Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1924)
- Date
- 1924-07-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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a Juli 1924 - ' ‘^i' - - - . 'MlS'rftWtN^ÄWd^ oidüttm" Mein, föndern W ein auf dem einheitlichen Grunde lauterster o^m n«nn nttyx, auf der vorbehaltlosen Anerkennung der Thora- AutorrtSt aufgebautes Wisches freies Gemein f chäftelebeh in Erez Jtskoel. In der freien Gottesgemeinde, die sich frei nur fühlt in der kampflosen Unterordnung unter das Wort des Gesetzes mnfrfi by rvnn, sprudeln die Quellen der jüdischen Kraft. Wocheurundschau. Mtuelle Speisehäuser. Der in Hamburg -bestehende wS3ere in zur Förd e run g ritueller Speisehäuser" hat in den letzten Monaten bemerkenswerte Anstrengungen gemacht, um die Stagnation der Kriegs- und Nachkriegszeit zu überwinden und die zur Lösung seiner bedeutungsvollen religiösen Aufgaben notwendige Verbreiterung seiner organisatorischen und finanziellen Grundlagen herbeizuführen. Nachdem Mitte Mai in Hamburg eine Aussprache mit den Wirten stattgefunden hat, über die wir ausführlich berichteten, ist auf den 6. Juli eine Hauptversammlung Vereins nach Nauheim einberufen, die allen Freunden der Sache Gelegenheit gibt, ihre Wünsche und Anregungen zu äußern und vielleicht auch manches Mihvechehen zu klären, das in der Beurteilung der Äereinslätigkeit öffentlich und unter der Hand häufig zutage getteten ist. Zunächst ist eines festzuhalten. Wenn der Verein auch weiter nichts geleistet hätte, als daß er durch die Herausgabe seiner Verzeichnisse dem flügge werdenden jungen jüdischen Geschäftsreisenden die Beruhigung verschafft, auch als gesetzestreuer Jude vor dem Verhungern geschützt zu sein, so wäre schon dies als rettende Tat zu werten. Der junge Kaufmann, der seine Reisetättgkeit begann, ist in früheren Jahrzehnten, vor dem Bestehen des Vereins oft genug ein Opfer der Verführung geworden, die mit der Parole an ihn herantrat: „Man kann als Reisender nicht rituell leben", und ihn auf diese Weise von vornherein zur Preisgabe der religiösen Lebensführung veranlaßte. In dieser Hinsicht haben die kleinen Heftchen des Speiseoereins sich geradezu als mn 'p'mo erwiesen. Daß der Ehrgeiz, das Netz der rituellen Speisewirtschaften möglichst auszudehnen und überall, in Großstädten und Industriezentren, in Badeorten und Erholungsplätzen, gute, zuverlässige Kost Nachweisen zu können, den unent- Die Ausgrabungen in Palästina. Die jüdisch-palästinensische Forschungsgesellschast hat der palästinensischen Telegraphen-Agentur einen Bericht über den Fortschritt der Ausgrabungen rund um das Grab Absaloms gegeben, der die früheren Berichte ergänzt. Nach Wegräumung des Schuttes an den beiden Seiten des Monumentes wurde der obere Teil eines dritten Pfeilers' sichtbar. Dann wurde ein Bogen entdeckt, der zur Stützung der alten Mauer errichtet worden war und wahrscheinlich aus der Kreuzfahrerzett stammt. An der Mauer befindet sich eine Zisterne, die als ein „Gemzah"-Behälter gebraucht wurde. Die linke (nördliche) Seite hat wenig gelitten und bietet einen sehr schönen Anblick. Dort fällt der Fels in Stufen ab bis zum Grab Zohofchaphath. An dem Zugang zum Monument selbst, unterhalb der Stufen, befindet sich ein mit einem Gitter gepanzertes Felsstück, das vielleicht den Eingang sichern sollte. Ber den Ausgrabungen wurden mehrere Münzen gefunden, die zum Teil der Zeit des zweiten Pempeks angehören; andere stammen aus der Zeit der römischen und arabischen Kaiser. Die gefundenen Tonscherben werden von der Sachverständigen Miß Selver untersucht. Der größte Teil derselben stammt aus der persischen seleucidischen und vor-makkabäischen Zeit. Bei der Hazir-Grabstätte wurden . die verhältnismäßig neuen Gräber, die sich in zweien der inneren Räume befinden^ unberührt gelassen (die aschkenasische Peruschim-Gemeinde glaubt, daß ems dieser Gräber die Beerdigungsstätte der Tochter des Gaons