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Der Israelit · 1924-11-06 · Heft 45 (6.11.1924) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 45 (6.11.1924)
Date
1924-11-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 45 D e r I s-r a e 1 i f 6. Növember 1924 I Vermischtes. . Berlin, 1. Nov. Die Grotzloge Bne Britz erlaßt ein Preisausschreiben für geeignete Schriften' für die reifere jüdische Jugend. Es sollen drei Preise zur Verteilung kommen: ein erster von sieüenhundertsünszig Mark, ein zweiter von fünfhundert Mark, ein dritter von zweihundertsünfzig Mark. Erwünscht ist eine Erzählung oder Novelle, die jüdisches Leben oder jüdische Gestalten derart schildert, daß die jüdische Sittenlehre für Juden und Christen anschaulich hervortritt, ohne daß eine Tendenz aufdringlich sich bemerkbar macht. Die Einreichung der Arbeiten hat bis zum 31. März 1925 an die Grotzloge für Deutschland, VIII IT. O. B. B., Berlin W. 62, Kleiststraße 12, zu erfolgen. Die Arbeiten sind mit einem Kennwort zu versehen. Dieses mutz auf einem verschlossenen Briefumschlag wiederkehren, der eine Karte mit dem Namen des Verfassers enthält. Sprechsaal. Rituelle Restaurants. In Angelegenheit des Restaurants Simon in Dresden, ist uns von dem .Einsender der. ersten Beschwerde in Erwiderung der Notiz, die wir auf Veranlassung des Herrn Simon veröffentlichten, ein längerer weiterer Artikel zugegangen, worin die Angaben des Herrn Simon für unrichtig erklärt werden. Wir sind nicht in der Lage, der Angelegenheit weiteren Raum zu geben und können auch die Angaben-der Parteien nicht kontrollieren. Wir werden vielmehr das Schreiben dem Verein zur Förderung ritueller Speifehäuser weitergeben und ihm die Untersuchung überlassen. -Die Redaktion. *; * * Radio! Radio ist keine Neuigkeit mehr, sondern in gar vielen Kreisen eine angenehme Abendbeschäftigung geworden. Die allgemeine Bewunderung über die Erfindung hat bereits aufgehört, die mannigfachen . Vorteile sind längst bekannt und die Tatsache wird schon als Selbstverständlichkeit hingenommen. Ich fühle mich verpflichtet, an dieser Stelle auf einen sehr bedeutenden Nachteil des Radios hinzuweisen,. der bereits eine Anzahl jüdischer Familien veranlaßt hat, sich diese Anschaffung mcht zu machen. Ja, ich kenne sogar eine Familie, die aus diesem Grunde ihren Radio-Apparat wieder entfernen ließ. Das Anhören der Radiodarbietungen hat nämlich einen sehr großen l»r biva, namentlich min biv2 zufolge. Dies ist eine recht bedauerliche, nicht zu bestreitende Tatsache. Cs sind mir Fälle bekannt non jungen Leuten, die früher ihre ganze freie Leit mit Lernen verbrachten, doch durch das Radio jetzt kaum mehr Zeit dafür übrig haben. Wenn gerade in den letzten Jahren. erfreulicherweise festgestellt werden konnte, datz das min-Studium mehr gepflegt wird, so wollen wir doch auch dafür Sorge tragen, daß die Besserung weiter anhält und gefördert wird. Gerade heutzutage, wo man ohnedies zu wenig Zeit für rnion -naV übrig hat, mutz man ganz besonders darauf achten» datz diese rnis»n ni-ipv trwima nicht vernachlässigt, aber doch gewiß nicht durch prm »i>an noch erschwert wird. *pa» nmn o'i"va i!» vr rninn p ni>va bk Brieflasten. Joffeliowsky, Memel. Betrag eingegangen und für Abonnement verbucht. K. S. in T. Betrag eingegangen. Abonnement bis 31. Dez. 24 bezahlt. frankfurter Berichte. die' große ostjüdische Masse Deutschlands mit/.einer großen jüdischen Intelligenz darunter, der Ägüöä verloren ging und, was noch' schlimmer ist, daß der , Segen einer Organisation, der diesem Kreise, namentlich seiner Jugend, so sehr'.zustatten komme, ihm versagt blieb. Der Vorsitzende betonte ferner, daß nach außen hin nach wie vor in Frankfurt a. M. nur eine A. J.