Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 18 D e r Cr a er it 1. Mai 1924 linksstehenden Verneinern des Staatsgedankens, noch den rechtsstehenden Parteien, welche die Staatstreue der Bürger zu untergraben suchen, aus irgendwelchen Gründen eine Stimme zuwenden. Die letzteren bilden allerdings eine größere Gefahr für die Allgemeinheit, da sich leider gezeigt hat, daß die Ansteckungsgefahr gegen über den entsittlichenden Methoden derselben sich auch bei solchen Kreisen gezeigt hat, die wir für zu hochstehend dafür hielten, während die ersteren auf die materiell Entwurzelten sich in der Hauptsache naturgemäß beschränken. Ls wäre nun aber eine Undankbarkeit sondergleichen, die dem ganzen jüdischen Fühlen widerstrebt, wenn wir uns denjenigen staatserhaltenden Parteien, welchen wir Juden vielerlei zu verdanken haben, bet unserer Wahl allen bis auf die eine verschließen sollten, weil diese an einer allerdings für uns sehr entscheidenden Frage, der Schulfrage, unseren Bestrebungen am nächsten stehlt Es ist dabei absolut nicht sicher, daß der jetzt zu wählende Reichstag eine Entscheidung in der Schulfrage treffen wird. — Vergessen wir deshalb nicht der Pflicht der Dankbarkeit in Staat und Stadt gegenüber allen, die uns Gutes erwiesen haben, innerhalb der gezogenen Pslichtgrenze diejenige Wahl zu treffen, die der Einzeleinstellung am nächsten liegt; und gegenüber der Anschuldigung, daß der jüdische Geist staatszersetzend sei, wolle,! wir bis auf den letzten Mann unsere stimme den staatserhaltenden Parteien zuwenden und hoffen wir, daß der Gedanke, daß staatserhaltend und religiöserhaltend sich innerlich einander sehr nahe stehen, immer mehr Boden findet. . M Inhaltsüberstcht. 1. Leitartikel: Von Rabbiner Dr. Neuwirth in Halberstadt: Echte und falsche Scham. — 2. Wo chenrund schau: Das Kant-Jubiläum. — Erkenntnisse und Bekenntnisse. — 3. Kleines Feuilleton: Illustrierte Haggadah-Drucke. — Vom Palästinafilm. — 4. Aufsätze: Schutz den Gräbern unserer Ahnen. — 5. Korrespondenzen und Nachrichten. — 6. Aus aller Welt. — 7. Familiennachrichten. — 8. Briefkasten. — 9. Sprechsaal. — 10. Frankfurter Berichte. — 11. Vereinskalender. — Gebetzeiten. — 12. Feuilleton-Beilage: Von S. Brückheimer in Marktbreit: Die neue Lehre. — Kol Dichfin! — 13. Personalien. — 14. Vermischtes. Frankfurter Berichte. Ferdinand Bär Vst Mitten aus blühendstem Leben wurde Ferdinand Bär den Seinen, der Gemeinde, der Welt, entrissen. Ferdinand Bär gehörte zu den ßvenigen Glücklichen, die aus allen Schritten von Erfolg und Gelingen begleitet it»3 mVsa 'n ntfiy; sw ivs Vsi, doch ihr wahres Glück im Beglücken finden. Ferdinand Bär war der geborene Spender, im Großen wie im Kleinen, im engen Kreise wie m der Welt. An seiner großen Initiative, die von schrankenloser Energie unterstützt war, profitierten deutscher Handel und Weltwirtschaft; mit großzügigem Denken wies er anderen Gleichgestellten in schwerer Zeit den Weg der Pflicht seiner Gemeinde gegenüber. Er spendete mit vollen Händen allen, die in privater Angelegenheit oder im Interesse notleidender Institutionen seine Türe fanden, und er spendete Liebe und Sonnenschein, Ausstrahlungen seines eigenen sonnigen Wesens, allen, die in familiärer, freundschaftlicher oder geschäftlicher Beziehung ihm nahe standen. Auch wir im Hermonverlag bekamen bei der Gründung seine starke Hand, seine organisatorische Genialität, seine rasche, vom klaren Blick des zielbewußten Weltmannes geleitete Entschlußkraft vorteilhaft zu spüren. Dieser Vielgereiste und Vielerfahrene, mit dem offenen Auge in Welt und Leben, war aber im tiefsten Innern schlichter Iehudi. der der Religion auch Opfer zu bringen vermochte. Nun ist er, an der Grenze der Vierzig erst, von uns gegangen, und tiefes Weh ergreift uns bei dem Gedanken, was