Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1924-09-25 · Heft 39 (25.9.1924) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 39 (25.9.1924)
Date
1924-09-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2450286-2450324--71582-2528906
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

25. „September 1924_ sorisch - für die ersten Tage der - Antunst-der Aülim Sorge getragen und hat, wie bereits oben erwähnt» bank der eifrigen^ Arbeit der Jerusalemer.' Iugendorganisatwn^ etwa 40 agu* distischeu Aulim Arbeit verschäff e n können. — Als ganz besonders unangenehm hat es die Palästina-Zentrale gefunden, daß die meisten Landesorganisationen nicht daran dachten, wie es eigentlich selbstverständlich ist, zumindest für die Reisekosten und die ersten Bedürfnisse.ihrer Äulim selbst zu sorgen, sondern in unzähligen Fällen sich an die allgemeine Palästina-Zentrale - wandten,' sie möge sich der Au'.im annehmen. Die nämlichen , Stellen, welche diese Forderung stellten, .hätten aber niemals Veranlassung genommen/ irgendwie zu den Zentralfonds der Palästina-Zentrale beizutragen. Die Palästina-Zentrale ihrerseits hat in emer Reihe. von Fällen junge Ägud'isten. .als Hu n dwerler (Schriftsetzer, -Tischler, Spengler usw.) ausbilden lassen, um so etwas mehr Garantie für eine sorgenfreie Zukunftin Erez Iisroel für dieselben zu schaffen.'Vergeblich bemühte sich die Palästina-Zentrale, in der Schweiz oder in Deutschland ein -Lehrgut - zur landwirt/ schastlichen Ausbildung zu erwerben; diesbezügliche von der schweizerischen Palästina-Zentrale geleitete Verhandlungen zerschlugen sich im Moment vor der -Realisierung. In diesem Zusammenhänge sei noch erwähnt, daß die Palästina-Zentrale mit dem Lloyd Triestino ein Abkommen getroffen hat, wonach ihren Mitgliedern ermäßig teile b erf a h r t s p reise Zugestanden wurden; dieses Uebereinkommen trat zum ersten Male bei der unter Leitung des Gerer Rebbe stattgefundenen polnischen Delegation in Kraft. T o u r i st e n. Neuerdings hat die Palästina-Zentrale auch dafür Sorge getragen, daß auf den- Schiffen! des Lloyd Triestino Ko scherkon fernen zu Haben sind; sie hat ferner eine Abmachung mit einem Reisebüro getroffen, um R e i s e g e s e l l - schäften von mindestens 5 Personen, welche als Touristen Erez Iisroel besuchen . wollen, dort einen dreiwöchentlichen Aufenthalt zu ermäßigtem Preise zu ermöglichen (Reise samt Verpflegung 19 Tage von Alexandrien—Cairo— Jerusalem—Galiläa—Kolonien hin und zurück cä. Lst. 35.—). , Anregung von Privat - Initiative. Eine Reihe agudistischer Persönlichkeiten, insbesondere aus Polen hat in Fühlungnahme mit der Palästina-Zentrale entweder als Private oder in Gruppen mit wirtschaftlicher Brtä igung in Crez Iisroel begonnen; vor allem ist in dieser Beziehung die polnische Gesel schaft B i nl a n H o o r e z zu nennen, die bereits mit dem Bau eines G eschäf.tsviertels in Jaffa im Laufe dieses Berichtsjahres begonnen chät7 "Die" Tätigkeit des ViWn Hoorez wurde vor allem durch die Erez Jisroel-Reise der polnischen Delegation" gefördert. 'Leider chäben die wirtschaftlichen Teilnehmer dieser Reise die Palästina-Zentrale über dje Einzelheiten ihrer Tätigkeit nicht genügend orientiert, sodaß ein eingehender Bericht hierüber unmöglich ist. Eine Reihe wirtschaftlicher Anfragen aus den verschiedensten Gebieten hat die Palästina- Zentrale dadurch erledigt, daß sie eigens Fachleute auf diesem Gebiete gewonnen hat, die aus eigener Anschauung Palästina gründlich kennen. Von den nämlichen Fachleuten wurde auch eine Reihe weiterer P.läne^. ausgearbeilet, mit denen die PaläftilDZenstale ^andiejenigen, toite her- ÄMetttzteN ist,"' Von' dMn sie eine Realisierung auf privat-wirtschaftlicher Grundlagen erwarten zu können glaubteh im großen ganDn sind diese Erwartungen nicht, erfüllt worden. Die