-Ortsgruppe bestehen bleibt ünd nür nach innen gliedert sich / dieselbe in - zwei Untergruppen ' A und SB; A für den > Westen, B für den Osten, auf daß sich jeder Kreis frei und ungezwungen nach seinen Sitten und Gebräuchen innerlich auslebe und entfalte und dann gemeinschaftlich mit dem anderen Kreis ferne gesammelten Kräfte zum Wähle der Thora in. den Dienst der Aguda stelle. Diese Einrichtung, sagte der Vorsitzende, erinnert an dre soeben vollbrachte aViV ms», die nach außen hin eine unteilbare ms» darstellt, und nur eine nana beansprucht, nach innen aber, da es sich um vier verschiedene Gattungen n»rn nsrais handelt, die da alle Mitwirken sollen, es darum nötigenfalls genüge, wenn diese B'2'» rwais nur nebeneinander vor dem Betreffenden da liegen und sie nicht miteinander verbunden sind. Auch muß .hervorgehoben werden, daß laut den Vereinbarungen zwischen den beiden Untergruppen, die beiden Vorstände zueinander in engster Fühlung stehen, ' sich gegenseitrg von geplanten Veranstaltungen Kenntnis geben und periodisch zum gemeinsamen Gedankenaustausch Zusammenkommen müssen. Ferner ist Gruppe A nur vornehmlich als westlich und Gruppe B nur vornehmlich als östlich gedacht, was besagt, datz in ersterer auch.östliche und m letzterer auch westliche Mitglieder willkommen sind. Die grotzangelegte Rede des Rabbi Elia Lapian war vom Geiste des Rabbr Jksroel Salant *7~m, dessen Schule Redner entstammt, getragen und versetzte den Hörer in eine höhere Gedankenwelt. Sie berührte die zartesten Saiten unseres Seelenlebens und löste dort die feinsten Töne aus, die sich alsdann verdichten;unb mächtigen Widerhall in uns zurücklassen. Und dies alles aus brnn geschöpft und in wieder verankert . . . Mit großer Meisterschaft war der logische Gedanke herausgearbeitet, daß Jisroel ohne .Thora, gleich einem Menschen ohne. Verstand, nicht einmal fähig ist, ein Volksleben zu führen wie alle andern Völker der Welt. Die Rede, die in einem Appell an die Jugend,' sich ,der Aguda anzuschlletzen, ausklang, wurde mit größer Begeisterung" aufgenommen. Alsdann ergriff Herr Jacob Rosen heim zu einer kurzen Ansprache "das Mort, die mit großem Interesse verfolgt wurde? Auch er^. als Führer der Weltaguda, begrüßte die. Gruppe B/und verspricht sich daraus großen Erfolg, namentlich für die Jugend, vis dadurch die hohen geistigen Werte ihres Elternhauses wird schätzen lernen und nicht glauben werde, daß in der europäischen Zunge allein die ganze Kultur liegt- Zuletzt brachte Herr Leopold Oppenheimer, Vorsitzender der Gruppe A, die Sympathien. derselben zur Gruppe B in herzlichen Worten zum Ausdruck, und indem er, auf Grund langjähriger Beobachtung, die zwingenden Gründe, die zur Bildung der Gruppe B führten, anerkennt, wünschte er derselben Blühen und Gäwihen. Vorträge im Mekor Chajim. Wie uns vom Mekor Chajim mitgeteilt wird, ist der Vortragszyklus des Herrn Dr. S. Ehr mann Samstag abend 8.30 Uhr im Vereinslokale, auch für Damen bestimmt. Herr Dr. Ehrmann spricht diesesmal über „Anfänge des Chassidismus". Auf den Vortrag des Herrn Rabb. Dr. B o n d i, Mainz, am Sonntag abend 6 Uhr, der eine wichtige Epoche jüdischer Geschichte behandelt, ser an dieser Stelle noch einmal hingewiesen. Neuer Gmoro-Schmr. - Unter den Neueinrichtungen des Mekor Chajim in diesem Wintersemester ist noch ein Gmoro-Schiur des Herrn Dr. Elieser Posen zu nennen, der Montag und Donnerst a g abend 8.45 Uhr im Vereinslokale stattfindet. Aus dem Schatze unserer „Vrochaus". Ueber obiges Thema sprach am letzten Sonntag abend in der gutbesetzten Aula