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Der Israelit · 1924-11-27 · Heft 48 (27.11.1924) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 48 (27.11.1924)
Date
1924-11-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr 48 Der Israelit 27. November 1924 Leitung des Herrn. Samuel Heymann zur gleichen Z^it in den Räumen der Jugendgruppe statt. Meldungen für den „19 - Briefkurs für Damen" werden noch entgegengenommen. Der Kursus beginnt in den nächsten Tagen. Näheres wird, noch bekannt gegeben. Die «Jüdische Internationale-. Der Zentralverein hat für Montag abend eine, große Wählerversammlung im Zoologischen Garten einberufen, wohl eine W ä h l e r Versammlung, aber keine eigentliche Wahlversammlung, denn weder der Referent noch die. Diskussionsredner, mit eine einzigen Ausnahme, legten sich auf eine Partei fest. Der Grundton der Reden war: Gegen die antisemitische Verleumdung, vornehmlich gegen das Märchen der jüdischen Jnternationalenk Der Referent, Herr Dr. Bruno Weil aus Berlin, sprach lang und gut, ausführlich und volkstümlich, wie es in solchen Massenversammlungen geboten ist. Wo er sich auf historsches Gebiet begab, mochte er uns nicht immer gefallen. Es wäre unseres Erachtens nicht nötig gewesen, das jüdische Volkstum so ganz und gar zu regieren, eine jüdische Kultur zu bestreiten, Palästina als jüdische Urheimat und Hebräisch als Sprache der Väter in den tiefsten Hintergrund zu stellen, um unser Deutschtum zu legitimieren, wie es Herr Dr. Bruno Weil getan hat. Wir haben unsere Pflicht als Deutsche im Frieden und im Kriege mehr getan als man prozentual von uns verlangen kann, und sind daher gute Deutsche auch m i t jüdischer Kultur, mit Liebe zum heiligen Boden und zur heiligen Sprache der Väter. Die Teile des Vortrages, die sich mit den Antisemiten und ihren Märchen auseinandersetzten, waren zwar nicht neu aber klar und logisch durchgeführt und fanden den rauschenden Beifall des volkgefüllten» großen Saales. In der Diskussinn sprachen mehrere Herren, Nichtjuden, im Ganzen ihr Einverständnis mit den Ausführungen - des Referenten aus und protestierten, unter dem Beifall der Versammlung, auch ihrerseits gegen das Hetzwerk der Völkischen. Sehr sympathisch berührten die Ausführungen einer Dame, die als Vertreterin der „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit" die Bestrebungen dieser Organisation erläuterte, deren Parole lautet: „Nie wieder Krieg!" Als Vertreter des Zentrums ergriff dannnoch Herr Stadtverordnete BL r n-e r das Wort, um das Programm des Zentrums zu entwickeln. Es ist das Programm der r e l i g.-i ö f e n T o l e r a n z auf der ganzen Linie, allen Konfessionen gegenüber. Die glaubenstreuen Juden müßten nach den bisherigen Erfahrungen (der Redner nennt Windhorst, Lieder- Gröber, Erzberger und Wirth) zur Ueberzeugung gelangt sein, daß ihre politischen wie religiösen Reihte bei der Partei, die bei gut demokranscher Gesinnung im religiösen Positioismus wurzele, am . besten geborgen seien. Der Redner fand starken Beifall. Die Versammlungeingeleitet vom Vorsitzenden des Zentraloereins, Herrn Dr. Mainzer, nahm einen harmonischen Verlauf. Im Saale anwesende Deutschvölkische