wirtschastlichen- Verhältnisse in Europa haben sich hier als starkes Hindernis erwiesen und die Hoffnung, die wir auf unsere amerikanischen Gesiichungsgenossen in dieser Richtung hin gesetzt -hatten, konnte ebenfalls, zunächst nicht erfüllt werden, da hierzu? die von der K7. G. D er. I s r a e t i t - ---Blätter---— - proklamierte Ägudadelegaiion nach Amerika eine unbedingte Voraussetzung gewesen wäre. Indes hat die Tätigkeit der Herren VZolk und Kahane sowie der Besuch unseres Mitgliedes, Herrn Wreschner, in Amerika doch bereits finanziell erfreuliche Resultate gezeiligt. Neweh Israel. Ein bedeutsames Unternehmen einer Jerusalemer agudistischen Gruppe stellt die Gesellschaft „ Neweh J s r a e l dar, welche bezweckt, in allernächster Nähe Jerusalems eine kleine Siedelung für Gemüsebau und Milchwirtschaft ' zu q: ünden. , Erste Voraussetzung hierfür ist natürlich die Beschaffung von Heimstätten. Der erfolgreichen Propaganda , für diese Gesellschaft widmete sich besonders in Oesterreich und der Tsch.cho-Slowakei Herr V. Z. Iadler aus Jerusalem. . Bodenkauf. Ihr Hauptaugenmerk in wirtschaftlicher Beziehung legt die Palästina-Zentrale der Verwirklichung des Beschlusses der K. G. bezüglich Bodenerwerb in Erez Iisroel. Wer die Verhältnisse in Crez Iisroel kennt, weiß, wie unendlich schwierig der Bodenkauf aus den Händen arabischer Vorbesitzer sich vollzieht. Die einschlägigen Bestimmungen des dort geltenden Rechtes erfordern von dem Käufer ein unendliches Maß von Geduld und Arbeitsfreude. Die Palästina-Zentrale, die durch ihre Vertrauensleute in Erez Iisroel in selbstlosester Weise /bei diesen Arbeiten unterstützt wurde, glaubte oft schon. Boden fest. erworben zu haben, als noch in der letzten Minute sich Schwierigkeiten herauestellten. Umso erfreulicher ist es, daß es noch knapp vor Schluß dieser Berichtsperiode end ich gelungen ist, einen größeren Bodenkomplex (neben den bereits vorhandenen kleineren Bodeni komplexen in Neweh Israel, Tel Awiv und! Tiberias) 4003 DunaM Land in Emek Israel zu erwerben. Der Boden in Emek Israel gehört bekanntlich zu dem besten! des Landes: der von uns erworbene liegt in der Nähe jüdischer Siedelungen, hat gute Wasserverhältnisse und ist im Verhältnis zu den Preisen, die vom, änderen Organisationen' in der Nach-! barschaft gezahlt wurden, sehr günstig gekauft. Die Palästina-Zentrale ist in der Lage, einen i Dunam —918 Quadratmeter dieses Bodens! für 2^2 ägyptische Pfund abzugeben. In Litauen, Polen und Deutschland herrscht rege Nachfrage nach diesem Boden, welcher von der Palästina-Zentrale nur unter der Bedingung abgegeben wird, daß nichts auf ihm geschehen darf, . was der Thora gesetzlich zuwiderläuft, ferner ist Vorsorge dafür getroffen, daß der Boden nach einem einheitlichen Plane behaut wird. Die Bebauung wird s. G. w. nach Ablauf des Schmitojahres beginnen,." — ■ Angesichts der Tatsache, daß die slowakische, deutsche, litauische und lettische Landesorganisalioüen beschlossen haben, Böden in Erez Iisroel zu erwerben und ihn zu kolonisieren,, hofft die Palästina-Zentrale, bald in die Lage gesetzt zu sein, weitere Bodenkäufe zu tätigen. Finanzen. Die zwei Hauptfach ichsten Fonds der Palästina-, Zentrale sind der „Keren E r e z Iisroel", welcher Thora und Chissuk hadaß gewidmet ist, ferner der „Keren Hajischuy", welcher ausschließlich wirtschaftlichen Zwecken dient,. . In westeuropäischen Ländern wird der Keren Erez Iisroel vielfach durch die sogen. Rosch chaudesch-Spende gespeist, welche darin besteht, daß jeder Agudist monatlich Maaßer min ha- Mäaßer für den Keren Erez Iisroel gibt. Der Keren . Erez Iisroel balanciert in diesem Kalenderjahr in Ein- und Ausgaben mit ca. 3000 Lst., der Keren Hajischuw mit ca. 6000 Lst. Die Vorarbeiten für die auf der K. G. beschlossene Erez Jisroel-Bank hüben durch die