Elijahu von Wilna ist). Der untere Teil der Säulen wurde in einer Höhe von 80 cm freigelegt, um die alte hebräische Inschrift (die wohlbekannte Hazir-Jnschrift) zu erhalten. Rund um das Monument des Grabes von Sacharia D e r Israel tj _ brhrlichstön ^©^1« des Pereins bildet, liegt auf der Hand. Hier lauert natürlich eine Gefahr. Nur der Eingeweihte weiß, welch eine Fülle von Schwierigkeiten persönlicher und sachlicher Art zu überwinden sind, um in Restaurattonsbetrieben ein wirklich einwandfreies rmffä sicherzustellen. Sehr leicht also wird ein Pflichtenkonflikt entstehen zwischen dem Streben nach extensiven und intensiven Erfolgen der Vereinstätigkeit, und es ist daher nicht auffallend, daß der Verein manches absprechende Urteil vom denjenigen über sich ergehen lasten muh, die Grund zu einer kritischen Stellungnahme gegenüber dem rvnva dieses oder jenes Hotels zu haben glauben. Das Prinzip, von dem sich der Verein in diesen Fragen leiten läßt, scheint uns an sich durchaus richtig: für jedes als rituell anzuerkennende Speisehaus muß ein gesetzes - treuerRabbiner die Verantwortung übernehmen, der seinerseits frei zu bestimmen hat, welche Maßnahmen nach Lage der Sache zur Wahrung seiner Aufsichtsrechte und seiner religiösen Verantwortlichkeit vor Gott und Menschen in jedem einzelnen Falle zu treffen sind. Da der Verein seit einigen Jahren die Namen der verantwortlichen Rabbinen bekanntgibt, so ist er vor der Öffentlichkeit zweifellos gedeckt, da ja jedermann im Zweifelfall die Möglichkeit hat, sich an den betreffenden Rabbiner zu wenden, ihm etwa beobachtete Mihstände mitzuteilen oder, falls er etwa glaubt, daß dem Rabbiner die genügende technische Eignung zur Ueberwachung abgehe, für sich auf den Besuch des Speisehauses zu verzichten. Nur diese technische Seite des Problems scheint uns einer weiteren Erwägung zu bedürfen. Es kann jemand ein Dw in1» und ödh TöVri, dabei aber leicht zu täuschen und wenig bewandert in der Technik eines Hotelbetriebs sein. Das gilt nicht nur für die trmm sondern auch für die trän. Aufgabe des Vereins wäre die Ausbildung eines Stabes gründlich vorbereiteter v'N'LVv, die sowohl zur Anstellung im einzelnen den Rabbinen zur Verfügung ständen, als auch im Aufträge des Vereins und im Einvernehmen mit dem verantwortlichen Rabbiner als Reise in spektoren die Betriebe besuchten und über die Befunde dieser Revisionen beiden Instanzen alsdann Bericht zu erstatten hätten. Eine solche Einrichtung würde gewiß dazu beitragen, das segensreiche Wirken des Vereins zu vertiefen und manche mehr oder minder wohlwollende Kritik zum Schweigen zu bringen. find die Arbeiten fast unmöglich, da es .von allen Seiten von anderen Gräbern umgeben ist.: Um die Basis dieses schönen Monumentes zu erreichen, wurde ein Stollen gegraben. Es wurde dabei festgestellt, a) daß sich unterhalb der jetzt entdeckten Gräber eine Gräberreihe von ganz anderer Bauatt befindet, als die obere Gräberreihe; b) in einer Tiefe von 1,60 Meter befindet sich der Teil einer Mauer, die anscheinend das ganze Monument umgibt. Der Schutt, der das Monument an der westlichen Seite bedeckt, ist wahrscheinlich vier Meter hoch, an der östlichen Sette noch höher. Die sieben Zellen beim Grab des Zohofchaphath (von denen die meisten offenbar niemals vorher geöffnet worden waren) wurden Abmessungen unterzogen. Am Eingang der siebenten Zelle fand man einen toten Körper.. Dieser Eingang wurde bis zu weiteren Nachforschungen geschlossen. An der anderen Sette der Grabmauer wurden die Stufen unterhalb des schönen Grabtores freigelegt. Zwischen dem Grab Absaloms und der Hazir-Grabstatte wurden drei Ileine Höhlungen gefunden. Nummer eins ist eine in den Felsen gehauene Höhlung, in der sich Knochenreste befinden; Nummer zwei ist eine zweigeteilte Höhle, in deren einem Teil sich die Oeffnung einer runden Zisterne, in altägyptischer Architektur befindet, die wahrscheinlich der Zeit des ersten Tempels, spätestens