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Der Israelit · 1924-11-27 · Heft 48 (27.11.1924) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 48 (27.11.1924)
Date
1924-11-27
Page
– (sequence 15)
Language
German
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/ IMäffer fievausgege&en von dev jCandesoegaflifafion dev flgudaS'Jisvoet In Deutsekland IQ. Jahrgang Frankfurt a. M., den 27. Hooember 1924 / 30. Marcheschwan 5685 Hummer 20 An die LskideMveKlovien, Kommiidvlafe und Oertvouens. mönnev des Keren AstKöral Die Ausgabe der Koupon für die 1OO OOO- DollaraÜion steht unmittelbar bevor; mit den Vorbereitungen zur Absetzung mutz sofort begonnen «werden. Wir bringen deshalb den Krakauer Beschluß nochmals zur ' allgemeinen Kenntnis, nach welcher der Keren Hathora- Zentrale für das Jahr 5665 ein Budget von 100 000 Dollar bewilligt und diese ermächtigt wurde, sogenannte Dollarkoupon herauszugeben. Alle Landdirektorien, Kommissariate haben die Pflicht, eine möglichst große Anzahl kouponbücher von der Zentrale zu erwerben und für weiteste Verbreitung zu sorgen. Es ist mit Strenge darauf zu achten, daß bei allen Versammlungen für Keren Hathora diese Hefte vor allen anderen Aktionen abgeseht werden. Unsere Vorsteher mögen in schrislicher und mündlicher Werbearbeit immer wieder darauf Hinweisen, daß unsere rabblnischen Autoritäten, sowie die übrige gesamte oberste Leitung der Agudas Iisroel, .der Geschäftsführende Ausschuß, der Zentralrat „es als heilige Pflicht eines jeden Iehudi" bezeichnet haben, „zur Aüfrechterhaltung unserer Thoralehrsiatten und zur Linderung der gegenwärtigen unbeschreiblichen Rot wenigstens einen Koupon im Iahre zu erwerben". Es gelangen jetzt zur Ausgabe: 10 000 ä Dollar 20 000 ä 1 „ 5 000 a 5 „ 5 000 ä 10 3 000 ä 25 2 000 ä 50 „ 1 000 ä 100 „ 500 ä 200 100 a 500 „ 10 ä 1000 Wir bitten Sie möglichst sofort Ihre Bestellung nach hier aufzügeben. Es ist unbedingt notwendig, daß in den Chanuka-Tagen jede Stadt und jedes Dorf und jeder Flecken sich im Besitze von Keren Hathora-Koupon befindet. Die Herren Rabbiner und Lehrer mögen aufgefordert werden» von der Kanzel herab auf die Scheine hinzuweisen; auch die Schuljugend möge sich in den Dienst der heiligen Sache stellen. Dom Gelingen des Aktion wird es abhängen, ob der Keren Hathora in der Lage ist seiner großen und heiligen Aufgabe in diesem Jahre gerecht zu werden. Die Augen von zehnkaufenden Bachurim find auf uns gerichtet und harren der Hilfe! Die Keren Hathora-Zentrale. AaKKinev Aofef Vaumgavten. SvofyvMlnev Hl- Avie^maan-Sadagora. „Aul im". Don And« Katevi Schächter in Jerusalem. Unverkennbar ist die Wandlung, die in letzterer Zeit in der Palästinawanderung eingetreten ist. Anstelle der jungen unverheirateten ChalUzim, von denen ein großerTeil in Palästina das Land der Freiheit, auch der religiösen Ungebündenheit. sah, zuweilen auch von den Hoffnungen auf die politische Umwälzung, auf die englische Verwaltung ins Land gekommen war, um dasselbe nach den ersten Enttäuschungen in Scharen wieder zu Verlusten, statt dieser zweifelhaften Einwanderer sieht man jetzt fromme Juden, Familienväter ms Land strömen, für die „Jifchuw Erez Iisroel" ein über aller Politik und Wandlung der Zeit stehendes Thoragebot ist. Und schon ist es den neuen Einwanderern gelungen, hier und da das Straßenbild in Palästina zu verwandeln. Zeichen eines neuen Aufblühens find überall zu merken. Da und dort bilden sich neue religiöse Gruppen, es entstehen neue Erziehungs- und Lehranstalten. Als wichtiges Ereignis ist in diesem Zusammenhang die Ueberführung der Slobotkoer Jeschiwa nach Palästina, nach der alten Vaterstadt Hebron zu verzeichnen, wodurch diese tote Stadt zu neuem jüdischen Leben erwacht, dann die Errichtung der Jeschiwa „Or Soreach" in Jaffa, das nie eine Jeschiwa alten Schlages besessen hatte, die Gründung der bedeutenden Talmud Thora in Tel- Awiw, der Stadt des Gymnasiums. Demnächst soll auch eine Jeschiwa nach Petach Tikwa übersiedeln. Anstelle der Angst vor der Chaluzim-Jnvafion mit ihren destruktiven Ideen und Bestrebungen ziehen Freude und Hoffnung mit den gut jüdischen Elementen ein, die nun in großer Zahl kommen, um das Land auf der Grundlage der jüdischen Lehre aufzubauen. Allein mit der großen Zahl der gesetzestreuen Einwanderer wächst auch die Verantwortung des gesetzestreuen Judentums in den Ländern der Diaspora diesen Einwandern gegenüber. Nicht allein die Mittellosen, auch die Bemittelten und Befähigten stehen ohne Rat und Hilfe da bei der Suche nach einem