Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1924)
- Date
- 1924-06-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Isra e! i t y(r. 23 Seite 5 5. Juni 1924_•__ bilden/ ihreneigenen, vonder Religion - gegebenen Weg gehen. Auch gegen Misrachi kann darin keine Aus-, nähme gemacht werden, so lange Misrachi sich als eine Fraktion innerhalb der zionistischen Organisation begreift. Der Kampf um den Charakter der jüdischen Gemeinde im Wilnaer Gebiet. Wilna, 27. Mai. Die Konferenz der Vertreter der jüdischen Gemeinden im Wilnaer Gebiet, die Sonntag, den 14. Jjar, — 18. Mai — in Wilna stattfand, hat einen stürmischen Verlauf genommen. Die Vertreter der linken Parteien haben gegen die Forderung der Orthodoxie, daß die jüdische Gemeinde einen religiösen Charakter trage, der schon in der Benennung der Gemeinden zum Ausdruck kommen soll, derart stürmisch Stellung genommen, daß die Sitzung in später Nachmittagsstunde unterbrochen werden mußte. An der Abendsitzung nahmen die Wilnaer Rabbiner nicht mehr teil. Vor Schluß der Konferenz verlaß Rabbiner Rasowsky im Namen der Rabbiner eine Deklaration, wonach diese sich einverstanden erklärten mit der Ausweitung der Kompetenz der Gemeinde, aber die Forderung stellen, daß die jüdische Gemeinde religiösen Charakter trage und auch offiziell mindestens als „religiös-nationale Gemeinde" bezeichnet werde. Demgegenüber erklärte Dr. Wigotzki, daß diese Namensgebung unakzeptahel sei. Die Konferenz wurde um ^12 Uhr nachts geschloffen, nachdem die noch anwesenden Teilnehmer einstimmig das sogenannte Pilsutzkidekret, das eine jüdische Gemeinde mit rein religiösem Charakter, statuiert, abgelehnt hatten. (A.J.P.B.) Protest Rabbi Chaim Oser Grodzenskis gegen den Beschluß der Gemeindetagung. Wilna, 28. Mai. Rabbi Chaim Oser Grodzenski hat alle orthodoxen Organisationen, die mit dem Beschlüsse der Gemeinde- -konferenz nicht einverstanden waren, so Agudas Jisroel, Misrachi und Schomrei Thora zu einer Versammlung einberusen, in der schließlich eine Resolution angenommen wurde, in welcher die Forderung aufgestellt Inhaltsübersicht. Leitartikel: -Die Ewigkeit der Thora. — 2. r u n o s ch a u: Das jüdische Gewissen. — Die Fi Die Fraktion des orthodoxer Rabbiner Deutschlands. — Kon A. Mannheimer in Dettelbach: Ein verschwundener Menschen-Typ. — 6. Korrespondenzen und Na chrich t en. — 7. Briefkasten. — 8. Famtliennachrichten. — S. Frankfurter Berichte. — Vereinskalender. — Gebetzeiten. — 10. Feuilleton-Beilage: Bon S. Schachnowitz: Die Messiasbraut. —Kinderecke: Die Gesetzestafeln. — Aus aller Wett. — Illustrierte Beilage. — Literarische Warte. — Bolksfreund. wird, den religiösen Charakter der Kehilla unverbrüchlich beizubehalten. Dieser Schritt Rabbi Chaim Oser Grodzenskis hat bei den linken Parteien große Erbitterung heroorgerufen, die sich in scharfen Zeitungsartikeln Lust macht. Es wird zugestanden, daß Rabbi Chaim Oser Grodzenski durch feine Gegenkonferenz das Resultat der Gemeindekonferenz, an welcher die Rabbiner ihre Meinung, offen zu bekennen nicht gewagt hatten, fast wertlos gemacht hat. Dr. Wigotzki selbst hat im Wilnaer „Tog" einen scharfen Artikel gegen Rabbi Chaim Oser Grodzenski mit heftigen persönlichen Angriffen veröffentlicht. (A. I, P. B.) Die Kehilla-Wahlen in Krakau. Krakau, 27. Mai. Am 26. Mai fanden in Krakau die Wahlen für die zweite Kurie der jüdischen Gemeinde statt. 