der Periode zu Beginn des zweiten Tempels angehört. Es wurde eine Bronze-Lampe mit Verzierungen gesunden, deren Art noch nicht feftgeftellt werden konnte. Nummer drei ist eine kleine halbkrekförmige Höhlung, die ziemlich tief zu sein scheint. (Gegen die Ausgrabungen haben sich bekanntlich von gesetzestreuer Seite berechtigte Proteste erhoben, da mit ihnen Beschädigung von heiligen Gräbern verbunden ist, und man darf hoffen, daß sie nun unterbleiben. D. Red.). Nr. 27 Sette 3 Wahrheit über die Juden im Kriege. Es ist nicht leicht, beliebte Legenden zu zerstören, noch schwerer, der Legendenbildung über die Juden beizukommen, als vollkommen erfolglos hat sich der Versuch erwiesen, die Legenden über das Verhalten der Juden im Kriege im Lichte der nüchternen Wahrheit zu zeigen. Insbesondere seitdem stellungslose Generäle unter Führung Ludendorffs aus Mangel an besonderer Beschäftigung täglich ihre Reiterattacken gegen die Juden und den „jüdischen Einfluß" unternehmen. Zur eigenen Meinungsbildung und Verkündung der Wahrheit über die Juden im Kriege, gehört heute schon ein gewisser Mut. Diesen Mut besitzt General v. Deimling, der im Hefte 25 der Berliner Zeitschrift „Roland" zeigt, was im Fackellichte der Wahrheit von all den Legenden über das Verhalten der Juden im Kriege noch übrig bleibt. Die Juden, sagt Deimling, seien so wenig am Kriege schuld wie an der Revolution. Den Krieg muhte Deutschland verlieren in Anbetracht der Uebermacht der Feinde und unter der Wirkung der Hungerblockade. Die Revolution ist nicht gemacht worden, sie k a m als Folge des unglücklichen Kriegsausgangs mit Naturnotwendigkett. v. Deimling hat als kommandierender General unzählige Juden im Schützengraben gesehen und die Wahrnehmung gemacht, daß die jüdischen Soldaten und Offiziere ihre Pflicht und Schuldigkeit im genau gleichen Maße getan haben wie ihre christlichen Kameraden. Manchem Juden konnte er selbst das Eiserne Kreuz, auch erster Klasse, anhängen. Daß es Juden gab, die ihr Leben höher einschätzten als kriegerische Lorbeeren, ist genau so selbstverständlich, wie es selbstverständlich ist, daß auch unter Christen nicht allüberall Begeisterung für den Heldentod herrschte. Die gehässige Verallgemeinerung des Vorwurfes der Drückebergerei und seine Beschränkung auf eine Menschenklasse könne nicht scharf genug beurteilt werden. General v. Deimling dient seinen früheren Kollegen noch mit folgenden interessanten Zahlen und Daten: Bier Fünftel aller jüdischen Soldaten, im Ganzen 80000 Mann, kämpfen an der Front, von denen 12000 die Heimat nicht wieder gesehen haben. Diese jüdischen Blutopfer sind der jüdischen Bevölkerungszahl in Deutschland zumindest entsprechend. 35 00- Juden haben Kriegsauszeichnungen erhalten, 23 000 sind befördert worden, darunter über 2000 zu Offizieren. Selbst im Flugzeugdienst haben sich die Juden mit bestem Erfolge betätigt. (Ein jüdisches Museum lm herzoglichen Palais zu Mantua.) Die Direktion des herzoglichen Palais der Stadt Mantua hat alle diejenigen Bürger, die alte jüdische Kultusgegenstände von künstlerischem Charakter oder historischer Bedeutung besitzen, aufgefordert, sie einem zu gründenden jüdischen Museum zur Verfügung zu stellen. Das Museum hat den Zweck, ein Bild von den alten, so sehr interessanten religiösen Bräuchen zu bewahren. Der Einladung wurde entsprach«, und es sind schon eine Reihe sehr interessanter Gegenstände gesammelt: so u. a. ein prächtiges durchsichtiges Pergament (eine wahrscheinlich aus der Zeit um 1800 stammende Arbeit), auf dem eine Kethuwah (Heiratsvertrm^ geschrieben ist, ferner zwei Sederschüsseln, mehrere antike Buchausgaben usw. Familiennachrichten. Barmizw o. Naftali, Sohn des Waisenhaus» direktors Dr. Rothschild. Dinslaken, lnpn '£})> Aochenkalender L - 12. Juli 1924 / 3. - 10. Tammus 8684 Samstag Juli 5 mp 3 nanj Sonntag 6 4 ] Montag 7 5 j Dienstag 8 6 ' . 1 Mittwoch 9 7 j Donnerstag 10 8! Freitag 11 9 10! Samstag 12 npn i!