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Der Israelit · 1924-12-18 · Heft 51 (18.12.1924) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 51 (18.12.1924)
Date
1924-12-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
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18. Dezember 1924 Gießlöwe^ gHort; gur' HnwM S.ojt. .KunstUerken der. .Jo* genannten ,MquamanilieU^dleim,12^ hünderkin größekAnzahlin DÄttschländündFlandern Hergestellt wurden. Sie dienten in der Kirche auf der ^gehörigen Waschschüssel zum Reinigen der Hände des Priesters vor. während und nach dem Meßopfer. (Der hiesige Lowe, der an der Mähne eine hebräische JnschrM lügt, wurde in der Synagoge von Brilon bis' vor' noch nicht allzulanger Zeit zum 'vn gebraucht.) Heute findet man sie in kirchlichem Besitz aber nur noch sehr selten, da sie schon seit Jahrhunderten dem liturgischen Gebrauche entzogen sind. Die ' Vielgestaltigkeit der Formen der Aquamanilien — es finden sich darunter Menschen, Tiere, Fabelwesen, - Zentaurengestalten usrv. 7— haben von je auf die Sammler' eine besondere Än- .ziehungskräft ausgeübt, aber auch oft die.Wischer, ' die' für guten Ersatz sorgten, auf ihre Kosten kommen lassen. Der Brilöner Löwe aber, ist. nach Aussage berufener Kunstkenner, Museumsdirektoren und auch nach dem -Gutachten des Herrn PoviNzialkonservators der Künstdenkmäler in Westfalen, „noch ein gutes Originalstück aus dem 13. Jahrhundert". Die Synagogengemeinde Brilon will diesen Löwen verkaufen und den Erlös zum Neubau einer Synagoge, zu dem sie.unbedingt' gezwungen ist, verwenden. Lehrer Dannenberg- Brilon. Der alte jüdische Friedhof zu Frankfurt am Main. (Mit. Bild.) Unter dem Titel „Alt-Frank f u r t" erschien bei Englert & Schlosser in Frankfurt Ä. M. in zweiter Auslage ein Quartduch mit vierzig Bindern aus dem alten Frankfurt, die den Freunden der alten Mainstadi ungemein viel Freude machen werden. Die Bilder sind nach Aufnahmen von Paul Wolfs hergestellt, der dazu gehörige Tert von Fried Lübbecke. Da zu Alt-Frankfurt auch Altjüdisches gehört, so bildet den Abschluß des schönen Bilderbuches ein vortreffliches Bild des alten jüdischen Friedhofes auf dem Börneplatz. Es ist ein nicht nur für die Frankfurter, sondern für die ganze deutsche Iudenheit, ja für die Juden der Welt geheiligter'Platz, der in eigener Ehrenreihe die Ueberreste der Männer birgt, die seinerzeit als Leuchten der Diaspora für die ganze Welt gewirrkt haben. Man denke, um nur ein paar/der letzteren zu nennen, an Jakob Jofua Fa.k (Pnei Joschua), Rabbi Pinchas Hurwitz (Baal Hafloo), den früher verstorbenen Rabbi Mnr Schiff u.v. a. Bekanntlich wurde der Friedhof in den früheren Jahrhunderten, da ein neuer Begräbnisplatz nicht zur Verfügung stand und im Ghetto kaum ausreichend Platz für die Lebenden war, mehrmals mit neuer Erde überschüttet', wobei aber die Gedenksteine immer mit nach oben genommen wurden. So kommt es denn, daß viele Steine Auf dem alten jüdischen Friedhof in Frankfurt a. M. Der Israel i r Nr. 51 Seite 19 Jugendpflege in der Jsr. Volksschule Bei der Schulspeisung WWW um SR& L-t mBSmm mm mm MMM/K dicht nebeneinander stehen, die Jahreszahlen aus verschiedenen Zei en tragen. Das hier aus dem Buche wiedergegebene Bild zeigt uns die Anlage in ihrer ganzen hei'igen Elgenlümlichkeit. Steine aus dem 12. und 13. Jahrhundert stehen neben solchen vom 18. Jahrhundert und zeigen^ daß sich in der Einfachheit der jüd.scheu Grabesausstattung in den vielen Jahrhunderten nichts geändert hat. Seit 1820 ist' der Friedhof geschlossen. Seitdem singen im Sommer die Vögel üottezponlieflren « nacbricimn. Sie Lage der Salonikier Juden. Berlin, 28. November. - Die „Vossische Zeitung" veröffentlicht am 27. November einen Artikel ihres Mitarbeiters Moritz Müller über Saloniki, in welchem gesagt wird:- Die Juden Salonikis hatten immer gefürchtet, daß die Stadt, sobald sie Griechenland zusällt, ihre ganze Bedeutung als Handelsplatz verlieren wird. Unter Griechenland wurden Saloniki nur ein griechischer Hafen mehr, ohne