90 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten sich an der Wahl. Nach anfänglichem Ueberwiegen der jüdischnationalen Stimmen endete die Wahl mit einer Mehrheit der Agudisten und Assimilatoren. Die jüdisch-nationale Liste erhielt ein Mandat, die übrigen Mandate sielen der anderen Liste zu. iUmittt. Der Militärdienst der Jeschiwa-Bachurim. K o w n o,1. Juni. Nach einer offiziellen Mitteilung der Regierung hat von sämtlichen litauischen Jeschiwoth nur die I e s ch i w a in Telsch fortan das Recht, ihren Schülern die zeitweise Zurückstellung vom Militärdienst zu sichern, weil diese Jeschiwa das von der Regierung für erforderlich erachtete Minimum von Unterricht in den allgemeinen Wissenszweigen einführte. Das Kommunique behauptet, daß diese Bedingung auch allen nichtjüdischen geistlichen Lehranstalten auferlegt sei. Nichtsdestoweniger stehen wir hiermit vor der vollendeten Tatsache, daß denjenigen jüdischen Anstalten, deren Leiter aus religiöser Ueberzeugung die Einführung fremder Wissenszweige in den Lehrplan religiöser Anstalten ablehnen, durch staatlichen Zwang schwere Gewissensnot bereitet wird. So geschehen in einem modernen Staatswesen unter der Verantwortlichkeit eines jüdischen Ministers! Der Verlauf der Gründungsversammlung der «lebendigen Synagogein Poltawa. Riga, 25. Mai. Anfang Mai fand bekanntlich in Poltawa die Gründungsversammlung der „Lebendigen Synagoge" statt, die nach dem Beispiel der „Lebendigen Kirche" einen Frieden mit der Sowjet-Macht anstrebt. Die Kiewer „kommunistische Fon" gibt ein anschauliches Bild der. Vorgänge bei der Gründungsversammlung. Erschienen waren einige hundert Personen, meist ältere Juden. Die Reden waren durchwebt mit Zitaten aus Bibel und Midrasch, sowie aus den Schriften Lenins. Man sprach von Lenin „Olaf Hascholom" und „Sichrono Liwrocho" mit großer Begeisterung. Es wurde versucht, zu beweisen, daß die Thorah das wahre Programm des Kommunismus enthält. In den Statuten wurde festgesetzt, daß die „Lebendige Synagoge" sowohl die nationalen als auch die internationalen Feiertage begehen soll. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit dem Ruf: „Es lebe das Proletariat! Es lebe die Thorah!" (I. T. A.)! »nwvUd. Die Konferenz des amerikanischen Rabbiner- Verbandes. Newyork, 20. Mai. Die Jahreskonferenz des Rabbiner-Verbandes, zu welcher 200 Rabbiner-Delegierte eingetroffen waren, Sonder-Verkauf Durch groBe Einkäufe sind wir in der Lage unserem Kundenkreis eine günstige Einkaufsgelegenheit zu bieten. Sinigc ©cispiefe tmset* ®«?eiswüt?cfigfeeil: Waschseide gestreift für Kleider und Blusen ... Mk. 4.20 Seidendamasse in schönen Mustern . . . . . Mk. 6.80 Seidentrikot 1'40 cm breit, in vielen Farben Mk. 7.90 Crepe de chin einfarbig.Mk. 9.80 Crepe maroquaine Wolle mit Seide.Mk. 9.80 3.60 5.90 6.50 8.80 8.90 Wasch-Mousseline 0.78 grosses Sortiment. Mk. 0.98 VOlle bedruckt 0.98 in modernen Stellungen .... Mk. 2.60 Voile um Schweizer Ware. Mk. 2.70 2.30 Voll-Frotte 1.95 in grosser Wahl. Mk. 2.50 Damenhemden verschiedene Fa^ons, reich garniert Mk. 2.70 Beinkleider mit Stickereivolant leicht angeschmutzt ....... Mk. 2.95 Untertaillen, ia opai mit Handhohlsaum u. Handstickerei . . Mk. 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