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Der Israelit · 1924-06-19 · Heft 25 (19.6.1924) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 25 (19.6.1924)
Date
1924-06-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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S ette 4 Nr . 25 ... - —i .ff .il1'" 1 LU rf 'LL.S rr«ie>k . vn Verband j. orthodoxer Rabbiner Deutschlands. Frankfurt a. M., 15. Juni. . Der in der jüngsten Nummer des „Israelit" vom Vorstand des orthodoxem Rabbinerverbandes veröffentlichten Erklärung schließen sich an die Herren Rabbiner: Ansbacher-Stuttgart, Auerbach-Halberstadt, Bamberger-Hamburg, Bertzmann-Nürnberg, Biberfeld- Berlin, Breuer Josef Frankfurt a. M., Breslauer-Fürth, Cohen-Berlin,. Cohn-Hamburg. Frankl-Halberstadt, Horooicz-Frantfurt a. M. (Jerusalem), Jakobsohn- Hamburg, Kohn-Ansbäch (Wien), Klein-Berlin, Kunstadt- Fuld«, Neuwirfh-Halberstadt, Posen G. Frankfurt a. M., Posen E. Frankfurt a. M., Rosenblüth-Frankfurt a. M., Schlesinger-Halberstadt, Silberberg-Berlin, Werß-Gelsenkirchen, Weyl-Düsseldorf, Wolf-Köln a. Rh. Vereinstag der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums". Frankfurt a. M., 16. Juni. Im Hörsaal der Synagoge Friedbergeranlage fand gestern der ordentliche Vereinstag der „Freien V e r - eingung für die Interessen des orthodoxen Judentums" unter Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. Breuer statt. Nachdem der Schriftführer, Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer, den Geschäftsbericht über die Tätigkeit der Vereinigung seit dem letzten Vereinstage im Juni 1921 erstattet hatte, den wir in nächster Nummer wiedergebcn werden, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. .Herr Lehrer Ehrenreich (Langenselbold) brachte unter dankbarer Anerkennung der gewaltigen Leistungen der Freien Vereinigung für die Hebung des jüdischen Lebens auf dem Lande eine Anzahl Wünsche vor, die bei der Entsendung von Wanderlehrern beachtet werden müßten. Die Berücksichtigung dieser Wünsche wurde vom Vorstandstische zugesagt. Herr Moritz A. L o e b aus Berlin legte in längerer Rede die Gründe dar, die ihn, obgleich dem Ausschüsse der Freien Vereinigung angehörig, veranlaßt hätten, an der Gründung einer neuen, die gleichen Ziele verfolgenden Vereinigung teilzunehmen. Die Freie Vereinigung habe den größten Teil ihrer früheren Tätigkeitsgebiete, und zwar die politische Vertretung einerseits, hie Verbreitung der Ideen andererseits. an 'ntcn nnjn nin o-.pttn Vr „Und er brachte uns an diesen Ort . . . Und nun habe ich gebracht die Erstlinge.. . ." Wiederum nur zwei Sätzchen in lapidarer Kürze. , Wahre Liehe, echte Dankbarkeit braucht nicht tzröße Worte,, schwungvolle Rhetorik. Schlicht, wie das Kind mit Vater und Mutter spricht, kommt es von den Lippen als der ungekünstelte Ausdruck treuer natürlicher Empfindung. Die schönen Gaben der Natur, die der jüdische Bauer am Altäre in die Priefterhand legt, sind das Sinnbild einer reinen, unverdorbenen Seelenstimmung, die an geweihter Stätte zum Ausdruck kommt... . . . MK13V ist vorüber, das Geburtsfest der Thora. Unter ihrem milden. Herrscherstabe blüht es rings im Lande, reifen die Früchte auf Berg und Tal, freut sich der jüdische <Bauer, jubelt der Winzer ... . . . Wiederum ist das Wort vom Jischuw Erez Jisroel hoch in Kurs gekommen und in