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Der Israelit · 1924-11-06 · Heft 45 (6.11.1924) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 45 (6.11.1924)
Date
1924-11-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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6. November 1924 Der Israelit Nr. 43 Seite 7 NWaM "Dtt jüdische Kommunist Lew rvurds aus der ÄmmunistiHen Partei ausgeWosseu, weif nachgewiesen würde, daß er sich am letzten Pessachfeste bei Verwandten an. einer Sederfeier beteiligt hatte. In Ger d rt j chew wurde ein eigener Gerichtshof mit Jiddisch als ' offizieller Sprache eingesetzt. Aehnliche jiddische Gerichtshöfe sinh auchfür Kiew und äydere Städte vorgesehen. — Dje in Kiew stattgefunyene Kon* ferenz dersogenannten unparteiischen jüdischen Arbeiter hat eine Resolution angenommen/in der die ukrainische Regierung ersucht wrrd, die Brodsky- Synag o ge in einen Arbeiterklub umzuwandeln, da sie als eine kapitalistische Institution abgeschafft und das Gebäude der arbeitenden Klasse zur VerMgMg geftcirt 'werben müsse. ’ Frankreich. In mehreren Pariser Hotels wurden insgesamt über 10Ö? jüdische': Flüchtlinge verhaftet, die ans illegalem Wege nach -Frankreich gekommen waren, AM sich von hier nach Amerika einzuschiffen. Die Flüchtlinge' sind' offenbar Opfer gewissenloser' Agenten. Amerika.. In Amerika hat sich eine jüdische Aerzte- OrganiMoit gebildet mit dem Zwecke, jüdische Aerzteflüchtlinge Ländern zuzüsühren, die ihnen eine Eristenz versprechen. ' Personalien. HMerstadfi 26. Oktober, Während am mx. n'tn naw in der Halberstädter Schul in dem Büche gelesen wurde, datz der Stgub zu her Erhe zurückkehrst he,r Geist -aber heimwärts, tzile zü der Stätte, die ihn entsendet, .Wb einer dem anherey. tief ergriffen die Kunde werter, dah Nathan Stern, her Lehrer der Jugend, in her oergangenen. Nacht plötzlich heifngegangen sei. Und ies war mls oh eine leM Wehklage wortlos durch die Schul zog. Nathan Stern, ward im Jahre 1868 in Würzdes nHm y$mr gebqren. Hr besuchte Tdhs LEer- -feminar seiner Heimatstadt, war sodann an dek jüdischen Schule in Altona und der Talmud Thora-Schule in Hamburg tätMÄW Legücktz .-HM^seme hiesige Wirksamkeit, die er fast drei Jahrzehnte ausgeübt hat. — Mit -Nathan Stern .ist ein Lehrer von seltener Pegahung und äüßergewö.hnlichen Fähigkeiten dahintzögangen.. Seine ganze Kraft und'seiist reiches/ Könyerl stellte er in den Dienst der Schule und'wiöMte^M mit höchster Opserwilligkeit dem Beruf- , der ihm Lebensinhalt bedeutete. So sehr ihn die letzten. Jahre äußerlich. gealtert, hatten,, in seiner Mitzkeit-war Hk jum gMjehech - Mst regster Anteilnahme verfolgte? er alle Neuerscheinungen auf hem Gebiete der Jugenderziehung, prüfte sorgsam Vorschläge nnd Anregungen für ven^Unteüklchi/ uin dann die Wege etnzüschlagen.'die seiner gereiften. Erfahrung die richtigen schienen:'Mit feinem'Verständnis versenkte er sich m m. Seele jedes Kindes und verstand es, tnst dem mahnendem Worte des Lehrers die liebevolle Vertrautheit des Freundes der Jugend ^vereinigend / Nun hat ein schneller Tod dfe^m reichen Heben em frühes-Zfel . gesetzt. Ws der vafä führM, . En leine letzten Schritte, m»» yn»D verklärte dieScheidestunoe feines Lebens) das.von .mz« unh i kch2w i-'v?ast erMtt war./ M ' - -'-MZW ^vmrybb nr VAisa n«isn’ n« Vnrghaun, 2H. Oktober. Nach 22 jähriger Tätigkeit verläßt HM Lehrer Strauß unsere Gemeinde, in der er mit Hiebe und Treuegewirkt hat. Als seltener und aufrechter Mann, der den ü»« ' persönisizierte, hat er sein Miges Amt m Unserer Gemeinde mit unermüdlichem'Eifer und peinlicher Gewisseühaftigkeit ausgeübt.' Ms Lehrer suchte ek die Jugend auf die Wege der nim zu führen, als nv» weckte er durch die Innigkeit feiner die niio , als vnw, der unaufhörlich fein Wissen erweiterte und vertiefte/trug er das niivv in unsere Häuser.'' Herr Provinzialrabbiner Dr. Cahn-Fulda dankte vor versammelter Gemeinde dem Scheidenden für sein Wirken und'wies besonders darauf hin, daß er mit feinem'Haufe der-Gemeinde ein Vorbild für .uiörr gegeben und daß er in Freude und Leid zur Gemeinde gestanden habe.' Er mar ein wahrer oii-v sym; und es war nicht Immer leicht den zu wahren. y^'vr ritixsn übte"er im Verein mit seiner ihm gleichgesinnten Gattin in so liebevoller und selbstverständlicher Weife, daß, wer über die Schwelle des Hauses gekommen war, sich nicht mehr fremd fühlen konnte. Wir wünschen Herrn' Strauß und seiner Familie von Herzen, daß sie im neuen Wirkungskreis Befriedigung finden und daß es ihnen vergönnt fei, lange Jahre das tan n-bm zu üben, das mit ihrer neuen Tätigkeit verbunden ist. Langenselbold, 22. Oktober. Am smn •o'raw konnte hie hiesige israelitische Synagogengemeinde auf den 75fährigen Bestand ihrer Synagoge zurückblicken. Die Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, diesen Tag in würdiger Weise festlich zu begehen. Unter Beteiligung der ganzen Gemeinde und der Mitwirkung des Synagogenchors und insbesondere des geistigen Führers der Gemeinde,Herrn Lehrer Ehrenreich, gestaltete sich die harmonifdi verlaufene Feier zu einem imposanten Bekenntnis zum Gemeindegedanken. Den Höhepunkt der Feier bildete die herrliche Festrede des allgemein geachteten Lehrers Ehrenreich, der schon länger als zwei Dezennien in der Gemeinde wirkt. Insbesondere gedachte er der früheren Synagogenältesten und Lehrer/ die feit Jahrhunderten zur Ehre des Höchsten ihres. Amtes in der Gemeinde gemattet. In gehobener Sttmmung verließ jeher Teilnehmer das festlich geschmückte Gotteshaus. Langenselbold ist eine alte ehrwürdige Gemeinde und dyrf heute noch als eine Vs.'w’a dki t»? bezeichnet rverhen. Es" ist dies wohl ein Verdienst des derzeitigen Lehrers Herrn Nathan Ehrenreich, der. allfabbatlich durch seine geistreichen Vorträge einen wohltuenden Einfluß auf das religiöse Leben der Gemeinde aüsübt. Leider 'wird auch er als Opfer der Äbbaüverordnung am '1? November in den vorläufigen Ruhestand treten. Möge es ihm vergönnt fein, auch im Ruhestand noch eine lang? Dauer von Jahren im Dienste des Höchsten zu wirken und zu lehren! Prag, 1. Noo. Eine unserer besten