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Der Israelit · 1924-08-21 · Heft 34 (21.8.1924) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 34 (21.8.1924)
Date
1924-08-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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28. August 1924 § 37. In die inneren Angelegenheiten der Ortsgemeinden hat der Rabbinische Rat grundsätzlich sich nicht einzumischen. ■ 3. Titel. Die Delegiertenversammlung. 8 38. Die Delegiertenversammlung geht aus allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen der Mitglieder der Kehilla hervor. Neuwahlen haben alle drei Jahre zu erfolgen. Die erste Wahlordnung wird durch Verordnung des hohen Kommissars erlassen. Sie bedarf der Annahme durch die erste Delegiertenversammlung. 8 39. Die Delegiertenversammlung ist das oberste Verwaltungsorgan der Kehilla. Sie gibt sich selbst eine Geschäftsordnung. Sie tritt mindestens einmal im Jahre auf Einberufung des Zentralrates zusammen. 8 40. Die Delegiertenversammlung ist zuständig für alle in die sachliche Kompetenz der Ortsgemeindeversammlung fallenden Angelegenheiten, soweit diese die Kehilla betreffen. 8 41. Die Delegiertenversammlung erläßt mit Wirkung für die Ortsgemeinde allgemeine Richtlinien für die Besteuerung der Ortsgemeindemitglieder sowie für die Art der Erhebung der Steuern und die Wahlen des Ortsgemeindevorstandes. 8 42. Die Delegiertenversammlung kann für die Bedürfnisse der Kehilla Steuern ausschreiben, deren Erhebung durch die Ortsgemeindeorgane erfolgt. 8 43. ' Die in 8 41 und 42 vorgesehenen Beschlüsse bedürfen der Genehmigung des Hohen Kommissars. 8 44. Alle Beschlüsse der Delegiertenversammlung sind ungültig, sofern die Rabbinerversammlung dies unter Berufung auf die Gesetze der Thora erklärt. 4. Titel. Der Zentralrat. 8 45. Die Delegiertenversammlung wählt aus ihrer Mitte für die Dauer eines Jahres einen mindestens S gliedrigen Zentralrat. 8 46. Der Zentralrat vertritt die Kehilla gerichtlich und außergerichtlich. 8 47. Der Zentralrat führt die Geschäfte der Kehilla gemäß den Beschlüssen der Delegiertenversammlung und ist dieser verantwortlich. 8 48. Der Zentralrat hat die ihm von den Staatsbehörden überwiesenen Aufgaben zu erfüllen und ist insofern den Staatsbehörden verantwortlich. 8 49. Die Zuständigkeit des Zentralrätes erstreckt sich auf alle in die sachliche Kompetenz des Ortsgemeindevorstands fallenden Angelegenheiten, sofern diese die Kehilla betreffen. 8 50. Der Zentralrat hat alle Vorlagen vorzubereiten, die vor die Delegiertenversammlung kommen sollen. 8 51. Die Tätigkeit des Zentralrates soll in stetem Einvernehmen mit dem Rabbinischen Rat erfolgen. Den Entscheidungen desRabbinischen Rates, die unter Berufung auf die Gesetze der Thora ergehen, hat er Folge zu leisten. 8 52. In die inneren Angelegenheiten der Ortsgemeinden hat der Zentralrat sich grundsätzlich nicht einzumischen. 4. Abschnitt. Finanzwesen. 8 53. Die Ortsgemeinden erheben zur Deckung ihres etatsmäßig festgesetzten Jahresbedarfes Steuern und Gebühren nach Maßgabe der von der Delegiertenversammlung erlassenen und vom Hohen Kommissar genehmigten Richtlinien (88 41—43). Der Jahresbedarf der zentralen Organe wird in Form von Zuschlägen auf die Ortsgemeinden entsprechend der Zahl ihrer Mitglieder umgelegt. Der Eingang aus den Zuschlägen ist an den Zentralrat unverzüglich abzuführen. Die Delegiertenversammlung kann beschließen, daß ein Teil der Ortsgemeindegebühren an den Zentralrat abzusühren ist. 8 64. Gebühren können für die Benutzung aller Institutionen der Ortsgemeinden oder der Kehilla erhoben werden. § 55. Leistungsschwachen Ortsgemeinden können aus der Kasse des Zentralrates Vorschüsse oder Zubußen bewilligt werden.' Der Israelit Blätter 8 56. Die staatlichen Behörden sind berechtigt, die Finanzgebarung sowohl der örtlichen wie auch der zentralen Kassen einer jährlichen Kontrolle zu unterziehen. Erez-Jisroel Arbeit. Bericht Br. 2 (3jat 5684) der Paläskinazenlrale der Agudas Iisroel. (Schluß.) Im neuen Semester hat sich die Zahl der Schülerinnen um 40 erhöht. Es war deshalb nötig, eine neue Abteilung im