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Der Israelit · 1924-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1924) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1924)
Date
1924-04-17
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Seite 22 Nr. 16117 Der Israelit 17. April 1924 soll Vas zarte ftinb das Glaubensbekenntnis Jisroels auf den Lippen tragen, ein? ms» nach der anderen mutz ihm in der Kindheit eingeimpft werden, damit ihm später im gereiften Alter, wenn es den Sinn der nix» zu verstehen beginnt, die Ausführung derselben eine Selbstverständlichkeit geworden ist. Daher nimmt es uns nicht wunder, daß an dem Feste, das der Erinnerung an die Erlösung unseres Voltes aus Mizrajim gewidmet ist, gerade an diesem Feste, das uns die Wiederkehr des Tages bringt, an welchem Äisroel Wunder ohne Zahl erlebt hat, an welchem Iisroel erst tatsächlich ein Volk geworden, die Jugend in der mannigfachsten Art zur Begreifung dieses vi -pna vi ausgefordert wird. So ist in erster Linie die Erzählung der min' von Symbolen und Erinnerungsmerkmalen begleitet, dazu angetan, das Gemüt des Kindes zur eifrigen Teilnahme an allen geschichtlichen Ereignissen aufzufordern: 18XX n« m«2V »7« 2"n ö'7X»a XS’ «in i^'«2- Aber nicht nur Tatsachen aus alter Zeit erzählt die min dem Kinde,- durch kurze Worte von inhaltsreicher Schwere wird ihm vom Vater das ganze Wesen, die richtige, einzig wahre Auffassung des Judentums ins Herz gepflanzt, er zeigt ihm aber auch, wie verderblich es ist, andere thorafeindliche Anschauungen anzunehmen. An Hand der heiligen Schrift erteilt er die Antwort, für alles findet er unterscheidende Merkmale in der min und als Dank dafür erschallt vom Sedertisch aus seinem Munde zu den himmlischen Höhen der Ruf empor: piff lim «in 1122 »ip»n 1122 «in 1122 *7X2^' 12p*? min- Der Vater dankt. n"2j?N' datz Cr uns die Tauroh als Geschenk gegeben hat, die Tauroh, in welcher wir alles finden, was wir suchen. So hat auch der belehrende Vater die Antwort auf alle Fragen, die ihm die vier Söhne stellen, aus ihr geschöpft. Viererlei Arten von Menschen gibt es, die in die tiefsten Geheimnisse der göttlichen Weisheit eindringen, die bis zum Throne der göttlichen Majestät dringen, den Abglanz Seiner Heiligkeit mit menschlichen Augen schauen wollen, den noch nie ein menschliches Auge gesehen hat. Die einen forschen, suchen, erklimmen die höchste Stufe, sie forschen in dem Gedanken, datz alles vom Menschen Erreichbare nicht herankommt an die gewaltige Größe des Allwissenden, ihnen gelingt es, Mensch und '21.2' zu bleiben, obwohl ihnen mittels ihrer Kraft gelang, ihr Ziel zu erreichen: »i^ffa XX' «2’j'22* Andere Menschen suchen im köstlichen Park der göttlichen Weisheit jede einzelne Pflanze, auch das kleinste aller Gewächse in seine Bestandteile zu zerlegen, damit sie bis ins kleinste Atom hinein mit ihrer vermeintlichen Weisheit dringen können. Gutes vermeinen sie zu vollbringen, sie glauben der Menschheit einen großen Dienst zu erweisen, wenn sie Licht ausstreuen über das bisher in Dunkel Gehüllte, sie bedenken aber bei ihrem Studium nicht, daß die bisher in voller Blüte gestandene, jetzt in ihre Atome zerlegte Blume nicht mehr zu neuem Leben erweckt werden kann. Tot, ihrer Schönheit beraubt, liegt sie am Boden, keine menschliche Weisheit vermag sie zum Leben zurückzurufen: nijj'tm px'p in«. Es sind die Menschen, die die hohe Bedeutung des Gotteswortes nicht verstehen, die das wahre Große verhöhnen, die aus dem Guten, das ihnen die Erkenntnis bringen sollte, als Zerstörer, als Gottesleugner hervorgehen. Die Dritten wollen auch ihren Geist in die Tiefe des Gotteswortes senden, aber zu groß, zu erhaben ist die Aufgabe infolge der übernatürlichen Weisheit, die ihnen entgegentritt. Sie sind der Aufgabe nicht gewachsen, sie bleiben in ihrer Einfalt auf halbem Wege stehen: n»i pxn ’XTX p» Schließlich begegnen uns diejenigen, die von Ferne