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Der Israelit · 1924-06-19 · Heft 25 (19.6.1924) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 25 (19.6.1924)
Date
1924-06-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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19. Juni 1924 Der Israelit itfr. 25 Seit? * 4?©le«. MWajim". ^tzs^LirWau*, 25." Mai, In einer allgemeinen Versammlung besMpß eine zu dein Zwecke -gegründete Gesellschaft' eine-'-Stadt in Palästina Gunter -em^Nämen ^„Ehöfex^Chasim"'tzü erriWU' '^Die Msöüfcha^'zählt bis jeHt 280' Mitglieder uüd ^hat aüch" eiste' Unterabteilung' 'm 'Wllnä!' 'Der Hauptsitz der Gesellschaft ist in Warschau. Lit Mrtgttideb'besitzen 2000n Dunarst Erde in« Palästinas mi’hi' Ifi v -f« ns??-- u-?«- ' «•»••• Orthodoxe Proteste. Warschau, 20. Mai. Da der Bau des akademischen Heimes auf' dem E chulhof in der Vorstadt' Praga ' 'trotz allen Protesten und Geldaufwendungen der Orthodoxen nicht eingestellt mir d 'ldi^ Otthvdoxle' Warschaus hat 6000 Dollar aufi gebrächt 'sii^ Üst"'Köstest der 'Verletzung des Heinis auf emsn anderen Platz)? verfämnielten sich am Dienstag die Gesetzestreuen im Schulhof'zu Praga zu einer Denwnsrratistt? Während det 'Versammlung waren alle Geschäfte 'in PÄttzÜ geschlossen:''' Die 'Polizei,' die erst <in[|reiiin' 'wv'Üte??zog "sich" "zurück, ' stls sie sah, daß es sich 'um eine friedliche Kundgebung handelte. Es hielten Reden: der Rabbi "von "Kusmir, Rabbi Menachem Setnbvl Und Dep? Kirschbraun. Es wurde eine' Protestresolution gegen die'' Verwaltung und das Baukomitee gefaßt. Die Stimmung in Praga ist sehr erbittert, und man 'ist entschlössen, für den Fall, daß der Bau nicht emgestellt wirA die Synagoge ganz zu schließen. Zur Erreichung dieser Zwecke will die Partei an die Regierung mit der Forderung herantreten, Maßnahmen zum Schutze der palästinensischen Produktion, zUt Verminderung der Besteuerung und zur landwirtschaftlichen Erziehung zu eergreifen. Die Partei wünscht, daß ein neuer gesetzgebender Rat begründet' werden soll, in dem arabische Vertreter sitzen sollen. 20 000 Fremde in Amerika vor der Gefahr der Ausweisung. " Wäshintzton, 31. Mai. Große Bestürzung erregte hier' die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in dem Fall des Rabbiners Gottlieb, der nach dem Gesetz zugelassen ist, dessen Frau uttd Svhn aber äuf Grund des Quotengesetzes von 1921 aüsgewiefen werdest sollen. Sollte diese' Ausweisung zu Recht bestehen,' so werden mehr als 20 000 Fremde, die sich in der gleichen gesetzlichen Lage befinden, die Vereinigten Staaten verlassen müssen? Die Entscheidung des Obersten Gerichtes steht im Widerspruch zu dem Beschluß des Kongresses, der die Entscheidung des Repräsentantenhauses über die vom jüdischen Kongreß am Sabbath erngebrachte, auf den Fall 'Gottlieb ' sich beziehende Bill, ' gutgeheitzen hat. Laut dieser' Bill wird 'den zeitweilig zugelassenen Fremden erlaubt, in den Vereinigten Staaten zu bleiben. Der Sekretär des Arbeitsamtes steht auf dem Standpunkt der Sabbäth-Bill- und drängt darauf hin, daß der Kongreß, noch bevor er sich am 7. Juni vertagt, eine Entscheidung treffen soll, da sonst die Regierung auf Grund der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes