Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1924)
- Date
- 1924-11-27
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 20 Der y 5 r o e i 11 Blätter 27. November 1924 übernommen und mit einem Aufruf für die Arba Amaus-Spende begonnen. In Ostgalizien wurde ein Keren Hoaulim unter Leitung der Herren S. Heller und Dr. B. Feßler eingerichtet und hat bereits schöne Erfolge zu verzeichnen. Die Palästina-Zentrale in Elsaß-Lothringen wurde durch die Zuwahl der Herren Oberrabbiner Weil-Colmar und Bloch-Zabern ergänzt. In Lettland wurde unter Leitung des Herrn Kaminetzki eine Palästina-Zentrale der lettischen Landesorganisation gegründet. In Deutschland wurde mit den Vorbereitungen zu einem Delegiertentage der Vertrauensmänner der Palästina-Zentrale in Hamburg für Anfang Tewes begonnen. Photographische Ausnahmen von einzelnen Klassen unserer Schulen in Palästina sowie ein Bild von Herrn Oberrabbiner Sonnenfeld-Jerusalem wurden hergestellt und fanden starken Absatz (die Bilder zu 50 Pf. das Stück von der Palästina-Zentrale Hu beziehen, bei größeren Bestellungen Ermäßigung). Der „Kol Iisroel", unser - palästinensisches Organ, hat sich streng an die Weisungen der Rabbinerdelegation 5684 gehalten und sich Angriffe auf „Kol Jakob" trotz dessen parlamentarisch nicht mehr zu kennzeichnendem Ton versagt. Als Illustration für „Kol Jakob" dient beispielsweise die Tatsache, daß dieses Organ den Bodenkauf der Agudas Iisroel als Schwindel darstellt und ein offizielles Dementi der Palästina-Zentrale nicht zum Abdruck brachte, während sogar die offizielle zionistische Presse in beachtlicher Objektivität den Bodenkauf der Agudas Iisroel registriert. „Kol Iisroel" hat in einer Beilage eine vorzügliche Darstellung der Leistungen der palästinensischen Agudas Iisroel im Jahre 5684 gegeben und zwar in folgenden drei Rubriken: 1. „Was wir leisteten", 2. „Was wir nicht leisteten", 3. „Woran wir unsere Gegner hinderten". Es ist tief bedauerlich, daß mit Ausnahme der Slowakai nennenswerter Zuwachs von Abonnenten in Europa für „Kol Iisroel" bisher nicht zu verzeichnen ist. Der Beschluß der Krakauer Zentralratssitzung, daß jede Ortsgruppe mindestens auf ein Exemplar des „Kol Iisroel" abonniert sei, harret noch der Verwirklichung. Die Palästina-Zentrale ist bereit, Abonnements entgegenzunehmen. Einige Artikel aus agudistischen, Plättern über Palästinafragen wirtschaftlicher und politischer Art wurden von der Palästina-Zentrale vervielfältigt und zur Information für weitere Kreise verwandt. 1 2. Schulwesen. Neben den bisher von der Aguda subventionierten Schulen ist die Gründung einer Talmud Thora in Kfar Saba (in der Nähe von Petach Tikwah), wo bisher keinerlei Schule vorhanden ist, ins Auge gefaßt worden. Die Mädchenschule in Jerusalem wurde durch Hinzufügung eines Näh- und S t i ck k u r f e s für die schulentlassenen Schülerinnen erweitert. Die Mädchenschule in Tiberias wurde aus den bisher unzulänglichen Räumen in ein neues, für dortige Verhältnisse komfortables Heim verlegt. Die Schule umfaßt bis jetzt drei Klaffen. Um den dringendsten Bedürfnissen des Schulwesens Rechnung tragen zu können, müssen der Palästina-Zentrale jährlich 3000 Pfd. Sterling zur Verfügung stehen. Bisher haben sich fast ausschließlich Deutschland und die Schweiz um die Aufbringung dieser Mittel bemüht, aber auch noch in unzureichendem Maße. Die Roschchaudesch-Spende, welche lediglich dem Schulwerke dient, muß unbedingt für jeden Agudisten zu einer Selbstverständlichkeit werden. 