am Tiergarten Herr Hauptlehrer A. Mannheimer, Dettelbach und verstand es, in einstündiger Rede in fesselnder Weise die Hörer und Hörerinnen in die hohe Gedankenwelt unserer vorgeschriebenen Segenssprüche einzusühren, auch die ethische Bedeutung, die erzieherische Wirkung, wie den Einfluß dieser Brochaus auf unsere Denkart und Lebensanschauung überhaupt klar zu zeigen. Der Vortrag war von der Orts- und Jugendgruppe der Agudas Jisroel angeseht und der Vorsitzende der ersteren, Herr Leopold Oppenheimer, sprach dem Referenten den Dank der Gruppen und der Versammlung aus. Ortsgruppe V der Agudas Jisroel. Am Mittwoch, den 22. v. Mts., fand in der Aula der Realschule am Tiergarten ein Vortragsabend der hiesigen Agudas Jisroel, Ortsgruppe B. statt. In der Einleitung berichtete der Vorsitzende, Herr B. Rach er lohn, daß diese Gruppe eine Schöpfung des Sanoker — jetzt Petrikauer — Raw ist zur Organisierung der ostjüdischen Kreise in Deutschland. Anlaß dazu gab die Tatsache, daß trotz aller Bemühungen der Agudas Jisroel bis jetzt nicht mehr gelungen war als höchstens, den Ostjuden zu einem Mitgliedsheitrag zu bewegen, niemals aber, oder selten, seinen Geist für die Aguda zu gewinnen. Die Folge daraus war, daß „Soziale Kommission der Agudas Jisroel Frankfurt a. 211.“ (Abt. des Jüdischen Hilfswerks der A I.). Die Leser dieser Zeilen hatten in letzter Zeit des öfteren Gelegenheit, Annoncen oder kurze Nachrichten der Sozialen Kommission an dieser Stelle zu finden. Als ein der Kommission Nahestehender und durch Mitarbeit in deren Tätigkeit Eingeweihter, der genau weiß, wie sehr die Arbeiten der Kommission durch finanzielle Schwierigkeiten eingeschränkt werden müssen, darf ich es nicht versäumen, die Oeffentlichkeit auf die bisher wirklich reiche, von Erfolg gekrönte Tätigkeit genannter Kommission aufmerksam zu machen. Aus dem reichhaltigen Arbeitsprogramm seien nur erwähnt: die K l e i d e r a u s g a b e, die wöchentlich Montag Abend in den Räumen der A. I.-Jugendgruppe stattfindet und die durch die Ungunst der Zeit außerordentlich in Anspruch genommen wird. Unterstützungen werden gewährt an Durchreisende, Handwerker und namentlich Lehrlinge in minderbezahlten Stellungen (teilweise durch Eßkarten im Jüdischen Heim). Erholungsaufenthalt für dringendst Erholungsbedürftige wurden im vergangenen Jahr in einigen Fällen gewährt, teilweise aus längere Zeit. Sonderversorgungen werden organisiert (so . wurden tm letzten Jahre größere Quantitäten Lebensmittel verteilt. Wenn in den kommenden Wintermonaten dieser Betrieb auch nur einigermaßen aufrecht erhalten werden 'soll, sind dringendst Beiträge nötig. Die Kominissiou. will sich einen Reservefonds verschaffen durch 'Gewinnung einer Anzahl Gönner, die monatlich entweder 1 Mk.. oder 2 Mk. entrichten, und hat zu diesem Zwecke'für die Unterstützenden eine Münze unfertigen lassen; die den Betreffenden als Andenken überreicht werden soll. Ich halte .es für Pflicht jedes Einzelnen unter uns, nach Möglichkeit dafür Sorge zu tragen, daß die Arbeiten der. Kommission auch' weiterhin geleistet werden können Wan.naiöV Deshalb erwerben Sie sich diese Münzen,, wenn sie in den nächsten Tagen Ihnen überreicht . Äerden mit dem frohen Bewußtsein, daß vieleviele Arme Ihnen dafür innigst danken. G. S. Stellenvermittlung. Der Angestelltenausschuß der Agudas Jisroel- Jugendgruppe Frankfurt, Hanauerlandstr.17, teilt mit,, daß seine Sprechstunden am Sonntag von 2.30-3.30- Uhr nachm, und Donnerstag von 8.30—9 Uhr abends stattfinden und bittet die Angestellten, recht häufig hiervon Gebrauch zu machen. Gleichzeitig ersucht der/Ausschuß sämtliche Firmen, welche nav