Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1924)
- Date
- 1924-12-18
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 20 Nr. D e r I s r a e l i t? 18. Dezember 1924 Aus der rabbinischen Welt der Gegenwart. ^Jes. 30. 20) l'll» nu IyikII l'L'S 1'Ni Rabvi A. I. Kook in Jerusalem Der Belzer Rabvi auf der Bruuneupromeuade.in Marienbad Rabbi Jos. Thajim Sonnenfeld in Jerusalem WMl Litauens, die „ihre Waren ausverkaufen und nach Palästina ziehen". Die litauische Außenpolitik und die Juden. K o w n o , 12. Dezember. In der letzten Sitzung des litauischen Sejm geiselte der jüdische Deputierte Garfunkel die sich gegen die Juden richtende Willkür der Behörden, wie ungesetzliche Ausweisungen usw. Hierauf wandten sich die Führer der litauischen Volkspartei S ch l e s e w i t s ch und der jüdische Deputierte Dr. Robinson gegen die antijüdische Politik Der Regierung, die Litauen auf Lern Gebiete der Außenpolitik sehr viel schadet. Einen starken Eindruck auch auf die Kreise der Rechten machte die Rede Dr. R o b i n s o h n s, der ausführte, die Juden waren bis jetzt ein positiver Faktor für Litauen, jetzt siind sie passiv und sie werden sich möglicherweise in einen negativen Fm.or verwandeln. (I. T. A.) Die jüdische Siedlungsbewegung in Rußland. Moskau, 25. November. Die zentrale Sowjetregi^rung hat am 19. November Zeinen Beschluß angenommen, laut welchem Städler, auch wenn sie vorher niemals Ackerbau getrieben haben, gleiche Rechte wie die Bauernbevölkerung besitzen und in die Ackerbaugefellschaften ausgenommen werden können. Dieser Beschluß hängt mit der Politik der Sowjetregierung zusammen, die Juden der Städte auf dem Lande anzusiedeln. In Verbindung mit dem neuen Dekret der zentralen Sowjetregierung in Moskau in bezug auf die Ansiedlung jüdischer Massen auf dem Lande hat die Regierung der Ukraine ein Komitee eingesetzt, das die gesamte Tätigkeit nach dieser Richtung zu leiten hat. Lokale Komitees sollen in sämtlichen Provinzen eingesetzt werden, deren Aufgabe es fein wird, die Ueberführung der jüdischen Massen zur Landwirtschaft zu fördern. Vor kurzem ließ die ukrainische Sowjetregierung eine genaue Statistik unter der jüdischen Bevölkerung in der Ukraine vornehmen, um festzustellen, wieviele Juden sich auf dem Lande ansiedeln wollen. Die Kommission, die diese Statistik vornahm, wird entsprechend dem Ergebnis das zur Verfügung gestellte Land verteilen. Neue Gemeindebildung. Kiew, 30. Nov. Aus Kiew wird gemeldet, daß sich dort unter dem Namen „Machasike Hadaß" eine Austrittsgem e i n d e gebildet habe unter Vorsitz des Herrn Aron Hornstein. Die Gemeindemitglieder zahlen an die Hauptortsgemeinde keinerlei Steuern, weil die religiöse Führung dieser Gemeinde sie nicht befriedigt. Die Entrechtung von Inden in Vessarabien. K i s ch i n e w, 12. Dezember. Die oberste Behörde Bessarabiens erhielt vom Innenministerium Instruktionen über die Anwendung des Bürgerschaftsgesetzes gegenüber den besfarabifchen Juden, die unerhörte Formalitäten vorschreiben und für Tausende bessarabische Juden, die diese Formalitäten unmöglich erfüllen können, den Verlust des Bürgerrechts bedeuten. Die bessarabische Bürgerschaftskommission wandte sich an das Innenministerium mit der Bitte um Milderung. Die Antwort ist noch nicht ein getroffen. Die Ica und diejüdische Einwanderung in Argentinien. Paris, 3. Dezember. Die Ica hat vor kurzem mit der Regierung von Argentinien Verhandlungen wegen Einwanderung von Juden in dieses Land gepflogen. Die Verhandlungen hatten das Resultat, daß verschiedene Erleichterungen für die Einwanderer gewährt worden sind. Alle Einwanderer, die von der Ica empfohlen werden, gleichviel ob sie Landwirte oder Arbeiter sind, sollen die Einreisegenehmigung erhalten. Damit in der Hauptstadt keine Ueberfüllung stattfindet, sollen die Einwanderer mehr in das Innere des Landes geschickt werden. Die Verhandlungen wurden seitens der Ica mit dem Direktor des Einwanderungsdepartements der Republik Argentinien während seines Aufenthalts in Paris geführt. Die palästinensische Regierung schützt die jüdischen Pflüger von Afuleh. Jerusalem, 10. Dezember. Am 3. Dezember wurde