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Der Israelit · 1924-12-11 · Heft 50 (11.12.1924) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 50 (11.12.1924)
Date
1924-12-11
Page
– (sequence 19)
Language
German
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11. Dezember 1924 Der Israeirt SB l ft 11 e r Nr. 21 Seite 3 Keren Hathora führt, zu vollzehen, so geschah dies unter viel ungünstigeren Auspizien, als die Gründung 10 Jahre früher hätte erfolgen können. Die wirtschaftliche Kraft der gesetzestreuen jüdischen Gesamtheit ist durch den Krieg sicherlich noch in höherem Mäße geschwächt worden als diejenige der europäischen Menschheit überhaupt. Der ganze Osten, ganz Mitteleuropa ringen mit unnennbaren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Amerika, die Schatzkammer des Goldes, ist für Agudas Jisroel, für die ihrer historischen Ausgabe bewußten Orthodoxie leider noch immer fast ganz verschlossen. Wo also sollen die ungeheuren Mittel Herkommen, die dazu gehören, um 1. den großen, in seinem Kapitalbestande unantastbaren Grundfonds zu schaffen, dessen Erträgnisse in künftigen Jahrzehnten und Jahrhunderten den Thoraanstalten eine gewisse Sicherung, unabhängig von dem Schwanken der wirtschaftlichen Tagesarbeit, gewähren soll, um 2. die nicht minder notwendige NDin nanrv die jährlich neu hereinzuholenden Einnahmen zu gewähren, deren der Keren Hathora in erster Reihe bedarf? And dennoch! Vielleicht ist es eine dem jüdischen Volke an einem ernsten Wendepunkte seiner Geschichte von seinem Vater im Himmel auferlegte besondere Prüfung, an der es selbst und die Welt erkennen soll, ob nicht nur seinen Einzelnen, nicht nur seinen Gemeinden, nicht nur den einzelnen Landesjudenheiten, sondern ob vielmehr der organisierten Gesamtheit als solcher Thora in der Tat die Lebensseefe, der eigentliche Inbegriff ihrer nationalen Aufgabe ist. Demi das ist ja das Wesentliche des Keren Hathora-Gedankens. Er erhebt die materielle Sicherung der Thora zunächst einmal grundsätzlich zur Nationalaufgabe des jüdischen Volkes. Diesem Gedanken allein wohnt eine mächtige erzieherische Kraft inne. Er ruft dazu aus, in die Tat umzusetzen, was der Jude an jedem Morgen durch die zweite, dem ersten Segen über die Thora hinzugefügte Benediktion sich vergegenwärtigt: min n« uV jnsi masrn Vdö m nna iw«. Entsprechend diesem Grundgedanken, der die Thorapflege in den Brennpunkt der Gemeinschaftsaufgaben stellt, wird der Keren Hathora durch eine zentrale Instanz, das Direktorium verwaltet, das aus 15 Mitgliedern bestehen soll, und neben dem ein vom Zentralrate der Agudas Jisroel zu wählender größerer Verwaltüngsrat steht. Diesem Direktorium, von dem 9 Mitglieder durch den G. A., 6 durch den Rabbinischen Rat der Agudas Jisroel ernnnat werden, obliegt vor allem die Vermögensverwaltung des Keren Kathora. Der Keren Hathora umfaßt, wie oben bereits angedeutet, einen Grundfonds und einen Betriebsfonds. Der Grundfonds des Keren Hathora ist, soweit er aus beweglichen Sachen besteht, bei einem ersten Bankinstitut in London, Rewyork, Amsterdam oder Zürich zu verwahren. Dem Grundfonds fließen zu Zuwendungen von 100 Pfund Strl. aufwärts^-Vermächtnisie und Legate, Wertgegenstände im Werte von 100 Pfd. Sterl. aufwärts, Immobilien, während dem Betriebsfonds die regelmäßigen Jahresbeiträge und Steuern der Einzelpersonen, Gruppen und Gruppenverbände, die Erträgnisse von Sammeltagen und Sammelwochen und die Zinsen des Grundfonds zufließen. Der Keren Hathora erhebt sich nicht, wie dies