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Der Israelit · 1924-08-07 · Heft 32 (7.8.1924) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 32 (7.8.1924)
Date
1924-08-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Sette 2 Nr. 32 Der. I s r aelit 7. August 1924 die Befriedigung dieser Bedürfnisse unmöglich zu machen, um die renitenten Orthodoxen mit tätlicher Sicherheit in die Mehrheitsgemeinde hineinzuzwingen. Man verweigert diesen guten Leuten die religiöse Trauung, verhindert die Beschneidung ihrer neugeborenen Kinder (ähnlich wie zu den Zeilen des Antiochos Epiphanes) und läßt ihre Leichen unbestattet liegen (just wie die Römer vor Bethar). 'Für diejenigen unter unsren Lesern, denen diese Extravaganzen eines ins Krankhafte gesteigerten nationalistischen Terrors unglaublich erscheinen, setzen wir aus dem Berichte des zionistischen pkn (Nr. 1493) die Stelle im Wortlaut hierher: .ntapi nbnp o*prrt mp» jmV kto ’*td pipT omta? ^3 n« vbnh kto n^npn mznw •msn nni3p 'pvn'p nnv fiiv .n^np2 wn Wollen aber die solchergestalt zum religiösen Tod Verurteilten sich selber'zusammenschließen. um nach dem Diktate ihres Gewissens auf eigene Kosten die Institutionen zu schaffen, die in allen Kulturstaaten der Welt jedes Minjan gesetzestreuer Juden nach freiem Belieben sich erstellen darf, so erscheint in den paradiesischen Gefilden des vom „Waad leumi" versklavten Palästina sofort der Büttel des Staates und erklärt den ausgetretenen Einzelnen: mann nVk Q’TrrV pk äVik* ".rnni'v nbnp an? *nö^ Besonders charakteristisch scheint uns dabei die Aufnahme der nV’» unter diejenigen Gegenstände, auf die der zionistisch-liberale „Waad leumi" seine liebevolle Fürsorge zum Zwecke der Verfolgung der Orthodoxie konzentrieren will. Daß man die nv'nvzu Steuerzwecken monopolisiert, die Ehestands-Matrikel als Hoheitsrecht einer machtlüsternen „Kehilla" ansieht und den Friedhof benutzt, um den Befreiungskampf der Orthodoxie zu stören, ist nicht ohne Vorbild in der jüdischen Geschichte. Aber Soll etwa der jüdische Vater, der sein Kind k*k bw imma einführen will, erst einer gebührenpflichtigen Genehmigung des Herrn Tschernowitz oder des „Misrad harabanuth" bedürfen? Hier lauern, ebenso wie hinter dem *Tisri* des Herrn Sekretarius, noch' Geheimnisse, deren Enthüllung wohl nach dem Eindruck der bisherigen Erklärungen nicht so bald zu erwarten sein wird. Jedenfalls zeigt die Tschnernowitz'sche Rede, daß die führenden Geister des „Waad leumi" in ihrem Entwürfe ein taugliches Mittel erblicken, um jede wahre religiöse Freiheit im neuen Palästina durch einen pseudo-religiösen Bürokratismus zu erwürgen und sich für den notwendig gewordenen Verzicht auf politische Vorherrschaft in Erez Jisroel durch ein nationalistisches Zwing-Uri im Innern der jüdischen Gemeinschaft zu entschädigen. Jüdische Hülssarbeit. r ~ Die vor zwei Jahren ins Leben gerufene sogenannte „Jüdische Welthilfskonferenz" hat auf 'den 21. August erneut eine internationale Zusammenkunft jüdischer Hilfsorganisationen nach Karlsbad einberufen, deren Endergebnis die Gründung eines groben alljüdischen Fonds zur Veranstaltung von Rettungsaktionen sein soll. An sich begreift man nicht recht, welchem Zwecke man durch diese Neugründung dienen will, da doch die „Welthilfskonferenz" selber bereits von vornherein mit dem Anspruch ausgetreten ist, dieses große 'Hilfswerk darzustellen, das man jetzt schaffen möchte. Die Inspiratoren und ausführenden Organe der „Welthilfskonferenz" waren und sind Zionisten, und man wird die Empfindung nicht los, daß der Wunsch zu helfen, dessen Ehrlichkeit gewiß nicht bestritten werden soll, bei ihr doch sehr stark durch ein ausgeprägtes