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Der Israelit · 1924-09-25 · Heft 39 (25.9.1924) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 39 (25.9.1924)
Date
1924-09-25
Page
– (sequence 18)
Language
German
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5) e x 3 s r ö il i t ' ~ B! ä 11 e-T. : >|T gefitgmfier. WA Kol Israel. . Seite 4 Nr. 16 land, Polen, Schweiz und Oesterreich. Die Palästina-Zentrale hat in der Berichtsperiode die Gründung von neuen Palästina-Zentralen in folgenden Ländern veranlaßt: Amerika, Litauen, Ostgalizien, Tschecho-Slowakei, Lettland und Frankreich. In Holland hat die Palästina-Zentrale eine Arbeitsgemeinschaft mit der altehrwürdigen Institution der Pekidim und Amarkaiim Kolel Y'ifi geschlossen. Organisatorisch war weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben, die Tätigkeit der palästinensischen Landesorgani s a - tion selber derartig auszubauen, daß das dortige Büro die Ausgaben, welche in Erez Iisroel selbst zu bewältigen waren, in immer steigenderem Maße erfüllen konnte. Neben den bisherigen bewährten Mitarbeitern in Erez Iisroel gelang es der Palästina-Zentrale, in der Person von Herrn Glückmann-Porusch in Jerusalem' eine außerordentlich wertvolle Kraft für den Sekretärposten der palästinensischen Landesorganisation zu gewinnen. Es ist mit Genugtuung zu konstatieren, daß wöchentlich regelmäßig Berichte über den Stand der Palästina-Arbeit wie überhaupt über die schwebenden Fragen der palästinensischen Landesorgänisation von Jerusalem aus an die Palästina- Zentrale übermittelt wurden. Ohne anderen Landesorganisationen nahe zu treten, dürfte nach dieser Richtung hin die Art und Weise des Zu-ammenarbeitens der palästinensischen Landesorganisation mit der Zentrale geradezu vorbildlich genannt werden. Durch die selbstlose Hingabe unserer palästinensischen Gesinnungsgenossen war es außerdem möglich, in Jerusalem eine aus ehrenamtlichen Mitgliedern zusammengesetzte Bodenkaufskommission (die Herren: Herling, Schocher, Blau, Chagis, Porusch) sowie eine die Finanzaktionen der Palästina-Zentrale erledigende Finanzkommission (Dr.Wasach, I. Chagis) zusammenzusetzen, ohne deren Mitarbeit es nicht möglich gewesen wäre, mit einem geradezu lächerlich genngen Aufwand von Kosten die Geschäfte der Palästina-Zentrale in Jerusalem zu erledigen. Auch die I u g e n d g r u p p e Jerusalem stellt sich selbstlos in den Dienst der Palästina-Zentrale, insbesondere in der Sorge für agudistische Aulim. Es verdient, organisatorisch auch erwähnt zu werden, daß sich im Laufe der Berichtsperiode in Jerusalem eine Arbeitergruppe — Poale Agudas Jisroel — gegründet hat. Thora und Chissuk Hadatz. Entsprechend den Grundprinzipien der Aguda, welche in Erez Iisroel das territoriale Werkzeug zur Erfüllung, der Thora erblickt, hat die Palästina-Zentrale in erster Linie ihr Augenmerk darauf gerichtet, die Stätten, der Thora sowie die Erfüllung der Thora im alten wie im neuen Iischuw nach Möglichkeit zu fördern. Während die Gegner unserer Anschauungen alle -hre Kräfte darauf eingestellt hatten^ auf dem Amwege über die Schulen die Heranwachsende Jugend dem alten jüdischen Geiste zu entfremden, hat die Palästina-Zentrale sich bemüht, entsprechend den Wünschen des palästir. nsischen Rabbinischen Rates (Rabbiner. Sonn: nfelb und Rabbiner Diskin) bereits vorhandene Chadorim und Ieschiwath vor dem Unter gang, der ihnen drohte, . zu retten . und weiterc>ErziLhungsstätten nach dem von oben genannten rabbinischen Autoritäten, gebilligten Programm einzurichten. Neben den Chadorim und Talmud-Thoras für die männliche afchkenasische und sefardische Jugend stellte sich die Errichtung, von Mädchenschulen als dringend notwendig heraus, denn gerade auf diesem Gebiete war es den .Gegnern unserer Weltanschauung gelungen, breite Breschen in unsere Heiligtümer zu legen. Die Palästina-Zentrale