3. Emigration. Der Jerusalemer Aguda gelang es, für 10 Aulim, welche in Czernowitz wegen Paßschwierigkeiten aufgehalten wurden, Visa zu erlangen. Eine Gruppe polnischer Aulim gründete in Ranaüia auf einem Boden von 50 Dunam, welche ihr von einem polnischen Agudisten geschenkt wurden, eine agudistische Siedelung (in der Nähe von Petach Tikwah) auf genossenschaftlicher Grundlage. Die Aulim sind sämtlich talmudisch gebildet und arbeiten an ihrer jüdischen Ausbildung weiter, ohne dabei die landwirtschaftliche Betätigung zu vernachlässigen; hauptsächlich durch Gartenwirtschaft und Gemüsebau versuchen es diese unserer Gesinnungsgenossen, sich den Lebensunterhalt zu erwerben. Bis zu Beginn der nächsten Ernte wurde die Palästina- Zentrale um ein Darlehen angegangen, das aber noch nicht gewährt werden konnte. Nach Berichten Außenstehender erweckt der Betrieb dieser vorläufig einzig dastehenden Genossenschaft in den Nachbarkolonien allseitig Anerkennung. Die Vorarbeiten zur Einrichtung einer agudistischen Küche für Aulim in Jerusalem sind erledigt und es dürfte im Laufe der nächsten Wochen mit der Eröffnung dieser Küche zu rechnen sein. Bezüglich einer Verbilligung der Reise für Aulim, sowie eine bessere Verpflegung derselben hat sich die Palästina-Zentrale mit dem Palästina - Lloy d ins Benehmen gesetzt. Auch diese Verhandlungen dürften bald zu einem positiven Abschlüsse führen. 4. Bodenkauf. Die hauptsächlichste Betätigung der Palästina-Zentrale während der Verichtsperiode war die Realisierung des in Emek Jisreel erworbenen Grundstückerwerbes. In Palästina selbst mußten umfangreiche Vermessungsarbeiten vorgenommen werden, ferner eine Reihe juristischer Formalitäten erledigt werden, ehe die endgültige Uebertragung des Bodens auf den Namen der Agudas Iisroel vor sich gehen konnte. Unsere Jerusalemer Gruppe hat in vorbildlicher Weife alle ihre Kräfte zur Verfügung gestellt. In Europa war es nötig, um bis zum festgesetzten Termin den Kaufpreis erlegen zu können, Gelder durch Wiederverkauf des Bodens an Agudisten aufzubringen. An dem Bodenkauf beteiligten sich folgende Länder: Polen, Litauen, Deutschland, Slowakei, Amerika, Deutsch-Oesterreich, Holland, Schweiz, Frankreich, Norwegen. Besonders verdient hervorghoben zu werden, daß die slowakische Gruppe geschlossen, 100 Dunam Boden für die dort gesammelten Kofer Nefesch- Gelder erworben hat, daß ferner eine Gruppe von Chassidim in Jaworzno bei Lublin 200 Dunam erstanden, ferner, daß die orthodoxe Gemeinde in Kristiania als Gemeinde Boden kaufte, während sonst im großen ganzen Einzelkäufe getätigt wurden. Bei dem ungewöhnlich billigen Preis von 50 M. pro Dunam mußte die Palästina-Zentrale darauf bestehen, daß der Kaufpreis in bar ausgezahlt wurde. Als Endtermin für die Zahlungen war der erste Cheschwan vorgesehen, doch hatten die holländische, österreichische und schweizerische Landesorganisationen bis dahin ihre Beträge noch nicht abgeführt. Eine Refpektsfrist von 14 Tagen brachte uns noch den Verkauf von über 500 Dunam in Litauen und den Eingang von 1500 Dollar aus Amerika. Am 15. Cheschwan sah sich die Palästina- Zentrale genötigt, um den Kauf realisieren zu können, für den Keren Hajischuw ein D a r l e h e n von 6000 Pfd. Sterling aufzunehmen, wofür in höchst anerkennenswerter Weife, über 20 kapitalkräftige Agudisten sich als Garanten zur Verfügung stellten. Für das Zustandekommen