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Der Israelit · 1924-10-09 · Heft 41-42 (9.10.1924) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 41-42 (9.10.1924)
Date
1924-10-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 26 Nr. 41/42 Der Israelit 9. Oktober 1924 Die Rabbiner der Züricher Israelitischen ReligionsseseHschaft. Dr. T. Lewenstein. Gruppe „Separatisten" herabsehen. Die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinde in Zürich wird ein Wahrzeichen von irtO’i min aber auch ein solches des Friedens, des wahren Scholaum auf Grundlage der Thorawahrheit sein. Belsazar. Das Ende Babylons. ' (Mit 2 Bildern.) Unter diesem Titel ist im Verlage Richard Bong in Berlin ein neuer historischer Roman von Heinz Welten erschienen, der bei der engen Verbundenheit des Babylonischen Reiches in seinen letzten Phasen mit dem Schicksal des jüdschen Volkes auch uns vieles zu sagen hat Der Babel—Bibel-Rummel hatte rasch seine Erledigung gesunden, nachdem ernste Gelehrt ohne rhetorische Blenderkünste und ohne von höchster Stelle bezogenen Nimbus sich die Sache im Lichte der strengen Wissenschaft besahen und sie in-diesem Lichte auch der Welt zeigten. Cs war eine große Täuschung, die mit den späteren von Haß und Rache diktierten Werken Delitzschs nicht mehr verdunkelt werden konnte. Der Roman Heinz Westens ist nicht im Zeichen des Babylon-Kultes geschrieben. Aber auch Welten bezieht sein historisches Material nicht aus erster reinster Quelle und die Geschehnisse nicht wie sie in der Ueberlieserung aufbewahrt und in unserer Vorstellung lebendig sind, sondern er sieht und gestaltet sie im falschen Lichte der Bibelkritik. Immerhin: das Ganze des Geschehens findet sein Spiegelbild. Babylon stürzt, weil seine Zeit abgelaufen und sein Ende mit Schrecken durch die letzten Herrscher beschleunigt wird. Die Phantasiefiguren, die in diesem Buche neben den historischen einherwandern, stören das geschichtliche Gesamtbild nicht, und im Großen kennt Welten die moralische und literarische Aufgabe des historischen Romans: die Einzelvorgänge, soweit sie entscheidend für den Gang der Geschichte sind, möglichst unverfälscht zu lassen und nur bei der Kombination dieser Geschehnisse, mit Hilfe eigens geschaffener Charaktere und Episoden die freie Phantasie in ihrer edleren Blüte, der Poesie walten zu lassen. Dem historischen Milieu werden die schönen Zeitbilder gerecht, und eine Anzahl vortrefflicher Illustrationen aus dem Griffel Erich Sturtev a n t s mühen sich mit gutem Erfolg, das Leben in diesem bedeutungsvollen Abschnitte der Weltgeschichte anschaulich vor Augen zu führen. Leider kommt Welten, wo er jüdische Themen berührt, oft in Kollision mit der Tradition, was wir ihm, dem Nichtjuden, nicht allzuschwer anrechnen dürfen, sein Werk aber für die Jugend ungeeignet macht. Daß hier ganz willkürlich ein Levite namens Michael Seew zum Autor des Hiobsbuches gemacht und dieser zudem noch mit Daniel verschmolzen wird, scheint uns ein wenig weit hinter der Grenze zu liegen, die der dichterischen Freiheit eines historischen Romans gezogen ist. Bei all dem kann der Roman als lehrreiche Lektüre empfohlen werden, was der Leser aus der hier wiedergegebenen Probe aus dem elften Kapitel und den reproduzierten Bildern ja selbst ersehen wird. Jetzt verschwindet die Hand, die Flammensch'rift verlischt. Wieder brennen die Oellampen A. Kornfein. Der Levite sieht ihn an. „Dieses aber ist die Deutung: Abgezählt hat Iw.