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Der Israelit · 1924-10-09 · Heft 41-42 (9.10.1924) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 41-42 (9.10.1924)
Date
1924-10-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. 41/42 9. Oktober 1924 Der Israelit Schweiz. TNinderheilen-Refolution vor der Interparlamentarischen Konferenz. Gens, 4. September. In der Tagung der Minderheitenkommission der Interparlamentarischen Union kündigte der Präsident des Rats der Interparlamentarischen Union, Baron Adolsward (Schweden) an, daß der Deputierte Rabbiner Nurok eine Resolution betreffend die Regelung der Fragen der Minderheits-Nationalitäten in allen Ländern eingebracht hat. Die Resolution des Deputierten Nurok bezieht sich auf die Fragen dre Bürgerrechte, der Repatriierung von Kriegsslüchtlingen und der nationalen Autonomiefragen, die 40 Millionen der Europäer, die den Minderheitsnationen angehören, betreffen. Man kam überein, diese Resolution auf der nächsten Konferenz zur Sprache zu bringen. (I. T. A.) Die französischen Interessen in Palästina. Paris, 1. September. In der Sitzung des französischen Senats vom 27. August ist bekanntlich das Gesetz über die Ratifizierung des Lausanner Vertragese mit 270 gegen.20 Stimmen angenommen worden. Im Verlauf der Debatte sprach Senator Francois St. Maur gegen das britische Mandat über Palästina. Frankreich, sagte er, war vor dem britischen Mandat die maßgebendste Nation im Orient und der Protektor aller Orientchristen, insbesondere der Christen in Palästina. Es sei nun zu befürchten, daß die Ratifizierung des Lausanner Vertrages und die dadurch bedingte automatische Anerkennung des britischen Mandats einen vollkommenen Verzicht auf die französischen Rechte und hauptsächlichst die Rechte der Heiligen Stätten in Palästina bedeutet. Der Ministerpräsident H e r r i o t, der in die Debatte eingriff, erklärte, es fei nicht wahr, daß die Ratifizierung des Lausanner Vertrages den französischen Rechten und dem französischen Einfluß im Orient ein Ende bereiten würde. Frankreich behielte seine Rechte auf die Heiligen Stätten in Palästina. (I. T. A.) und an den unabhängigen Kandidaten Senator Robert M. La Follette ein Schreiben gerichtet, in welchem gegen die Behandlung der Juden in Ungarn unter dem Regime des Admirals Horthy protestiert wird. Der Präsident des Verbandes, stellvertretender Oberstaatsanwalt Dr. Buchler, richtet an die Präsidentschaftskandidaten die Frage, ob sie sich nach ihrer Wahl bemühen werden, für eine radikale Aenderung der in Ungarn herrschenden Verhältnisse zu wirken. Dr. Büchler stellt in dem Schreiben fest, daß der Verband der ungarischen Juden in Amerika sich aus Hunderten von Zweigvereinen sozialen, gesellschaftlichen und erzieherischen Charakters zusammensetzt und 250 000 Juden umfaßt. Dann heißt es: Hunderttausende ungarischer Juden sind dem finsteren, barbarischen Regime des Admirals Horthy unterworfen. Die ungarische Regierung untergräbt die Existenz der jüdischen Kreditgenossenschaften, obwohl sie selbst auf die Völkerbundanleihe angewiesen ist. Das Joint Distribution Committee hat bis zum 1. April 1923 den jüdischen Kaufleuten und Handwerkern in Ungarn nur gegen einen starken Widerstand des reaktionären Regimes mit 25 000 000 ungarischer Kronen beistehen können. Da nun diese Ausschreitungen eine klare Verletzung der im Trianonvertrag verzeichneten Garantien , zum Schutze der Minderheiten bedeuten, fragen die ungarischen Juden in den Vereinigten Staaten den Kandidaten für das höchste Amt der großen Republik an, ob er für den Fall seiner Wahl geneigt sei, auf eine Aenderung der in Ungarn herrsechnden Verhältnisse hinzuwirken. Vom amerikanischen Misrachi. Neuyork, 6. Oktober. Fast sämtliche Mitglieder der Exekutive der amerikanischen Misrachi-Organisation sind am 4. Oktober zurückgetreten. Damit hat sich die seit langem bestehende Krise inerhalb der Partei zugespitzt. Die Krise nahm ihren Ausgangspunkt in der scharfen Kritik an dem System des Präsidenten der Organisation, des Rabbiner Meyer Berlin. Eine Anzahl Mitglieder der Exekutive trat dafür ein, daß die Misrachi in die amerikanische Zionistische Organisation als eine Sondergruppe eintreten solle. Rabbiner Meyer Berlin lehnte aber entschieden diesen Vorschlag ab. der Arbeigeber wie der Arbeinehmer ein ziemlich trauriges. Noch trauriger ist aber die Tatsache, daß für diese Streiks nicht immer Rücksichten der Lohndifferenzen, sondern auch politische Machenschaften maßgebend waren. uss tp ausfcgueßtia> oaq enthaltenen Empfehlung, Angaben religionsgesetz^ .. ritueller Waren oder sonstige g lichen Charakter» aus ihre Zuvergteit zu prüfen. f/orstköffor, Knot/tuG '^m&ch?nheimerJor3tStad/ga ll Kleider * Aparte Modell-Kopien aus modernen Seiden- und Wollstoffen, in erstkl. Ausführung. Mk. 78.