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Der Israelit · 1924-07-10 · Heft 28 (10.7.1924) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 28 (10.7.1924)
Date
1924-07-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Sette 2 Nr. 28 DerJsraelit 10. Juli 1924 siert, und dadurch der Kampf auf Leben und Tod verewigt werden? Jacob Israel de Haan ist 1919 als überzeugter Zionist nach Erez Jisroel gekommen. Ihn trieb, im Bruch mit einer irreligiösen Vergangenheit, religiöse Sehnsucht nach dem heiligen Lande, wo er in harmonischer Eintracht mit seiner nationaljüdischen Ueberzeugung seinen religiösen Idealen leben wollte. Was diesen Mann, ihm selber unverhofft, ins agudistische Lager führte, war sein unerschütterliches Gerechtigkeitsgefühl. Der großangelegte Versuch, in dem neuen Erez Jisroel gerade diejenigen zu unterdrücken und zu vergewaltigen, in deren Mitte die ungebrochene religiöse Wahrheit der altjüdischen Ueberlieferung am sichersten geborgen und geschützt scheint, die Aufrichtung einer Zwangsherrschaft von Juden über Juden bei völlig mangelnder Gesinnungseinheit, die Anbetung und Glorifizierung von politischen Scheinerfolgen zum Schaden des dauernden Wohles der jüdischen Gesamtheit — das alles empörte seinen von klarer Erkenntnis erleuchteten aufrechten Sinn und trieb ihn — in das Lager der Verfolgten und Verfehmten. In vollendeter Uneigennützigkeit hat er seine hervorragende Begabung, seinen juristischen Scharfsinn und seine umfassende allgemeine Bildung in den Dienst der heiligen Sache gestellt, hat ihr zuliebe zuerst seine materielle Existenz preisgegeben und alsdann — sehenden Auges — sein Leben dem Kampfe für das Recht geopfert, für das Recht der a'aan 'ti aan ^>y für das Recht der min und ihrer Träger, für die Herrschaft der nun im jüdischen Volke. So mögen denn hier die Worte Platz finden, die, wie wir dem „Riew Israelitisch Weekblad" in Amsterdam entnehmen, vor wenig Wochen, unterm 8. Siwan d. I., Rabbi Jizchok Jerucham D i s k i n und Rabbi Chajiim Sonnenfeld in Jerusaleme an die PekidimundAmarkalimderGemeinden desheiligenLandes richteten und die sich wie eine ehrende Grabinschrift für den als Held auf dem Felde der Ehre Gefallenen lesen: -rn a'^Vii' pmya ms-in jim tyanV m vi' ma a’aaain a'jiaxni a'iaan a"ya^> v"ai naaai di^p •raa a"xips 'Vnaa mmxa am *o*m 'pviy •x*y aaaawax rnrna vrnVanx nnn mamn trnnin onw a'aaxaw Mb arm am n ^?xaV' apy 'an naam aivmiasn bw inarny •>rya a* ima nx rc'xan1? mxaxnn nw* 'ai i"rn jxn -i"'N a*ya ann ’a iaiy anxb namb pimb xis’x ö’xxm liin bbsn p xy nia'vaa aaiyi wsi *jan nin aaain •noanVi naaywV rft; arnp.a am nainn nayn nVxhV 'I'a Vaa pn^a naai v'^snna *pn: in:n *]a dw»i nn^myna >vaa i"n^ aan1! \b a'p'xn an »msma i.a:n ,ar maaV ban inoias nx mpb aaa imbsn naa.a nnyi m’aann manu Vy pmi 'pn inavV» Vy aaiv nx ia ivVi imraVi laiaa nx bwnb a'Vsnn i'by mp ja U' byv ampna imxVnVi w^naV axsna arnnny manu nam*? inaiay nx pmanV mya *?y ima'ay aaain aivmiasn amxi >aaar nx vxnb i^>ar» jynb manaa naiv'? inaiay inatyi axa ay amn na xin nun!? na’ina ^inai paxas? manu Vai »nawni n^ia^ mavnnn aw nnV ab xm'x a^paa m uam f? 