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Der Israelit · 1924-11-13 · Heft 46 (13.11.1924) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 46 (13.11.1924)
Date
1924-11-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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13 November 1924 Nr. 46 Seite 5 haben, Steuerzahlen kann an und für sich niemals min mv'8 sein. Ich sage: er mußte so gesprochen haben; denn wozu8nai^>saV8nv''aaa sein, warum seine Theorie auf den Streit von und a"s stellen, wenn eine so glänzendeinfache Halacha zur Verfügung steht?- Oder war er von sqiner Ueberzeugung so durchdrungen, daß er eine eingehende Begründung nicht für nötig hielt? Das würde er „Voreingenommenheit" nennen. Ich will die Frage nicht aufwerfen, ob nicht selbst nach dem "pa>nn nso zu unterscheiden wäre zwischen leihen und geben. Will auch nicht zu lange bei der 'n nawa n"s n’srw na^a , verweilen, in der selbst Geldwechseln für einen, der im myaw sein Feld bearbeiten läßt und seine Arbeiter bezahlen will, in einer Reihe mit den unmittelbar dem niv'8 dienenden Geräten genannt ist und, ohne daß zwischen den Fällen unterschieden wird, nur dann und insosem erlaubt wird, als die Möglichkeit von min HT’M oesteht. Dagegen sei auf 8aVn in n"<8"s? ", i"v 'smn hingewiesen, in welchem ^svin "as Geldvermitteln mya 8’saa wohl als 'nmn ysh bezeichnet, und zwar zugleich für ’nrv Rabb. Unna hätte also, da er von jedem nrnin nnia Berücksichtigung aller Ansichten und Abwägen der Meinungen gegeneinander fordert, den Nachweis bringen müssen, daß wir die Ansicht des n"8nimna^.n^>n".nv gegen 'soini '"vn annehmen müssen. Das scheint gar nicht so sicher zu sein. Die Untersuchung hierüber kann aber meinerseits deswegen unterbleiben, weil, selbst die An, sicht des mn alsrn^n vorausgesetzt, die Berufung auf ihn in diesem Falle ein unerklärlicher Fehlgriff ist. Herr Rabb. Unna läßt die Unterscheidung zwischen v"ias? und völlig außer acht. Zwei Zeilen nach der von Rabb. Unna zitierten Stelle des •pa’nn nsb bringt dieser den yn aus n"s? V'ü pp t"3?. daß man einem niDN keinen Gegenstand verkaufen darf, den er verbotenerweise an v"ias? weiterverkauft. Nun ist dies aber ein ’asVn 'as*?- eine mittelbare Verursachung, und dennoch verbot en. Das scheint ein Widerspruch im N".nv zu sein. Dieser Widerspruch trifft aber nicht den sondern die mm selbst und ist bereits von 'soin bemerkt und gelöst. Dieses ^vind,as sich mit dem N",nv keineswegs in Widerspruch befindet, bringt der Kommentator des N"nv' der nnaa und erläutert es folgendermaßen: 'rn 8pii y'th bv nnna ir« 'naani ’naa1? im 8ini naa si'2 mcm ^8ns>'^ maaV Va« •nnna prr ‘jsnw-'n ntt ‘pwaa naian a"8 s?"*)1? *73? nmia nn'as? 18 nnn8 nvay •>I? na nTas? maj'n ^'V2a 8im s?"s^ *?s? mixa a"a •jwsnn ^n^'n a"8 •®ma n'pina v.n'nan srs’n rn'av masm ^8iV^ Daraus geht mit absoluter Deutlichkeit hervor, daß ’naa ’aa^» der •>asW ’aab nv'8 überhaupt nicht besteht. Es ist n^nna^ erlaubt ihm zu verkaufen. D a g e g e n •’aa1? i st b e r ’as^n ,asb darum e in sn^rnsn rnv''8' weil e s keinen Unterschied macht, ob ein denanderenzueineranderen m*>asr oder zur nn^as? von ms? ms1? bringt. Es ist unverständlich, wie Herr Rabb. Unna von einem pan nitP8 des ’as^n ’asb sprechen kann. Das trifft weder beim 'naa noch beim ^812?' zu. Dagegen finde ich in diesem pa'N nnaa bezw. im 'soim n".nv eine weitere Stütze. Wenn ein Steuerzahler dem Reformvorstand Geld gibt, verhilft er damit zur Errichtung verbotener Institutionen, also zu V"gi?und ist damit selbst nais? auf rrnrninn s?"s^> Das Gebäude des eklatanten nid'8 ^"-,81 ist nicht erschüttert. Wohl aber erweist sich der nia'atj des Herrn Rabb. Unna als nia'vp. (Schluß folgt.) Eine weitere Erwiderung auf die Artikel-Reihe des Herrn Rabb. Dr. Unna von I. A. Biberfeld- Hamburg mutzte wegen Raummangels seit mehreren Wochen zurückgestellt werden. Der Israelit KM Korrespondenzen!!