Stadtteil Kenesis Jisroel als 3. Abteilung einzurichten. Es ist ferner trotz der Knappheit unserer Geldmittel nicht länger möglich gewesen, uns den dringenden Bitten unserer Freunde in Liberias zu verschließen, auch dort eine Mädchenschule einzurichten. Die erste Klasse derselben ist bereits eröffnet; die Schule steht unter Leitung des dortigen Oberrabbiners M. Kliers. Die Vorarbeiten zur Gründung einer Mädchenschule in Safsed sind insofernbereits erledigt, als durch die Deutsch-Holländische Palästina- Verwaltung uns geeignete Räume zur Verfügung gestellt wurden. Zur Eröffnung der Mädchenschule fehlt uns noch eine monatliche Semme von 12.— Pfund. Wir hoffen, daß der Appell zur Rosch-chaudesch- Spende nicht ungehört verhallen wird. Es müßte ein Leichtes sein, in Deutschland von jedem Agudisten mindestens 50 Pfennig pro Monat für Erez Jisroel zu erhalten. Es wird nur eine technische Frage sein, dieses Geld auch einzuziehen. Wir bitten alle Orts- und Jugendgruppen ihre Bemühungen darauf zu konzentrieren, die Rosch-chaudefch-Spende regelmäßig einzuziehen und uns zu überweisen. Es würde sich eventuell empfehlen, durch Vorauszahlung auf 6 Monate die Erziehungsarbeit zu erleichtern. Aus dem Keren Erez Jisroel wurden im Laufe der letzten Monate nicht nur die Schulen subventioniert, ferner ein Schachet in der Kolonie Kinereth von seiten der Aguda angestellt, sondern auch eine Reihe von agudistischen Au lim unterstützt. Die österreichische Landesorganisation hat vor allem mit Hilfe des Wiener Zentralbüros unendliich viel geleistet, um den Strom der aus Polen kommenden Aulim über Wien nach Erez Jisroel zu leiten. In Erez Jisroel selbst ist es uns gelungen, die meistenteils mittellosen Aulim zunächst mit den primitivsten Lebensnotwendigkeiten zu versorgen und ihnen Arbeit zu verschaffen. Ein Verzeichnis der von der Aguda in Palästina mit Arbeit versehenen Aulim ist von der Zentrale erhältlich. Von unserem Krankenhaus in Jaffa ging uns folgender Bericht zu: Jahresbericht des Krankenhauses der Agudas Jisroel in Jaffa für das Jahr 1923. Bei der am 24. Tebeth 6684 stattgehabten Versammlung der Agudas Jisroel in Jaffa wurde von dem Assistenzarzt Dr. Grabulski folgender Bericht abgegeben: Im ganzen Jahre wurden 5769 Kranke behandelt und zwar im Januar 1923 ... 51 Personen Februar.71 „ März.80 „ April.47 Mai.420 Juni ...... 506 „ Juli. 769 „ August.915 „ September .... 986 „ Oktober.591 November .... 593 „ Dezember . . . . 740 5 769 Personen. Die Zunahme des Krankenhauses von: Mai an ist in der Erweiterung des Krankenhauses durch Verlegung in die Hauptstraße von Nweh Schalom (Jaffaer Stadtviertel) begründet. Die Verminderung von Oktober ist durch die klimatischen Verhältnisse zu erklären, welche in der Winterzeit gesundheitlich günstiger sind. Nach Krankheitsfällen verteilen sich die Kranken folgendermaßen: Augenkranke ...... 395 , Fiebererkrankungen . . . 167 Innere Organe.1292 Operationen.165 Weitere Erkrankungen . . 3750 im Für die Heilung wurden von 1922 Patienten 1)4 bis 2)4 Piaster gezahlt, umsonst wurden behandelt 3847 5769 Außerdem wurden 424 Besuche durch die Spitalärzte gemacht im Hause der Patienten, wovon 156 mit 10 Piaster bezahlt wurden, 268 wurden kostenlos behandelt. Vor allem durch Zuwendung von Medikamenten und Verbandsstoffen werden wir diesem sich immer segensreicher entwickelnden Institut zu Hilfe kommen. Die Palästinazentrale ist gerne bereit, diese Spenden zu vermitteln: auch Geldbeträge können speziell für diese Zwecke bestiimmt werden. Die Ergebnisse der polnischen Agudadelegation sind von unserer Warschauer Zentrale zusammengefaßt: 1. Binjan Hoorez: Vor zwei Jahren wurde durch Initiative des Gerer Rebbe die Gesellschaft Binjan Nr. 14 Seite 3 Hoorez gegründet, welche bei Jaffa ein Stück Boden kaufte, um dort ein Geschäftshaus zu gründen. Durch gerichtliche Auseinandersetzung mit dem vorigen Besitzer war der Beginn des Baues verzögert. Anläßlich der Anwesenheit der Agudadelegation wurden jetzt alle Schwierigkeiten beseitigt und der Grundstein zu dem ersten Gebäude gelegt. 