangen sein, daß d.iese Lösung deutlich im Midrasch ('D v'o 's 1"3) steht! Tossasos (n".nzt). Raschbam und Jbn Esra zwar, die dieselbe Lösung haben, führen, sie ebenfalls nicht als von herrührend an, doch ist hei ihnen nicht, wie beim nis. zu ersehen, ob sie - sie als ihre, eigene Meinung ausgeben. Beantwortung der zwei Fragen aus Nr. 51. Die von Herrn Dr. Kanter aufgeworsenen Fragen gestatte ich mir wie folgt zu beantworten: Zu a) Die Länge oder Kürze der Tage oder Rächte wird nach dem jeweiligen Quartal bezeichnet. dem sie gehören. Jedes Quartal wiederum trägt den Namen des Monats der Sonnenwende (nsipn) v'2i->sn niü tyb oder genauer, wie »»ah y'ö v"rr nwjöb 2"ini 's S"' a snp’ib Q’Dnsn nno nsipn bedeutet nicht „die langen Tekusas-Tewes-Nächte (die Tekufa dauert ja nicht mehrere Nächte!)", sondern: „die langen Nächte des T ewes-Qartals"! Dasselbe gilt auch von den, Tag- und Nachtzeiten der anderen Quartale, die wie D^mT, gleichfalls unter Nissan, Tamus und Tischri angeführt werden. Zu b) Das Wort ■»sn'oa tyns in y'*ns ist sicher, röte imam snan mit Recht der Ansicht sind, aus s'2n» tyins (Sota 22 b) entstellt. Ich mutz mich sehr wundern, wie Herr Dr. Kanter schreiben kann: „Was s'sn» bedeutet, wird ebenfalls nicht gesagt", während die Gmoro selbst a. a. O. es doch ganz klar und deutlich erklärt: s'2ins -o (*]13D -jVin) ystbxn (ndpvd my sidid) M geht, den Kopf gebeugt einher, wie eine Mörserkeule, Hammerartig. — , Die Erklärung des Rabbi Hirsch Chajes dagegen durch „Makkabä er", ist schön allein deswegen entschieden zurüchzuweisen, weil d.ieser Name (so weit mir.bekannt) nirgends im Talmud oder im Midrasch vorkommt! — Will man jedoch die Emendation s'dn» nicht gelten lasten, so möchte ich andere drei zur Auswahl Vorschlägen: .