Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1924)
- Date
- 1924-12-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 2 Nr. 51 u 3sio«Hi V 18. Dezeniber 1924 Lichter am westlichen Horizonte des Judentums. Was im neunzehnten Jahrhundert folgte, war moderner Hellenismus der Gesetzesoerfälschung, der Taufe und Mischehe und der radikalen Reform..122, es« erlosch dasLicht im Westen. Waren zunächst auch nur die Grobgemeinden betroffen, so war doch der lebendige Quell des Thoralernens mit dem Schwinden der Jeschiwaus und Lehrhäuser dem ganzen jüdischen Westen abgeschnitten. Und es galt in anderem, traurigem Sinne das Wort der Mischna: Klip ii'Ki K’aa ]^Kn pxpi p>$an uw* Ausgetrocknet war der Quell, abgehauen der Stamm, man „brachte" wohl noch — man betätigte hie und da die Religion in altgewohnter Weise —, aber man „las" nicht mehr. Ohne Quell und Wurzel, ohne Thorastudium fehlte auch der religiösen Tat Sinn und Seele-. Das Licht im Westen, an dem sich dermaleinst die Lichter der ganzen Diaspora entzündeten, war erloschen. „Und es erstrahlt ein Licht in der Finsternis ..." Es regt sich im jüdischen Leben im Westen, als arbeiteten hundert Hände daran, das erloschene Licht wieder zu entzünden. Ieschiwaus, Lernvereine tun sich auf. Die gesetzestreue akademische Jugend sammelt sich, um ihren Anteil an den groben jüdischen Aufgaben mit Schaffung einer ersten Thoraatmosphäre unter den Studierenden zu sichern. Im Schöbe der Agudas Jisroel ist der „Keren Hathora" entstanden, für den auch in Deutschland fieberhaft gearbeitet wird. Kann es nicht im unerforschlichen Plane der Vorsehung liegen, dab sich zu einer Zeit, da der jüdische Osten niegekannten materiellen Zerstörungen und geistigen Verheerungen ausgesetzt ist, sich wieder wie dermaleinst die anderen Lichter am'2iv»n ii entzünden. Daß gerade von den deutschen Grobstädten, die zuerst von der Seuche des Abfalls erfaßt waren, sich ein neuer Strom jüdischen Lebens auf Stadt und Land ergießt? — — — Wie einfach und leicht lösbar erscheinen uns doch in diesem neuentzündeten Lichte gesehen all unsere Gegenwartsprobleme! Es geht eine neue Liebe zum Judentum, eine neue Sehnsucht nach Religion auch durch die Reihen derer, die sich noch nicht in den Lichtkreis der Thora gefunden haben! Wer wollte es verkennen beim Anblicke der regen jüdischen -Arbeit aus dem Gebiete der Philantropie, der Abwehr, auch der geistigen Sammlung, lleberall regen sich ungeahnte Kräfte und nationaler Stolz leuchtet in Worten und Taten. Allein die Geschichte lehrt es uns: Liebe und Jfidifcfie Scfittfen und Wir empfehlen qCs beskgeeigneke ^efiüferpräthien:. Jjermon-fräeßevei 5535? Bd.i: SiuiiddrgrlNe der Fudeittumrl .. 2- Fkßhttn- und Jreifteit .. 3: Andrerwende „ 4: vom Lerne« und Lehren I Ausaewählte Aufsätze aus den Schriften von Rabbiner Samson Raphael Hirsch Jeder Band 1.80 Mk. 35.1/2: Der Ae« der Fromme« DomM. Ch. Luzzatto PreisSBOMl Uebersetzt.und eingeleitet von Dr. I. Wohlgemuth Bd.3: Weirlkehr Nebersetzt und erläutert von Bernhard S. Jacobson (in Borbereitung) Bd.i . Eule Herren Bon Heinrich EinstLdter Md A. Ochsenman» Gebunden 1.H Mk. 2: Bilder u«d K'd»8e aut|9d. OTelt Don Heinrich Einstädter - Gebunden 1.80 Ml. Zu beziehen durch den Generalvertrieb M. WL Mahruea«»» Frankfurt