2. T i b e r i a s. In der Nähe westlich von Liberias wurde von Mitgliiedern der Delegation ein größeres Stück Land gekauft, um dort eine Gartenstadt zu gründen. Mit Hinblick auf die klimatischen Verhältnisse in Liberias und auf die Heilquellen dürfte die Gründung der Gartenstadt sich als zukunftsreich erweisen. Es ist ferner in Tiberas von einem Mitglied der Delegation eine Holzfaßfabrik gegründet worden, deren Existenz bereits durch Lieferungskontrakte auf 40 000 Fässer pro Jahr mit der Rothschildschen Zementfabrik in Liberias gesichert ist. 3. Als Aktivposten der Delegation darf auch die Friedensoermittlung zwischen den streitenden orthodoxen Teilen in Jerusalem angesehen werden. 4. Tel-Awiv. In Tel-Awiv hat die Delegation den Platz für 31 Wohnhäuser gekauft, um dort ein orthodoxes Viertel zu gründen. Der Platz ist 5 Minuten von der Allee-bey-Straße entfernt (Hauptstraße von Tel- Awiv) und wird der allweltlichen Palästinazentrale zur Verfügung gestellt werden und wird orthodoxen Arbeitern Arbeitsmöglichkeit verschaffen. Von den 31 Bauplätzen ist einer für eine Synagoge bestimmt. Die polnische Aguda steht noch in Verhandlungen mit der Stadtverwaltung von Tel-Awiv wegen des Ankaufs eines größeren Terrains. 5. Die Delegation hat sich in Jaffa und Petach Tikwah 2300 Dunam Boden gekauft, als letzten Rest des Bodens, der sich in dieser Gegend noch in nichtjüdischen Händen befand. Es bestehen begründete Aussichten, daß «durch dieses Grundstück hindurch die Hauptstraße zwischen Jaffa und Petach Tikwah gelegt werden wird. 6. Die Delegation hat außerdem eine Textilfabrik „Matwe,, gegründet (die inzwischen ins palästinensische Handelsregister eingetragen ist); die dazu nötigen Rohmaterialien sind Jerusalem selllst vorhanden. Die nötigen Maschinen sind in England und der Tschechoslowakei bestellt. Man hofft, daß bereits im kommenden Sommer die Fabrik in Betrieb gefetzt werden kann. Als Absatzgebiete kommen Palästina, Aegypten und Syrien in Betracht. 7. Bierbrauerei. Die Mitglieder der Delegatton haben sich an der Gründung einer Bierbrauerei beteiligt, für welche bis jetzt in Palästina ein fühlbarer Mangel vorhanden war. Ferner hat sich ein Mitglied der polnischen Gruppe an der Gründung einer Tabakfabrik in Erez Jisroel beteiligt. 8. Folgende Branchen wurden von Fachleuten geprüft: Zuckerfabrikation, Dachziegelfabrikatton, Fischkonserven, elektrische Artikel, Wäschefabrikation, Uhrenfabrikation, Bauunternehmungen, technische Büros. Bodenkauf. * Von verschiedenster Seite erhielt die Palästinazentrale die Anregung, auch von seiten der deutschen Aguda, eine Siedlung in Palästina zu schaffen. Wir haben zu diesem Zwecke neben unseren Verhandlungen zum Vodenkauf für andere Landesorganisationen Verhandlungen wegen eines Komplexes von 13 000 Dunam gepflogen. Der Boden liegt neben Haifa, ist äußerst fruchtbar, hat bereits 3600 Olivenbäume und über 30 Wohnhäuser. Der Dunam kostet 4)4 Pfund; ein Drittel des Preises ist sofort zu zahlen, der Rest in Jahresraten, so daß er in 5 Jahren ganz gezahlt ist. Wir bitten Interessenten wegen Einzahlung sich mit der Palästinazentrale ins Benehmen z usetzen. Organisation. In Palästina hat sich eine orthodoxe Handwerkervereinigung gebildet, die in engerem Kontakte mit Agudas Jisroel steht und besonders bei der Beschäftigung von Aulim uns wertvolle Dienste leistet. — In Ostgalizien ist eine Palästtnazentrale eröffnet worden. Anläßlich eines Rundschreibens der Palästinazentrale hat eine Reihe von Gemeinden zu Parschas Behar dem Schmittafonds den Erlös aus Mizwohkäufen und Thoraspenden zur Verfügung gestellt. Emigration. Wir stehen weiter in Verhandlungen mit den englischen Behörden wegen Erteilung von Visa an agudistische Emigranten. Alle diejenigen jungen Leute, welche die Absicht haben, nach Palästina zu wandern, werden gebeten, durch Vermittlung ihrer Aguda-Gruppen mit Angabe von Namen, Alter, Wohnort, Beschäftigung und Ausbildungszeit sich an die Palästinazentrale der Agudas Jisroel zu wenden, da wir eine Liste dieser Emigranten augenblicklich in Arbei haben. Dcrwcndef Stguda-'OTtavfeen * ßeftäffHcfi in allen Ortsgruppen* i f 3 j>. I

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