Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1924)
- Date
- 1924-12-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. öl Sette S 24 tt<it Mg. >lge aus Hi ben cem len. tet. len. ms m? habet »ott mb den ein gen 18. Dezember 1924 aufbringert. für den Aufbau Palästinas im Geiste der Thora, wenn wir unseren Obolus spenden für die jüdischen Lehrhäuser in Deutschland, in Litauen, in Polen und in Jerusalem, so ist das eine Internationale im besten Sinne, die Internationale der Thora, die Internationale der Liebe, die Internationale, an der eine Welt gewesen wird, die Internationale des Lichtes, dessen Abglanz das heute in Israels Häusern über die ganze-Welt erstrahlende Chanukalicht ist. wolyeurunojcyau. «.*-*. Cfe rf' Ul etz' arf vir m :hr tuf LSiest en. nd lblle nd ich :t! »er US de ich kt. en rd er in ne n e. tb er ix Eine jüdisch-christliche Konferenz In London hat Ende November eine von ldisch-liberaler Seite — Rabbi Mattuck, dem Kabbiner der Reform, und dem alten liberalen Lampen Claude Montefiore — einberufene Konferenz über soziale Erziehungsprobleme stattgefunden, an der 180 Juden und 384 Vertreter christlicher Kirchen teilnahmen. Von jüdischer Seite hielt Lily Montagu einen Vortrag über die häusliche Erziehung der Jugend zum sozialen Verantwortungsgefühl, während ein i Vertreter der anderen Konfession über das gleiche. Thema vom Standpunkte der Schule sprach. . (Bitte Volksschullehrerin berichtet, daß in ihrer Schule, die von 60 % jüdischen und 40 % christlichen Kindern besucht wird, die Schüler sich mit Genehmigung des Chief Rabbi und des Bischofs zu einem Erntefest mit allge- ' mein religiösem Einschlag vereinigt hätten. Ein Geistlicher sprach über die dynamische Kraft des Gottesglaubens. andere drängten auf die Verinnerlichung und daraus folgende Annäherung der verschiedenen konfessionellen Bekenntnisse — sowie auf die Bildung einer „Liga, der Kirchen" nach Analogie des Völkerbundes. Das enfant terrible der Konferenz war der Pater Day, ein Missionar, den man irrtümlicher Weise ebenfalls herangezogen hatte und nicht wieder loswerden konnte. Diese Konferenz, die mit einem Kirchenlied eröffnet und geschlossen wurde, hat in England viel Staub aufgewirbelt. Der unter dem Namen „Mentor" im Jewish Chronicle schreibende journalistische Generalzensor des englischen Judentums schlug schon deshalb mächtig Lärm, weil es galt, den Liberalen im allgemeinen und Rabbi Mattuck im besonderen eines auszu- Der Israelit wischen. Die Liberalen haßt dieser zionistische Radikale nämlich noch inbrünstiger als die Orthodoxie, so oft er auch schon die heiligsten religiösen Gefühle der gesetzestreuen Judenheit mit seinem waschechten nationalen Reformjudentum verletzt und beleidigt hat. In Wirklichkeit kann man nur bedauern, daß der Gedanke dieser jüdisch-christlichen Konferenz. dem unseres Erachtens ein ganz gesunder Kern innewohnte, von der „liberalen Synagoge" durch Parteiblindheit und Ungeschicklichkeit so rettungslos kompromittiert worden ist. Was herauskam, ist wirklich ein stark nach religiöser Assimilation, missionarischer Tendenz und unsympathischer Anbiederung schmeckendes Unternehmen, das den schlimmsten und gefährlichsten Mißverständnissen Tür und Tor öffnet. Das war unvermeidlich, sobald die Initiative von den Liberalen ausging, deren Judentum in seiner verschwommenen Dogmen- und Riten-Freiheit ohnedies die immanente Tendenz hat, sich mit dem protestantischen Christentum liberaler Richtung zu einem breiten Strome undefinierbarer religiöser Stimmungen zu vereinigen, und auch die Wahl des Themas — „Jugenderziehung" — stellte so ziemlich den Gipfel der unbesonnenen Preisgabe jüdischer Eigenart dar. Möglich und zeitgemäß wäre dagegen unsres Erachtens im Westen sehr wohl irgend eine Form der Zusammenarbeit zwischen denen, die durch die gemeinsame Ablehnung des Atheismus und Materialismus in allen Religionen auf die gleiche Frontstellung hingewiesen