'ixaa mix iaalyi isax Vpm naaaxi arnV.a naa1? •n®iy xin mrnxa u nra nia ap’ wxb ai!?V jyaVi naxn jyaV naiaa naaaa amnin 122m •aaaya anuaaai anu'pia a'Viya’ nwa n"ia aunn pxma ania' pny (avm) b*t j'pvu a'^ xaim yy.a’ •a^yslyinxt a"n *]OT» Trauerkundgebungen» Proteste, Preffestimmen. Sir Herbert Samuel. Sir Herbert Samuel ist am 2. Juli in London eingetroffen. Pressevertretern gegenüber sagte er, er sei tief erschüttert über den Mord an Dr. de Haan. Sofort nach seiner Ankunft sandte er ein Telegramm nach Palästina, in welchem er den Verwandten Dr. de Haans sein tiefstes Beileid ausspricht. Eine Anfrage im englischen Unterhaus. Der Abgeordnete Howard Bury hat folgende schriftliche Interpellation an den Staatssekretär für das Kolonialamt gerichtet: Hat die Regierung irgendwelche Informationen über den Mord an dem hervorragenden Antizionisten Dr. de Haan in Jerusalem? Weiß der Staatssekretär, daß Dr. de Haan im Begriff war, nach London abzureisen, um dem Kolonialamt die Einwendungen der orthodoxen antizionistischen Juden gegen die Verordnungen zu unterbreiten, die sie unter zionistische Herrschast stellen soll? Wird der Staatssekretär sofortige Schritte veranlassen, um der Mörder habhaft zu werden? „Daily Expreß" fügt dem Bericht hierüber hinzu: „Die Antwort auf diese Fragen wird mit tiefftem Interesse erwartet werden. Die Situation muß geklärt und es muß festgestellt werden, ob der Mord ein politisches Verbrechen, oder ob das Motiv persönlicher Natur war." Die englische Landesorganisation: Die Exekutive der englischen Landesorganisation der Agudas Jisroel hat in ihrer Plenarsitzung vom 4. d. M. folgende Resolution gefaßt: „Die Exekutive der englischen Agudas Jisroel gibt ihrer scharfen Entrüstung über den feigen Mord an ihrem Kollegen Prof. Jacob Israel de Haan in Jerusalem Ausdruck. Sie ist überzeugt, daß die palästinensische Regierung alles in ihrer Macht Stehende tun wird, um den Ursprüngen des Verbrechens nachzugehen und die Verüber dieses ruchlosen Mordes zu bestrafen, den sie dem Geiste des Hasses und der Feindschaft unter den jüdischen Brüdern zuschreibt, wie er von der zionistl-u-en Presse gegen die orthodoxe Judenheit erzeugt wird." „Allgemeen Handelsbl a d". Am st erd atfu Aus Jerusalem kommt die entsetzliche Nachricht, daß Mr. Jacob Israel de Haan, unser palästinensischer Korrespondent, dort ermordet wurde. Das Telegramm meldet noch, daß der Getroffene sofort starb und von den Tätern noch jede Spur fehlt. Man kann daher wohl nur Vermutungen aussprechen. De Haan hat sich in Palästina — und auch außerhalb — viele Feinde gemacht, wegen seiner Haltung gegenüber den Zionisten. Wir können was davon erzählen. Gar manchmal hat man von zionistischer Seite ihm selbst und auch uns die heftigsten Vorstellungen deshalb gemc^t. Man weiß, daß seine Vorlesungen an der Jerusalemer Rechtsschule boykotttert wurden, sn daß er seit längerer Zeit keine Vorlesungen mehr dort geben konnte. Wie viele Juden ihm nicht wohl gesinnt waren, wissen wir, außer von ihm selbst, auch aus dem Buche, daß Prof. Obbink nach seiner Reise durch Palästina veröffentlichte. Prof. Obbink schreibt: „> * . Als ich mit Herrn de Haan durch die Straßen Jerusalems, ging, sah ich wie Juden, die uns entgegenkamen, vor Herrn de Haan ausspuckten. Da sagte ich: Das tun sie sicherlich nicht aus Respekt vor