wagten sich nicht aufs Podium und beschränkten sich auf eimge schwache Zwischenrufe. Die antijüdische Dahlpropaganda der Deutschnationalen. Mehrere Zeitungen stellen fest, daß diesmal die Wahlpropaganda der Deutschnationalen ganz im antisemitischen Fahrwasser schwimmt. In der letzten Wahlversammlung der Deutfchnationalen in Frankfurt hielten Senatsvräfident Baldmann, Rektor Jafpert und Pfarrer Veidt, die Führer der Frankfurter Deutschnationalen, arge judenhetzerische Reden, Die Revolutton, so sagten sie, sei von der jüdischen Freimaurerloge gemacht, die Verfassung stamme vom Juden Preuß und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold sei eine jüdische Gründung. Kunst, Kitsch. Kino und Kaddlsch. Die jüdische Welle, die jetzt durch das Frankfurter Kunst- und Kitschleben geht, hat von irgendwoher auch eine Tragödie unter dem Namen „Kaddisch" heraufgespült. Ts ist eine kleine Ritualmordgeschichte, die mit dem Namen nicht mehr gemein hat, als das Kino mit unseren religiösen-Hebungen. Als Nitualmordtragödie hat die- Sache nichts von der künstlichen und künstlerischen Tiefe der Arnold Zweig'schen „Sendung Smeiels" noch eine Spur von der realen lebendigen Tragik in Tissa Etzlar, Kleve, Könitz, Polna und Kiew. Der Film bewegt sich auf glatten und platten Ebenen: Ein galizischer Jude halt in seinem Hause Hochzeit. Da der Vater des Bräutigams mit der Lösung der Partte rm letzten Momente droht, für den Fall, daß die Mitgift nicht erlegt wird, sieht sich der Brautvater gezwungen, seine Schulden der den Bauern noch am gleichen Tage einzutreiben, und er läht einer Bauersfrau, deren Mann dem Spiel und Trunk ergeben ist, das Mehl aus dem Haufe wegfahren. Der Bauer schwört Rache. Da es sich gerade so trifft (und was trifft sich im Film nicht alles?), daß des Bürgermeisters Kind, das munter vor dem jüdischen Hochzettshause gespielt hatte, verschwindet, lenkt der . gepfändete . Bauer die Aufmerksamkeit der Mutter und des Volkes auf Rubin, den jüdischen Kaufmann. Die Hetzjagd beginnt. Ein Pogrömchen, das sich auf das Haus Rubins beschränkt und trotz dem energischen Einschreiten des gerechten Bürgermeisters, der keinen Augenblick an der Unschuld des Juden zweifelt, ein Todesopfer fordert: Frimel, die eben erst neben ihrem Angetrauten unter der Ehuppa gestanden hatte. Die Tote wird begraben, und das verschollene Kind wird von einem Fuhrmann, aus dessen Wagen es bis in die Landstraße hinausgefahren ist, heil an Leib und Helfet den Hungernden und Frierenden! Erwerbet Münzen der Sozialen Kommission der ' Agudas Jisroel! Leben heimgebracht. Die Geschichte wickelt sich unter einigen hübschen Bildern aus dem jüdischen Leben Galiziens ab. Man sieht eine Hochzeit, man sieht eine Beerdigung, man sieht Juden in Gebet versunken und verzückt Freudentänze aufsühren. Unvermeidlicher Kinokitsch, der auch bei tragischen Situationen nicht fehlen darf, sorgt für groteske Episoden, die wie kleine Inseln in einem Meere von Rührseligkeit wirken. Was das Ganze mit Kaddisch zu tun hat, bleibt, trotzdem zu Anfang und zum Schluß die Lichtwand das ganze Kaddifchgebet in vollen flammenden hebräischen Lettern zeigt, unverständlich . . . Bereinskalender. Merein Mekor Hyajt«. Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörsaal Friedberger Anlage „Mikro" Herr Oberlehrer Jos. Kaufmann. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dinim"; Herr Rektor Falk, — 12% Uhr in der Frauensynagoge der Klaus niD« 'pas; Herr Professor A. Weyl. — nachm. 374 Uhr im Dereinslokale Langestraße, „Tefilokur s"; Herr Dr. Hofmann. — abends 7e9 Uhr Dortrag Dr. Ehrmann über „Chassidismus".Werren und Damen). Sonntag und Mittwoch früh nach Schul rilLv □wn; Herr Red. Schachnowitz. — Sonntag vorm. 9'/» Uhr und Dienstag abend t> Uhr .Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. — Sonntag abend 6 Uhr im Vereinslokale, „Die Alten von Attuna"; Herr Emil Goldschmidt. — Montag und Mittwoch abend 7 Uhr .Gemoro", Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Montag abends 83/4 Uhr (auch Donnerstag) ..Gemoro", Herr Dr. Eliefer Posen. — Dienstag und Freitag früh nach Schul „Mischnah", .Herr Rektor Falk. — Allmorgendlich nach Schul Mifchna- Mitgliederlemen. Jeden Abend 9 Uhr v"w-Lernen. Alltäglich von 2—7 Uhr mittags: Gelegenheit zum Lemen jeglicher Art (auch Schiur-Lemen). Dozent: Herr Herz Halpern. Jahrzeits-Stift ungen: Samstag, 29. Nov., Louis Golde-Stiftung. Agudas Aisroel-Hrts- und Jugeudgruppe. Alltäglich von 8—12 Uhr vorm.: Gelegenheit zum Lemen. von 12—1 Uhr „Das Jaumi". Herr Herz Halpern. Sonntag, 8 morgens Chumifch mit Rafchi; Herr Leopold Oppenheimer. - 2 Uhr mittags, Mttgliederlernen (Mifchna). — abends 8 Uhr „Sanitätskurs". Montag, 1/29 Uhr abends (auch Donnestag), „Mifchna"; Herr Herm. Hirschberg (Hegelstraße 13). — 7,9 Uhr ab tn« "N (Mitglieder). — V29 Uhr ab „Gemoro", Herr H. Halpern (auch Donnerstag). — 9 Uhr ab „Gemoro", Herr M. Novak jauch Dienstag, Mittwoch u Samstag). Dienstag, ^9 Uhr abends „Gemoro", Herr Dr. W. Hof mann. Mittwoch, 729 Uhr abends „Gemoro" (Mitglieder). — 8 Uhr Aussprache. „Europakultur und jüdische Kultur"; Herr Herbert Kruskal. Donnerstag, 7»9 Uhr abends m'Älv, Herr M. Kurzweil. — 9 Uhr abends „Dinim... Herr Gerfon S ch n e r b. Parallelkurs zur gleichen Zeit, Herr Samuel Heimann. Freitag abend nach Schul „Sidrovortrag", Herr Jfkae Sulzbach. — abends 8 Uhr gemütliche Zusammenkunft in den Räumen des Mekor Chajim. Samstag, 10 Uhr morgens „Gemoro", Herr Dr. I. Posen. - „Kizzur", Herr Louis Kahn. — 11 Uhr ym, Herr Dr. W. Hofmann. — >pas Mn«, Herr H. Frankenthal. — 12 Uhr „Gemoro", Herr H. Halpern. — „Mifchna", Herr Lehrer Hirfchb«rg. — 2 Uhr „Rafchi" Herr M. R 0 vak. - %3 Uhr „Gemoro", Herr Dr. W. Hofmann, m« «n, Herr M. Novak, „Gemoro", Mitglieder. — 4 Uhr aa« "n, Herr H. H a Ipern. Agudas Aisröek-Mädcheugruppe. Sonntag abend 8 Uhr, Sanitätskurs. Herr Dr. Rothschild. Montag, 9 Uhr abends. „Newiim", Herr Lehrer Unna. Dienstag, abends 7a9 Uhr, „Dinim", Herr Drj W e g e r. Mittwoch, abends V*9 Uhr. Aussprach e. Donnerstag, abends 7s9 UH7„19 Briefe". Freitag abend nach Schul, „Sidro". — 8 Uhr abends gemütl. Zufammenfem, Hanauerlandftr. 