in den Garten hineinblicken, dort Gefahren und Hindernisse schauen, sie wagen es nicht, etwas zu unternehmen. irr geworden ist ihr Geist: pxn «vir p S132V Von vier Söhnen hat die rmn in Hinsicht auf die fragende Jugend gesprochen: »2tt in« VlKffV X71' 13’Xff 7NX1 an 7NX1 Vff2 2NX1. Der E2ii» das weise Kind fragt: .2» 02n« mp^x n ms 2V« 0'v3ffa,7i o'pnm rirnrn und der Vater soll ihm antworten: p’»3a j’X pip'3X rtöD.7 in« „Was sind die Zeugnisse, die Satzungen und Rechte, die unser Gott Euch befohlen hat?", fragt das Kind. Es erkennt den Schöpfer des Weltalls an. Unser Gott hat die Satzungen, hat die Gebote angeordnet. Aber es selbst war ja nicht am Sinai. Es ist wohl überzeugt von der Wahrheit der Berichte über die gewaltigen Naturereignisse, die sich bei der Gesetzgebung zeigten, aber es hat sie nicht selbst gesehen. Deshalb fragt es den Vater, was für eine Bewandtnis hat es mit den Geboten, die unser Gott Euch gegeben hat? Das Kind hat gelernt, es ist eingedrungen in den heiligen Garten der Gotteserkenntnis, es hat geforscht und gesunden, datz es dreierlei Arten von Gottesgesetzen gibt: O'pn, ril7X und v'vsff». Bei den Geboten, die ein Zeugnis darstellen für das Vorhandensein eines Leiters des Weltalls, wie z. B. dem naff-Gebot. fragt es den Vater, was uns denn verpflichtet an die Gebote zu glauben, und die Antwort lautet: Er ist der Schöpfer des Weltalls, Er ist derjenige, der jeden Tag das Weltenrad von neuem in Bewegung setzt, der jeden Tag Neues schafft und damit die Welt beglückt, denn „Knechte waren wir in Aegypten und es führte uns Gott von dort heraus mit starker Hand, mit Zeichen und Wundern". Wir, seine Kinder, sind Zeugen für diese seine Allmacht, denn vor unseren Augen geschah das Wunderbare, wir sahen Seine erhabene Stärke, wir lernten begreifen: nxr nnffx n *r"2* »ipn.bas sind Satzungen, Satzungen unseres Gebieters, die Er uns befohlen hat, ohne datz es uns möglich ist, einen bestimmten Grund für dieselben anzugeben, wie z. B. das Verbot, Fleisch und Milch zusammen zu kochen und zu essen, das Verbot des TiüXff und viele andere. Was für einen Zweck hat es für uns, diese Satzungen, die wir nicht begründen können, zu befolgen, blindlings einem unsichtbaren Wesen unbedingten Gehorsam zu leisten, hören wir die kindliche Frage des klugen Sohnes, irpx n n« nxn'V nVxn Q'pnn ^2 n« niffv*? '7 mx'i n?n Di'2 unrnf? v'v'.i Vs 11^ xmb Der Knecht hat die Befehle seines Gebieters auszuführen. er hat nicht nach dem wie und warum zu fragen. Er hat zu gehorchen, weil eir der Knecht ist. Wahre Gottesfurcht kann man sehr oft nur bei der Ausführung der nisv beobachten, die der Mensch aussührt, obwohl sie seinem Verstände zmviderlaufen oder bei denen er nicht im geringsten zu wissen vermag, was sie bedeuten. Und der Nutzen, den die fromme Ausübung dieser Gebote uns bringt? 11V 2iv^> v'v'n ^2- Wohlergehen auf dieser Wett, ewiges Heil in der aiv i^72ff Epx* Die dritte Art der nix» sind die 0'v3ff» die Gesetze, die der Verstand aus sich selbst heraus auch vorschreiben würde, wie das Verbot von Diehstahl und Mord. Gerade, weil unser Menschenverstand selbst all diese Gesetze uns zur Pflicht machen würde, ohne daß ein göttliches Gebot ergangen wäre, ist die Frage des Kindes umso berechtigter, wozu noch ein Befehl des Schöpfers an uns ergehen mutzte. Aber auch hier gibt die .221,2 die wahre Antwort: nxm nixan V2 n« niffstf» iivffi '2 12V n’nn np7Xi ms 2V«2 mpbx n ’isV Viel höher in ethischer Hinsicht steht derjenige, der ein Gebot ausführt, das ihm von der Pflicht befohlen wird, als wenn sein eigener Wille, seine Neigung, ihn dazu angetrieben hätte: niixan VvtX' mix» ii’xi nffivff '»*? nffivi Was bedeutet aber der merkwürdige Ausspruch: }’X^V max nnx *]«i pip'SX nvs.2 in« p’tJQ»? Vor der Mahlzeit war es früher vielfach Gebrauch, den Kindern Nüsse und andere Leckereien zu verteilen. Damit sie sich über das außergewöhnliche Verhallen der Eltern