Ihnen, Herr de Haan!, doch da antwortete er mir: Nein, aber aus Respekt vor Ihnen, denn wenn ich allein gehe, spucken sie mir ins, Gesicht!" Unwillkürlich drängt sich der Gedanke aus, daß einervon diesen fanatischen Gegnern zum Revolver gegriffen hat und ihn ermordete. Uebrigens: was der zionistiischer Führer Nahum Gokolow kürzlich in einer Festrede in Amsterdam über holländische Juden in Palästina sagte, die von hohem Werte seien — mit einer Ausnahme — womit ohne Zweifel De Haan gemeint war, zeigt wie' groß der Haß gegen ihn bei den Zionisten war. Jedoch, bis daß die Täter gefunden, wollen wir nicht? weiter darüber sprechen. De Haan ging als überzeugter- Zionist nach Palästina. Als er im Januar 1919, als er unser Korrespondent nach Palästina reiste, setzte er große- Hoffnungen auf ein jüdisches Palästina, das nun entstehen sollte. Diese Hoffnungen aber haben ihn enttäuscht. Nicht allein, daß das jüdische Element im Vergleich zu den Arabern lange nicht stark genug war, sodaß ein wirklicher jüdischer Staat in die ferne Zukunft? rückte, auch die Politik der zionistischen Organisation und die Parteikämpse innerhalb Palästinas waren eine große Enttäuschung für Mr. de Haan. Oft Machteer auf all die Fehler aufmerksam, wies in ausführlichen Kritiken hin, wie das in der ganzen Welt gesammelte zionistische Geld durch die zionistische Exekutive verwandt wurde, u. a. durch zu viele Beamten; er wies^ aust die Vernachlässitzung der jüdischen Gesetze hin, auf die Schändung der Sabbate und Feiertage. Mit all dem holte er sich viel Feindschaft. Man nahm ihm auch übel, daß er mit Arabern, die Feinde des Zionismuswaren, umging: daß er mit Vorliebe Arabisch sprach und behauptete, er stände unter arabischem Einfluß. Wie weit dies alles wahr ist, wissen wir nicht, wirwissen nur, daß, wenn wir de Haan dergleichen mitteilten, er immer zur Antwort gab: hat sich nicht alles, bewahrheitet, was ich Ihnen darüber schrieb? Und wirkönnen wirklich nicht anders sagen, daß er fast immer recht behielt und den Angriffen ausgezeichnet zu be-- gegnen wüßte. Jacob Israel de Haan, der jüdische Dichter, warein sehr impressionabler Herr und die Dinge in Palästina haben ihn sehr enttäuscht. Das hat ihn sicherlich verbittert und seine Sttmmung stark beeinflußt. So ist: er vermutlich mehrmals dazu gekommen, Sachen zu schreiben, die dem Zionismus so zu sagen schadenkonnten, die auf jeden Fall Zionisten nicht lesen wollten.. § Ungewöhnliche Merkwürdigkeiten. Von Rabbiner Dr. Winkler kn Kopenhagen. Meine Notizen unter diesem Titel in Nr. 24 wurden von drei Seilen angegriffen. Eine der Entgegnungen ist bereits in Nr. 25 obgedruckt, wahrend die zwei übrigen mir von der Redaktion zur Beantwortung vorgelegt wurden^ Zu I. 1. Herr ’ B. Lehrer in Fürth, führt aart’^1 nanxa ins Treffen. — Ich könnte ihm mit noch anderen Zitaten dienen, wo nanxa auf Israel fick bezieht, z. B. nanxa amys rnavixi. Was damit bewiesen werden soll, weiß ich nickt! Was ich zu einer Uebersetzung, wie die von an^smi i?xav' 'VX1 pxaa ^apn nanxa „die Feuercpser Israels und ihr Gebet, die mit Liebe dargebracht w erden , (nimm an mit Wohlgefallen)", sagen soll, weiß ich auch nicht!! 