politisches Machtstreben beeinflußt wird. Das mag wohl auch der Grund sein, daß 2CA, Alliance, Joint die größten und ältesten jüdischen Hilfsorganisationen, sich vor zwei Jahren fernhielten und auch diesmal zu fehlen scheinen. Andere bedeutende Verbände führen Beschwerde darüber, daß sie bei der Einladung übergangen wurden, obgleich sie wichtige Sondergebiete bearbeiten. So wird die Karlsbader Konferenz wohl wiederum eine im wesentlichen parteipolitisch-zionistisch gefärbte Veranstaltung sein, der die Herren Leo Motzkin und Oberrabbiner EHajes den Stempel ihres Geistes aufdrücken. Wir finden das bedauerlich. Denn so sehr wir auch auf dem Gebiete der sozialen Hilfe die organisierte Orthodoxie, Agudas Jisroel, für verpflichtet halten, nach eigenen Gesichtspunkten in selbständiger Arbeit die Kräfte der gesetzestreuen Massen zu sammeln und helfend zu verwerten — das Hilfswerk der Agudas Jisroel in Wien, Berlin und anderwärts wie der Kriegswaisenfonds, haben in dieser Hinsicht Bedeutendes geleistet, — so ist dennoch Fühlung und ' Zusammenwirken mit anderen Organisationen auf dem Boden der werktätigen jüdischen Menschenliebe sehr wohl möglich und notwendig. Möglich — denn bei gutem Willen ist eine Wahrung der religiösen und religionsgesetzlichen Vorbedingungen für ein solches Zusammenwirken durchaus denkbar, während über die Notwendigkeit und Nützlichkeit eines ständigen Austausches von Erfahrungen und einer - Art von Ressort- Einteilung gewiß nur eine Meinung herrsch^ dürfte. Die Epochen des Niedergangs «nd die Genien des Aufstiegs in der jüdischen Geschichte. Von Dr. Adotf Attmarr«, Oberrabbiner in Hrier. (Fortsetzung.) O, dieses Ghetto-Mittelalter! Es braucht über die Leiden, die es unserem Volke brachte und die seine Zähigkeit auf eine unerhörte Probe stellten, nicht erst erzählt zu werden. Unsere mrr^o und mrp gerade auch aus den deutschen Landen, die Steine erweichen und in Tränen auflösen könnten, sowie die Werke unserer Geschichtsschreiber sind angefüllt von den Berichten der damaligen Judenmarter, die ein Historiker der Zeit unter dem treffenden Titel: N33.N pasr „Tränental" zusammenfaßt. Uck dennoch, auch diesmal erfüllte sich: ürm av'VM v»js ir^Qi „Bei all ihrer Bedrängm war ihm leid, der Engel seines Angesichtes hals ihnen . . ." (Jesajas 3,9.) Eine neue schöpferisch Genialität gesellte sich jetzt zu den alten Genien, die Jisroels Bestand sicherten und es himmelhoch über alle Erdennot hinaushoben: Das geschlossene, auch den kleinsten versprengten Gemeinschaften einen Halt und Kitt bietende Wesen entwickelte sich und schuf vp» ■»mp», kleine Heiligtumszentren, die in diesem Aufbau und in dieser Abrundung der Diaspora im Altertum oder im Frühmittelalter unbekannt waren. Dazu kam noch ein anderes Großzügiges und Eigenartiges als Zeitgenius des lebenbedrohten Judentums auf: Der Chassidismus. Wie die n*?np die in aller Welt zerstreuten, von ständiger Vernichtung bedrohten Angehörigen des Gottesvolkes wie mit einem unsichtbaren, aber festen Bande umschloß, so wurde der Chassidismus Millionen unserer gequälten Brüder ein mächtiger Halt und hat eine der edelsten Seiten unserer Volkskraft freigelegt: Die Gemütstiefe des jüdischen Menschen. Mochten auch die Eeburtswehen des Chassidismus anfangs die teueren Kräfte der geliebten Mutier Tauroh stark berührt und mitgenommen haben, schließlich erwies er sich doch als ihr treues leibliches Kind und heute wissen wir, daß der Zusammenhalt von Tauroh und Jiroh im Chassidismus eine maßgebende, wenn nicht gar entscheidende Stütze hat mm Bemerkungen zu N2'« und den mp. Bon Rabbiner Dr. Winkler kn Kopenhagen. Klagelieder 1. 