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Der Israelit · 1924-09-25 · Heft 39 (25.9.1924) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 39 (25.9.1924)
Date
1924-09-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 39 «man rrn, in der richtigen Erkenntnis, daß dort die Heimat des jüdischen Geistes ist. Hier ist der Platz des Jünglings, nicht an der Front, sondern bei der anaa. Der Tana ist der jüdische Held, nicht der Soldat. Wir lernen so die Zauberkraft jüdischer arm*: im Eman n'n. Aber der Jnügling muß auch den Vater dort finden und zwar navi w- In der Sjanb des V aters liegt es — das lehrt seinen Sohn zu einem zu machen; aber er muß es ihn lehren, daß Judentum nicht Gewobnheit ist, sondern tiefes Erlebnis, Zweck des Daseins. Unfern Kindern fehlt nicht Wille und Opferbereitschaft, sondern nur — einleuchtendes Vorbild. jdiwt ns na. Einen Abgrund zwischen Eltern und Kindern hat der Sätan geschaffen — aber er kann überbrückt werden^ kündet der -wM, wenn der Vater sch auf seine Aufgabe besinnt. rpN2' ns TVm - amna 'Dnnnk fn pnr» nrrt’in nVa Gebt mir einen Vater nach dem Vorbild des onana und ich will euch Söhne geben wie pnL'. Korrespondenzen « Naeblicbte« Deirtseher Heid?. Völkischer Ueberfall auf eine demokratische Wahlversammlung in Oberschlesien. Rabbiner Dr kaah verwundet B e r l i n, 19. September Nach einem Telegramm der I. T. A. aus Hindenburg sind dort am 14. September die Deutschvölkischen mit Schlaginstrumenten, Pflastersteinen und anderen Waffen ausgerüstet, in eine demokratische Wähleroersammlung eingedrungen und haben zahlreiche Versammlungsteilnehmer schwer verletzt. Die Versammlung, in der zahlreiche Frauen anwesend waren, loste sich in wilder Panik auf. Unter den Verletzten soll sich der Rabbiner Dr. K a a tz befinden, der von einem Völkischen mit einem Stuhlbein niedergeschlagen wurde. Die Erregung über diese Rohheit der Deutschvölkischen ist allgemein. Die Ortsgruppe Hindenburg der Deutschen Demokratschen Partei wird gegen die Anführer Strafantrag wegen Landfriedensbruch stellen. Die Schutzpolizei nahm eine Reihe Verhaftungen unter den Deutschvölkischen vor. Der Israel 1 t__ Gegen die Ernennung jüdischer Konrektoren. - Berlin, 19. September. Wie dem I. T. A.-Vertreter aus führenden Kreisen der jüdischen Lehrerschaft Deutschlands mitgeteilt wird, ist an die provinziellen Schulkollegien ein' Erlaß des Unterrichtsminifters ergangen, nach welchem jüdische Lehrer und Lehrerinnen an öffentlichen Schulen in Zukunft nicht mehr zu Konrektoren befördert werden sollen. (In Berlin sind bekanntlich vor nicht langer Zeit durch einen Minderheitsbeschluß der städtischen Schuldeputation, jüdische Lehrerinnen zu Konrektoren ernannt worden.) Diese der Gleichberechtigung der Juden im allgemeinen und der jüdischen Lehrerschaft im besonderen schwer Abbruch tuende Verfügung hat starkes Befremden hervorgerufen. In einer Versammlung der Wissenschasclichen Vereinigung Berliner jüdischer Schulmänner ist beschlossen worden, aus das nachdrücklichste gegen die Rechtsverletzung zu protestieren. Die Budapester kullusgemeinde unter Anklage der verbotenen Geldsammlungen. , Budapest, 17. September. Die Budapester Staatspolizei hatte gegen das Präsidium der Kultusgemeinde wegen illegaler Sammlung von Geldern zugunsten der infolge des Numerus clausus im Ausland studierenden jüdischen Hochschüler ein Strafverfahren eingeleitet. Im Verlause der Untersuchung bestritt Kultuspräsident Dr. Lederer die Strafbarkeit dieser Sammeltätigkeit und erklärte gleichzeitig, daß die Budapester Kultusgemeinde wie jeder Jude es als ihre Pflicht ansehe, die aus den ungarischen Hochschulen verdrängten jüdischen Studenten zu unterstützen. Infolge dieses Verfahrens ruhte die Unterstützungsaktion. Nach fast einjährigem Steitverfahren wurde das Präsidium der Kultusgemeinde auf Grund eines