Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1924)
- Date
- 1924-04-17
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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o EÜ3G -ÖII.O—Pilo-' ■ö 4!! E°H°.—° 10 offes freund $ttm Irverelit die jüdi/chen 3nC< t*»it Jiabbiite* Dr. in <«lit <t. Rh ][°E ^rö1 e.D. glfH” EöjlE -Ol o- -O II ö^ 18. Jahrgang Frankfurt a. AI., 17. April 1Y24 / 13. Nißan 5684 Nr. 3 Zur gefl. Beachtung! Wir bitten unsere w. Mitglieder, welche mit dem Jahresbeitrag pro 1924 noch im Rückstände sind. -ezw. welche unsere Nachnahinekarten uneingelöst zuröckgehen lieben. - um baldgefl. Einsendung ihrer Mitgliedsbettrage. Der Vorstand des Vereins für die jüdischen Interesse« Rheinlands JA.: S. Grünsfeld. Rendant. .V.--- Sedergedanken! Don Dr. A. Jacobs, Rabbiner der Talmud Tauroh in KiUv. warm rin ppma nin: Am Eingang des 14. Nissan suchen wir das pan» Am kommenden Donnerstag Abend .TM. unmittelbar nach dem a'Nva-Gedet. in dem wirn'apn anerkennen als den T8 'ja» *|»m '*jEm 'asa im VVia nimmt ein jeder jüdische Hausherr sein Licht, steigt hinauf bis unter den First seines Hauses, steigt hinab in seine Kellerräume, um den letzten Rest des Gesäuerten aus seinem Besitz wegzüschaffen. Sorgfältig bewahrt er es bis zum nächsten Morgen, um es dann mit dem saip'BN des verflossenen Jahres zu verbrennen, schlieht so den Kreis von einem 14. Nissan bis zum andern, um sich dann, nach dieser Feuerweihe, als neuer Mensch» ohne XDU' als Iehudi des alten Geschlechtes zum Seder zu setzen, bereit zum Aufbruch, die Lenden gegürtet, die Schuhe an den Füßen, wie einst unser Volk an jenem Abend, da Gott es nicht zulietz, daß das 50. Tor der nnaivsich schloß/' daß die Welt ohnenniri' ohne Ziel blieb. Und wie einst unsere Väter durch das nvs -Opfer und das Blut ihrer Bereitwilligkeit, Gott und nur Gott sich zu weihen mit ihrem ganzen Sinnen und Trachten. Ausdruck verliehen, so ordneten für uns kleine Nachfahren eines großen Volkes unsere Weisen 12 Handlungen an, deren Bedeutung, wenn wir sie recht verstehen, gleich der jenes nvs-Opfers, gleich der jenes Blutes ist: Unterordnung unseres Verstandes und Gefühles unter »vapii, das Streben jüdische Menschen zu werden. ' ' i.! tflp: Roter Wein funkelt im Becher, leuchtend rot wie das Feuer des Sinai, Wein, der so verderblich in seinen Folgen werden kann, wenn er nicht gemeistert wird durch' das Feuer der mm» der zum edlen Rebensaft erst durch die Weihe wird, den rcnp^ in dem wir es aussprechen: nicht zum Sinnengenuß soll die Welt uns -dienen, jede Rebe will'uns weckech auf daß ivir selbst Uns empötraNken hin Baüine des Lebens, zu werden eine Edelrebe im Werke Gottes. 2. pm: Und dieser Heiligung folgt die Tat: NVv»n rrbx np''§vnnvn nb Wohl ist es notwendig zu lernen, zu forschen, aber fruchtlos, tot ist die Lehre, die nicht Tat wird, tot ein Judentum des Gefühls, eine „Gefühlsreligion" t>t ^iv'i naö’ o’ötp niD*?» vbv VapV nsrin: wer des Himmels Joch auf sich zu nehmen gewillt ist, der muß alle seine bösen Taten hinwegräümen und seine Hände waschen: maa N3a mit Manneskraft an das schwere Werk Herangehen. Und da kommt 3. vvnv und zeigt uns den Weg, in jedem einzelnen seiner Buchstaben, weist uns die Richtung, in die wir uns einstellen müssen, ist die Quelle, von der allein jüdisches Leben quillt: «p*i *13die Hand des Armen. Genieße nicht vsi3' nimm nicht Anteil an den Freuden der Welt, ohne zu denken an V'l «p an die Hand des Armen, die von deinem Reichtum Hilfe verlangt, übe pns- Und glaube nicht, du habest keine Verpflichtung mehr, wenn du „Almosen" gegeben, l»v ns: ein freundliches Wort. Teilnahme am Geschick des Unglücklichen, ist oft mehr denn Wohltun, laß dein jüdisches Herz nicht versteinern, laß den Pulsschlag des Lebens nicht an deiner Türe vorübergehen, denn du tauchst dein vsnv in Salzwasser ein, weil du noch dürftiger die Wasser der min trinken möchtest, du vollführst die Pflicht des 4. pnn» brichst die mittlere ns»' um die Segnung über