geschlossen haben oder diejenigen, welche ihren Angestellten an nav freigeben, ihre Vakanzen müzuteilen, damit derselbe ihnen. Bewerber zusühren kann. Der Sijum im v "^Verein. Der Vorstand des v«v -Vereins hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den diesjährigen großen Sijum auf trv aus j?"ffs» den 22. November zu legen. Die Feier findet m der Lied exh a lle Langestrahe 26 statt. Der „Hadran" wurde Rabbi Elia Lapian,^Leiter der Jeschiwah zu. Keim, uberträgen/die offizielle Festrede Herrn Redakteur S. Schachnowitz. Für Weitere- Darbietungen wird, 'ein reiches, gut■ ausgearbeitetes/ Programm sorgen. Der Sijum verspricht einechtem - rechtes Thorafest zu werden. Die Mitglieder; diedie übernommenen Traktate noch nicht ganz. aüsgelernt haben, werden gebeten, es in /der Zwischenzeit nachzuholen? Weitere Bekanntmachungen erfolgen' in. den nächsten NüNimern. Vortrag des Rabbi £aj>ian« / Samstag, 4.30 Uhr nachm, spricht Rabbi Mw Lapian aus Kelm im BeshaMidräsch brnv» niKsn Schützen^ sttatze 2. Auch Damen sind willkommen. Saaitaterkurs. Es wird darauf hingewiesen; daß der Sanitätskurs der Aguda-Jugendgrüppe, geleitet von Herrn Dr.. R. Rotthschrl d., für Herren und Damen, diesen. Sonntag, abends 8 Uhr, seinen Anfang nimmt. Goldene Hochzeit. Die Eheleute Prw. Louis Stiefel und. Frau geb. Neumann, Hanauerlandstraße 84, feiern ihr goldenes Ehejubiläum. Adelheid Meyer rV Unterm trüben Herbsthimmel haben wir, unmittelbar vor Eingang des letzten Sabbats, eine Frau zu Grabe' getragen, - deren schlichter Lebensgang stilles Heldentum. und jüdische Siege in reicher Fülle in sich barg. Eine Enkelin des Baal-schem von Michelstadt, im Hause Samuel Strauß ^-sr tn Karlsruhe zur seingebildeten, wahrhaft jüdischen Persönlichkeit herangewachsen, reichte ie, nach erfolgreicher Tätigkeit als Lehrerin, dem in Hamburg und Berlin noch heute in lebendiger Erinnerung stehenden pmin iai poy Israel Meyer brnrr die Hand zum Lebensbunde, der, anfangs im hellen Sonnen-' lichte ungetrübten Glückes aufsteigend, bald von schwerem Leide umdüstert ward. Da war sie es, die allen Pessimismus der „Sachverständigen" und alle Klugheit der guten Freunde besiegend, dem Gatten ins schwerste Düster, der Isoliertheit folgte, war sie es, die Jahre lang nicht wich und nicht wankte, bis' sie die Seele des Kranken, ein wahres, Wunder schien sich zu vollziehen, wieder zur lichten Klarheit emporgehoben und den Aufgegebenen dem Leben wiedergewonnen hatte. Nur kurze Jahre noch sollte sie sich des Wiedereroberten bescheidenen Glückest an der Seite des geliebten Mannes freuen —. fast zwei Jahrzehnte schweren, von körperlichem Leid und mancher seelischen Not umwölkten Witwendaseins trug sie tapfer mit adeligem, dabei allem Menschlichen aufgeschlossenen Sinn, der Welt des Geistes zugewandt, lernend und lehrend, helfend und anregend im engen und weiteren Kreise. Ihr Andenken. wird gesegnet bleiben und, ob auch kein Kaddisch aus Kindesmund ihr erklingt, an ihr und ihrem Gatten das Wort des Wochen-Midrasch sich bewähren: rrasan -rnaivn »rnvp» apns bw amm^in ip’s? : pns ms »"n pr Bereirrskalender. Werei« Mekor HHajim. Freitag abepd nach Schluß der Synagoge im Hörsaal Friedberger Anlage /Mikro^ Herr Studienrat Max Munk. . Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge ,Dinim"; Herr Rektor Falk, — %4 Ilhr in der Frauensynagoge der Klaus rrßK '»pio; Herr/ Professor A. Weyl. — nachm. 3/44 Uhr im Vereins lokale Langestraße, „Tefilö kur Herr Dr. Hofmann. — abends '/«9 Uhr Langestraße 18, Vorttagszyklus des Herm Dr. Eh rma nn, «Ehafstdtsmutz". (Auch für Damen), ,

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