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Der Israelit · 1924-08-07 · Heft 32 (7.8.1924) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 32 (7.8.1924)
Date
1924-08-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 2 Nr. 13 7. August 1924 den Wochen enthalten. Wir könnten verzweifeln fast, beobachten wir weite Kreise unserer irregeleiteten Jugend, sehen wir schaudernden Her-? zens, wie sie ihr Wissen vom Judentum aus vom Parteienhab verwirrten Zeitungen schöpfen, wie all das Golusleid uns nicht erlösungsreifer machte, zagen, wenn nicht eine alte Deutung des ProphetenworLes uns Trost gewahrtem „Ist sie soweit gesunken, daß sie nicht mehr sinken kann, dann erhebt sich wieder die Jungfrau Israel." ivpia) ('*T* 1 / Möge unsere Jugend unsere Zukunft sichern, Moschiachs Kommen herbeiführen, indem sie aus unserer Vergangenheit lernt und höchstes Glü<^ und. tiefste Befriedigung in dem einen findet, den alten Ruhmestitel neu sich zu erwerben: ira ’bv mjm*M Erez-Jisroel Arbeit. Bericht 7tr. 2 (3jar 5684) der Palästinazentrale der Agudas Jisroel. H. Wirtschaftliche Arbeiten. Zwei hervorragende Punkte find auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Betätigung zu verzeichnen: a) Bodenkauf. b) Häuserbau. a) Bodenkauf: Es hat sich zu diesem Zwecke eine Organisation innerhalb der palästinensischen Aguda gegründet, die aus Sachverständigen für Bodenkauf besteht und eine Reihe von Projeketen bereits geprüft hat. Es ist zu hoffen, daß in allernächster Zeit mehrere 1000 Dunam gekauft werden können. Auch die Käufe der polnischen Delegation, die seit der Kenefsioh Gedaulo ftattgefunden haben, sowohl in Tel-Awiv wie in Liberias find mit Hilfe der palästinensischen Landesorganisation geschehen. b) Häuserbau: Zu diesem Zwecke wurde von der Agudas Jisroel in Jerusalem ein Anleihefonds für Neweh Israel gegründet mit dem Zwecke, es dort zu ermöglichen, bald auf diesem der Aguda gehörigen Boden eine Siedlung für Kleinbauern einzurichten. Die polnische Landesorganisation hat zu diesem Zwecke einen eigenen Bevollmächtigten zur Aufnahme von Darlehen nach Europa entsandt. Fürsorge für Emigranten. Der schwere Stand, in dem sich die orthodoxen Emigranten befinden, welche in das Land hineinkommen, hat Agudas Jisroel veranlaßt, ein Chaluzimheim zu gründen, dessen Aufgabe es ist, zunächst für Kost und Logis für die erste Ankunft der Emigranten zu sorgen und dann zu versuchen, ihnen Arbeit zu geben. Im Verlaufe der Berichtsperiode wandten sich 98 Chaluzim an das Etzngrationsbüro, davon erhielten 47 Kost und Logis, öl konnten wir Arbeit verschaffen und zwar meist gewöhnliche Arbeit, manche zu Hilfe in Geschäftshäusern oder in gemeinnützigen Anstalten. Manche konnten sich als Kaufleute selbständig machen durch ein Darlehen von Agudas Jisroel. Es ist sehr nötig, diesen Zweig unserer Tätigkeit wesentlich zu vergrößern. Im Anschluß an obigen Bericht geben wir nachstehend einen genauen Bericht über Lehrplan und Budget der Aguda Mädchenschule in Jerusalem. Rechenschaftsbericht über die Mädchenschule der Agudas Jisroel in Jerusalem 5684. Zwei Abteilungen mit 120—130 Schülerinnen. 1. Abteilung: im Innern der Altstadt neben den Bothe Machst. 