wundern sollen, wird aber in der nvs-Nacht vieles anders gehandhabt, als an anderen Abenden. Das nvs-Opfer mutz zu allerletzt gegessen werden, ebenso wie heutzutage das letzte ns» n'12 als Erinnerung an die Zeit des ffipan n'2 der Abschluß der Mahlzeit sein mutz, p» ip'sx-pip's«: Bringet all die Fruchtarten heraus, die sonst als Nachtisch gegessen werden, denn nvv-Nacht ist es, die Nacht, in welcher wir das nvs-Opfer auf dem Altar unseres Hauses darbringen, als letztes soll der Geschmack des nvs-Opfers in Erinnerung bleiben. nis'tm ys'p in«. Wehe dem Mann, der forscht und sucht, die Wahrheit zu ergründen, dessen Geist aber nicht ausreicht, die großen Wahrheiten, die in der min verborgen liegen, zu ergründen und ein Xff7, ein 7312, ein Verächter der göttlichen Gebote zu werden beginnt. I1? «Vi Ö21? 'D2*? nxm N212VN n» 2»1« «IN NQ Sffl 2p'N2 232 V^2,2 ]» 1»XX NX X'X1.7ff '3*71' „Was soll Euch dieser Dienst", fragt der Xff2. Sich selbst nimmt er aus, er schließt sich aus aus der Gemeinschaft Jisroels, fremd ist ihm alles geworden, sein menschlicher Verstand hat zerstörend gewirkt: wo früher prächtige Gärten vorhanden waren, empfangen uns jetzt wilde, abgehauene Pflanzungen. Der Xff7 leugnet D'2X» nx’S’.er glaubt nicht an eine göttliche Vorsehung. an die n'^2 nniff.i'die map,7 der ganzen Wett zuteil werden läßt, eine n'vis nniffn für Iisroel hält er für unmöglich. Und ihm antwortet der .221,2 ^2: *7X11 ,2',2 «V Off ,2',2 1^'X Wenn er dort gewesen wäre, er wäre in den drei Tagen der Finsternis zusammen mit den anderen fr«2ff' 'Xff> die damals der Vernichtung anheimfielen, aus der Wett verschwunden. 212x2 '2Nff§N7,wegen der wunderbaren Errettung aus Mizrajim feiern wir das nvs Fest, bringen wir Gott ein Opfer, lautet die Antwort auf die verwegene Frage des xtm: nxrn naiaxn na* Aber noch gibt der Vater seinen ungläubigen Sohn nicht verloren, in echt jüdischer Weise versucht er immer noch, ihn, in dem die Ungläubigkeit schon Wurzel geschlagen hat, auf den richtigen Weg zurückzuführen, deshalb redet er ihn nicht direkt an, „wenn D u dort gewesen wärest, wärest Du nicht erlöst worden," sondern «^ »ff ,2’,2 i1?'«, N'N *?«ii wenn e r, wenn ein yff2 dort gewesen wäre, der Gottes Güte, Liebe und Allmacht nicht anerkennen will, er wäre nid)t erlöst worden." tt>«2ff' naiax '») 2»1« «1,2 ,2» o». Der on> bet Einfältige, vertieft sich nicht in die hohen Gedankengänge der jüdischen Wissenschaft, einfältig wie er ist, fragt er kurz: nxr ,7a» Er geht in seiner Einfältigkeit nicht so weit, das Watten eines höheren Wesens, die Tatsache der gewaltigen Machtvollkommenheit, von der die geschichtlichen Ereignisse Zeugnis oblegen, abzuleugnen, er fragt nur kurz: nxr.7»- In Güte und Milde antwortet ihm der Vater mit dem Worte der Schrift: '7 nx'si.7 T pma d'7Saa* Zur Erinnerung an die Erlösung aus Mizrajim, an die vielfachen Wunder, die Iisroel dabei erlebt hat, erfüllen wir den.Dienst, den Er uns aufgetragen hat. Dem letzten der vier Söhne, der überhaupt nicht zu fragen versteht, dessen Geist bei Anblick der Fülle von Problemen verwirrt wird, pxn»- j;iön, ihm erzählt der Vater die ganze Begebenheit der Sklaverei in Aegypten, er erzählt ihm, auf welche Weise die Erlösung erfolgte und wie endlich Iisroel zu einem Volke geworden, zu dem Volke, dessen erster Wegweiser Gott und seine min war und auch heute sein muß. h. s. h. W& KfcnV rrn Nicht umsonst beginnen wir den Seder mit X'i? xanb «,7 indem wir der Tischgesellschaft „Das Brot des Elends" zeigen, das unsere Väter in Aegypten gegessen haben. Es ist das Gleichnis des Dubnower Maggid bekannt, das an die Leseart «N2 anknüpft. Ein früher armer,, reich gewordener Mann habe alljährlich an. einem bestimmten Tage seine Kinder versammelt und seine ärmliche Kleidung angelegt, um ihnen ein Bild von seiner früheren Armut zu geben, und sie durch Erinnerung an die anders ge--

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