Ausweisungen irn größeren Mähstabe verfugen' wüßte. Aus aller Welt. Deutschland. Die „Deutsche Zeitung" hat ausgefchnüffelt, daß der neue französische Mististerpräsident S) erri o t „Jude" und die Hoffnung der „siidischen Machthaber" in Moskau fei! Danzig. In Danzig faßte eine Konferenz jüdischer Kooperativen Osteuropas mehrere Beschlüsse und setzte einen Vollzugsausschuß ein. Polen. Das jüdische Studenten-Unterftützungskomitee in Warschau organisiert eine wissenschaftliche Expeditton nach Palästina, an der jüdische Studenten und Gelehrte in-Polen teilnehmen: werden. — Im Lemberger Palästinaamt registrieren' sich in der letzten Zeit wöchentlich einige hundert Arbeiter^ für die Reise nach Palästina. Ungarn. Der ungarische Staatsverweser Admiral Nikolas Horthy hat den ungarischen Heldenorden für Tapferkeit im Kriege Alexander Weiß verliehen, welcher der erste Jude ist, der diesen im Jahre 1922 als höchste Auszeichnung für Tapferkeit während des großen Kriege eingerichteten Orden erhalten hat. Mitglieder des Ordens sind befugt, ihrem Namen das Wort „Held" beizufügen und haben Anspruch auf. ein Geschenk.des Landes. Bis jetzt wurdedieser- Orden nur solchen Personen verliehen, die der gegenwärtigen Regierung politisch angenehm waren. Galizien. Die Lemberger Assimilanten haben gegen die Gültigkeit der letzten Kehillawahlen, bei denen die Assimilanten bekpnntlich-lein einziges Mandat sichern konnten, Proteste eingereicht. Der -Protest kann zur Folge haben) daß vorläufig die Verwaltung in den Händen des assimilatorischen Vorstandes bleiben wird. Palästina. Die staatliche Rechtswissenschafts- Hochschule in Jerusalem verteilte am 10. Juni Abgangszeugnisse an die ersten Studenten, die den Kursus beendet haben. 45 Studenten haben promoviert, unter ihnen 38 Juden. D.ie Promovierten würden von dem Oberstaatsanwalt von Palästina, Herrn Norman Bentwich, beglückwünscht. >c Eine neue aramsHePnrkei für Frieden mit den 3ut>en. Jerusalem, 13. Juni. Im Distrikt Hebron hat sich soeben eine neue arabische Bauernpartei gebildet, die das folgende Programm hat:^' Äuerkennüstg' dks britischen 'Dkstndätes über Palästina, Zisiammenärbeit. nut der Regierung. eine Politik des' Friedens' und - der Freundschaft' mit den Juden und allen Zandern Rassen in Palästina. Die Organisatoren der' neuen' Pnrstr' erklären, es' sei ihr - Hauptziel,; solche Bedingungen des Friedens und der Ordnung in Palästina sichern zu helfen, daß das Volk befähigt werden fülle, all-feine Energie'auf die Entfaltung der Wirtschaft und die' allgemeine' Wohlfahrt des Landes zu konzentrieren. c-- - daß Jvfef damals in Aegypten als Hebräer mumifiziert worden ist. Ausdrücklich, wird (2. Mos. 13, 19) nur von den „Gebeinen Josephs" (hebr. ’azmöth Joseph) geredet. Aber selbst darauf kein Gewicht gelegt — denn der Boden Palästinas ist auch-für eine Mumie nicht der konservierende Boden Aegyptens! — weisen schon der Zepterstab und die ägyptische Arbeit auf einen ägyptischen Großen der. Vorzeit, hin. Wie dem auch sei: Geschichtlich bezeugt ist, datz'Jdseph in Sichem begraben morden ist; es ist. somitdie hohe Wahrscheinlichkeit gegeben--'daß nicht jene .