Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1924)
- Date
- 1924-10-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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2jDBfoSfejfegj _ „ ,,___ , .. MMt ML Ms^M^W,^lllst Ds-M WMst Zu iMMst, Heuie Mer,, wo wir MNL M Kämpfe mit llststren Msstsn Memaligest Brüdern bsfP&tt,. dg Zersägt Mere Wckst pöM. WWkestd In UMlastö das sieistW Rmgen andaüert und jegliche Hilfe pon nützen unmöglich gewotden 'ist, droht 'den Lehranstalten Pölests und Litäüests aus -Wirtschaftlichen Gründen'die Gefcihr des Zusanimenhrüchs. Ws Pußlandverdrängt, zpflanzten die Thorädurstigen ihre Lehrstätten 'in Polen auf, in Mein weitaus größeren Llmfäng als Fisher. Allein die ehemälitze Jeschiwo Fon Nowogrudok dthält heute etwa 40 Abteilungen, so z. B. in Paranowitschu, Bialystok, Warschau, Krementschuk, Homel, Grodno.'Rowno üsto. Die Thorasinger reMpfinden keinerlei Kummer oder Schmerz, und fühlen sich nie beengt. Ihre Seelen schwingen sich über die irdischen Kümmernisse empor. Wenn sie sich in das hMMche Talmühnieer MEefest, sio sind sie himmelfern vyn dersie umgebenden Welt: sie hören weder das Brausen und Stürmen der hochschlatzenden WoKn, Wch empfinden 'sie irgendwelche Bedürfnisse. . 'Gar oft in .hohen Gedanken pertieft, vergessen sie ähre armselige Mittags¬ oder Abendmahlzeit. Wie Rabbo, der im Lernen versunken, war, nicht spürte, daß aus seinen Fingern Blut strömte (n"B jbufiO» so empfinden auch die Jünger keinerlei körperlichen Bedürfnisse, wie Hunger oder Durst. Die Thora ist ihnen ihr Brot, düs ihren Körper sättigt, und sie äst das Wässer, das ihren Durst, löscht, i* »»2 '»'in «Yiw «Vk D’» fKi ’aV. Selbst, wenn sie erkranken, wollen sie sich vom Thorastudium nicht einen Augenblick . freimachen. Ich war selbst Zeuge, als ein Jünger zum Arzte kam. er möge ihm ein Mittel gegen einen 'schweren Hüsten gebest. Der Arzt, .der Symptocke von Tuberkulose konstatierte, empfahl, dem jungen Manne, das Thorastudium ausZufetzen oder wenigstens eiMMästken, ivöryuf dieser erwiderte: Schreiben Sie inir die bitterste MehiziU auf, nur Vas Lernen verbieten Sie mir nicht, denn dieses steht bei mir über meiner 'Gesundheit Und 'über meinem -Leben.., Wenn dennoch ein.Notschrei aus deir 'bedrängten Thorahochschulen zü uns gelangt. Jo kommt er etwa -nicht von den armen, aber wahrhaft adeligen Jüngerst, denn diese betteln nicht 'Md fordern äüch nichts,, sondern verharren gleich fc&h Sdidäten sirs zum 'letzten Aterstzuge auf -ihrem Posten aus.Mrr min'un px (Schluß folgt- Nachwan von Die Feste zu Beginn des Jähtes bringen uns geistige Emeuerüng. Im.Chaos des „Jahreslebens Mlittim Mir 'oft dad GeMl Kr Weg Md Mel. Am 'Scheideweg der Jahre finden wir ustS wieder zurecht. , In jedem Mlden „wvhM ein Mnuchen Göttlichkeit. das unter, dem .Ballastes der,Tagessorgen ösimtnst Der. Funken wird angefacht au d eh Tagen der FesteswMe und. lodert zur heflen Wamme auf, die das Jahr hindurch leuchtet und hrärmt. Dip Tränen., - die. Man bei den,. Festesgebeten vergießt, sind das feinigende Masters das allen Staub Und Schmutz von der Seele weaMlt. Wohl denest. die sich an ddn heiligen Tagen zur grötzteu Etufachheit cmporarbesten, unter Ablogung aller Künste und Klügeleien und es fertig bringen, sich vor Gott auszuw euren wie ein Kino vor seinem Barer. . Wir müssen stetsM Tfchuba. verharren, sowohl bezüglich unserer Sünden wie unserer Guttaten und sogar hinsichtlich der Tschubä selbst, dieweil wir selten die Gebote ganz so erfüllen, wie wir es müßten. Wir Müssest Dschuba tun, daß wir der Tschüba nicht ganz gerecht wurden, uns bekennend aüss Herz klopfen, daß das Sündenbekenntnis nicht aus