des Darlehens gebührt Herrn Julius Holländer, Mitglied des G. A. und der P. Z. besondere-Anerkennung. Durch die vielfachen Wünsche der einzelnen Landesorganisationen veranlaßt, hat sich nunmehr die Palästina-Zentrale entschlossen, bei dem weiteren Verkauf des Bodens Teilzahlungen zu gewähren. Naturgemäß war es nötig, bei dem zukünftigen Kaufpreis die Bankzinsen und die sonstigen, durch die Teilzahlung entstehenden Unkosten, ebenso wie die Aufwendungen für die der Gesamtheit zugute kommenden vorläufigen Arbeiten an dem Boden mit in den Kaufpreis einzukalkulieren. Der Preis für 1 Dunam stellt sich nunmehr auf 69,20 M. oder 16 Dollar, von denen bei Ankauf 50 Proz. zu zahlen sind, der Rest in zwei Vierteljahresraten.Es ist derPalästina-Zentrale gelungen, zu den ursprünglichen 4000 Dunam noch weitere 225 Dunam auf demselben Areal zu erwerben. Den Boden.unter den jetzt erleichterten Zahlungsbedingungen im Laufe der Nächsten Wochen zu verkaufen, ist wohl die dringendste Aufgabe sämtlicher Landesorganisationen und Vertrauensleute der Palästina-Zentrale, denen es mit der Besiedlung Palästinas in agudistischem Sinne ernst ist. . Um auch den nichtkapitalkräftigen Agudisten die Möglichkeit zu geben, ein Stück Land in Erez Iisroel sein Eigen zu nennn, hat die Palästina-Zentrale im Sinne des Krakauer Beschlusses ein Sefer Hajischuw eingerichtet, in welchem die Namen derjenigen Bodenkäufer verzeichnet sind, die nur ein kleines Stück Boden erwerben und dieses zur Bearbeitung der Agudas Iisroel zur Verfügung stellen. An solche Käufer werden mit Bezeichnungen der entsprechenden Nummer des Sefer Hajischuw in drei Formen Besitzesurkunden ausgestellt: 1 Quadratmeter für 1 M., Arba Amaus für 5 M. und 1 Dunam für 50 M. Es dürften ganz besonders diese Besitzesurkunden für Geschenke bei freudigen Anlässen (Geburt, Barmizwoh, Hochzeit u. dgl.) zu verwenden sein. Eine genaue Karte des der Agudas Iisroel gehörigen Terrains wurde nebst einem Lageplan von palästinensischen Geometern hergestellt' und ist in verkleinertem Maßstabe von der Palästina-Zentrale vervielfältigt worden. Misrachi und Aguda. Die Aufforderung Rabbiner Fischmanns an die „Aguda", sich mit dem „Misrachi" zur Errichtung von Schulen in Erez Iisroel zusammenzuschließen, hat bereits in größerem Zusammenhang eine vorläufige Beantwortung gefunden, die in eine Frage ausklingt, die Frage nämlich, wie sich denn „Misrachi" zu der vom „Waad leumi" in seinem neuen Gesetzentwurf angekündigten „allgemeinen Erziehungsst e u e r" stellt. Kommt es zu dieser zwangsmäßigen steuerlichen Heranziehung aller jüdischen Einwohner Palästinas für die Zwecke der Erziehung, dann wird höchstens noch für den sogenannten höheren Unterricht, also für Realschulen, Gymnasien und — Jeschiwos Raum zu einer ErziehungsPolitik der Organisationen bleiben. .Die schulpflichtige Jugend vom sechsten bis dreizehnten Jahr verfällt dem „Waad leumi", der, mit den Steuern in der Tasche, nach dem Misrachi ebenso wenig zu fragen braucht, wie noch der Aguda. Es wäre völlig sinnlos, in einem Augenblick, in dem somit die ganze Grundlage wankt, auf der bisher alles Wirken für den nm "pan mnvn mmn sich vollzog, über neue Schulgründungen zu sprechen, statt zunächst einmal Schulter an Schulter alle Kräfte für die siegreiche Abwehr der vom Waad leumi eingeleiteten Daseinsbedrohung einzusetzen. seäenkel dev Tostsekeckkoriko dev ialßsttna* Zentrale rlev Agiulas Ikroel Ife 53 900 |^an6fufr^ VL