-türket sonderndas' Grab in Valuta die letzteMuhestätte des großen Hebräers gewesen ist. -Es wäre-zu wünschen, 'daß nun die-Forschung sich der mysteriösen Angelegenheit-recht bald annähme. shaushattunassireik zionistischer Frauen.) Als eine Form des Protestes gegen die Ausschließung der jüdischen- Frauen vom Wahlrecht in den jüdischen Gemeinden hatder 'Verein -der jüdischen Frauen in Warschau am 15. Juni? dem Wahltage, in allen'Teilen der Stadt Massendemonstrationen unter freiem Himmel abgehalten. '"Es - - wurden > Beschlüsse angenommen, die das Stimmrecht für die Frauen fordern. -Ferner haben sich alle Mitglieder des FraüenvereiNs verpflichtet, am Wahltage k esne>H aus ar beit zu tun und kein Esse n f ü r die Männer vorzubereiten, als Demonstration für die Vorenthaltung des? Wahlrechts! ListmrWe Notiz. Die Erklärung^ des Herrn Dr. Winkler in Nr. 24 deswonack sich, das N2N«2 in O'1N2 D212auf n^2pn beziehe, scheint durch die von chm zitierten Stellen nicht; erwiesen' zü sein. Analog dem N2ÜN2'^2Nchi ^»Deine Einheit astszüsPrechMitt Liebe" oder dem pssna 'pn nnnxTDnbsm .die Feurropser Israels unv ^rhr-' Gebet. die mit Liebe bar-gebmcht .werden, nimm - an <mit-Wohlgefallen", jenes! N2N«2^ auch auf' die beziehen, indem dieselben dieöHnen gebotenen ^vi2 für ^mD'Liebe^Ä. H. ^PHne -Haß'-^ unWFeindschastSgHühle^gegfen -irgend jemand 'auSströwen lassen solleNlUipsv a*c \ir.:n li)B.-G^Behrer^Fürth i. B?'" i ’ '-ft ■»*: •»« i'Vi .mrinni ■ '£• Das palästinensische Oberrabbinat ' als Veltrabbinttt.' N e u y o r k, 13. Juni. Der Antrag auf Einrichtung einer großen Jefchiwah in Jerusalem, wurde von 'der Vereinigung der orthodoxen'Rabbiner von Amerika und Knada auf ihrer vor kurzem beendeten Konferenz beschlossen. Es wurden Komitees' eingesetzt, die'die Errichtung einer „Weltjeschiwäh" in Jerusalem vorbereiten sollen. Oberrabbiner Kook aus Jerusalem machte den Vorschlag-daß das Oberräbbinat von Palästina, das offiziell von der britischen Regierung anerkannt ist, so ausgestältet werde, daß es die größten lebenden jüdischen Gelehrten in der ganzen Welt um'sich versammle und auf diese Weise die geistige Autorität für die'Weltjudenheit werde. Der Vorschlag' wurde von der Konferenz angenommen. Es' wurde ein Komitee ernannt, bas für die Errichtung eines' angemessenen Heimes für das Oberrabbinat in Jerusalem, das dann auch das „Weltrabbinat" aufnehmen wird, sorgen soll. (Die „Welt" wird die Gefahr dieser 'hochfliegenden Pläne zu würdigen wissen. Red.) Die Konferenz der Vereinigten Synagogen - ' - in Amerika. ' " ' N's'w york, 20. Mai. Zu der soeben beendeten Konferenz der Vereinigten Synagogen erschienen einige hundert Delegierte. Der Präsident' Raböi Solomon ' ries zur Arbeit für den r e l i g i ö s e n W i 'e db r a u f b ä u - in Pälästina auf und schlug die Gründung eines diesbezüglichen Komitees vor. Der bekannte Philantrop Nathan Straus gab einen bewegten Uebsrblick über fein Leben und erzählte, er habe in den letzten zehn Jahren fein ganzes Einkomrnen und auch einen Teil seines Kapitals für Pälästina, sowie für die Gründung von Milchstationen itt der ganzen Welt ausgegeben. Er wünsche arm an <Ield, aber reich an Wöhltun zu sterben. Nathan Straus sprach in sehr lobenden Worten über die zionistische Tätigkeit in Palästtna und über das Werk der