die eine Hälfte zu sprechen, die Segnung, um zum Ausdruck zu bringen, daß wir von Gottes Anteil essen, daß wir das Brot der Armut segnen, weil'es uns befähigt hat, Menschen zu werden, aber die andere Hälfte verbergen wir, denn selbst im Genuß dürfen wir nie vergessen: 'ih n'sn: daß jeder Genuß im Sinne Gottes zu erfolgen hat, wir brechen selbst das Brot der Armut» mit dem noch Aermeren es zu teilen. So und nur so werden wir würdig jener verborgenen Welt, in der unserer , ungeteiltes Glück harrt, jenes Tages EPP iVatf* Und wie erreichen wir dieses Ziel? 5. Ta»: wir nehmen die man zur Hand, und vor unserem Aüge steigt das grauenvolle Elend unserer Bätet in Aegypten auf, die Plage des Körpers Und die Drangsal der Seele, da klingt an unser Ohr der schreiende Gegensatz zwischen Reichtum, zwischen Pyramidenbauten von ragender nie wieder erreichter Vollendung auf der einen Seite und der entmenschten Brutalität» die vor'dem Mord, auch der eigenen Kindet nicht zurückschreckt/ um bloßer Macht- Gelüste willen — auf der anderen Seite. Und allmählich — leise und langsam — schreitet Gottes Gerechtigkeit m» naaa ma: Maß um Maß, Blut um Blut, Plage um Plage, bis zum' Schluß das geknechtete, rechtlose Volk das Volk der nun werden darf. Und wir begreifen, daß unser Leben, das Leben des Juden in feiner ganzen Schwere und seiner ganzen inneren Glückseligkeit in dps» lM'2' Ausdruck gefunden hat. daß wir nur ein Glied in der Kette sein dürfen, die vom Sinai her sich lückenlos um uns alle schlingt, und als Iehudi, dessen Seele am Sinai gestanden, gehen wir hin zur 6. nsm: gießen noch einmal aus einem vollen Gefäß mit Manneskraft das Wasser der Reinigung über unsere Hände, um nun als Iehudi das Leben zu meistern, um 7. ns» 8'Si» zu sein. Ein sinniges Wort unserer Weisen sagt uns p»n und ns» sind zwei Erzeugnisse derselben Wurzel, aber beim n des pan hat sich das Tor geschlossen, das beim n der ns» offen steht für die Rückkehr Kein neues Judentum, kein p»m das in Wirklichkeit nicht Fortschritt, sondern Verschließung'des ns»-Judentums bedeutet, nicht der Reiche, gegesäuertes hemmungslos Genießende ist der Epigone derer, die 'aiy onV aßen und doch «np 'iai v'M3 nab»» werden durften, der sin ns', dessen Symbol das p»n ist, soll dem aiv iS' der ns» weichen, denn arm und hilfsbedürftig waren wir einst, als Gott uns half und arm und hilfsbedürftig find wir heute, noch ist nicht das 8. Ti» aus unserm äußeren Leben geschwunden, Drangsal und Bedrückung lastet auf uns, aber wir finden Ersatz, wenn wir uns in unser Inneres flüchten, wenn wir Zuflucht zur min nehmen, wenn wir 9. fTD: alle Kräfte des Edlen und Guten in uns Herr werden lassen über das *iin» die Sünde, wenn wir mapn dienen mit *ps' '1V3' mit ganzem ungeteiltem Herzen. Dann wird das Bittere feine Bitterkeit verlieren, dann werden wir reichen Ersatz für alles Irdische, das wir uns versagen, finden in dem Bewußtsein, starke, auftechte Menschen, zweckerfüllende Diener Gottes zu sein, dann ist uns diese Welt ein 10. *pw snbv ein Vorgeschmack dessen, was unserer am Ende der Zeiten harrt, dann dürfen wir wieder als freie Menschen das 11. bbn anstimmen mit dem vierten Becher des roten Weines, in der sicheren Hoffnung, daß dieses roVa ein baldiges Ende nehme,- n viob 'a oia p»a j'p'ab» pn» daß bald das 12. nsna» die vollkommen ninv uns zuteil wird, die Zeit, in der das na'av mVa beendet und wir als freie Menschen und als Diener Gottes wieder das nov" Opfer darbringen dürfen und die ö’ana das Blut sprengen, auf daß Gott uns schütze vor jedem Verderben röie einst in jener ersten nvs-Nacht. Die MM (Nach der Erklärung des p^aeh). Die Erziehung der Kinder für die' Taurohideale, die Erziehung zur wahren, echten Frömmigkeit bildet einen Hauptbestandteil für den Fortbestand des jüdischen Volkes in seiner ihm eigenen Vollkommenheit in ethischer, religiöser und moralischer Beziehung. Frühzeitig mutz mit der jüdischen Erziehung des Kindes begonnen werden, mik stammelndem Munde schon