beispielsweise vor Jahrzehnten bei der Gründung des zionistischen Nationalfonds der Fall war, auf jungfräulichem Boden: er kann die Gesamtheit nicht ausfordern, nun mit einem Male alle Kräfte auf diesen einen Punkt zu konzentrieren, alle sonstigen, laufenden Leistungen für Thorazwecke einzustellen und zunächst einmal in der ganzen Diaspora jede Mark und jeden Pfennig dem Aufbau des Volksschatzes der Thora zuzuwenden, denn — das Studium der Thora und die Erhaltung ihrer Jünger kann ja keinen Augenblick im Dasein des Einzelnen und der Gruppen aussetzen. Der Keren Hathora selber würde es als ein Verbrechen verurteilen, wenn, solange er selbst noch nicht die Möglichkeit hat für die Aufrechterhaltung der Thoralehranstalten der ganzen Welt, von der großen Welsieschiwah bis zum kleinsten Winkelcheder zu sorgen, die Einzelnen je in ihrer Fürsorge für alle diese tausenden von Anstalten erlahmen würden. Er fordert neben der unveränderten Leistung der gewohnten Beiträge für die bestehenden Anstalten neue Opfer zur Sicherung der Zukunft. Gewiß wird, wenn das große Werk gelingt, nach Jahrzehnten es möglich sein, eine Unsumme von nutzlos aufgewandter Kraft für die vervielfältigte Sammlung der nebeneinanderbestehenden tausenden Anstalten zu ersparen. Allein bis dies Ziel ereicht ist, darf kein Augenblick der Glaube entstehen, als sei der Keren Hathora in der Lage, diese Einzelsammlungen überflüssig zu machen. (Schluß folgt.) Aus der Bewegung. Köln. Am 25. Cheschwan sprach. Herr Wolf S. Jacobson, Hamburg, hier in einer von dem Keren Hatorah-Kommissariat einberusenen Versammlung.- Der Abend bildete ein Ereignis in dem jüoisch-geistigen Leben unserer Kehilloh, weil die dem Talmud- und Taurohstudium eifrig beflissene Jugend und die in schwerem Kampfe um die Erhaltung und den Ausbau der Kölner jüdischen Schulen und Institutionen stehenden Männer durch den Aufruf: Leaulom al tifrausch min H a k l a l l veranlaßt wurden, über die wirtschaftlichen Nöte der Kehilloh die geistige und wirtschaftliche Not des Gesamtjudentums nicht zu vergessen, aufgerüttelt und ernstlich gemahnt wurden, auch einmal zu lauschen auf den Herzensschrer des Ostens: „Die Tauroh in Not". — Die den Kölnern noch unbekannt gewesene Gabe des Redners, in zündenden Worten die Wichtigkeit des Thoralernens vor allen anderen Mizwaus hervorzuheben, fesselte das Publikum außerordentlich. Durch geistvolle Erklärungen von Gemoro stellen wies er nach, wie der Jehudl seine n-nnn tos nur dadurch zeigen könne, daß er den Trägern, Verbreitern und Lehrern der Thora die schuldige Ehrerbietung und das notwendige Interesse für ihre Lebenserhaltung durch persönliche Opserbereitschaft dardringe. Besonders die Westjuden auf Unterlassungssünden iy dieser Hinsicht hinweisend, geißelte er scharf ihr asizu oberflächliches Eingehen auf den bitteren Mangel der Thoragelehrten in Polen und Galizien. Die aus warm empfindendem jüdischen Herzen stammenden Worte übten große Wirkung auf die Versammlung auS, was sich nachher in den Eintragungen für Jahresbeiträge zeigre. Leipzig. Der Jüdische gesetzestreue Verband, dessen Aufgabe es ist, jüdisches Wissen unter seinen Mitgliedern zu verbreiten, hatte für den 26. November' ds. Js. zum Das jauminr>o Einladungen ergehen lassen, welchen ein großes Publikum Folge geleistet hatte. Herr Rabbiner Feldmann, welcher täglich.den ’arn vorträgt, hielt tnt Anschluß an die Beendung der omov novo einen tief angelegten halachischen Vortrag, der mit großem Beifall ausgenommen wurde. Nunmehr begann das