aller Munde. Sollte man da sich nicht des alten, des ganz alten Jifchuw erinnern mit seinem idealen Bauernstand, den man wohl vergeblich in der ganzen Welt suchen dürfte? „ r; .. .. Mes 4eüilltzton. f, Das GrabHoseM. „Eine Erinnerung an Sichem" veröffentlicht Rich. E. Funke-« in der- „Frankfurter Zeitung", der wir folgendes: entyehmem::-- . r;.nh In - .der. palästinensischen- -Landschaft Samaria liegt zwei Stunden südlich vom heutigen Bergdorfe Sebaftije (Samaria-Sebaste) am Fuße des Garizim das Städtchen Nablus, einst Flavia neapolis. In seiner Nähe, aber um Fuße des Ebal, lag einst die auch in den Amarna- D e r 3 s r et i t-.-- den ..„Bund gesejzestreuer Gemeinden",, hezw. die „Agudas Jisroel" abgegeben. In, .diesen Organisationen aber, die eine einseitig „separatistisches Richtung, verfolgten, habe die Gemeindeort^odoxie nicht denjenigerr Einfluß, dtzr ihr innerhalb der Freien Vereinigung durch die Reorganisation von 1907 zugebilligt.worden war. Auch in der Freien Vereinigung selbst sei dieser Einfluß mehr und mehr zurückgedrängt worden. .Er habe es für richtig gehalten, bereits, heute vormittag in der geschlossenen Sitzung des. Ausschusses zu erscheinen,, UM, bevor er sein. Amt im Ausschuß der Freien Vereinigung niederlege, sich mit dessen. Mitgliedern auseinanderzusetzen, da ja nach seiner Ansicht nur die Wege.perschieden, die Ziele aber dieselben seien. Leider müss.e er feststellen, daß Vorstand urid Ausschuß der Freien Vereinigung für seinen und seiner Freunde Standpunkt kein Verständnis hätten. Herr Jacob Rosenhei m, antwortete, im Nachon des Vorstandes. Er kennzeichnete. die Tendenz der Reorganisation von 1967, blc in loyalster Weise innegehalten worden sei. Die.ausscheidenden Vorstandsmitglieder aus den Herrn Loeb nahestehenden Kreisen sind regelmäßig durch Personen gleicher Gesinnung ^.ersetzt worden und in einem Falle,.in dem dies nicht geschah, lag. die Schuld nicht auf Seiten der Freien Vereinigung, sondern an der ablehnenden Haljung der Gegenseite. Redner betont, daß er gerade in her Uebertragung.der politischen und ideellen Vertretung an Gemeindehund und Agudas Jisroel ein willkommenes Mittel erdstckt habe, um die Freie Vereinigung in der Beschränkung auf die rein praktischen, nicht umstrittenen Aufgaben der Orthodoxie um so sicherer als gemeinsam e n Boden für die Wirksamkeit der verschiedenen, sonst gegnerischen Richtungen zu erhalten. Was den „Bund" betrifft, so war seine Gründung angesichts der neuen Reichsverfassung eine gebieterische Notwendigkeit, weil eine Vereinigung von Einzelpersonen unmöglich mehr als legitime Vertretung von der Regierung anerkannt werden konnte. Der Bund ist ebensowenig „separatistisch" wie die zahlreichen ihm ungehörigen einheitlichen Gemeinden: er repräsentiert lediglich den Gedanken, daß die jüdische Gemeinschaft in allen Stücken dem Thoragesetze unterworfen ist und nicht gleichzeitig Gesetzestreue und Willkür anerkennen darf. Hinsichtlich der „Agudas Jisroel" bedeutet es eine Begriffsverwirrung, wenn man die Weltaguda, die dem maßgebenden Einfluß der polnischen und slowakischen Orthodoxie unterliegt, zur Beurteilung der innerpolitischen deutschen Fragen heranzieht. In der deutschen „Agudas Jisroel" aber sind alle persönlich Gesetzestreuen ohne Unterschied ihres gemeindepolitischen Standpunktes oder ihrer Zugehörigkeit