« ßacbricbten. 2>«utf4>e$ Reich. Vom Wahlkampfe. Berlin, 5. Nov. Wie schon mitgeteilt, hat die Deutschnationale Volkspartei in ihrem zweiten gemilderten Aufruf einen Passus eingefügt, der die Bekämpfung der jüdischen Vorherrschaft und, die Grenzsperre gegen die Ostjuden betrifft. Die der Partei nahestehende Telegrasen- Union hat den Aufruf an die Provinzblätter ohne diesen Passus weitergegeben. Als man darauf aufmerksam wurde und von einem Wahlmanöver sprach, berichtigte die Telegrafen-Union, der Satz sei durch ein technisches Versehen ausgelassen worden. — Die sich als überparteiisch ausgebenden Vereinigten vaterländischen Verbände haben einen.Wahlaufruf erlassen, in welchem „alle christlichen, vaterländisch gesinnten Volksparteien zu einem einheitlichen Vorgehen int Wahlkampfe gegen die dem Auslande gefälligen undeutschen Kräfte" aufgefordert werden. — Die Deutsche demokratische Partei hielt am 2. November zu Berlin einen außerordentlichen Parteitag ab, in welchem die Richtlinien für den kommenden Wahlkampf ausgestellt wurden. Es wurde einstimmig eine Resolution angenonimen, deren Punkt 4 folgendermaßen lautet: „Wir kämpfen für einen Liberalismus, der Klassen-, Kasten-, Rassen- und Standesgegensätze überwindet und eine freudige Staatsgesinnung in allen Schichten des Volkes weckt." Der Reichslandbund, die größte Organisation der Landwirte in Deutschland, erläßt aus Anlaß der kommenden Reichstagswahlen einen Aufruf, in welchem es u. a. heißt: „Nicht die Bestrebungen des internationalen Welthandels und die Ziele einer alljüdisch geleiteten Weltwirtschaft sollen künftig in Deutschland ausschlaggebend seln . . . Den Interessen weniger großer Exportfirmen darf nicht die Existenz von Millionen bodenständiger Deutscher zum Opfer gebracht werden." Dazu ist zu bemerken: Der Reichslandbund gibt sich als eine überparteiische Wirtschastsvereinigung des Bauerntums aus, steht aber den Deutschnationalen sehr nahe und hat die deutschnationale Reichstagsfraktion vor der Abstimmung über das Dawes-Gutachten unter allen möglichen Druckmitteln dahin beeinflußt, daß die Fraktion dis Hälfte ihrer Mitglieder als Ja-sager abkommandierte, damit die erhofften ausländischen Kredite für die großen Landwirte nicht gefährdet werden. Geftevvcich. - Die kulluswahlen in Dien. Wien, 12. Nov. (Privattelegramm.) Die gestern erfolgten Wahlen in die Kultusverwaltung ergaben folgendes Resultat: Gewählt sind 28 der Vereinigten Liste (bisherige Kultusverwaltung), 5 Sozialisten, 2 Religionsblock, 1 Achdus. Gcrlizieir. Annullierung der Lemberger kulluswahlen. Lemberg, 10. Nov.! Der Lsmberger Stadtrat hat auf die Intervention der assimilatorischen Kreise hin, die bei den im Juni d. I. stattgefundenen Wahlen in die jüdische Gemeinde keinen einzigen Vertreter durchzubrkngen vermochten, diese Wahlen annulliert. Organisalionsfragen in Jugoslawen. Z e n t a (Jugoflawien), 30. Okt. Sonntag den 26. Oktober fand hier zur Besprechung wichtiger Organisationsftagen die von Delegierten der orthodoxen Kultusgemeinden beschickte Landesversammlung der Orthodoxen Jugoflawiens statt. (Durch den Friedensvertrag erhielt Jugoslawien ein Gebiet von Ungarn. Damit sielen auch Pubotica und Zenta an dasselbe — zwet Ortschaften mit jüdischer Bevölkerung. Bis jetzt existieren im Königreich S. H. S. sieben autonome orthodoxe israelitische