dortigen Kolonisten. / Die Konvention nahm u. a. folgende Resoluttonen an: Es soll eine -Konferenz einberufen werden, die für die Fünftage-3lrbertswoche tättg sein soll, damit j'üdi s ch e A r b e'i t erd e h Sabb a t h nicht Entweihest müssen. Die Vereinigten Staaten werden aufgefordert, dem internationalen Gerichtshof beizutreten? -'Es 'soll eiü Plan ausgearbeitet werden, wie män" LoM^MLrshÄl füb' seine'Hrüße Arbeit im ümerikastischen Jüdenttirst ehren füll. ' Vermischtes. Würzburg. 10. Juni. In der altehrwürdigen.iMp regt sich in erfreulichster Weise immer mehr zunehmendes, unges, echt jüdisches Leben. NiM'nur, daß^die verschiedenen vorhandenen-älteren und jüngeren jüdischen Vereinigungen für Dhorälernen und. jüdisches'Wohltun — vielleicht in idealer Konkurrenz v'iLio nMx'— eifrige Tätigkeit entfalten, sind in jüngster Zeit, Hauptsächlich dank der unermüdlichen Werbetätigkeit und persönlichen Mitarbeit des Herrn Rabbiners Dr. Hannover verschiedene wichtige und segensreich wirkende Neuschöpfungen entstanden. Eine Wxx nsnp (Distriktskasse) wurde ins Leben gerufen, welche die materiellen Grundlagen dazu aüfbringen soll, insbesondere der geistigen Pot. der kleineren Ländgemeinden einigermaßen abzuhelfen. Geeignete Kräfte ollen gewonnen werden, die so oft als möglich und auf ede mögliche und nützliche Weife den dortigeü- Glaubensbrüdern die, notwendigsten jüdischen Belange starbieten, damit jene Kreist, aus denen gerade - ist' werflöfsenen Zeiten der unerschöpfliche Jungborn währen Judentums heroorsprudelte, dem bewußten Judentum nicht verloren gehen. - " r '' . Für die jüdische Jugend der Stadtgemeinde wurden in richtiger Erkennntnis der Tatsache-, daß jeder neue Aufbau von unten herauf zu erfolgen habe, verschiedene Neueinrichtungen getroffen. Zunächst-"entstand ein Lehrkurs für nis» -o-Knaben. In richtiger Erkenntnis daß es nicht genüge, wenn ein nw> na? feine nsna mehr oder weniger gesanglich schön vortrage, wurde angeordnet, daß die »Knaben in einen halbjährigen Kursus eingeführt werden in das jüdische Pflichtenleben, damit sie auch wirkliche mxa »» fein können. Die Einrichtung wirkt segensreich. Erwerbung ausgedehnten jüdischen Wissens ist ist Grundlage jüdischen Lebens und jüdischer Betätigung. Was die öffentlichen Schuten an religiöser und 'jüdischer Belehrung bieten können, genügt bei weitem Nicht? Nach unendlichen Mühen gelang endkiich die "Schaffung eines Religivnsfchulaufbaues,- der von den elementaren Anfangsgrüttden bis hinauf zur' Mifchnah ' UNd' - Talmud unterrichtet und in seiner Vielseitigkeit allen Kreisen etwas bietend sich recht zahlreichen «Besuches erfteüen kann. Am weiteten Ausbau wird rastlos 'gearbeitet. ' Die Israelitische Lehrerbildungsanstalt hat sich einen Jefchiwah-Kurs angegliedert, der den Absolventen des Seminars sowie lernbeflissenen Akademikern eine vertiefte biblisch-talmudische 'Fortbildung ermöglicht. Der Kurs zählt fürs erstö' Jahr '10 Teilnehmer." Als jüngste Errungenschaft sei erwähnt die dieser Tage erfolgte Eröffnung eines jüdischen Lesesaales in den Räumen der Franrenloge füh - die Gemeindeangehörigen. Möge das jüdische Leben sich rege weiterentprickeln! aam nVx.»

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