Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1924)
- Date
- 1924-10-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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w e) 3üdiscftcr (5?ii o—o ifö=öinF Do ffesfvcund $um Isvneiit Organ des Vereins für die jüdijchen3ntorejfen9tfiein(ands c.D. Vv. W$lf in tfiltt n. Rtz. m WH SE ■ö|["o •o oöJLE t8. Jahrgang Frankfurt a. TN., 2. Oktober ^924 / 4. Tischri 5685 Nr. 6 Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands (S. V) Was wir walken, was wie tun, was wie mölken! VereKrte AaubensgenoAenf Wir wollen, daß die Jugend dem Judentum erhalten bleibe. Wir wollen, datz die Gemeindeeinnchtungen, die uns Jahrtausende hindurch geistig wach und sittlich rein erhalten haben, fortbestehen und neu geschaffen werden. Wir wollen Aufklärung verbreiten über das Wesen des Judentums und die Bedeutung seines Lebensgesetzes. Wir wollen das Wissen vom Judentum mehren, um starken Halt für das Leben zu gewähren. Darum haben wir Rabbiner angestellt, die unausgesetzt in Wort und Schrift über jüdische Pflichten und jüdisches Wesen Belehrung verbreiten und die Gemeindeeinrichtungen schaffen und leiten, die in lebendiger Fühlung mit den Lehrern und den Gemeinden stehen, Anregungen geben und die Ausführung überwachen und auch den Einzelnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Darum gewähren wir Gemeinden Beihilfe, wo solche erforderlich ist. Darum haben wir einen Stipendienfond gegründet für junge Leute, die sich auf ihren Beruf vorbereiten. Darum haben wir eine „Gabriel Hirsch"-Stiftnng für Schulzwecke errichtet. Darum haben wir ein eigenes Organ „Jüdischer Volksfreund" geschaffen, das in den zwanzig Jahren seines Bestehens die jüdischen Schriften erklärt, das jüdische Schrifttum und jüdische Geschichte beleuchtet, jüdische Welt- und Lebensanschauung beschreibt. Darum haben wir den Verlag der Bibliothek des Jüdischen Volksfreundes ins Leben gerufen, in dem eine Reihe erklärender und belehrender Schriften zu geringem Preise erschienen ist und neue weiter erscheinen sollen. Darum haben wir uns die Stellenvermittlung für Sabbat heiligende Angestellte zur Pflicht gemacht. Darum haben wir die Errichtung eines israelitischen Altersheims für die Rheinprovinz Zn unser Programm aufgenommen, weil viele Ortsarme sich in nichtjüdischer Pflege befinden. Darum wollen wir allenthalben rituelle Speisehäuser einrichten. Darum haben wir eine Sterbekasse gegründet, um Armen, die in den Provinzialheilstätten sterben, ein jüdisches Begräbnis zu gewähren. Darum haben wir eine Mikwoauskasse errichtet, um die Reinheit der jüdischen Familien wachzuhallen. Darum haben wir Lehrkurse zur Weiterbildung der Lehrer in jüdischer Wissenschaft unterhalten. Darum vertreten wir die Gemeinden und ihre Interessen vor den Behörden. Jeder mutz erkennen, datz die alte Zeit vorbei ist und eine neue auf den Ruinen erblühen mutz. Der Materialismus einer hochgespannten Autzenkultur ist an sich selbst zu Grunde gegangen und hat Trauer und Elend, Entbehrung und Hunger über die Welt gebracht. Die Welt sehnt sich aus der Versumpfung zurück, die sie ins Verderben gebracht hat und ihr Hab und Gut ins Grab versenkte. Da müssen wir Juden vorausschreiten den Weg des Idealismus. „Zurück zur Thora" kann nur und mutz der Ruf sein, den wir erschallen lassen. Zurück zur Thora im Leben! Zurück zum Sabbat, dem Wahrer und Mehrer alles Hohen und Heiligen, alles Edlen und Wahren. Zurück zum jüdischen Haushalt, der Heiligung des menschlichen Körpers, als Träger jüdischer Sitte. Zurück zur Einfachheit und Ehrlichkeit im Leben. Zurück zu Berufen, die den Geist bilden und den Menschen heben. Zurück die Jugend zur Thora geführt. Sie soll lernen, was Jude sein heitzt, soll Thora kennen lernm in der Schule. Soll sich ein volles Jahr nach Entlassung aus der Schule dem Thoralernen widmen. Diese Zeit ist gewonnen, nicht verloren. Dazu gilt es, Lehrhäufer zu schaffen, Lehrhäuser im alten Sinn und moderner Form. Der Jugend beiderlei Geschlechts soll Thoraweisheit gereicht werden. Die Jugend will Ideale. Ertötet sie nicht in ihrer Brust. Lasset sie sich entfallen und „das Herz der Väter wird für die Kinder schlagen und das Herz der Kinder den Vätern entgegen". Helft uns unsere Ziele verwirklichen. Helft uns in unserer Arbeit, unterstützt unser Streben ideell und materiell. Jeder, der noch den Glauben an die Menschheit und das Judentum sich noch bewahrt hat, schare sich um unsere Fahne. Für das Judentum mit dem Judentum! lücrdcf und toevbet OTlifgficdcr für den Herein für die jüdifchen 3nfereffen {Rheinlands. {Bisherige Otlifgfieder erhöh! Cure {Beiträge.