Gemeinden.) Polen. Glu Anschlag gegen dle jüdische Religion und Wirtschaft. Warschau, 4. Nov. Eine Delegation, bestehend aus den Deputierten Farbstein und Rabbiner Brodt, erschien beim Innenminister Huebner und beschwerte sich darüber, daß der Warschauer Wojwode die Resolutionen gewisser Körperschaften über die Verlegung der Markttage in den von Juden bewohnten Städten von den Wochentagen auf den Sonnabend genehmigt hat. Die Deputierten wiesen den Minister auf die Gefahr hin, die den Juden in religiöser wie in wirtschaftlicher Hinsicht droht, und erklärten, die Resolutionen würden von jenen Gesellschaften beeinflußt, die sich die Ausrottung der Juden zum Ziel gesetzt haben. Der Minister versprach, die Angelegenheit zu untersuchen und die gerechten Forderungen der Juden zu berücksichtigen. Die jüdischen Abgeordneten übergaben dem Minister zahlreiche Beschwerden P 0 s e n e r Juden, die erklärten, daß sie von' dem berüchtigten Sekretarczik vor den Augen der Polizei mißhandelt worden sind und daß die Polizei nicht nur jeden Beistand verwehrt, sondern sogar die Abfassung eines Protokolls abgelehnt hat. Der Minister drückte seine Verwunderung darüber aus, daß sich Sekretarczik auf freiem Fuß befindet. Der Posener Wojwode hätte ihm berichtet, daß Sekretarczik im Gefängnis seine Strafe abbüßt. Cr versprach, dem Justizminister die entsprechenden Informationen zu geben. (I. T.A.) Das Baron Hirsch-Schulwesen in Galizien. Warschau, '10. Nov. Im polnischen Unterrichtsministerium fand dieser Tage eine Sitzung des Kuratoriums des Baron Hirsch- Schulfonds statt. Bekanntlich hat Baron Hirsch diesen Fond für Erhaltung jüdischer Schulen in Galizien und der Bukowina gestiftet. Das Kuratorium hatte bis jetzt seinen Sitz in Wien. Nach einer Debatte, im der sich der Direktor des Kultusdepartements Dr. Piäarsky und der gewesene Unterrichtsminister Dr. Zwiklinsky beteiligten, wurde beschlossen, die Tätigkeit des Fonds wieder aufzunehmen, das Vermögen von Wien nach Warschau zu überführen, den früheren Beschluß über den Verkauf der Schulgebäude zu annullieren und die verwüsteten Gebäude wieder aufzubauen,- ferner mit der rumänischen Regierung wegen ihres Anteils am Fonds (da die Bukowina jetzt zu Rumänien gehört) in Unterhandlungen zu treten. . Es wurde eine Sonderkommission eingesetzt, welcher die Herren Stanislaw Natansohn (Warschau), Dr. Raphael Landau (Krakau), Dr. Emil Parnes (Lemberg) und Dr. Ascher (Wien), angehören. Die jüdische, nicht nur die orthodoxe Presse bemängelt es, daß sich das Kuratorium aus Asfimilanten zusammensetzt und daß die offizielle Vertretung der polnischen Judenheit, die Deputierten und Senatoren, nicht zu Rate gezogen worden sind. Die palästinensische Bürgerschaft für polnische Juden. Warschau, 8. Nov. Gemäß einer früheren Verordnung der polnischen Regierung veröffentlicht jetzt das Kriegsministerium Vorschriften, laut welchen polnische Juden, die im militärpflichtigen Alter stehen und nach Palästina auswandern wollen, keine besondere Erlaubnis des Kriegsministers einzuholen brauchen, wenn sie die palästinensische Staatsbürgerschaft annehmen. Personen, die eine andere als die palästinensische Staatsbürgerschaft annehmen wollen, bedürfen hierzu einer besonderen Erlaubnis des Kriegsministers. Ein Optionsgesuch für Palästina genügt, um den Optanten von den Pflichten der polnischen Staatszugehörigkeit, auch den militärischen, zu befteien. Das gilt nicht nur für Personen, die bereits in Palästina wohnen, sondern auch für solche, die die Absicht haben, sich in Palästina anzusiedeln. (I. T. A.)

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