zu anderen Organisationen völlig gleichberechtigt. Wer ehrlich Frieden will und nicht künstlich Kämpfe sucht, muß sich auf den Boden dieser Tatsache stellen. Nach allem erblickt Redner in der Gründung der von Herrn Löb vertretenen Vereinigung einen unverantwortlichen Akt der Zerreißung und. Zerbriefen erwähnte Stadt-Sichem. Zur Zeit der Richter stand hier ein Tempel des Ba'al berith? d. i. Bundesgott der kanaanäischen Stämme. Dem männlichen Prinzip (Ba'al) entsprach in den nichtisraelitischen Kulten immer das weibliche Prinzip: die La'alat (babyl.: belti — Göttin, Herrin). An . einem einstigen Tempel der Ba'crlat für das vorisraelitische Zeitaltex in Palästina gut,?bezeugten Tammuz-Äschera-Kultes erinnert noch heute der Name des dicht bei Sichem gelegenen Dorfes Balata. In diesem Dorfe wurden um die-Wende des Jahres 1912 13 eine sonderbare Entdeckung gemacht,, von der bisher die große Oeffentlichkeit noch keine Kunde erhalten hat. In der Nähe des alten Sichem befindet - sich eine muslimische „türbe", ein Denkmal für irgendeinen opn - tzen Moslem hochgeachteten Menschen. - Allgemein bezeichnete man sie. als das „G r a b Josephs". Wie weit diese Tradition zurückgeht, läßt sich nicht ausmachen. Da--aber ein muslimisches Heiligtum, solange es eben besteht, unantastbar: ist,; so konnten archäologische Forschungen dort nicht einsetzen.^Und da -solch eine „türbe" oder «ein „weli“ (Heiligengrab) dem Orte selbst, zu dem-es igehort, eine gewisse Weihe verleiht, so wird von -der ^Bevölkerung miteiner gewissen Eifersucht darapf gesehen,- daß nichts geschieht, was irgendwie dem Heiligenschein -Eintrag tun könnte. . . , . - Zu>-der Zeit-nun, wo Stchemausgegraben wurde, war man in einem derarabischen Häuser Bakatas daran? eine Zisterne - zu - vergrößern: Zisternensind große, tiefe, viereckige, -kellerartige Räume unter udem Hause, imdenendas Regenwaffer Mammelt wird als'Nütziinb Trinkwasser für die Monate regenlose r Zeit.' Das Haus gehört einem Blinden. -Ob er noch lebt, weiß ich nicht. Seinen Namen konnte ich nicht erfahren; aber es gab damals nur diesen einen Blinden im Orte. Bei diesem Erweiterungsbau stießen die Maurer unerwartet . . .». IS. Juni E klüftung der deutschen Lstthodoxie, dessen Mlgen: bereits heute^ .überaus beklagenswert sind..unddessen.,Wiedergutmachung offenbar nicht in menschlicher, Hand siege. Herr Rabbiner . Dh. A u e rb a,ch^- Hylherstadt, wirft Herrn Loeb und seinen Gesinnungsgenossey vor, daß sie selbst sich separiert haben, statt i n n e r h.a^lh.der „Freien Vereinigung" ihre Wünsche und Ansichten . mit . der nötigen Energie zu vertreten. ^Herr Moritz A^Loe-b erwidert auf die Rosenheimschen.ÄüsMhrungen im wesentlichen, daß . es sich bei der Beurteilung der hier in Betracht kommenden Fragen um. I m p o n d e,r a - bilien handle. Die Stimmung..gegen den einseitigen Gestt, der die ^Leitung der Freien. Äereinigpng beherrsche, habe mit innerer Notwendigkeit zur. Gründung der neuen. Vereinigung führen müssen. , Daß man in Frankfurt diese Mißstimmung nicht genügend beachte, sei das eigentliche Unglück. . ..jAuf. d^r Tagesordnung - des Vereinstages standen ferner. Ergänz u n g s rv a h I e n zum Ausschuß und Vorstand. Es scheiden, durchs Los bestimmt,, aus dem Por.sta.nde aus: die Herren Rabbiner Dr. Breuer, Jacob Rosenheim, Jacob Strauß ,und ^Josef W o h lfa.r t