Festessen, vom Vorstand glänzend arrangiert, an welchem sich 200 Personen beteiligten. Nach dem ersten Gang ließ Herr Kantor Stern seine klangvolle Stimme ertönen. Der zufällig in Leipzig anwesende Rabbiner Lapian aus Kelm ergriff hierauf das Wort, um in geistreicher philosophischer Rede zu erklären, welcher Unterschied zwischen Israel und den Nationen besteht. Die Ausführungen wurden begeistert ausgenommen. Herr Kantor Spektor trug hierauf in Begleitung seines Sohnes einen jüdischen Gesang vor. Im Auftrag der Jugend' sprach noch Herr Kraus und dann wurde das Tischgebet zu Gunsten des Vereins versteigert. Die Festteilnehmer dieser wahrhaft jüdischen Feier trennten sich erst gegen 2 Uhr nachts. — Bei dieser Gelegenheit soll darauf hingewiesen werden, daß der Verein folgende Ziele sich gesetzt hat: Zusammenschluß aller gesetzestreuen Juden Leipzigs, Förderung des jüdischen Wissens, Erziehung der Jugend, Abhaltung von Lehrvorträgen, Unterhaltung der Mikweh. Würzburg. Unter der geschickten Leitung von Herrn B u r b a u m hatten wir in stark besuchter Versammlung einen trefflichen, begeistert aufgenommenen Vorträg von Herrn Wolf S. Jacobson über Keren Hatorah, für den bereits 2200 Mark Jahresbeiträge hier gezeichnet wurden. Dem hiesigen Kommissariat gehören die Herren Burbaum, Hermann Engel, Ernst Stern, Dr. I. Neubauer an, Ehrenvorsretznder ist Herr Rabbiner Dr. Hannover. Würzburg. Im großen Saalbau des Hotel Goldschmidt sprach am 30. Nov. Herr Wolf S. Jacobson- Hamburg über „Ziele und Aufgaben des Keren hatauroh" und verstand es, in seiner hinreißenden Weise, eine Begeisterung auszulösen, wie sie noch selten hier ber einer Propagandaversammlung zum Ausdruck kam. Die zahlreich erschienenen Hörer hielten denn auch mit ihrem Beifall nicht zurück und dokumentierten ihre Anerkennung für den Redner und ihre Begeisterung für den großen Gedanken des Keren hatauroh dadurch, daß sie fast ausnahmslos ihren Beitritt zum K. h. erklärten. — Der Leiter der Versammlung, Agudoh-Vorsitzender * H. Burbaum, der m seiner Begrüßungsansprache trotz der großen Erfordernisse in der eigenen Gemeinde einen Erfolg Voraussagen zu können erklärt und dabei auf die Ansicht führender Geister hingewiesen hatte, daß der gläubige Jude wieder als „salonfähig" betrachtet zu werden beginne, konnte am Schlüsse der Versammlung die einstweiligen Zeichnungen in Höhe von 2200 Mark bekanntgeben. Den Ehrenvorsitz der Ortsgruppe hat Herr Rabb. Dr. Hanover zu übernehmen sich bereit erklärt. Gelsenkirchen. Vor einer von Dr. Mar Meyer geleiteten, mäßig besuchten Versammlung sprach Herr Wolf S. Jaco.bson über Keren Hatorah» für den sich in der Aussprache Herr Rabbiner Dr. Weiß sehr warm einsetzte. Das unter Dr. Meyers Vorsitz gegründete Kommissariat hat am heutigen Abend schon Zeichnungen für 972.75 Mark Jahresbeiträge erlangt. Köln. Herr Jacobson -Hamburg hatte zu seinem guten Vortrag guten Zuspruch. Dr. Edmund Meyer leitete und wurde Vorsitzender des Keren Hatorah-Kom» mifsariats. Bis jetzt 2360 Mk. Jahresbeiträge. Essen. Als Ergebnis eines ausgezeichneten Vortrags von Herrn Wolf S. Jacobson ist die Wiedereröffnung der hiesigen Jessodej Thora zu begrüßen. Di« Versammlung war von. Herrn A. Rath sehr gut geleiett. Jahresbeiträge für den Keren Hatorah 1200 Mk. Köln. Am 23. Nov. sprach in der Jugendgrupp« Herr Wolf S. Jacobson fünfviertel Stunden über „Persönliche und agudistische Eindrücke in Krakau" mit dem Erfolg, daß eine weibliche Bees Jaakauw-Gemeinfchaft konstituiert wurde. Mannheim. Vortrag von