Unsicherheit der finanziellen Verhältnisse Europas in der ersten Hälfte der Berichtsperiode leider noch keinen Abschluß gefunden, doch wird die Palästinaj-Zentrale Are Bemühungen nach -dieser 9tr. 16 Sette 3 Richtung hin fortsetzen. Die eingegangenen Gelder sind, gegenüber der. Zahl der Mitglieder der Agudas Iisroel verschwindend gering. In dieser Tatsache liegt auch die Erklärung dafür, daß die Palästina-Zentrale viele ihrer Bestrebungen auf religiösem wie auch wirtschaftlichem Gebiete nicht verwirklichen konnte. Wir hoffen, daß die Annahme unserer Anträge es uns ermöglicht, ein gut Stück in unserer Arbeit vorwärts zu kommen, einer Arbeit, von der wir wissen, daß sie nur dann gedeihen kann, wenn sie getragen ist von dem Bewußtsein» daß wir bloß Werkzeuge sind in der Hand des einen Einzigen, der unser zerstörtes Land dereinstens wieder aufbauen wird, denn nicht Menschenhände sind es, die Crez Iisroel aufbauen; Menschen können als treue Vollbringer göttlichen Willens sich strebend bemühen, im Geiste! der Thora das ihrige zu tun, daß sich bald jene Zeit verwirkliche, die der königliche Psalmensänger ankündigt, wenn er sagt: 'n nm Orsnn Tätigkeitsbericht der Keren Hatorah-Zentrale in Wien. Erstattet dem Zentral: at am 16. Ellul 6684. Schon iM ersten Heft der Keren Hatorah- Blätter im „Haderech", Nr. 2 d. I. erstattete die Keren Hatorah-Zentrale genauen Rechenschaftsbericht über ihre Tätigkeit in der letzten Arbeitsperiode. Jetzt erachten wir es für wichtig, den Herren Delegierten noch einmal in großen Strichen ein Bild unserer bisherigen Arbeit zu entwerfen. 1. Konstituierung. Bis^ jetzt hat der G. A. in jeder Hinsicht das Keren Hatorah-Direktoriurn vertreten. Der Zentralrat hat nun zu entscheiden, ob die Keren Hatorah-Leitung fernerhin so bleiben soll, oder laut Paragraph8 des Statutenprojektes nunmehr 7 Mitglieder des Rabbinischen Rates und 7 Mitglieder des G. A. zusammen die Leitung des Keren Hatorah übernehmen sollen. 2. S t a t u t e n. Die Hauptpunkte sind bereits seinerzeit veröffentlicht worden, Nun hat sich der Zentralrat darüber zu entscheiden, ob das Gesamtstatut der jetzigen Form angenommen werden kansti Laut § 8 kann der Zentralrat 25 Mitglieder berufen, die als ständiger Verwaltungskörper des Keren Hatorah figurieren. 3. S a m m e l a r b e i t. Leider setzte zu Beginn unserer Arbeit eine gewaltige ökonomische Weltkrisis ein, die die Arbeit unserer Mitglieder sehr erschwerte. Angesichts dieser großen Krisis, kann unsere Arbeit als erfolgreich gelten. Von unseren aktiven Mitgliedern haben sich in letzterer Zeit für die Arbeit zur Verfügung gestellt: Herr Rabbiner, Sejmdeputierter Schapiro - Piotrokowo, welcher erfolgreiche Propagandareisen in Deutschland, Frankreich und England unternahm. Herr Rabbiner Kalmanowitz-Rakow bereiste Belgien und Rheinland. Herr Dr. Deutschländer arbeitte mit Erfolg in Hamburg und in der Schweiz, Regierungsrat Jonas Kreppel- Wien entfaltete eine Keren Hatorah-Arbeit in Holland. Insbesondere muß hingewiesen werden auf die moralische Arbeit für Keren Hatorah von Seiten der größten orthodoxen Autoritäten, wie „Chofez Chajim", Rabbi Chajim Oser Grod zenski, Rabbi I. I. Diskin und Rabbi I. Eh. Sonnenfeld, die mit heißen Aufrufen zur Unterstützung des Keren Hatorah hervorgetreten sind. Auf der Welthilfskonferenz ist es dank den Delegierten der Agudas Iisroel gelungen, bei der Kommission für intellektuelle Hilfe durchzusetzen, daß die Schüler der Jeschiwaüs in gleicher Weise unterstützt werden sollen, wie die gesamte studierende Jugend. Wenn man daran denkt, mit welcher Gleichgültigkeit sich bisher der Welthilfsverband zu den vielen hunderten Jefchirvafchülern verhalten hat, dann kann man erst den vollen Wert dieses Beschlusses einschätzen. Aüch ferner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.