- dein Reich und es vollendet. Du wurdest gewogen auf der Wage und zu leicht gefunden. Geteilt wird dein Reich und an die Mad'ai und Päras gegeben." Dann wendet er sich um und geht, seine teure Last hoch in den Armen haltend, zwischen den Dienern hindurch hinaus, die scheu zur Seite treten. Belsazar starrt ihm nach. Er hört nicht, daß Narea die Stufen herabschreitet und hinter ihn tritt. Er fühlt nicht, daß sie ihren Arm um seinen Nacken schlingt. Er steht unbeweglich und starrt auf die Tür, durch die der Levite gegangen ist. Und wieder wird der Vorhang zurückgezogen, ein Edelknabe tritt schnell herein und beugt vor ihm das Knie. „Erhabener! Großmächtigster! Die Voten des Gobryas sind draußen und begehren dich zu sprechen. Ihr Sprecher sagt, daß sie zum dritten und letzten Male kämen." Belsazar ermannt sich. „Sie sollen wieder gehen,- ich will, sie nicht hören. Zum dritten Male bringen sie die gleiche Botschaft,- unb die! gleiche Antwort wird ihnen züm dritten Male." in den silbernen Schalen hell wie zuvor, und ^^- sthr laut hat er es gesagt, so daß alleist, «& es gewesen ist. Die Hauptleute »-e “ ® .“T ®?‘' sind aufgesprungen, sie sehen ihren Feldherrn ^tun» durch die Rechen der S°upt!eute. Trunken an. und sie sehen, dah er erblabt ist, Belsazar!^ V"? L v’"™ md,t starrt entgeistert, weit vorgebeugt, die Hände k gesehen, fest auf die Armlehnen haltend, und sieht nod» L„t, ^®I(en^a.L*einel.a!^Drt\,®D'^ immer U!e au»ri„, > dah er bläh wurde und zitterte, haben alle gesehen, und daß draußen des Gobryas Boten Mene Mene TekelUpharsin I stehen und ihnen noch einmal die Rettung bringen Jetzt wendet er den Kopf. Er blickt und sollen, zum letzten Male, das haben alle versieht den Leviten an. der langsam aus dem fanden. Wie ein Mantel fällt die Trunkenheit Saale schreitet; im rechten Arm hält er die tote |att nieder. Cgla, seine Linke hält den heiligen Becher. Da erhebt sich Belsazar langsam, mit schweren Bewegungen und steigt die Stufen vom Throne hinab. „Bleib, Judäer!" Der Levite wendet sich um: Aug' in Aug' stehen sie einander gegenüber. Sahst du die Flammenworte, Judäer?" Ich sah sie." . „Vermagst du sie zu deuten?" Ich vermag es." Und. welches — ist — ihre Deutung?" Michael Seew blickt auf die Tote in . seinen Armen: Sorge überschattet sein bleiches Gesicht. Er ist ein Judäer: er steht hier für sein Volk. Furchtbar ist die Deutung. Furchtbar ist sie. Läßt du mein Volk die Deutung entgeltend Belsazar schüttelt den Kopf.' „Was auch immer du sagen mögest, ungekränkt schreitest du von hinnen, und kein Judäer soll dafür büßen. YKr.& VftI ML ft Wyti: Mit??* mmmmm Das Gastmahl des Belsazar. An den Wasser» Babylons. „Die Voten sollen hereinkommen! Sie sollen hereinkommen! Wir wollen sie hören." Wild schreien und toben alle durcheinander. Was ist ihnen jetzt noch Belsazar, der Regent, der Feldhauptmann? Die Macht ist bei Gobryas. Er kann ihnen das Leben nehmen, er kann es ihnen lassen. Sie sind in seiner Hand. Todesangst stiert aus ihren weit aufgerissenen Augen. Belsazar greift zum Schwert, Narea hält seine Hand zurück. Plötzlich stehen die drei Perser wieder vor ihm. Hat er Befehl gegeben, sie hereinzuführen? Er weiß es nicht mehr. Der persische Sprecher beugt das Knie. Wieder fordert er die Stadt zur Uebergabe auf. Doch furchtbar sind diesmal seine Worte, sie sind wie die Worte Samas', des großen Richters:

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