ganzem Herzen kam. De t I s t a e! i t » vacdrichle« MM Zum gemeftfölpoHftfc$en MeinüllgsMit. Fran k f urt a. M., 19. September. Die Artikel unseres unter dem Namen Gabis ben Pesisa schreibenden Mitarbeiters gipfeln in der Aufforderung, den Meinungsaustausch fortzusetzen, bis eine Grundlage zu einem friedlichen Nebeneinander der Gesetzestreuen gefunden ist. Wir würden demgemäß Herrn Rabbiner Dr. Unna in Mannheim und seinen Gesinnungsgenossen sehr gerne Gelegenheit gewährt haben, im „Israelit" selber ausführlich zu erwidern. Doch verbietet -sich dies aus Gründen des Raummangels uüd insbesondere weil der weitere 'Leserkreis unseres Blattes den nicht unberechtigten Anspruch erhebt, nicht monatelang mit dem gleichen Thema unterhalten zu werden. Wir glauben daher,- daß es im allseitigen Interesse liegt, wenn die Erwiderungen auf die Ausführungen unseres Mitarbeiters in! der Berliner Wochenschrift erfolgen und der „Israelit" alsdann wiederum zu einer etwaigen Duplik zur Ber-. fügung gestellt wird. - Ünschonx Werbemgthoden des Berliner preußischen Gemeindeverbandes. Berlin, 25. September, j Aus Leserkreisen wird uns geschrieben: „Der „Preußische Landesverband jüdischer Ge-; meinden in Berlin" sucht auf eine bemerkenswerte Art der Propaganda, jüdische Kleingemeinden zu sich heranzuziehen. Er läßt an Lehrervereine Mitteilen, daß er die Mittel zur Verfügung stellen kann, um ca. 100 jüdische Lehrer in die 7. Gehaltsgruppe zu bringen, wenn die Steuerkraft ihrer Gemeinden zur ordnungsmäßigen! Besoldung nachgewiesenermaßen nicht ausreicht. Aller-- dings, so wird hinzugefügt, müssen die betref-; senden Gemeinden dem Berliner Lan desverban.d angehö'ren. Dazu ist zu bemerken:. Seit Jahren schon hilft der Halb erstqdter Bund,; bzw. Preußische Landersverbänd gejetzestreu er' Gemeinden Hunderten ungenügend besoldeter Lehrer ununterbrochen Und 'geräuschlos aus, gleichviel, ob' die siet.r-effenden Gemeinden dem Halberstädter gesetzestreuen Bunde angehören oder nicht. Wenn jetzt endlich der Berliner, Herband |)ie, LehreruMrstutzung zwar ebenfalls i Mag der, Werg noch sio groß fein und ravend» man sticht ihn nicht. rvchn man-dieHand vor die Augen hält. gerlystste Nebengedanke trübt das geistige Auge, daß eß.das -Große und Ewige nicht sieht. Die : Srnmtchtzett -richtet eine Schattenmauer Mischen Mensch und..stöttlichem Lichte aus, so daß das Ächt , in sein Elend nyicht Hineinleuchton kann. . Gebetworte aus.ttesstsr Inbrunst sind -leuchtestde Edelsteine, ejn Lippengebet dagegen ein falscher Stein, der. erlischt. und j zerbricht. Chassidim haben das schtzpe Mörtstiich:,- >,Zvhyr taasr latewo;' ^Eine Leuchte (sotzar) mache-aus jedem Worte (iatewo). Soll das Gebet- -hinreichen zu dem über Zeit und Raum Thronenden^ io mutz es Uns aus der Enge von Zeit und Raum yinaustragen. (pre Kenu^nng von Radioapparaten am Savvat.) Auf eine an dre halachifche Kommission der ..traditionell-gesetzestteuen Rabbinervereinigunggerichtete Anfrage , hat diese folgende Entscheidung. getroffen: ..Gegest die Benützung des Detektor-Radioappaiäfüs «Sh Md auch wenn derselbe arn FreiM . eingestellt ist, Weben sich Bedeyktzn. die bei dem setzUen Stastde der Eittrichtung dxs Apparates sticht überheblich sind. Sollten jedoch BerbMrüngen eintteten, die für dine Benutzung günstiß sind, wird bieTe Frage einet stellen PrÜsllna. zu unterziehen siin. Getzenryartttz kann eine Benutzung nicht erlaubt werden.- Barmizwoh.