hat daher ihr Augenmerk darauf gelegt, die schon auf Initiativedes Gerer Rebbe gegründete Mädchenschule in Jerusalem zu erweiternes gelang ihr, vier Abteilungen in Jerusalem in verschiedenen Stadtteilen zu gründen. die heute von gegen 200 Schülerinnen besucht werden; außerdem hat die Palästina-Zentrale in Tiber i a s eine Mädchenschule gegründet, die je 3 Klassen zählt und unter Leitung von Rabbiner Kliers steht; eine dritte Mädchen s ch u l e ist außerdem in S affet gegründet worden, wo dank dem Entgegenkommen der Pekidim und Amarkaiim die geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Es wurden weiter in der Berich'speriode eine neue Talmud Thora gegründet in P et ach Tikwah, welche aus drei Klassen besteht, und die neuerdings genötigt ist, eigene Räumlichkeiten zu beziehen, deren Kosten von unseren palästinensischen Freunden selbst aufgebracht werden. Eine, weitere Talmud Thora wurde neu gegründet in G i w a s S ch y u l, wo ursprünglich überhaupt keine Erziehung? statte für Kinder vorhanden war. Außer" diesen Neugründungen hatdie Palästina-Zentrale durch einen monatlichen Zuschuß von Lst. 30.— es ermöglicht, daß die sefardische Schule Bnei Zion, welche von über 500 Kindern besucht wird, und die sich bereits vor die Notwendigkeit versetzt sah, ihre segensreiche Tätigkeit einzustellen, geöffnet bleiben konnte. Die Palästina-Zentral hat ferner die aschkenasische Talmud Thora Ieschiwas Zion und Äoirjon mit etwa 90 Schülern im Verein mit Pekidim und Amarkalim unterstützt. Endlich hat die Palästina- Zentrale durch eine monatliche Unterstützung die Möglichkeit dazu gegeben, daß das bereits geschloffene Che der für jemenitische Kinder wieder eröffnet werden konnte. Es ist zusammenfassend also die erfreuliche Tatsache zu berichten, daß etwa 1000 K i n d e r durch die Tätigkeit der Palästina-Zentrale der A. J. in Erez Iisroel eine Erziehung im echt jüdischen Geiste erhielten. Die monatlichen Ausgaben hierfür betragen etwa Lst. 150.—. Selbstverständlich bedeutet unsere Tätigkeit auf diesem Gebiete nur einen Anfang und wir wissen selbst am besten, welch unendlich wichtige Aufgaben noch zu lösen wären, wenn die nötigen Mittel hierzu vorhanden sind. Außer der amerikanischen, deutschen, schweizerischen und holländischen Landesorganisation haben bisher die anderen Landesorganisationen sich entweder gar nicht oder nur in verschwindendem Maße an dieser wichtigsten Palästinaaufgabe beteiligt. — Eine spezielle Aufgabe bot in diesem Jahre der Schmitafond. Der Beschluß der K. G., unseren Brüdern in Erez Iisroel, welche das Schmitojahr halten, zu helfen, hat in der ganzen A. I. ein starkes Echo gefunden. Die Palästina-Zentrale hat in mehreren Rundschreiben alle Landesorganisationen' aufgefordert, sich an dieser Mizwoh zu beteiligen. Zuletzt hat sie veranlaßt, daß am Sabbat Parschas Vhar in einer großen Reihe von Gemeinden die Thoraspenden für diesen Zweck verwandt wurden. In Jerusalem selbst würde eine eigene Kommission für diesen Zweck zusammengestellt. Die rabbinischen Mitglieder derselben haben die Kolonien besucht und entsprechende Anweisungen gegeb.en, wie man sich im Schmitojahr zu verhalten hat; auch in Galiläa wurden die galiläischm Kolonien besucht. An eine Reihe von Landwirten,, die Schmito halten, konnten durch die Palästina- Zentrale^ etwas über Lst. 300.