sind, und die ihr soziales Wirken auf religiöse Grundsätze zurückführen. Nur dürfen es nicht Linksreformer, nicht Leute an der Peripherie der Konfessionen sein, die man zusammenbringt, sondern Vertreter der Orthodoxie, Persönlichkeiten, die über jeden Verdacht des Abschwentens erhaben sind, die vielmehr im sicheren Bewußtsein der Eigenart ihrer Tradition den strenggläubigen Vertretern anderer Religionen in gewissen Grenzen sehr wohl die Hand zu gemeinsamem sozialen Wirten reichen können. Kurz, der Gedanke einer Liga der Religionen ist durchaus diskutabel. Er ist jedenfalls weniger gefährlich, als wenn man — wie es Mentors und seiner Freunde Ideal ist — innerhalb des jüdischen Volkes selber die radikalsten Verneiner alles wahrhaft Jüdischen an die Spitze jüdischer Unternehmungen stellt und die Klarheit und Eindeutigkeit des religiösen Wahrheitsbewußtseins dem zum Idol erhobenen Gedanken der jüdischen Einheit opfert. Vom Tiefstände der Höherifteiger. Der Deutsch-österreichischeAlpenverein war in letzter Zeit mit schweren Sorgen geplagt, die ihm die Kraxlerlust ernstlich verdarben. Diesem Vereine gehört auch eine Sektion „D o n a u l a n d" an, und die „zur Höhe strebenden" Völkischen haben herausgefunden, daß „Donauland" zum größten Teil aus Juden besteht. Also wünschten die völkischen Mitglieder den A u s s ch l u ß der verjudeten Sektion aus dem Deutsch-österreichischen Alpenverein, andernfalls sie selbst austreten und einen eigenen Verein bilden wollten. Es gab ein langes Hin und Her, daß man eine zeitlang glauben konnte, es gäbe heute für Deutschland und Oesterreich gar keine anderen Fragen und Sorgen. Die Hauptversammlung schob die Entscheidung dem Hauptausschuß in München zu, dieser verwies wieder die Sache an den Vorstand, der der Hauptversammlung Vorschläge machte. Danach wie auf energisches Betreiben und die Drohungen der Wiener Sektion „Austria" sprach dieser Tage die Hauptversammlung in München den Ausschluß der „jüdischen" oder verjudeten Sektion „Donauland" aus dem Deuts ch-ö sterreichischen Alpenv er ein in aller Form aus. Da man nicht wagte, den Judenpunkt allein als Grund anzugeben, so wurde „Donauland" ein ganzes Sündenregister vorgehaltey, wodurch es sich der Mitgliedschaft unwürdig gemacht hätte. Hauptvergehen: Die ewigen Beschwerden des „Donaulandes" gegen den antisemitischen Geist im Alpenverein ufw. Es ist die bekannte Taktik. Man schmäht die Juden, entrechtet und drangsaliert sie, und da sie sich dagegen zur Wehr setzen und sich beschweren, so sind diese "Beschwerden, die die Bedränger in der Welt in Mißkredit bringen, Anlaß zu neuen Schmähungen, Entrechtungen und Drangsalierungen. Auf diese Weise haben in der zaristischen Zeit und noch später in Rußland Pogrome mit tätlicher Sicherheit nach einer bestimmten Zeit immer neue Pogrome geboren. Der Gang der entscheidenden Verhandlung in München zeigte übrigens den ganzen Tiefstand dieser „Höhenmenschen" im Alpenverein. Die antisemitischen Rüpeleien blühten so üppig, daß der Vorsitzende, der frühere preußische Finanzminister von S y d o w , wiederholt zur Ruhe mahnen mußte und ausgesprochene Antisemiten eine gewisseMäßigung empfahlen, um „der Gegenseite nicht in die Hand zu arbeiten". Ein österreichischer Vertreter kündigte für den Fall, daß „Donauland" bleibt, den Austritt von 100 österreichischen Sektionen aus is r. IV s. l* n T c r 7 ) t c l Kleines Feuilleton. Zwei Fragen. Vom ™ u, von dem in non zum ersten Male in der Thora die Rede ist. heiht es: npa ns nnsv, „es solle brennen von Abend bis Morgen." Dazu bemerkt Raschi: „Man gebe ein solches Quantum (Oel), datz es brenne von Abend bis Morgen." Dieses Quantuzn so fügt Raschi hinzu, ist die Hälfte eines ai*», das ausreicht selbst für die langen Nächte des Tebet (v'sinnn rot? Raschi nimmt nun an, datz die längsten N acht e die des Monats Tebet sind. Als die kürzesten Nächte bezeichnet Tossaphot (Menachot 89 a s. v. ois'vis, die