- 49.- 39.- 29.- Gestrickte Jumpers Strick-Jacken Strick-Kleider Hochaparte Ausführungen. — Größte Auswahl. Besonders vorteilhafte Preislagen. €ttglan$« Gegen den Numerus clausus. London, 26. August. Auf einer dieser Tage in Hamington stattgefundenen Konferenz jüdischer Studenten der britischen Universitäten wurde eine scharfe Protestresolution gegen die von gewissen ausländischen Universitäten unternommenen Versuche, den Numerus clausus gegen jüdische Studenten einzuführen, angenommen. Das „Joint Foreign Comitee" (Komitee für Auswärtiges der englischen Juden) wurde ersucht, die Bemühungen zur Abschaffung dieser Einschränkungen mit allen Mitteln fortzusetzen. Dr. Lauterpacht, der Vorsitzende des Weltoerbandes jüdischer Studenten, berichtet über die vor kurzem inAntwerpen abgehaltene Weltkonferenz. Der Weltverband, sagte er, sieht in dem Numerus clausus nicht allein eine Gefahr für die direkt Betroffenen, sondern auch eine Beleidigung des gesamten jüdischen Volkes. Massenubertritte Smyrnaer jüdischer Mädchen zum Islam. Smyrna, 29. September. Innerhalb der jüdischen Gemeinde Smyrnas herrscht große Erregung darüber, daß seit einiger Zeit sehr viele jüdische Mädchen zum Islam übergetreten sind. Wie es heißt, handelt es sich bei vielen um zwangsweise Bekehrungen. Die ganze Bewegung ist aber eine Folge der rigorosen „OttMnanisierungs"-Politik in den von der türkischen Regierung errichteten Schulen. 2(mevita. Die Präsidentschaftsanwarter in den Vereinigten Staaten und Ungarn. Neuyork, 1. Oktober. Der Verband der ungarischen Juden in Amerika hat an den republikanischen Kandidaten Präsidenten Coolidge, den demokratischen Kandidaten John W. Davis faläftin«. Sir Herbert Samuels Mission in Genf. Je usalem, 2. Oktober. Laut einer veröffentlichten offiziellen Mitteilung wird sich Sir Herbert Samuel, der britische Oberkommissar für Palästina, noch im Monat Oktober nach Genf begeben, um der ständigen Mandatkommission des Völkerbundes einen Bericht über die palästinensische Administration zu erstatten. Sir Herbert Samuel wird die von den Kommissions- Mitgliedern gestellten Fragen, die sich auf den Bericht ndes Herrn Ormsby-Gore in der Tagung der Mandatskommission vom 1. Juli in Genf beziehen, beantworten. Die Prüfung des Berichtes Ormsby-Gores wurde von der Kommission auf die Herbstsitzung verlegt. Die Zionistische Organisation beriet über die Frage der Vertretung der Jewish Agency in der Oktobersession der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes. Es wurde beschlossen, der Kommission nur einen schriftlichen Bericht über die Tätigkeit der Jewish Agency in Palästina und über die Erweiterung ihrer Mitarbeit an der Administration in ökonomischer und anderer Beziehung oorzulegen. (I. T. A.) Allerlei aus Erez Iisroel. Jerusalem, 1. Septenöber. Einer unserer angesehensten Thoragelehrten, Rabbi Molche Urensiein wurde um lehren Mittwoch im Alter von nur 49 Jahren abberufen. Gleich seinen großen Vätern war auch der Verstorbene im Besitze tiefer Gelehrsamkeit und außerordentlicher Eigenschaften und somit der Achtung und Liebe aller. Er ernährte sich aus seiner Hände Arbeit als Sekretär der Kolel „Chabad" und der Jeschiwa „Ohel Mosche". Die Bestattung ging unter großer Beteiligung vor sich und' wurden mehrere ergreifende Hespedim gehalten. j Die Streiks in Palästina sind im Abnehmen begriffen. Das Fazit dieser Äusstände ist sowohl auf feiten ROBINSOHN Zeit 127 neben der Katharinenkirche Unser erstes Töchterchen ist Ver»^> eingetroffen. 3'v»ni 31VN 71*13 Wien. 8. Tischri Gustav Pappenheim u. Frau Hanna LUISE BLUMENKRANZ HERMANN SENFT Verlobte Leipzig, Humboidtstr. ,3 Stettin WALTER SIEGER SELMA SIEGER geh, Fisch Vermählte Köln-Braunsfeld, 12. Tischri 5685 Pauliplatz 4 10. Oktob. 1924 Talmud Tora-Realscliule, Hamburg, Grindelhof30. Scjuchi: ÄkackemisMev £efit>ei> mit fac. doc. für Deutsch, Geschichte oder Erdkunde, jemmavikttjekev tekvev. Bewerber müssen in Lehre und Leben auf dem.Boden des überlieferten Judentums stehen. Besoldung: wie an den Staatsschulen, Pensionierung erfolgt durch den I Hamburger Staat. Zuschriften an de» Unterzeichneten. > ' Die Schitttettmtg I Direktor Dr. I. Carlebach.I I

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