die Pflügerabeit bei Afuleh im Tal Jesreel, die durch den Angriff der Araber am vergangenen Freitag unterbrochen wurde, wieder ausgenommen. Wie erinnerlich hat ein Trupp Araber die auf dem Felde beschäftigten jüdischen Arbeiter angegriffen, wobei es zu einem Kampf kam, in dessen Verlauf ein Araber durch einen Schuß getötet wurde. Die Araber behaupteten, daß das Feld arabisches Eigentum fei. Das Feld gehörte aber der amerikanischen „Sion Commonwealth" und der Gesellschaft „Meschek". Die palästinensische Regierung ließ die Arbeiter wissen, daß sie das Land als jüdisches Eigentum anerkennt und die Arbeiter mit allen Mitteln schützen werde. Es wurde angeordnet, daß jeder Araber, der versuchen wird, die Arbeit zu stören, verhaftet werden wird. Am 3. Dezember fand vor dem Gericht in Tel Aviv eine Verhandlung gegen fünf Mitglieder der linkssozialiftifichen Partei . „Frakzieth Hapoelim" und drei Mitglieder des Allgemeinen Arbeiter-Verbandes „Histadruth Haovdim" wegen Störung der öffentlichen Ruhe statt. In den Straßen von Tel Aviv kam es zwischen Mitgliedern der beiden Gruppen in Verbindung mit der Affäre in Afuleh zu einem Streit. Mitglieder der „Histadruth" verhinderten die Verbreitung einer Proklamation der Linkssozialisten, welche in der Streitsache Afuleh die Partei der Araber ergriff und die Histadruth Haovdim beschuldigte; dha sie die Araber ausnützt. Die Proklamation wandte sich auch sehr scharf gegen die zionistischen Ziele in Palästna. Eines der Mtglieder der Frakzieth Hapoalim wurde zu 2 Monaten Gefängnis und nachfolgender Landesverweisung verurteilt; die übrigen Angeklagten erhielten je eine Woche Gefängnis. Sprechfaal. Ein sinniges Darmizwohgefchenk. Es ist ein sinniger Brauch, Knaben am Tage ihrer Barmizwoh durch passende Geschenke zu erfreuen. Mit Freude denkt der Heranwachsende Jüngling und Mann an seinen schönen Ehrentag, und erinnerte sich noch bis ins späteste Alter derer, die ihn an dem schönsten Tage seines Lebens mit kleinen oder -größeren Geschenken bebrten. f Mitunter kommen auch hier Mißgriffe vor, die den Zweck der Schenkung oft illusorisch machen. So wurden einem Knaben, der keinerlei Interesse für Lektüre hatte, die Werke von Shakespeare verehrt, die derselbe sicherlich fürs ganze Leben keines Blickes würdigen wird. Ein anderer Knabe erhielt viermal die Werke von Körner und sechs Exemplare des Tabor. Sicherlich haben es die freundlichen Spender gut gemeint, aber die Wirkung entspricht nicht den guten Absichten des Spenders. Cs wäre wohl an der .Zeit, auch das Schenken zur Barmizwoh in andere Bahnen zu lenken. Wie die Legende berichtet, erbat sich die spätere preußische Königin Luise von ihrem L-chwiegeroater als. Geburtstagsgeschenk eine Hand voll Geld für die Armen. . ' - ■_ Bekanntlich werden auch seit längerer Zeit die Rosch haschonoh- und Hochzeitsglückwünsche, sowie die Blumengebinde für die Armen und> Bedürftigen abgelöst. Auch die für Barmizwohgeschente aufgewendeten Gelder könnten zum größten Teil für gute Zwecke verwendet werden. Ich denke da in erster Lime an - den jüngst ms Sieben getretenen Keren hatauroH Das Landesdirektorium wendet sich in feinem jüngst erlassenen Aufrufe auch an den Heranwachsenden Jüngling mit den Worten:. „An seinem Barmizwohtage, anwelchem der junge Mensch felbstverantwortlich an. das Pflichtenleben der Thora eintritt, soll er für Keren Hatorah werben/' Das schönste Geschenk, das wir einem für Thora begeisterten Jüngling spenden können, ist sicherlich eine Gabe für den Keren Hatorah. Er empfindet damit sicherlich eine größere Freude als an einem Klassiker, den er vielleicht schon besitzt, oder den er sich auch aus andere Weise beschaffen kann. Wie mir gemeldet wird, sind in manchen Kreisen bereits ansehnliche Spenden zur. Barmizwoh dem Keren . Hawrahfonds, zugeflossen. Soll der Keren Hatorah seine weitreichenden Ziele, ein thoratreues Geschlecht heranzubilden, verwirklichen, so müssen auch alle perfügbaren Mittel für' denselben flüssig gemacht werden. Das schönste Barm i z w o h - geschenk, das wir einem thoratreuen Knaben überreichen können, ist zweifellos eine ansehnliche Keren Hatorahspende! Fr.