Gutachtens des Kultusministeriums sreigesprochen; die beschlagnahmten Gelder wurden freigegeben. Das Gutachten des Kultusministeriums pflichtete dem Standpunkt des Kultuspräsidenten bei, daß diese wohltätige Sammlung zu den autonomen Rechten der Kultusgemeinde gehöre. Die Kampagne für ein judenreines Posen. Warschau, 9. September. Die Tatsache, daß ein sehr großer Teil der ehemaligen jüdischen Bevölkerung Posens feit der polnischen Besetzung ausgewandert ist, hat die polnischen Antisemiten nicht beruhigt; sie setzen ihre Kampagne für die vollständige Iudenreinheit Posens fort. „Kurjer Poznansky" schreibt: Wir müssen die jüdische Ueberflutung, die uns, unsere moralische und ethische Kultur zu verschlingen 25. September 1924 droht, mit allen Mitteln zurückdämmen. In ^Posen existieren 300 registrierte jüdische Firmen. Auch• in der Provinz spannen die jüdischen Spinnen ihre Netze.- Diejenigen Polen, die den Juden Geschäftslokale, und Wohnungen vermieten und mit ihnen in gesellschaftliche oder kommerzielle Beziehungen treten, sind „Verräter".; Der Artikel stellt die folgenden Prinzipien aus: Keinen Grund und Boden an die Juden verkaufen; kein Geschäftslokale, Lager, Wohnungen, möblierte Zimmer an die Juden vermieten; in keinerlei Beziehungen, mit. den Juden treten; nichts bei Juden kaufen und nichts ihnen verkaufen; jeder Pole, der diese Gebote nicht erfüllt, wird »n den Bann getan. Emigrakionssirom aus Polen. Warschau, 12. September. Angesichts der fortdauernden Arbeitslosigkeit nimmt die Auswanderung aus Polen beständig zu. Etwa 3009 polnische Arbeiter wandern in der Woche aus Polen nach Frankreich aus, um an der Wiederausbauarbeit in den verwüsteten Gebieten tätig zu sein. Die Auslese der Arbeiter geschieht durch eine französische Kommission, unter Einwirkung des polnischen staatlichen Arbeitnachweises. Nur qualifizierte Landwirte, Bergleute,- Maurer, Zimmerleute usw. werden ausgenommen. Dadurch ist die Arbeitslosigkeit unter den polnischen Arbeitern zurückgegangen; jedoch unter der jüdischen Arbeiterschaft herrscht die Arbeitslosigkeit nach wie vor. Man zählt jetzt über 22 000 jüdische Arbeitslose in Polen. (I. T. A.) Das Abkommen zwischen Lmigdirekt und ILA. Warschau, 15. September. Das soeben in Warschau eingetröfsene Mitglied des Vereinigten Komitees für ' jüdische Auswanderung (Emigdirekt), Herr W. Latzky-Bsrtholdi, teilte dem JTA.- Vertreter über das zwischen der JCA. und dem Emigdirekt getroffenen Abkommen folgendes mit: Laut diesem Abkommen soll jetzt eine neue Emigrations-Exekutive, bestehend aus 26 Personen, gebildet werden. 13 Vertreter stellt die JCA., die übrigen 13 werden vom Emigdirekt und den ihr angeschlossenen Verbänden entsendet. Diese Exekutive wird zwei Direktoren wählen, die die Emigrationsarbeit in Europa leiten werden. Das Abkommen wurde vom Emigdirekt bereits bestätigt, es fehlt noch die Ratifikation des Zentralrats der JCA. Der polnische Rabbinerverband und die Iewish Agency. Warschau, 18. September. Der Zentralrat und der Vollzugsausschuß des Rabbinerverbandes in Polen beschäftigte sich in seiner letzten' Plenarsitzung mit der Frage, ob die Einladung der Zionistischen Organisation Polens, daß sich der Rabbineroerband an der „Pro-Palästinakonferenz" beteiligen soll, anzunehmen sei. Die Konferenz wird bekanntlich zu dem Zweck einberufen, um die Vertreter ohne Richter, — „damit die Sättigung aus den Durst folge", um ohne Einschränkung, ohne Scheu, ohne Gewissensqua! genießen zu können. — „Ihm wird der Ewige nimmer vergeben wollen". — II. 28, 27: „ä/sr Ewige riß sie aus ihrem Boden hinweg". Das Lamed in na’^En ist länger als irgend ein anderes in der Schrift. Er weist nämlich auf die Länge des Golus hin. '»aia mn *-n*iaiT anp'vs. IN. 