2. Abteilung: außerhalb der Stadt in Beis Israel. Abteilung 1: 85 Schülerinnen, 3 Klassen, 3 Lehrerinnen. Abteilung 2: 40 Schülerinnen, 2 Klassen, 2 Lehrerinnen. Abteilung 1, Klasse 1: 1 Gruppe mit Mädchen von 4—6 Jahren, Klasse 2: 2 Gruppen mit Mädchen von 6—9 Jahren, Klasse 3: 2 Gruppen mit Mädchen von 9—13 Jahren. Abteilung 2, Klasse 1: 2 Gruppen mit Mädchen von 4—6 Jahren, Klasse 2: 2 Gruppen mit Mädchen von 6—9 Jahren. Abteilung 3: 1 Guppe mit Mädchen von 9—12 Jahren. Unterrichtszeit: 7 Stunden täglich. Lehrplan: Lesen: Kenntnis der Buchstaben bis zur Kenntnis des völligen Lesens in Hebräisch und Jargon. Schreiben: Von Anfang des Schreibens bis zum vollständigen Aufsetzen eines Briefes im Hebräischen. Rechnen: Kenntnis der Ziffern, der vier Rechnungsarten, einfacher Brüche und Dezimalbrüche. Nähen: Wäsche und einfacher Kleider, Anfangsgründe der Damenschneiderei. Sticken: Stickereien von Challodecken, Mützen, Mazzodecken, Tallesimbeutel, und Teffillinbeutel, Tischtüchern. Gebetübersetzen: des Morgen- und Minchagebetes und der Segenssprüche. Religion: Lesen des Wochenabschnittes im Zenno renno und Menora Hamaur. Kenntnis der gehobenen Momente des jüdischen Pflichtlebens. Bedeutung der Feiertage, Festtage usw., jüdische Geschichte von . der Weltschöpfung bis zur Zerstörung des Tempels in mündlichen und in schriftlichen Aufsätzen. Der Israelit Blätter Budget Winterhalbjahr 5684. ' Einnahmen: %■ Beitrag der Agudas Jisroel 15 Pfd. im Monat in 6 Monäten . . . . 9000 Piaster Schulgeld der Eltern im Cheschwan . . , 772 „ „ „ ",, Kislew .... 873 „ „ : „ „ „ Tewes .... 825 „ „ „ Schewat . v 767 „ „ „ „ „ Adar 1 . . . . 580 „ „ „ „ Adär 2 433 „ Beiträge vom Waad Hadossi (Cheschwan Kislew (390 P.) ....... 780 „ von Rabbiner Sonnenfeld . . ... 193 „ durch Herrn Porusch aus der Hinterlassenschaft Meites . . . . . ' . 250 „ Erlös für Stickereien. . 291 „ Spende vom Gerer Rebbe im Monat Adar 225_„_ Gefamteinnahme im Winter 5684 . 14 979 Piaster Ausgaben: Der Lehrerin von der Klasse 4 (Altstadt) llA Pfd. 6 Monate. 600 Piaster der Lehrerin von der Klasse 2 (Altstadt) der Lehrerin von der Klasse 3 (Altstadt) 3 Pfd. . .. der Lehrerin, von der Klasse 1 (Neustadt) 2 Pfd. '... der Leiter beider Abteilungen 5 Pfd. . . für Reinhaltung der Schulräume 2y2 Pfd. Abschlagszahlung für Nähmaschinen 1 Pfd. pro Monat. noch schuldige Gehälter an die Lehrerinnen vom Sommer 82 . vom Sommer 83 . Miete 3 Pfd. pro Monat für 2 Monate Diverses: Hefte» Schwämme, Schreibmaterialien, Reparaturen . . . . 900 1800 1200 3 000 1500 6 -780 836 600 429 s Gesamtausgaben 14 945 Piaster (Schluß folgt.) Aus der Bewegung. Frankfurt, 4. August. Am Donnerstag abend veranstaltete im überfüllten Saale der Loge Adler die hiesige Agudas Jisroel eine zugleich als Trauerkundgebung wie auch als Protest gegen das geplante Gemeindegesttz in Erez Jisroel gedachte Versammlung, in welcher Dr. Moses Auerbach, zurzeit Berlin, über die „Lage in Erez Jisroel" berichtete. Einleitend bemerkte der'Vorsitzende, Herr Jacob Rosenheim, daß nur ein in hohem Maße Verantwortungsgefühl und die Fähigkeit zur Sachlichkeit Besitzender, wie eben der Referent, es wagen dürfte, ohne Schaden zu stiften, im gegenwärtigen tiefernsten und von politischer Leidenschaft zu innerst aufgewühlten Zeitpunkt zum Thema: Erez Jisroel seine Stimme zu erheben. In warmen ergreifenden Worten gedachte alsdann der Referent des in tp^r-p Gemordeten, den er persönlich kennen und hochschätzen gelernt, und dem auch er das Zeugnis ausstellte, daß — wie es in einem in der I. P. Z.