Wolf S. Jacobson: über 200 Zuhörer. Dank vorher verabredeter zionistischer Opposition war das Publikum erregt, der Redner auch und erst recht wirkungsvoll. Der Herr Vorsitzende des hiesigen Keren Hatorah-Kommissariats, Rabbiner Dr. Unna, hat den Abend sehr warm geleitet. — Hiesig« junge Damen, Agudistmnen und Misrachistinnen, haben die Sache der Bees Jaakauw-Schulen recht eifrig kn die Hand genommen, und ein großer Erfolg ist zu erhoffen. Für Keren Hatorah wurden weit über 1500 Mark Jahresbeiträge zugesagt. Fulda. In einer vom Fuldaer Raw sehr schön geleiteten, von agudistischer Atmosphäre erfüllten und gut besuchten Versammlung sprach Herr Jacobson für ben Keren Hatorah. Mehr als 1800 Mark Jahresbeiträge erwirkte der Bortrag. Unter dem Ehrenpräsidium von Rabbiner Dr. Cahn, Rabbinatsassessor ßuiv stad t und Dr. Herz gehören dem Kommissariat an die Herren Dr. Ph. Frank, Mar Nuß bäum, Jacob E sch w e g e. Frankfurt a. M. Wolf S. Jacobsons trefflicher Vortrag hat nach Zahl und Beschaffenheit ein seiner würdiges Publikum der hiesigen Orts- und Jugendgruppen gefunden. Jahresbeiträge in Höhe von 3600 Mark wurden dem Keren Hatorah gesichert. Unser schon von Beginn an rühriges Kommissariat hat des Redners Anregungen mit erfreulicher Schwungkraft ausgenommen. Einleitend gedachte Herr Jacobson des Heimgegangenen Führers und eigentlichen Gründers ' der Jugendorganisation, Direktor Dr. Lange s. A. Di« Versammlung, die von Herrn Leopold Oppenheimer umsichtig geleitet wurde, spendete reichen Dank, und namens des X5. A. sprach Herr Dr. Ehrmann anerkennende Worte. Von hier aus begab sich Herr Jacobson nach Bayern. Bratislava. Vor einer von mehreren' tausend Personen aus allen Kreisen der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung unserer Stadt besuchten Versammlung, sprach gestern Herr Jacob Rosenheim aus Frankfurt a. M. über „Das Judentum und seine Zukunft". Am Vormittag hatten interne Beratungen in Anwesenheit unseres Gastes stattgefunden, um eine den Zeitverhältnissen entsprechende Intensivierung der Agudaarbeit rn der Slovakei vorzubereiten. Wilna. (A. I. P. B.) Vergangene Woche fand hier die Konferenz des Jefchrwohkomitees statt, das seinerzeit zur Hilfeleistung für die litauischen Jeschiwoth unter Vorsitz von Oöerrabb. CH. O. Grodzenskl gebildet worden ist. Aus dem erstatteten Berichte geht hervor, daß bis nun 80.000 Zloty gesammelt wurden. Cr wurde beschlossen, die Rettungsaktion zu intensivieren und in der nächsten Zeit eine Arbeitskonferenz nach Bialystock einzuberufen. Wien. (A. I. P. B.) Die Keren Hathora-Zentrale beginnt in der nächsten Woche mit der Ausgabe von Dollarkupons für die von dem Zentralrat in Krakau beschlossenen Hunderttausend Dollaraktion für die notleidenden Jeschiwoth. Die Kupons, welche von dem bekannten Maler llriel Birnbaum gezeichnet wurden, machen einen äußerst guten Eindruck. Die Kupons werden in der Höhe von einhalb bis 1000 Dollar ausgegebeu und sind ber allen Landeszentralen der Agudas Jisroel zu erhalten. Frankfurt a. M. Die hiesige Mädchengruppe hatte bei ihrer Veranstaltung zugunsten der Bees Jaakauw- Schulen in Polen starken Zilfpruch. Es wurden monatlich 200 Mark für dieses östliche Erziehungswerk der Aguda zugesagt. Kitzingen. Im Anschluß an einen (leider mangels Vorbereitung schwach besuchten) Dortrag von Herrn Wolf S. Jacobson wurde ein Keren Hatorah-Kommissariat aus den Herren: Rabbiner Dr. Wohlgemuth, I- U l l m a n n, Mar L u st i g, Raph. Kahn, Mar

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