und edelsten Frauen/ eine wahre Zierde altjüdischer Fraüentugenden ist mit Fräu Johanna Lieben am Samstag) den 25. Oktober dahingegangen. Durch einen tragischen Stratzeilunfall ist sie ihrer sie über alles liebenden und verehrenden Familie entrissen worden. Noch ihr letzter Weg, der ihr zum Verhängnis werden sollte, war der ins' Gotteshaus. Die Verklärte hat es, wie nur selten jemand in unserer Zeit, verstanden) gemeinsam mit ihrem unvergetzttchen fronunen Gatten/H^rrn Samuel Lieben für .die Erziehung ihrer Kinder in ihrem) Heim jene günstige Atmosphäre zu schaffen, , in welcher sich> nHn mit) 'INN zur schönsten Harmonie vereinen und zum Lebenselement des Heranwachsenden Geschlechts werben). Was sie im Leben als höchstes' Gut) ihrer irdischen Besiinunüng erstrebt', treue, wissende und fromme Eichen der' jüdischen Tradition, des' jüdischen Gesetzeslebens zü Hintersassen^ ging ber 'ihr in vollkommenster' Weise in Erfüllung. Darum gilt von ihrem Leben und Wirken das' schöye Bibelwort in vhsistem 'Umfange ^nbv bnnn Sie ist unser hsn Frauen, dMn haS' HeiiN ein Helligtpm.< ist, Mckfich zu 'preisen. Am hie Verewigte traüern in tjesstem Schmerze hie ' FamilienRabb. Dr.. Deutsch/ ) Prost Dr. M Lieben, Bahb. Dlr. Heo Sinster, M. ll. Dr. Lhdwsg ' LiebM"'sowie/Prof.' Oskar Lwben und tzM? LieM) ' ' ' /)? VürMeppäA 9. Oktober. Am Sabbat My'2 host dahier' Herr Dsttriktsräbbiner' 2)r. K f f n dit i feilt, WM angetreW. In feiytt Hntrstisreöe ennvärf er fein Mogkclmin, bWn Leitfäß hih' Heranziehüng./der)Jügend. )zur?)körsi 'ifi. Häupt'säEch will er das als' Direktor der wetthÄaünten hiesigest. Praparandenundr' feine HWgU _ -..... MfiisE hüt E^fchöii ProbeMdigt^bei allen ZuhMrst Mfs beste'emaeMrt/ so HM der'Rabbinatsdistrstt an/'rhn ernefi einfklmtnigen etz^nvollen. Ryf'ergehen/ließ, wofür' er Mnnkehrdanht'e und 'AN? die' 'Hille Gottes', öüt zür^ErMüng- 'des ihm '.entgegenge'brachtew Bertwüens. " '' ";;:),r!'; ' Wichen, l. Nov. , Am 21. November mv -»n nvNs feiern'^die E.bMM''Löh. St'er'n' und 'MaWn 'Stern' g'eo. -Herzberger' ihre - goihen'e- Hochzeit. ' Beide' Jubilars find noch' Zsemsich -rüstig?- ' ' Der Mlgütige h'ät denselben'einen ' sdrgenlosen Lebensabend geschenkt, da die in Amerika lebenden Kinder mit fürstlicher Freigebigkeit ifür die alten Ottern sorgen., Ästögey dfi )Zubilare sich stach einer ' längen' Dauer von, fahren in gleicher 'Rüstigkeit zu erfreuen' haben. ' \ Hatzfurt a. Ast., 29. Ökt, Am ersten Tag nst mst ist' einer unsererstöesten, Hetzsein L o n n e r st a ed t e r ider würdigste Vertretest des - alten Sfammhauses, von uns. gegangen. Trotzdem sein Wbleben nicht unerwartet eintrat, löste die Kunde von seinem Hinscheiden die : größte Erregung aus, als sie während der HV’sn welche er selbst eine Reihe von . Iahten mit Andacht und Hingebung oorzutragen pflegte, in der Synagoge vernommen wurde. "Hie Gemeinde verlor in ihm das älteste und verdienstvollste ihrer Mitglieder; denn Hetzlein Lonnerstaedter n"s war beliebt, geehrt und geachtet; sein Ruf als Rechter PIN, von streng rechtlicher