— verteilt werden, auch hier ist festzustellen, daß die Palästina- Zentrale als solche fast ausschließlich nur von westeuropäischen Landesorganisationen Beiträge, für den Schmitafond erhielt. ' ' Als ein erfreuliches Zeichen dafür, daß auch Im neuen Jrschuwdie Werbearbeit der Palästina-! Zentrale der A. I. nicht vergeblich ist, empfing' die Palästina-Zentrale ein Ersuchen einer Gruppe, von Kolonisten in K i n e r e-t h (Galiläa) — eine', Gegend, in welcher leider unreligiöse Elemente: vorherrschend sind — bei der . Anstellung eines Schochet behilflich zu fein) durch laufende Subventionen der Palästina - Zentrale" ist : eine losch e r e S ch e ch rt a dort eingerichtet worden.! - Fast aus. eigener. Kraft, -nur durch gelegentliche Subventionen der Palästina-Zentrale unterstützt, ist auch in dem Berichtsjahredas agudistische Organ der palästinensischen Landes^- organisation, der „ Kol Irsroel" erschienen/ für dessen Verbreitung in der A. I. sich die Palästina-Zentrale bemüht-hat, aber noch längst nicht das wünschenswerte Ziel erreicht hat, daß in jeder Gruppe diese elnzige Stimme bei selbständigen Orthodorie Jerusalems gehört wird. Klinik in Jaffa. Unsere Gruppe in Jaffa hat ihre bereits vor der K. G, bestehende Klimt ausgebaut und ihre Ungemein segensreiche..Tätigkeit erweitert; im abgelaufenen.Jahre wurden gegen 6000 Patienten dort behandelt. . Obwohl die Palästina-Zentrale nur schwer, antzerordentliche Ausgaben'in ihrem Budget aüfzubringen vermochte, konnte sie doch einer diesbezüglichen Aufforderung des Gerer Rebbe sich nicht verschließen, diese Klinik mit einem, einmaligen .größeren Beitrage zu unterstützend Es wird aber Aufgabe der nächsten Zukunft sein, diese Institution tatkräftiger als. bisher zu fördern. Emigration von Aulim. Ein besonders leidvolles Kapitel in der letztiährigen Tätigkeit der Palästina-Zentrale stellt die Aülim - Frage dar. Die Sehnsucht, nach Erez Iisroel, verknüpft mit der mißlichen Lage der wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa hat in der Berichtszeit stärker als je zuvor Hunderten und tausenden von jungen Agüdisten den Gedanken nahe gelegt, nach Erez Iisroel auszuwandern. Die Palästina-Zentrale hat es nicht an Warnungen fehlen lassen und hat darauf hingewiesen, um die Aulim vor Enttäuschungen zu schützen, daß bei der herrschenden Arbeitslosigkeit in Erez Iisroel, bei dem Ueberflutz an Kräften im alten Iischuw und bei der Unausgebildetheit der meisten Aulim für einen praktischen Beruf es keinen Sinn hat, ohne die nötigen Kapitalien nach Erez Iisroel auszuwandern; die Warnung verhallte ziemlich wirkungslos und Hunderte von Aulim kamen zunächst nach Wien; ohne die Mittel zur . Weiterreise, ohne Visa und ohne Mittel zum weiteren Unterhalt. Die österreichische Landesorganisation hat in mustergültiger Weife sich dieser Aulim angenommen und die Kosten ihrer Verpflegung fast ausschließlich getragen. — Die zionistische Organisation hat bekanntlich ein Monopol für die Verteilung der von der englischen Regierung ausgegebenen Einwanderungszertifikate. Obwohl die Vertreter der Palästina-Zentrale von dem Jerusalemer Chef des Ernwanderungsamtes -— Sir Edwin Samuel — die offizielle Erklärung erhielten, daß die zionistische Organisation lediglich als Beauftragte für alle Schichten des jüdischen Voltes die Einwanderungszerlifikate erhalte, nicht aber zu einer. Begünstigung zionistischer Chaluzim haben, die zionistischen Palästinaämter doch zweifellos in . ihrer Mehrzahl. die Tendenz, agudistische Aulim zu benachteiligen, d. h. ihnen alle möglichen Schwierigkeiten zu machen, um die -Einreise zu - verhindern. Die diesbezüglichen Vorstellungen bei der englischen Regierung haben lediglich zu/dem Resultate geführt, daß hie Namen fachlich. ausgebildeter agudistifcher Aulim auf einer offiziellen Regierungsliste zusammengestellt werden, um dann eventuell im Bedarfsfälle von Interessenten, angefordert werden zu können- , Perfahren, welches sich naturgemäß außerordentlich in die Länge zieht imd nur einem.verschwindenden Bruchteil schließlich die Möglichkeit gibt, das Ziel ihrer Wünsche zu erreichen; ,; Trotzdem find gegen hundert agudistische. Austin nach Erez Iisroel gekommen, haben zunächst dort, wie nicht anders zu erwarten, keine Beschäftigung gefunden und haben Pot gelitten. Die Palästina-Zentrale r hat mit etwa M 100.— in Jaffa und. Jerusalem provi-

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