Erwerbszweig, einer Lebensexistenz, die ihnen selbst und dem Lande zugute kommen soll. Das gesetzestreue Judentum hat noch keine zentralen Institutionen, die die Einwanderer empfangen und mit ihrem Rate leiten sollen. Es ist noch zu wenig für die geistigen Bedürfnisse der „Olim" gesorgt. Gar nicht zu reden von dem Mangel an materieller Hinsicht, wo diese not tut. Wie will das gesetzestreue Judentum sich rechtfertigen, wenn es vor die Gewissensfrage gestellt wird: Was habt ihr für die Pioniere in Zion Und Jerusalem getan?. Die einzige gesetzestreue Organisation, die sich Palästinaarbeit auf der Basis der Thora angelegen fein läßtdie Agudas Iisroel, hat, besonders nach der Kenessio Gedaulo vieles zur Besserung der religiösen und wirtschaflichen Lage im Lande getan. Dank ihren Arbeiten, dem energischen Eintreten der Rabbis von Ger, Sokolow und Sadagora setzte eine gesunde Einwanderung aus Polen ein, mit der sich ein neuer Kraftstrom ins Land ergoß. Dieser Weltorganisation und diesen Instanzen rufen wir aus ganzem Herzen zu: Führet euer Werk zu Ende und errichtet die Institutionen und Stellen zur Organ isierung d er Einwanderung und Versorgung und Verteilung der -Olim, die Ihr selbst mobil g e m ä ch t h a b t. Wir erkennen die bisherigen Goltze voll an. Mer Bodenankauf in „Kisloth mbi" ist von höchst erfreülicher Bedeutung, umsomehr als dieser nur ein Anfang für weitere noch größere Unternehmungen bedeutet. Aber damit dürfen sich nicht die Aufgaben der Organisation erschöpfen, die es auf sich genommen hat, alle Fragen des jüdischen Lehens in Palästina und in der Diaspora im Geiste der Thora und Tradition zu lösen. Eine der dringendsten Fragen, die nach raschester Lösung schreit, ist die des Olim- Heimes. Nicht ein Asyl oder eine Küche in gewöhnlichem Sinne, sondern ein Heim, das den Einwanderern in den ersten Tagen Obdach bietet, auch Verpflegung zu mäßigem Preise, das aber auch Zentrum des geistigen Lebens sein soll, in der Hauptsache aber auch eine Beratungsstelle sei, die die Fremden/mit den Verhältnissen des Landes und den Voraussetzungen der von ihnen gesuchten Existenz vollkommen vertraut macht. Hier müssen d ie gesetzestreuen Einwanderer auch materielle Hilfe in Form von Kredit gegen Sicherung erhalten. Das Heim muß mit einem Worte der Mittelpunkt für alle gesetzestreuen Einwanderer fein. Die Einrichtung eines solchen Heimes stellt uns vor gar keine so gewaltigeRiesenaufgabe, wie es im ersten Augenblick erscheinen mag. Denn ohnedies befaßt sich ja die Aguda mit all den genannten Punkten der Hilfe und Fürsorge. So handelt es sich hier ja nur um die Zentralisation der A r b e i t, die sie verbessert und verbilligt. Wenn heute die Mittel noch nicht ganz ausrerchen, fo ist es Pflicht der Rabbiner und Rabbis, denen nicht zuletzt diese erfreuliche Einwanderung zu danken ist, die Mittel für das Olim-Heim aufzubringen, was bei ihrem Einfluß auf ihre Umgebung nicht schwer fallen wird. Das Heim wird den „Olim" zum Nutzen und ganz Iisroel zur Ehre gereichen. Dahin zielt auch ein Beschluß des Zentralrates in seiner Krakauer Tagung im verflossenen Elul, und hat damit die Aguda eine Pflicht übernommen, die sie schnellens erfüllen muß. Bericht „ im Tifchri Eheschwan 5685. über die Tätigkeit der Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel. 1. Organisation und Propaganda. Unser BüroinJerusalem konnte dank der Munifizenz einiger deutscher Agudisten durch eine hebräische Schreibmaschine und durch eine den gesteigerten Ansprüchen entsprechende Inneneinrichtung ausgestaltet werden. Der bis jetzt nur im Nebenamt tätige Sekretär, Herr Glückmann-Porusch, wurde hauptamtlich angestellt und steht dessen wertvolle Kraft nunmehr ganz zur Verfügung der Aguda. Die P o a l e A g u d a s I i s r o e l in Jerusalem (agudistische Arbeiterorganisation) hat quantitativ und qualitativ unter dem Vorsitz des Herrn Luria (ein aus Frankfurt emigrierter polnischer Aule) und des Herrn Liwasser stark zugenommen. Die augenblickAche Haupttätigkeit dieser Gruppe besteht in der Beschaffung von Arbeitsgelegenheit in den Städten und judäischen Kolonien für ihre Mitglieder. Der Rabbinische Rat der palästinensischen Landesorganisation erließ einen warmen Ausruf zur Beihilfe für die wirtschaftliche und kulturelle Tätigkeit der Palästina-Zentrale. Besonders in den osteuropäischen Landesorganisationen hat dieser Aufruf ein starkes Echo ge- Jn P ol e y hat die Marfchauer' Palästina- Zentrale djs Oropagandatäsigkeit pt den Osten

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