am Main Am Schwimmbad 11 oder durch alle besseren Buchhandlungen jemaoiK Vertag, Svanftfmrt am fllain 'ü'trA-tirfrAA'A'A'A AAAAAtr AAAfcfrü&&&&&&'& AtrAIrt sucht führen, wenn noch so glühend, in weglose Oeden, in Nacht und Nichts, wenn ihnen der Regulator, der Kompab von Thora und Mizwos, der sie erst in die richtige Bahn zu leiten hat, fehlt.. Das sollten sich auch diejenigen merken, die heute, gewiß aus glühender Liebe zu ihrem Volke, daran gehen, in Palästina das jüdische Haus zu erbauen, ohne die alte Urkunde der Thora in die Grundmauern einzugraben. nipi3VVbv in dreifachen Eid hat Gott das Volk genommen, als er es in die Golusfremde hinausschickte: 1. Dab es sich nicht gegen die Völker auflehne; 2. dab es nicht auf das Endziel mit Gewalt hindränge: 3. dab die Völker es nicht über das Maß knechten. Die letzte Bedingung, die nicht von uns abhängt, kann nur als Folge der ersten zwei gedacht sein.- Diejenigen aus unserer Mitte, die, gegen den ersten Eid, ü§i jedem Umsturz, bei jeder Umwälzung glauben mit an der Spitze stehen zu müssen und, mit ihrem Blute oft den Boden fremder Völker düngen, haben uns wahrlich keinen guten Dienst geleistet. Die andern, die auf das Endziel hindrängen, bereiten im wilden Stürmen sich selbst Und uns Schmerz und Enttäuschung. Was sollen wir tun? Darauf gibt es im Widerscheine des Lhanukalichtleins nur eine Antwort. Aus der Vergangenheit lernen, die Zuiunft Gott überlassen, die Gegenwart aber so erfassen, und auszunutzen, dab von einem Wiederentzünden des'2ivvnii ohne Uebertreibung *die Rede sein kann. Die jüdischen Gegenwartsprobleme liegen nicht auf dem Gebiete der groben Politik. E« ist nicht sehr wichtig, ob wir ein paar MiniM mehr oder weniger haben, ob wir Zutritt zM, Offizierskasino und zum Alpenklub Haben Auch der Kampf gegen die Antisemitica darf nicht unsere Kraft absorbieren. Ueberlassen wir ihn den Vereinen, bei denen er in besten Händen liegt. Unsere Gegenwartsaufgaben sind mehr nach innen gerichtet, sie erstrecken sich auf Thora, deren Studium und breiteste Auswirkung. Das Thorastudium in Ost und West mutz gepflegt, erhalten und ausgebaut werden, wenn wir in der Zeiten Irrungen Weg und Ziel im Auge behalten sollen. Nach den Sabbataianischen Verirrungen setzte die wundervolle Blü ezeit der Ieschiwaus in Litauen, Polen und auch Deutschland ein. Und das hat uns nach den schweren moralischen Schlägen gerettet! „Die Stimme Jakobs erhebt sich ob der Hände Esaus!" Nur solange die Stimme aus Jakobs Lehrhäusern ertönt, sind Esaus Hände schlaff und machtlos. Die Stimme hat sich gerade in der alten Heimat der Thora gesenkt, infolge der Not, der Umwälzung, der schweren Krisis. Es ist aber eine Frage von Sein und Nichtsein für uns, die Wiederaufrichtung der Lehrhäuser, und wir können, es ist dies in den letzten Tagen oft gesagt worden,, durch eine tägliche Zehnpfennigspende für „Keren Haihora", der diese heilige Aufgabe in die Hand genom men hat, unmittelbar für die jüdische Zukunft wirken. Die Feinde sprechen von einer Jüdischen Internationale, natürlich im bösen Sinne. Greifen wir, wie schon oft. das Wort auf und verleihen wir ihm einen heiligen Inhalt, der der Welt zum Segen gereicht. Wenn wir Gelder Bemerkungen zu ntfi 's* Don Rabbiner Ar. Winkler in Kopenhagen. I. 37, 10: rj« «12-1 .Sollen wir etwa Kommeruich und deine Mutter.?