-Feier., 'b w) Saly, Sohn Ydn Joseph. Ansbachirt ustd Frau aeb. Rosenbäum, Rückertstratze 81,. Rr. 40 Seite 8 äüfzunehmen gedenkt, sie aber auf M, '100 Lehrer" 'beschrankt u n d ä lll Cnttze'tt dafü r die Mi tsitiMschaft der Gemeinden beansprucht,'so mutet dieser Handel niu,. sonderlich schön an. Zu beachten ist ferner die Bedingung, daß die schlechterzahlenden Gemeinden den Nachweis führen sollen, sie könnten nicht zureichend besolden. Wieviel Gemeinden werden diesen Nachweis züläntzlich erbringen können! Wir wissen darüber ein Lied zu singen." Äus dem Büro dvs Bundes und Preuß'i s'ih v'n L a n d e s v'e r bau d e s g e f esi e S t'r'e u e v jü dts cher Ge me in den in H ä l b e r st a d t erfahren wir zu dem Rundschreiben, das der Berliner Verband an Lühreröereine schickte, das Folgende: „Eine große Anzahl jüdischer Lehrer Und Gemeindebeamten Preußens und im Reich genießt bei uns bereits eine Reihe von Jahrön 'beträchtliche Beihilfe, auch wenn ihre Gemeinden ZÜfällig nicht uns ängehören. Jedenfalls braucht also im. Hinblick auf Vergünstigungen für ihre Lehrer uns keine Gemeinde fernzubleiben, diefichnachreligiöserGesinnung und Führung zu uns hingezogen fühlt." Der Delegiertesttäg des Äeichsbustdes jüdischer Arostifoldaten. Berlin, 1. Oktober. Wie schon kurz berichtet, fand am 21. und 22. September in Berlin die Jahrestagung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten statt. Ueber den Verlauf ist noch zu berichten: Erschienen waren fast 500 Ortsgruppen mit ungefähr 200 Delegierten aus allen Teilen des Reiches. Ein Begrüßungsabend der Ortsgruppe Berlin, Bezirk Moabit vereinigte die auswärtigen Delegierten am Sonnabend abend. Der Sonntag und Montag waren den Beratungen gewidmet. Das erste Referat hielt Chefredakteur G ö'tz über den Ausbau des „Schild". Das zweite Referat hielt Herr L e d e r m a n n. Sein Thema lautete: „Jüdische Jugend und Sport". Alsdann hielt Herr Dr. Wiener ein Referat über die allgemeine politische Lage, nach welchem sich der erste Bundesvorsitzende, Dr. Leo Löroenstein, über die nächsten Aufgaben des Reichsbundes, äußerte. Anschließend folgten Statutenänderungen und Neuwahl des Vorstandes. Zum ersten Vorsitzenden wurde fpöntcm der Begründer des Bundes Und der bisherige Bundesvorsitzende Dr. Leo L ö wen si e i n gewählt, als zweiter Vorsitzender Rechtsanwalt Sem o j e - Berlin. Ferner gehören dem Vorstand an: Dr.'Clkeles, Dr. Zwirn, Ledermanm, Gumpert, Dr. Wiene'r, Rechtsanwalt Koozirw^r und Justizrüt Chodziesner. Auf der Ttjtzung kam zum Ausdruck, daß der Reichshund jüdischer Frontsoldaten zu einem Machtvollen Bollwerk gegen die Flut des Antisemitismus geworden Ist. (I. T. A.) hakenfi^uzlerangriff ststf die Jüdischen. Lehr- Werkstätten der Agüvas Jisroel in Men. Wien, 25. September. Am A. SsstzleMber um H % sthr sillh brachest Hakenkrßuzkex .in Meidling.Cdelstungasse 5 befindlichen Jüdischen Lehrwerkstätten der Ätzudas Jisroel gewaltsam eist, bombardiertest das LeMingspMflonät 'Mit Steinen, zertrümmerten sämtliche, festster des Schläfsaales und Frachten hierdurch einigen Zöglingen leichte Verletzungen bei. Den aus dem Schlaf geweckten älteren Lehrlingen gelang es Mit Hilfe'der telephonisch avisierten Polizei zwei der Rowdhs festzünehMen. Die inzwischen; zur Hisse herbeigeeilten Arbeiter verprügelten sie, so daß sie von der Polizei in Schutz genommen werden mußtest. Die polizeilichen Erhe^mgen wurden jo'fort aufstestömmest und die beiden HÜkenkreuzler tzem Üandesgerichte eingeliefert. Von den Kownoer Stadtratswählim. Kowno, 25. September. Am Sonntag, den 21. September fanden in Kowno die Wahlen in die städtische Selbstverwaltung statt. Laut dem bekänntgewordenen Ergebnis wurden. 70 Stadträte gewählt. Mehr als die Hälfte der Stadtverordneten, nämlich 39, sind Angehörige der nattonalen Minderheiten, unter diesen sind.21 Juden. Der Ausgang der Wahlen Muß ängefichts des reaktionären