dieser Mann, großzügig und hochherzig wie er war, in seines Lebens zweiter Hälfte, wenn sie ihm beschieden gewesen wäre, uns und der Welt noch alles hatte geben können. Trotzdem infolge des bürgerlichen Feiertages und wegen des nvv mr der Tod nicht rechtzeitig bekannt gegeben werden konnte, war die Friedhofshalle der Israelitischen Religionsgesellschaft am Freitagnachmittag schon vor der festgesetzten Zeit überfüllt. Neben allen Schichten der Gemeinde war wohl die ganze Jndustrie- und Bankwelt der Stadt vertreten. Autos brachten auswärtige Trauergäste aus nah und fern. Still betteten wir den Rastlosen zur vorzeitigen Ruhe, und dann gingen wir zum Feste, das uns nnvr^i einlud Mögen diese Tage der Weihe und Freude auch nnnai nsnto’ dringen der jungen Gattin, die in all seinen Liebeswerken dem geliebten Gatten redlich zur Seite gestanden, den heranblühenden Kindern, den Eltern und Schwiegereltern, denen das ungeteilte Mitfühlen der Gemeinde und des großen Freundeskreises einen Trostschimmer in des Leides unerträglicher Schwere bedeuten mag. nrmn* Hanna Moos Die helle Pessachfreude wurde für viele Familien unserer r&wp getrübt durch den am nvsn 's p~v erfolgten frühen Heimgang von Hanna Moos, der nicht nur den schwer geprüften Vater und die tiefgebeugte Schwester, sondern alle, die Hanna Moos gekannt, in größte Trauer versetzte. Spricht schon die Tragik des Falles, wenn ein blühendes Leben mit 21 Jahren den Ihrigen entrissen wird, für sich, so lassen die herrlichen Eigenschaften der Verstorbenen den Verlust noch tiefer empfinden. Ihrem ganzen Wesen war der ererbte Adel ihrer Familie ausgeprägt. Jeder, der Hanna Moos gekannt, weiß so viele edle Züge von ihr zu erzählen, daß man von ihr mit Recht sagen kann: „Sie hat Gunst und Wohlgefallen bei Gott und den Menschen gefunden!" In ihrer schweren Krankheit war sie edle, heldenhafte Dulderin, im Bewußtsein, daß Leidensprüfung dem beschieden ist, den Gott liebt. Im Aufblicke zu 'n werden auch die schwergeprüften Hinterbliebenen, der gute, fromme Vater und die treue Schwester Trost suchen und finden rTasw. „Krias Hatauroh"-Vereimgung. Alle diejenigen, denen es unmöglich ist, am Schabos« Vormittag die Synagoge zu besuchen, besonders Schüler, die Samstags zur Schule gehen, seien hierdurch, nochmals darauf hingewiesen, daß die seit mehr als vierzig Jahren bestehende Vereinigung „Krias Hatauroh" ihnen Gelegenheit bietet, das Leinen der ganzen Sidroh am Schabos-Nachmittag zu hören. Das Leinen findet um 3 Uhr in der Klaus-Schul (Ostendstraße) statt; anschließend wird Minchoh gebetet. Gäste willkommen. Jeschirvoh Börneplatz. Wie uns mitgeteilt wird, wird die von den Rab> binen Dr. Markus Horowitz und Dr. N. A. Nobel V"t geleitete nwv' unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. Hoff mann neu eröffnet. Unterrichtsgegenstände bilden: Haupt- und Nebenschiur in Bibeleregese, »iws sni-v, jüdische Geschichte. Auch für Fortbildung in profanen Fächern wird Sorge getragen. Als Dozenten fungieren vorerst, neben dem Leiter, die Herren Rabbinatsassessor Lipinsky, S. Unna und R a ck o w. Das Sommersemester beginnt wk n"i- Der Mekor Chajim im Sommer. Der Sommerlehrplan des Mekor Ehajim ist in Händen der Mitglieder- Die Schinrim sind in ähnlicher Weise auf dem Plane geblieben. An Neueinrichtungen ist besonders hervorzuheben der Vortragszyklus des Herrn Rabb. Dr. Jos- Breuer: „Aus der jüdischen Gedankenwelt", ft am Donnerstag abend im Vereinslokale Langestr. 18. Die allsabbatlichen Mikrovorträge finden nachmittag 4 Uhr im Hörsaale statt und werden von Herrn Dr. W. Hosmann gehalten. Das Morgenlernen an Wochentagen nach Schluß der Synagoge ist so geregelt, daß zweimal in der Woche, Dienstag und Freitag, Herr Rektor Falk Mischna lernt, zweimal, und zwar Sonntag und Mittwoch Herr Red. Schachnowitz aus vvn vis» vorträgt, während zwei Tage, Montag und Donckerstag, für Mitgliederlernen reserviert bleiben. Die G e m o r o - schiurim des Herrn Rabb. Dr. Jos. Breuer finden wie bisher Montag und Mittwoch nachm. 