■• — Raschi: „Deine Mutter ist ja schon .ängst tot! Jakob wußte aber nicht, daß der Daum auf Bilha Bezug hatte, die Josef wie eine Mutter erzogen". — K*vin& 'vip^ timst wirst hier die Frage aus. warum Raschi nicht statt Bilha Lea anführe, die doch nach t'0 711312 3'PS 1*3 K'D ’'7 KX’i 'sV! '"Nil friii'i, eher darauf Anspruch gehabt hätte, als Josefs Mutter bezeichnet zu werden? Die Antwort, die er dort gibt, ist durchaus ungenügend. Doch ist die Lösung sehr einfach: Aus Jalkut ybp ">v geht nämlich hervor, daß Lea damals nicht mehr am Leben war. sie soll gleich nach der Begebenheit mit Dina gestorben sein. — II. 37, 24: B'xs 13 |*x pM 113,11 ..Die Grube war leer, kein Wasser darin*. Hierzu Jonatan und Raschi nach Talmund 2*3 Ml?: »Wasser war Seins darin, wohl aber Schlangen und Skorpionen". — In seinen Anmerkungen zu 3*3? 'i ,11'in fragt der Maharscho: Wie konnte nur Rüben daran denken, Joses aus einer mit Schlangen gefüllten Grube noch lebend herauszuholen? Heißt es doch jyio2’: Sieht man einen Menschen in eine Grube von Schlangen und Skorpionen fallen, so darf man bezeugen, daß er tot sei! Er versucht darauf eine Antwort zu geben, die doch keineswegs befriedigt. Diese Frage aber findet sich bereits im S 0 h a r z. St., und dort wird sie so gelöst: Rüben nahm mit Sicherheit an. daß Josef als Zoddik durch ein göttliches Wunder von den giftigen Reptilien unberührt bleiben würde, während es ihm ungewiß erschien, daß Josef in ebenso wunderbarer Weise den Brüderhänden würde entrinnen können, weil der Menich eben frei ist in seinen Handlungen. Daraus erklärt 'ich auch das Schriftwort : vi'2 inix b'xnV- Ihm ag nur daran, Joses aus ihrer Hand zu befreien; fein Schicksal in der Grube hingegen machte ihm keine Sorgen. Dgl. ny 713«^ ].13 mnn nmi» in. 38. 5: ini« nnibs 3'133 an »lJudoj war in Kestb, als sie fScheloj gebar". Raschi: „Kesib ist der Name eines Ortes-. — In den meisten Drucken ist hier 'b 1« a wnvs als Quelle angegeben. Dieses Zitat steht an Unrechter Stelle. Es muß erstens richtig heißen trsr -2 omos und dann sollte es oben bei ->2213 stehen, das Raschi durch.Kaufmannerklärt. — Dieses 313 ist mit ni3K in Josua 15, 44. das dem Stamme Jud a gehörte, und mit «212 I Ehr. 4, 22 (Wohnort der Söhne Judas), identisch. Der Derf. des 1^ ,vju irrt, wenn er hier das in Jos. 19, 29 genannte 2' 3X anführt. Denn dieser gleichnamige Ort liegt in Galiläa und entspricht dem 3'l3 aus ro 7l'p'3V r(3N XTlflOW '’*) K'fl »821 '3 1*2 1'311'pl ri"2 1*s nVn rK*2 Von Sarahs Schönheit und Reinheit. Zu den Bemerkungen des Herrn R. B. bezüglich der von Herrn Rabbiner Dr. Winkler vorgeschlagenen Korrektur der '»vi-Stelle möchte ich mir folgenden Hinweis erlauben. Herr Dr. Wmkler scheint doch nicht so ganz Unrecht mit seinem Abänderungsvorschlag zu haben, er befindet sich wenigstens in bester Gesellschaft, da auch der .11171,1 b9 iiv (ülßi Hannover v*Lj?7inicht zu verwechseln mit dem populären v'liv.l ^"Kommentar) die gleiße Aenderung aus der gleichen «120 heraus vorschlägt. Außerdem dürste der Umstand, daß sich die eine oder andere Lesart so schön kommentieren läßt, wohl kaum ein zwingender Beweisgrund sein, sie als authentisch htnzustellen. Julius Samuel.