das entsprechende Hinterland, Die Bulgaren kannten und nährten diese Stimmung unter den Juden von Saloniki, und es ist bezeichnend, daß die bulgarischen Truppenabteilungen, die' gleichzeitig mit dem griechischen Gros in die Stadt eindrangen, zumeist von jüdisch-bulgarischen Offizieren geführt waren. Als es schließlich zu einem Kampfe zwischen den griechischen und bulgarischen Truppen in den Straßen Salonikis kam, starben die meisten von ihnen den Heldentod. Die Entwicklung, die die VerhälMisse bald nach der Besetzung Salonikis durch die Griechen nahmen, gab den Befürchtungen der jüdischen Handelshäuser recht. Der Salonikier Handel verlor zunächst Millionen an nicht eingetriebenen Förderungen, da die Rechtsdurchsetzung inzwischen noch schwieriger geworden war als vordem. Sie verloren den größten Teil ihrer alten Kunden. So kam es, daß bald eine starke Abwanderung einsetzte. Manches alte Handelshaus löste sich auf, viele reiche Familien gingen nach der Schweiz. 30 jüdische Familien in schweEr Gefahr. Warschau, 12. Dezember. Der jüdische Nationalrat für Polen erhielt von der jüdischen Gemeinde in I n o w l o d z ein Schreben, in welchem darauf hingewiesen wird, daß 30 jüdische Familien im benachbarten Dorfe Szeczice in Gefahr sind, durch die christliche Bevölkerung ausgerottet zu werden. Die christlichen Grundstücksbesitzer, bei welchen die jüdischen Familien wohnen, oder auf deren Grund die Juden pachtweise Häuser errichteten, bemühen sich seit langem, ihre Mieter los zu werden. Als alle Schikanen nicht halfen, wurde an die Häuser einzelner jüdischer auf den allen, breitästigen Bäumen, die aus den Gräbern herausgewachsen sind, und im Winter ist das ganze Gelände in Eis erstarrt, und wie ein großes Leichentuch bedeckt der ho he Schnee das Totenfeld. Und dicht daneben flutet das volle Leben, rattern die Autos, saust die Trambahn, schreit und lärmt der offene Obst- und Gemüsemarkt am Börneplatz. Cn Stück herrliches, hei.iges Aterlum mieten im grauen rauschenden Leben des Alltags. Familien Feuer gemegt. Der Bauer Antini Stemtniak wurde verhaftet und es konnte ihm nachgewiesen werden, daß er das Haus, in welchem eine jüdische Familie wohnte, angezündet hat, welches auch bis auf den Grund abbrannte. Stemtniak wurde aber bald aus der Haft entlassen. Dadurch ermutigt, drohen die Bauern öffentlich, sämtliche jüdischen Häuser abzubrennen und die Juden auszurotten ,wenn sie nicht bald den Ort verlassen. Der jüdische Nationalrat sandte Kopien des Briefes an den Justizminister und an den Direktor des Sicherheist departements mit der gleichzeitigen Bitte, die notwendigen Maßregeln zum Schutze der bedrohten Juden zu ergreifen. (J.T. A.) Jüdisches Mißtrauensvotum. Warschau, 12. Dezember. Wie erinnerlich, hat der polnische Unterrichtsminister Miklaschewski während seiner letzten Anwesenheit in Wilna dem jüdischen Deputierten und Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Wilnas, Dr. Wigodski, gesagt, er wolle nicht d ie jüdischen Schulen besuchen, da die Juden Feinde des polnischen Staates sind. Als nun am 5. Dezember das Budget des Unterrichtsministeriums im Sejm beraten wurde, brachte Dep. Wigodski den Vorfall in Wilna zur Sprache und beantragte, als Zeichen der Mißbilligung für den Unterrichtsminister von dem Budget 100 Zloty zu streichen. Der Antrag wurde mit 115 gegen 132 Stimmen angenommen. Wie es heißt, wird der Ministerpräsident Grabski Miklaschewski auffordern, seinen Ministerposten zu verlassen. (I. T. A.) Eine Judsndebatte im litanische» Sejm. K o w n o, 1. Dezember. In der letzten Sitzung des litauischen Sejm beschwerte sich der jüdische Deputierte Finkelstein darüber, daß die Emissionsbank den jüdischen Bankinstituten keine Kredite gewährt. Die Redner' der christlich-demokratischen Partei, die für die letzten antijüdischen Beschlüsse, wie Verweigerung der Legalisierung des Nationalrats, Annahme des Zwangssonntagsruhegesetzes verantwortlich ist, ergingen sich in Schmähungen gegen die Juden

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