-Zürich erschienenen Artikel hieß — die einzige von ihm begangene Meßirah (d. h. Verrat, den ihm die Gegner oorwarfen), in dem wahrhaft bewundernswerten und zuweilen rührenden vw.i n-pon bestand, mit dem er für Recht und Wahrheit, die ihm über alles gingen, sich einsetzte; auch dann, wenn es galt, den erbitterten politischen Gegner vor nichtjüdischem Gericht zu verteidigen. Auch die Gegner sollten dies anerkennen, ihm danken auch für die der Aufdeckung von Mißbräuchen innerhalb der zionistischen Partei dienende Kritik, von deren Berechtigung man doch später sich meist selbst überzeugte; doch lehrten sie lieber die Schulkinder, auf der Straße vor ihm auszuspeien und ihm „Verräter" nachzurufen. — So sehr psychologisch begreiflich auch der heitlichen Zwangsortsgemeinde! Hiermit kennzeichnet sich besonders — und dies ist das Schlimmste — die Unehrlichkeit des Entwurfes. ■■■ Noch könne man erwarten und hoffen, daß auf den einmütigen Protest der ganzen Diaspora — denn uns alle geht er an! — der Entwurf freiwillig zurückgezogen werde. Geschehe dies nicht, so müsse gekämpft werden. Mögen dann wenigstens Heide Seiten trachten, diesen — nicht durch unsere Schuld! unvermeidlich gewor- ' denen Kampf in. vornehm-sachlichen Formen,.. unter Meldung gegenseitiger persönlicher Verunglimpfung zu führen. Der langandauernde starke Beifall kam ersichtlich aus dem Herzen des Publikums, ch - Trotz der Mahnungen des Referenten kam es dann leider am Schluffe noch zu einer recht ,;persönlichen" Schlägerei zwischen einigen jungen Zionisten und Agudisten. Hoffentlich kein böses Omen! Warschau, 1. August.' Nach der ersten stürmischen Sitzung des neugewählten Gemeinderates in Warschau, wurde bekanntlich die Arbeit der Gemeinde vom Vildungsminister. sistiert, beziehungsweise versieht die Gemeindeverwaltung der alte Vorstand. Es ist bis zum heutigen Tage kein Weg der Entwirrung gefunden worden. (A. I. P. B.) Lodz, 3. August. Der Hauptwahlkomissär hat nun die Wahlen zur jüdischen Gemeindeverwaltung bestätigt. Nach der Bestätigung verteilen sich die 35 Mandate unter den Parteien wie folgend: Aguda 12, Poale Emune Jisroel 1, zentraler Handwerkerverein 2, Volkisten 1. Bundisten 3, Poale Zion 2, Zionisten 7, unparteiisch Orthodoxe 7. Die erste Sitzung wurde für Dienstag, den 27. Tammus einberufen. Da der Bildungsminister für diese Sitzung den Ausschluß der Oesfentlichkeit und polnisch als Verhandlungssprache vorschrieb, ereigneten sich stürmische Szenen. Die agudistiscben Mandatare haben den Sitzungssaal verlassen, sie beteiligten sich auch an den Wahlen in das Vranmum nicht. (A. I. P. B.) Lemberg. 1. August. Hugo Bergmann veröffentlicht einen Artikel in dem Hisachduth-Organ „Volk und Land", wo er scharf den Mord an de Haan verurteilt, und seinem Erstaunen Ausdruck gibt, daß der Mord so weniwirkliche Erregung in den jüdischen Kreisen hervorgebracht hat. Die Zeitungen verurteilen wohl in offiziellen, wohlgefügten Sätzen die Schandtat, aber man verspürt nichts von der elementaren Entrüstung, die jeden Juden, ohne Parteiunterschied ob dieser Tat erfüllen müßte. Der Artikelschreiber empfiehlt den Forderungen anderer Gruppen und Anschauungen mehr Verständnis entgegenzubringen