'na V'wa V1V „Wonniglich freue ich mich de- Ewigen, es jauchzt meine Seele bei meinem Gotte" Seit langer, langer Zeit sitzt da eine Fürstin einsam und vergrämt in ihrem Gemach; lange, bange Jahr« sind dahingegangen, seitdem Gemahl und Kindei eine weite Seereise unternahmen, ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben. — Da tritt jemand mit der freudigen ^Botschaft ein: „Deine Söhne sind angelangt!" „Da werden sich meine Schwiegertöchter ihrer freuen", erwidert leise die Fürstin. „Auch deine Schwiegersöhne sind eingetroffen I" „Ihrer werden meine Tochter sich freuen", war die Antwort. Als man ihr jedoch berichtet: „Dein Mann ist gekommen", ruft sie bewegt aus: „Wahrlich, diese Freude ist lückenlos und vollkommen!" — Auch zu Jerusalem, der einsamen Stadt, sprechen die Propheten: pa iaia’ pinna „Sieh, deine Söhne kommen von der Ferne!" Sie aber sagt: ps in. narr?' „Möge der Berg Zion sich freuen". — niaan ns V» pnan* „Deine Töchter werden auf dem Arme getragen", und siespricht: nw nmaaVan „Mögen frohlocken die Städte Judas". Als der Prophet ihr aber ankündigt : an /pba am „Sieh, dein König kommt", da erst ruft sie aus: Diese Freude ist fürwahr eine ganze und ungeteilte, -»p^an ■wai ^n 'an Ewa Entp „Des Ewigen freue ich mich wonniglich, bei der Ankunft meines Gottes jauchzt meine Seele." Nach rrnp'vs. IV. das unter meinen Zitaten dort vorkommt, nicht verantwortlich bin. Ich hatte richtig ..Arochin" geschrieben: es ist aber falsch wiedergegeben worden. Der Plural von Erech kann ebensowenig Erechin heißen, wie von Ewed Ewedim und von Eder Ederim. Vgl. übrigens vi's zu a^V *pia: Arboo Aro chim. ■»m naa *?siaa nnia a"n "man a*m tk Unsere Lehrer sagen (rr"' a^a): Wo „wajehi" steht, „es war einmal", bedeutet es etwas Schmerzliches. Wie wäre aber demnach na vn, Es ward Licht" zu erklären? Darauf wird geantwortet, auch dort war ein Uebel dabei, da Gott n"n das ursprüngliche Licht für eine späte Zukunft ausbewahrte und es durch ein ungleich minderes ersetzte. Im Sinne dieser Ausführung. so habe ich einmal irgendwo gelesen, läßt sich der obenstehende Satz deuten: a^ur ts das erste Licht der Weltschöpfung a”n nsnan ist unter den Kostbarkeiten des ewigen Lebens aufbewahrt, uns jedoch ward ein Licht zu teil Vsiaa nrvia, das nur mehr als das Dunkel ist, vpi aaa, darum sprach Gott „wajehi Aur". V. Der Inhalt in meiner Notiz in Nr. 37 zu nansi tjpin ist von vielen, weil die hebräischen Worte ohne Vokale abgedruckt waren,. nicht verstanden worden: Ich will sie daher umschrieben kurz wiedergeben: „Mi jeoni umi jeoscher", sagte ich, ist eine durchaus falsche, weil unhebräische Form. Es ist erstaunlich, wie dieser Fehler bisher von Machsor zu Machsor, auch bei Heidenheim und Sachs, unbeanstandet hat abgedruckt werden können 1 Es muß, Dgl. meine Belege daselbst und besonders Mischna Schkolim 3,2. richtig heißen: „Mi jaani umi jaaschir". Bei dieser Gelegenheit will ich auch bemerken, daß ich für die Schreibweise des Wortes „Erechin", Anmerkungen zur Liturgie. In feinen „Bemerkungen zur Iomim nauroim- Liturgie", Nr. 37 des Israelit, kritisiert Herr Rabbiner Dr.W i n kler die Lesart zweier Stellen des^pm mnni und nennt sie falsch und grundfalsch. Herr Dr. Winkler irrt. Er übersieht, daß z. B. in der Bibel neben dem seltenen Rizpa zumeist Rizfa steht. Auch die Korrektur der zweiten Stelle ist durchaus abzulehnen» da die Nisalform hier wie bei den anderen Worten vom Paiton geflissentlich gewählt wurde. Ka atz-Hindenburg o. S. kleines Feuilleton. Kaiser Franz Josef und die Juden. Die Wiener Presse begann beute mit Veröffentlichungen bisher im Hofarchiv schlummender vertrau-, sicher Briefwechsel und Geheimerlasse Kaiser-Franz Josefs, die viel Politischees und Persönliches enthalten. Einige Stellen bezeichnen das Verhältnis des Monarchen zu den Juden. Energisch verlangt er von Koloman Tis za 1883 die Unterdrückung der mehrere Tage unter

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