17. Vortrag des Herm Wolf Jacobson» Hamburg über „Die den Jaakow-Schule". Samstag, 7211 Uhr „Tillim", Herr Louis Kahn. — 11 Uhr rii2« Herr H. Frankenthal. — 4 Uhr 1nin, Herr Lehrer Hirschberg. Jüdische Israuenvereinigung. Dienstag abend 8% Uhr öffentlicher ^Vortrag für Herren und Damen in der Aula der Realschule Am Tiergarten. Thema: „Messtanische Verirrungen in früheren Jahrhunderten" (Sabbatai Zewi). Referent Herr Redakteu S. Schachnowitz. Gäste willkommen. LiwjaLY H6err-Merein. . Samstag mittag nach Mincho im Hörsaale Friedberger Anlage „Midrasch", Herr Redakteur S. Schachno witz. Meshamidrasch, Hstendstraße 18. Allabendlich zwischen Mincho und Maariw aa« "N sowie Samstag morgen 11 Uhr „Aus der Siora", Herr Ro sen zw ei g. Freitag abend nach Schul sowie vor Sabbat ausgang halbstündiger Vortrag des Herrn B. R a ch elsohn über mw rvo^n- Gmoro-Schiur des Herm Dr. Isaak Breuer. Sonntag 7--9 Uhr vorm., Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends ih9 Uhr. v"v man* Allabendlich von Sonntag bis Donnerstag Ostendstraße 18, 6—1/28 -Uljr abends „Gemoro Megilla", Rabbi Salomon Web er. W. Z. A. (Frankfurt a. M.) 1. D. I. A.-aiy'rp, Leiter Bbr. Dr. Ehrmann, nai? von 740—12 und 672—7 /» Uhr. Sonntag morgens von 8—9 Uhr, Donnerstag abends von 726—10 Uhr, in der nan**, Friedberger Anlage 4, Zimmer 4, Beginn rintf vorm. 10% Hör. 2. 95. I. A. iip'V, Leiter Dr. Rofenblüth. erste Zusammenllunst, Donnerstag» 4. Dezember, Meriänstraße 33 II., dort nähere Verabredungen. 3. Arbeitsgemeinschaft: Jüdische Lebensanschauungsfrsgem Sonntag abends %9 Uhr pünktlich bei Bbr. Dr. Jf. Posen, Am Tiergarten 42 HL 4. Stellenvermittlung. feWS!Si*"9S' E- ,-cht Stelle: a. für einen orthodoxen 2. Dr. chem. , der lVs , Augenarzt. Jahre in einem Labob. für einen orthodoxen ratorium tätig war. Zahnarzt. d. Ein Assistenzart. c. Ein Kinderarzt. Jatmud'Wora-Werein. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Freitag abend: nach Schlüß des Gottesdienstes Vortrag. Samstag, 11—12 Uhr Pis jnVtf; Herr S.Unna. — 374 Uhr: •»"tzn zum Wochenabschnitt, Herr Rabb.-Ass. Lipinsky. — % Stunden vor Nacht «ays, Herr S. Unna. — Sonntag, 97z Uhr vorm, «am; Herr S. Unna. — nach Mincho anrül»* Herr S. Unna. — 6Uhr abends Vortrag des Herrn Dr. H. Speyer über . ..Große Frankflrrter Rabbiner". Montag: 67i Uhr abends, apy’ j’tt» Agadifche , Stellen aus dem Talmud. Herr S. Unna. Mittwoch: 67t Uhr abends, a’atP’nVo», Herr Dr. Braun. Donnerstag: 872 Uhr abends, «am, Herr S. Unna. S chiur für Damen: Mittwoch: 67< Uhr abends, a^ra, HerrS.Unna. Don Sonntag bis Freitag morgens nach Schul ,äuv» bezw. rny jnW. Herr Oberkantor E. Groß bezw. Herr S. Unna. Fortbildungsunterricht für junge Leute, Knaben und Mädchen täglich mehrere Stunden; Anmeldungen an Ad. Dorfzaun, Am Tiergarten 52 (H.4878). Schiurim in der Syn a goge „Hermesweg". Von Sonntag bis Freitag morgens nach Schul MV» Pezw. iav'N7v. Heöetzeitett. ma^in Jiav Freitag abend 4.05. Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 4.— Samstag abend 5.20. N) och eng ottesdienst: Morgens 6.50. Nachmittags 4,— Tefilin-Legen am Morgeir 6.50. Lö st B lumenabzugun st enunter ernährt er Kinder. Jüd. Frauenvereinigung. E. B. Hansa 2826. Postscheckkonto 42258. FamUiermachrichten. Barmizwo: Joses, Sohn des Herm Hippolyt Baer, Hölderlinstraße 9. Synagoge Friedberger Anlage.

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