h., aus dem . Ausschuß -durch Hmrsniederlegung hie Herreu Rabbiner Dr, A^u erstach - Halberstaht. D^. .med,,,.C .Lo e.b - Berlin,. während 6 weitere Äupfchußmitglieder seit dem letzten Vereinstage leider heimgegangen sind.. Von -verschiedenen Mitgliedern wurde de.r . Antrag gestellt, hie Vornahme der Wahlen zu v e r t a g e n, um dadurch das Ausscheiden des Herrn Loeb —die beiden anderen Ausschußmitglieder waren bereit, sich wieder wählen-zu lassen^— zu verhindern und eine, erneute Prüfung der Fragezu ermöglichen, ob die -durch die Gründung der „Achduth" heroorgerufene Spaltung! der Orthodoxie nichtbeseitigt .werden kann. Die.: Abstimmung., ergab eine ziemlich erhebliche Mehrheit für den Vertagungsantrag. Dem Vorstand bleibt es überlassen, den Termin für den neuen Vereinstag derart zu bestimmen, daß auf eine starke Beteiligung zu rechnen ist. Weltkongreß jüdischer Studenten. Berlin, 12. Juni. In dem veröffentlichten Bericht über den Weltkongreß erhebt dieser Anspruch darauf „alle Gruppen jüdischer Studenten ohne Rücksicht auf ihre^ politischen Anschauungen" zu umfassen und gibt in ihrem Namen eine programmatische Erklärung ab. Demgegenüber möchten wir feMellen, daß der „Bund jüdischer Akademiker", die Vertretung der thoratreuen jüdischen Studentenschaft Deutschlands, an dem Kongreß nicht beteiligt, ja nicht einmal eingeladen war, und auch nicht in der Lage ist, sich mit allen Punkten des veröffentlichten Programmes zu identifizieren. auf eine aus Steinen sorgfältig errichtete Wand. Sie hoben die: Steine heraus, und nun sahen sie sich in einer großen Gxabanlage. . «... ,, Die Grufb' war «mit glasierten Ziegeln innen ausgelegt und zeigteckunstvolle Wandmalereien. Der wundervoll gearbeitete Steinsärg wurde geöffnet, und nun sahen sichdie' Leute herrlichen Schätzen gegenüber. Die Hauptgegenständewaren ein Krondiadem und ein schwerer massiv goldener Stab. - Eine Fülle von Kostbarkeiten soll damals gefunden worden!'fein. Von den sterblichen Resten des Toten war freilich nichts mehr vorhanden. Unter allen- Umständen mußte die Sache verheimlicht werden. Das wirkliche Grab Josephs durfte es nicht-'sein um der türbe willen, -und' die Kostbarkeiten wollts - man natürlich' - auch behalten. So wurden die großen Sachen von den Arbeitern heimlich zerschlagen und das Gold zu Klumpen geschmolzen: Die anderen Gegenstände wurden nach Jerusalem gebracht und einer Antiquitätenfirma zum Kauf angeboten. Der Anttquar griff natürlich zu, ohne freilich zu wissen, woher die Funde waren und — man weiß ja, daß vielfach im Landewild'„ausgegraben" würde. Aber nach seinem Gutachten waren es Stücke kunstvoller und kunstbarer ägiptiischer -Arbeit. - Das meiste davon ging sehrrasch ins „Ausland^ und'kam in Münchener Privatbefttz. Wohin — konnte ich nicht in Nablus erfahren. Später, nachdem alles von - den-Arbeitern verkauft war, haben sie' auch nicht--mehr ganz reinen Mund gehasten. Da bekam dev- Besitzers-des Hauses Angst vor 8«m Nachforschungen > der Behörden. Er ließ das 'Grab mit Schutt?-aüsfüksen und vermauern und den Zugang unkenntlich machen. - . Den Deutf^en in Rablus war. es gar kein Zweifel, daß man das wirkliche Josefsgrab gefunden hatte. Freilich, eine Mumie hatte der Steinsarg nicht mehr geborgen. Es ist aber nicht sehr wahrscheinlich»

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