des Monats Tamus '12? nftn hbipna i»vn ja i"i?v» dm). In Wirklichkeit sind die l S n g st e n Nächte im Monate Kislew (entsprechend ungefähr dem Monate Dezember) und die kürzesten. Nächte im Monate Siroott (entsprechend dem Monate Juni). Warum bezeichnet Rasch: (vgl. auch Sebachim 11 b) die Monate Tebet und Tamus, in denen der Tag zubezw. abzunehmen beginnt, als . die Zeit der längsten bezw. kürzesten Nächte des Jahres? (Vgl. auch Raschi im Traktat Jyma 15 ä, wo ebenfalls von den längsten Nächten in Tebet die Rede ist.) Der Einwand, datz im Tebet die Nächte immerhin noch lang und die im Tamus noch immer kurz sind, . ist nicht stichhaltig: Raschi sowohl auch Tossaphot wollen doch das Matz (des Oeles) bestimmen,' däs selbst für die längsten Nächte ausreichen soll. Die längsten Nächte sind aber, wie erwähnt, im K r s I e w (nicht im Tebet), wie die kürzesten Nächte nicht im Tamus, sondern im Monate Siwan sind. Im babl. - Talmud (Tr. Sota 22 b) werden sieben Arten von Pharisäern aufgezählt, deren Lebens¬ und Handlungsweise als nicht nachahmenswert, zum Teil sogar als verwerflich bezeichnet wird. Eine Parallelstelle findet sich auch in sna ni rna« pns), nur werden dort acht Arten von Pharisäern ausgezählt. Ms die achte Spezies wird maov vins genannt. Was bedeutet dieses Wort? Nach yi®tn soll es noch eine andere Lesart geben, u. z. rann viivwas es bedeutet, wird ebenfalls nicht gesagt. Nach Rabbi Hirsch Chajes (wn f"*irra) sollen unter mao» die — Makkabäer zu verstehen sein (ntiroa^oua). Demnach wird die Lebens- und Handlungsweise der (oder des) Makkabäers) v e r u r t e t l t, die (oder der) zum Scheine wie ein vor? sich benahmen. Diese Stelle spielt sicherlich auf ein historisches Ereignis an, auf einen Makkabäer, der sich äußerlich den Anschein der Frömmigkeit gab, ohne wahrhäft fromm gewesen zu sein. (Vgl. die Anmerkung des nim zu app' py)* Wer war dieser Makkabäer und welche historische Begebenheit liegt dieser Hagava zu Grunde? Vielleicht hat einer der Leser des „Israelit" die Güte, diese zwe: Fragen zu beantworten. Z w ill au (Mähren). Dr. Felir Kanter. Ein Anekdotenfragment von „Dubner". Von meinem verehrten Lehrer und Freund Rabbiner Dr. Löwenstein Vt in Mosbach hörte ich einst die nachstehende Episode aus dem Leben des Dubnoer Maggid an der auch mancher Leser des Israelit feine Freude haben dürste, deren Abdruck mir aber auch Gelegenheit geben soll, von einem kundigen Leser des Israelit den Schluß der Episode zu erfahren, der mir entfallen ist. Bekanntlich war der Dubnoer Maggid stets bestrebt, für den Unterhalt seiner Bachurim .zu sammeln, zumal er selber sehr arm war. In Rußland bezeichnete man damals den Rubel, vielleicht wegen seiner roten Farbe, mit dem hebräischen Worte tn#. Rabbi Jakob kam auf einer seiner Reisen zu einem reichen Geschäftsmanne, der gerade, als er bei ihm eintrat, Geld zählte, nm cnxr, Dian p r» war die Anrede des Dubnoer. Der Geschäftsmann verstand und gab sofort einen Rubel. Daraus der Dubnoer: 2lv *6 na!? tn»n flvn und sofort erhält er den zweiten Rubel. Um nun den anderen Vers zu erfahren, der mir entfallen ist und der dem Maggid den dritten Rubel verschaffte, bitte ich die verehrt. Redaktion um Abdruck des Vorstehenden. * *c\t * In unseren anno findet sich' fast überall als Ueberfchrist zu den „wpbK" nach »joia von nitt die Worte: -va'j^rrriavna vnaik tsm v'V flava nvnj?fl »'iva Und unter anderen steht daselbst, auch der atö'j?!'«" von maio ajnan!>in nav» der dazu gehörige igin befindet sich aber nicht in unseren amma- Umgekehrt ist kein *oa?p!>K* für flav D*amn zu finden, dagegen ist für diesen nav ein JS1K in den amm» enthalten. Ich habe wohl in einem alten .12 ta i"' nso“ zu niaio a"nin flav für ,|>Vis anaa einen pi« — *a*jnaa rcxrr* gesunden, aber den -va'p!?«« für B^amri nav nicht. Vielleicht hat ein kundiger Leser des Israelit die Güte, zu erklären, warum einmal der igin, das andere Mal der aus den Geoetbüchern