Gesinnung und rührender Bescheidenhett drang wett über die Grenzen seiner' Vaterstadt. Von äußerster Aüspruchsloskgkeit für seine Person, übte er in der ihm eigenen bezwingenden Liebenswürdigkeit / die weitestgehende Gastfreundschaft gegenüber Fremden, für die sein friedliches Haus jederzeit offen 'stand. "Als treubesorgter Vater war sein Hauptaugenmerk daraus gerichtet, seinen Kindern hohe Begriffe von Sittlichkeit und Tugend zu vermitteln und sie zu guten jüdischen Menschen zu erziehen, welche die Familientraditionen, die' er so treulich gehütet hat, weiter zu verpflanzen, berufen sein sollen. Er selbst aber war ein nre» inn spn und ein rnini> vwp sraip, die er ohne Mühe und Geldopser zu scheuen, stets nannni mtnn auszUführeN suchte. So gestaltete %x sein Heim, unterstützt von seiner gleichgesinnten Gattin 'n, mit der ihn eine'fast 50 jährige ungetrübte Ehe verband, zu einem Welcher Beliebtheit sich Hetzlein Lonnerstaedter auch bei der christlichen Bürgerschaft erfreute, bekundeten die zahlreichen Beileidsäutzerungen von nah und fern. Die überaus starke Beteiligung am Leichenzuge, sowie die tiefempfundenen, schmerzdurchdrungenen Worte des Herrn Distrcktsrabbiner Dr. Stein gestalteten die zu einer imposanten Trauerkundgebung. irassn Barmizwo: Herbert, Sohn des Herrn Aron Hanafiar, Karlsruhe, Baden.' Literarische Notizen. In der „Literarischen Warte" vom 9. Oktober a. c. (Nr. 41/42 des „Israelit") wirft Herr S. Beermann-Hannover die Frage auf: „Woher ist nachzuweifen. daß pnxn *joi’ und urn ,irp» auch am 7,2V gestorben sind?" Als Antwort darauf erlaube ich mit auf die Tqlmuhstelle im Traktat Sota 13 b zu verweisen, wo es (vom Sterbetage Moses) asisdrüallich heißt nri'n 'Hr pi. r»2V riwst »dieser Satz'' bat (scl. an dem Moses starhj gehörte zwei Umtskollegen" (Moses und Josua). Vergl. darüber jrjnttzj z. St., vergl. auch Orgch Chajirn Abschnitt Absatz 2 und 7"v z St., foo nur vom Tode Moses Md nicht von dem Josefs, dfe Bede ist. Bei dieser Gelegenheit — da vom Traktat Sdta die Rede ist — sei auch in aller Kürze darauf ver* wiesen, daß die vor. einigen Wochen im „IsraM" erörterte Frage betreffs apm nana (der Ausdruck a.ansa arr xiaW. von ni'n fnna in seinem Kommentar nniun aufgeworfen und durch eine Midrafchstelle vollständig gelöst wird. Vergl. diesen Komm'entcir zu 2^1 f'N (Traktat Sota 39 a) in der Wilnaer Ausgabe (Rovrm-Derlag). Dr. F e l ix Kanter, Zwittau (Mähren). S0HUMÄMHEATER Programm. 8ffi fllir Intcr.m^Dcnli?.W??hepScl,a^ 8- Uhr „Die große Lüge“ Sensationsfilm in 6 Alcten nach dem /./koman,; „^eput^ion“. iBierflaiionale Hadienoea aei der Wie »■•IHL * \V ttf? . - VJU ir- «. >_p , 7 mit den bedeutendsten Ler^fs-^ssnnmhrarn S;ie he Anschlagsäulen. Tägftqli UsMmWa? . Das LicM^piel-tfcogr^iqin s m 4 sraricmare u.rcansporraDic KACHELOFEN .wilpÄentlisttchgNhpeWUng WÄSCHEREIHASCHINEN 1 ■ *, j ' p # in erstklassig. Qualitäten und aparten Farbensortimenten für Morgenröcke besonders geeignet per Meter Mk. Zeil 127 neben der Katharinenkirche

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