16: b’ö ,ttt ws '2'v, »Von Meinem Auge, von Meinem Auge, klagt n"2 »VNströmen Tränen herab". — Warum ..Auge", in der Einzahl, und warum dies doppelt? — Der Midrasch bemerkt, es sei wie wenn jemand, der an einem Auge erkrankt ist, sagen würde, das gesunde Auge weine über das erkrankte. So auch hier: Israel wird nach Secharja 9, 1, vgl. auch 2, 12 als das Auge Gottes bezeichnet. Nun leidet es aber, so spricht gleichsam Haschem boruch hu: das eine Auge vergießt Tränen über das andere, das so leiden mutz. — Das. 2, 3. unk «Er wandte Seine Rechte zurück." — Als die Feinde in Jerusalems Tore eingedrungen waren, sagt der Midrasch, ergriffen sie Israls Helden und banden ihnen die f>ände auf dem Rücken zusammen. Da rief Haschem oruch hu aus r „Ich habe das Wort in der Schrift auszeichnen lassen: ,1122 '3JK i»S «mit ihm bin ich in der Not (Ps. 91)*; nun sind Meine Kinder in Not, und Ich sollte Mich wohl befinden? Sogleich irm mn« rnvn wandte Haschem boruch hu gleichsam auch Seine Rechte zurück. Später offenbarte Er dies Daniel, indem Er zu ihm sprach: y? nnkl pavi fpV riaym mim fpb tDan. 12,13) pV ■tf» nnki «Du aber geh dem Ende entgegen". ..Wohin", ftagte Daniel, ..um Rechenschaft abzulegen?" „Nein", sprach Gott, rmrn «Du wirst ruhen,,. „Für ewig gar?", fragte Daniel weiter. — „Nein. T)ö»m ..Du wirst auferstehen". — „In Gesellschaft der Frommen oder der Sünder?" ..zu Deinem Los, mit den Gerechten zusammen." „Am Ende der »'»' oder der p»'?", war die letzte Frage Daniels, und haschem boruch hu erwiderte ihm: pmn pV „zum Leidensende der Rechten, jener Rechten, die unterdrückt ist. Erlöse ich Meine Kinder, so befreie Ich zugleich damit Meine Rechte." Darum' betet. Auch der König David in den Psalmen (60,7): paV ira* nwin i'rnrn pxVm „Auf datz Deine Lieblinge gerettet werden, hilf Deiner Rechten und erhöre uns". — '» nrp: - rna rnrnp»12p r^n pwir? ps. — B'Xlp2 ist falsch, es mutz vielmehr, entsprechend Hosea 10. 7, «pps heißen. r» nrp: *pTn narw- *iks nrnss?i'r. Die Kommentare ändern aus Unkenntnis des Ursprungs das letzte Wort in •pmri und gelangen so zu einer ganz falschen Auslegung. In Wirklichkeit ist dieser Satz dem Targum zu ^eremia m u: -w...THQW 737 «in üpW' eiUUüBIUie vgl. auch Talmud Megilla 12 b: swt K*iöti «'»‘rin und Zefanja 1, 12. Aram. pp ist gleich h vpV. und k'Tm ist gleich b*3öw.—*p*p‘n V? ran bedeutet also: „Du lagst ruhig auf deiner Hefe." n nrp; - -prvamK *7$n - bip -»m nb'bi nnv. Entsprechend der Reimwendung mutz es richtig heißen: •piaik» ebenso weiter unten: -pav rpxai ■piöff mutz es aus demselben Grunde heißen -piafl Herr I. Samuel will (in Nr. 30) aus den »fyw rnns msoinn einen Beweis gegen meine Auslegung in meinem „Versuch zur Aufklärung einer dunklen Targumstelle (in Nr. 26)" erbringen. Er befindet sich aber in einem großen Irrtum: Die Bemerkung von maoift war mir wohl bekannt; ich konnte indes nichts darin finden, was gegen meine Motivierung spräche. Diese Bemerkung gibt uns, die wir bereits wissen, datz der Vertreter Menasches ein rm xtsi» war, Ausschluß darüber, warum der Name Josephs gerade bei Menasche genannt wurde. Das konnte doch aberIofua damals bei der Ernennung unmöglich im voraus gewußt haben! Zu jener Zeit waren sie ja allesamt noch einwandfrei (Raschi zu D. 3)! Er mußte in dieser Tatsache eine Bevorzugung für *oio p ■>‘u und eine Zurücksetzung für sich erblicken. — Mittels meiner Auslegung klärt sich aber auch noch eine andere dunkle Stelle, u. z. im Talmud Sota 35a, M: Dort heißt es nämlich, Iosuas Gegner nannten ihMKivp „verkürztes Haupt". Worauf beruhte dieser Spottnamen? Die bisherigen Er" lärungsverfuche lassen alle unbefriedigt, vgl. irsnn»- f \

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