7 Uhr statt, die des Herrn R. A. Posen Sonntag vorm. 9.15 und Dienstag eine Stunde vor Mincho. Für Samstag mittag 12.15 ist vw-ur-Vortrag des Herrn Prof. W e y l vorgesehen. Die regelmäßigen Midraschvorträge eine Stunde vor Sabbatausgang beginnen am Samstag wns 'v> Von Sonntag bis einschl. Mittwoch findet je 8.15 abends im Vereinslokale v"V-Lernen unter Leitung des Herrn H. Holpern statt. Bereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt.) Deret« Wekor Hyafim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge ,Dinim"; Herr Rektor Falk, — nachm. 4'/iUhr (Hörfaal) „Mikro"; Herr Louis Kahn. — 1 Stunde vor Nacht „Midrasch"; Herr Red. Sonntag und Mittwoch nach Schluß der Synagoge O12V; Rerr Red. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9^4 Uhr und Diensta gl Stunde vor ..Mincho"„Gemoro"; HerrR.A.G.Posen. Montag und Mitt w o ch abend 7 Uhr „Gemoro", Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer. Donnerstag abend 8% Uhr im Vereinslokale „Aus der jüdischen Gedankenwelt": Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schluß der Synagoge «Mischna"; Herr Rektor Falk, an anderen Tagen Mitgliederlernen. Allabendlich abends 83/4 Uhr Schatz-Lernen; Herr Herz Holpern. Jahrz eits-Stiftung en: Dienstag, Jakob Katzenstein-Stiftung. Agudas Iisroet-Augeudgruppe. Ab Montag. 21. April. Allabendlich Stunde vor Nacht Omerlernen: Muffar. Herr Michael Kohn. Sämtliche Veranstaltungen finden im Vereinslonal, Hanauerlandstraße 17, statt. O"V-Werei«. Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends x/*7 Uhr: ro’iD ‘DD; Herr Rabbiner S. Weber. MesyamtdrafiH, Hflendfiraße 18. Samstag ^Stunde vor Nacht halachischer Vortrag; Herr B. Rachel sohn. Sonntag vorm, von 8—'/,10 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends von */,9—10 Uhr: «Gemoro" «Dp «m; Herr. Rechtsanwalt Dr. Breuer. Alltäglich zwischen nmB und im^D: DIN 'N und am Sabbat 12 Uhr mittag Chumisch mit Raschi, Herr Rosenzweig. Harumd-Wora-Seret«. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Samstag. 11—12 Uhr: „Schulchan-Aruch"; Herr S. Unna. — 3'U Uhr: "Raschi zum Wochenabfchnitt"' Herr Rabb.-Asf. Lipinsky. Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. Hevetzeiten. ■nna, rDw F reitag abend 7.05. öa ms'tagmorgen 8.— Samstag nachmittag 5. — Halachisch.Vortrag Samstag abend 8.40. lVochengottesdienst: Morgens 6.15. Nachmittags 7.15. Tefilin-Legen am Morgen 3.35. Familienuachrichten. Barmizwo: Max Lipinsky, Sohn des Herrn RabbinatsasfefforHermann Lipinsky. Uhlandstratze 60 Synagoge Börneplatz. Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton S. Sch ach now itz; Inserate i. V.: S. Schachnowttz, sämtlich in Frankfurt a. M.; Pädagogische Beilage: Lehrer I. Spiro in Fulda. — Verlag „Israelit", G. m. v. H., Frankfurt a. M. Druck: Hermon Verlags-Aktiengesellschaft. Frankfurt a. M Tüchtige Köchin zum sofort. Eintritt in kleinen Haushalt unter günstigen Bedingungen gesucht. Frau 13256 Manfred Goldschmidt Frankfurt a. M., Eschenheimer Anl. 28U. Perfekte 1327 ICöchin für sofort gesucht. Frau Moritz Simon, Bingen a. Rh., Mainzcrstraße 60. Ich suche für m. Tochter, 17 Jahre alt, die in Haushaltung und Geschäft schon angelernt, eine Stelle als Vofionfärin in einem jüd. Mannfaktur¬ oder Kurzwaren-Geschäft, eventl. auch a. Haustochter. Off. unt. 13283 an die Exp. Befferes Fräulein, mit allen häuslichen Arbeiten und Kochen vertraut, mit besten Referenzen, sucht paffenden Wirkungskreis in frauenlosem Haushalt. Off. unt. 13294 an die Exp. 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