und so zur Entgiftung der Atmosphäre leizutragen. (A. I. P. B.) Dralislawa, 1. August. Der dreitägige Aufenthalt von Sejmdeputat Oberrabbiner Schapira in Bratislawa bezeichnet einen wichtigen Fortschritt in der Arbeit der Aguda in der Slowakei. Fast alle politischen Tagesblätter würdigen in sehr günstiger Weise die große politische Rede von Oberrabbiner Schapira, welche auf die großen konstruktiven Kräfte hinwies, die dem religiösen Gedanken in allen Aeußerungen des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens innewohnen. Die Anwesenheit von Oberrabbiner Schapira wirkte aber auch nach innen sehr 'günstig. Die Zahl der Mitglieder der Aguda in Bratislawa hat sich verdoppelt und es wurde ein Dafjomi-Schiur mit dreißig Teilnehmern eingerichtet. Sprechsaal. Agudas Jisroel-Orksgruppe, Breslau. Breslau, 21. Juli. An die Redaktion des Jüdischen Wochenblattes Berlin. Sehr geehrte Herren! Der Bericht m der Nr. 19 Ihrer geschätzten Zeitschrift über die Generalversammlung der Breslauer Chewra zurusen. — po ,eyr piywowgycy oegreyury au«) per kadischah enthält verschiedene Unrichtigkeiten Wir bitten Ä &Z motoäbffl. SöA* und Misrachisten — lediglich aus innerer Notwendigkeit, waren doch Ehre und Geld nur bei den ersteren zu mden! — zum Berater und Führer der eines weltlichen Führers bedürftigen Sonnenfeldschen Gemeinde und der Aguda wandelte, so gewiß doch, daß öffentlichung dieses Briefes in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes: 1. Die Initiative zu dem Anträge, daß sich Pas jüdische Krankenhaus in all seinen Einrichtungen in Ritueller man auch über die Mittel strettw — ftine dle K Ziehung der Aufsicht der Synagogengemeinde unter» rlim» ,2 4m stelle, gmg nicht von der Bereinigung Achdus aus, viel- 1 wurde dieser Antrag auf einer Sitzung der Gegensatz zu dem gefahrl^-thorcchten chauvmlsttschen Agudas Jisroel-Ortsgruppe, zu der auch. Mreten elmger z.omsttscher Führer araberfreund- Vertreter der Misrachi geladen waren, beschlossen Aus der Solidarität ift man darüber übereinge- 0 r£ 9 au$ das! kommen, die anderen gesetzestreuen Gruppen und jüdische Recht ängstlich-strenge Zurückhaltung bts zur 1 (I^üimctien zur Mttunterzeicbnuna bercmzuzieben •SPSS »uÄ'tfbir1“E"d°r nfbÄn0 nß/! Mitglieder der hiesigen Agudas Jisroel-Ortsgruppe in judischmr Mörders zu rechnen habe. ^nd werden ge-! Ortsgruppe des Achdus eingetreten ist. Unseres „5SÄ ssr ääsw# s wohl auch hervor, daß die Interessen des gesetzestreuen. . v , >, .. . v. v -cm v»- . Judentums in Breslau nach wie vor bei der hieliaen doch bestroltet Ihr dieses Recht der, ,,W°°d Inmu , euic Azud°- Ji-r°°l.Ort-grupp° am b-ft-n au,g-h°b"n sind Körperschaft, deren Entstehungsgeschichte man nur zu kennen braucht, um sich von ihrem fanatischen Religionshaß zu überzeugen und ihrer gänzlich mangelnden Legitimation, im Namen des jüdischen Volkes zu sprechen. Das Rabbinat ist die höchste religiöse Instanz, doch die Erziehung, unser Heiligstes, hat mit der Religion nichts zu tun; und die Schechita ist Monopol der ein- und' daß die hiesige Agudas Jisroel-Ortsgruppe einer- Führung durch den Achdus nicht bedarf. Mit vorzüglicher Hochachtung Agudas Jisroel-Ortsgruppe, Breslau gez.: Emil Breslauer gez.: Eurt Schneller Vorsitzender. Schriftführer. *

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