2. Herr Jakob Teßler-Nürnberg, findet meine Verwunderung über die a^m etwas so Einfaches unbeachtet gelassen zu haben, nicht vereinbar mit dem Talmudworte: pt,’* '«am» anx4> ’axn nx pa'V» px x*y 1**5; Übersieht aber dabei, daß der Autor dieses Wortes. R. Joschua, selbst, die Ansicht des ->ax zu widerlegen suchte (a^y azr)! Wo bliebe auch sonst das ttnn^> amy pmi amVmy na *?a?! — Doch auch sachlich hätte ich unrecht. Denn bezöge sich das Wort nanxa, mit dem die tnina ihre nana vor dem ,Duchnen" beschließen, auf Gott, dann hätte es vor iisnp stehen müssen. Ferner würde dann auch das von t\"w '.ayspi am m 'yw fwmt '«na» tf?sn ppm T'W awana an den Kohen gestellte Erfordernis, das übrigens auch in janx. bv intyapa enthalten sei, mangeln, nämlich so menschenfreundlich und liebevoll, wie Aron, den Segen über Israel zu sprechen. — Folgendes fei darauf erwiedert: Zunächst ai?X iivap nanxa märe ganz verfehlt; das hieße ja, in Liebe uns geheiligt, aber nicht besohlen! Ferner, ist die Forderung, in Liebe zu;egnen, schon in nntf inv>iap2 enthalten, dann brauchen wir das nanxa aaa^> erst recht nicht mehr auf die 8'2.aa zu beziehen! Wozu denn da die Wiederholung? Und schließlich, was sollen alle die Zitate beweisen? Etwas, was ich nie bestritten habe! Um was handelt es sich denn eigentlich? Doch lediglich um die Kardinalsrage: ms jam» wo in aller Welt hat n*a avn den Kohanim besohlen, in Liebe zu segnen? In der Tauro findet sich ein solches Gebot nicht, in der Mi-fchna ebenfalls nicht, das Midraschwort nbv aVai nniaa ist mit nanxa nicht identisch, aber selbst der Ausspruch des Sohar: ima nx xry ab 7iai xayb ama xVi jna 4>a gründest sich ja nicht aus einen Satz aus der Tauro, sondern: aus einen der Sprüche Salomos: 'jaia'» xin py am- Die Frage bleibt ja nach allen Zitaten, — denen ecübrigens |’ama px nn '2 n"b nviv X"Bnna anzureihen übersehen hat, — unbeantwortet: uis pvi? Wo gibt es ein imi in einer naaa über eine- Sache, die weder in der min noch in der,ajva aus» drücklich geboten ist? Um diese Schwierigkeit zu. umgehen, habe ich gesagt, wäre es doch einfacher gewesen, das Wort.aanxa überhaupt nicht auf >pa^, d. lp die Kohanim, sondern vielmehr auf uiy, also cmst Gott, zu beziehen. Dieser Auslegung hätte mam stck zuwenden müssen, auch wenn keine posittve Begründung für sie zu finden wäre. Sie ist aber wohst vorhanden, und zwm im Talmud Sota 33 b. Dort heißt es nämlich: „Rabbi Josua ben Lewi sagt: Woraus sehen wir, daß Gott n*a nach denr Segen derKohen im Verl an gen h a ts.aixna)?' — Aus dem Schristwort: „„Sie sollen Meinen. Namen aus die Kinder Israel legen, und- Ich werde sie segnen"". Hier haben wir deut-- lich die Aufklärung über das fragliche nanxa. Die Priester preisen Gott rra mit den. Worten „der uns geheiligt und uns befohlen hat^ Sein Volk Israel zu segnen, — doch wie kommst dies uns, einfachen Staubgeborenen, zu? — nanxa.. es geschah dies aus desonderer Liebe zu dem Nachkommen Arons. Darum steht auch nanxa; zuletzt, um alles Dorhergesagte zu umfassen^ Aus dasselbe Schristwort nx msn) bezugnehmend, führt auch Jeruschalmi Gittin, V, 9, aus Sprich nicht, was, jener Kohen, der Sünder, soll, mich segnen? — Den Segen, spricht Gott, gebe Ich; Dir; wie es heißt: aaaax 'ixi '"äs mV nx mrcv

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