Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1924)
- Date
- 1924-04-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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10 WyQ W* ,- .... , ■■■> Dort’ Gott-stch in - Schöpfungsnebeneinander ge* stellt.' «Gottes 'Liebe lieben die - ©atten,~: lieben Eltem- und Minder-' lieben Bruder und Bruder: Und tust-bas Nebeneinander - von Bruder und Bruder «kann des Schöpfungsrechts Gottes so wenig entraten, daß die Regelung dieses Nebeneinander-geradezu als das Endziel des Weges Gotteserscheint.? — — - — Gattenliebe-ist Abbild der unendlichen Liebe Gottes -schlechthin!: Elternliebe ist Abbild der Lieber Gottschöpfers /zum Geschöpf; Kindesliebe ist -Abbild der Liebe des Geschöpfes zu Gott- Schöpfer;' ^Bruderliebe ist Abbild der Liebe Gott-Schöpfers zur Schöpfung. — — —-! - Auch aus natürlichem Nebeneinander mag blinde Naturliebe quellen. Aber erst die Persönlichkeit schlügt das strahlende Auge auf — blickt in strahlendes Auge — erkennt inr-Spiegel des istrahlenden Auges die liebegetragene Schöpfung. .> -?r*: Aus Einheit des Nebeneinander der Geschöpfe v •- wird Schöpfung. Die Einheit des Nebeneinander — nur Bruder und Bruder begreiftsie. -• r - Auch aus natürlichem Nebeneinander quillt mannigfache Beziehung. Aber erst das Nebeneinander von Persönlichkeiten labt — Gesellschaft erstehn^-' ' - Auch Naturgesetz schafft Einheit. Das Siegel des Mbbüt 'der SchöMM 'fchlieht^M'ganze WWsfaltigkeit aller Stakurwesen. Gottes ällgewaltiger Wille? biddet sie alle' zur 'Einheit: GoMs NÄtürgesötz, regelt/mitunübörroindbärefn ZÄWA'FM Mr Ms'' natÜrWl'-^ MchAMnd^ sondern Much das . yatürÜche' Nebeneinander, die Wechselwirkung.-/- Die Einheit, der Natur ist Einheit des Seins:- -4 - -; , T AbE "die ErNheit ‘ der freien MenschtzNpersönlichkeiteü ' kamt ' Meitze" Einheit"' Ms Seins fein. . Naturgesetz hat . über sie keine Machte NiD iK iWn wirkt Einheit, .sondern an sie ergeht : dev' Ruf zur Einheit. ■* - ' Persönlichkeit ' ist Wünschst^ Erkenntnis des Ich, ist Einsamkeit. Der EiNsarNeerkenNt den Einsamem Liebe regt sich im Einsamen zum Einsamen.' Einsam' liebt der Einsame den Einsamen. Die ungeformte Liebe der Einsamen schafft keine Einheit. — Wer schafft sie? Das Recht! (Schluß folgt.) Korrespondenzen * iUcDricbten. Deutsches Reich. Israelitischer Stellenvermittlungs- und Bersicherungsverein. Franksurt a. M., 7. April. Die Stabilisierung der Währungsverhältnisse, die naturgemäß mit einer mehr oder minder scharfen Absatz- und Wirtschaftskrise Hand in Hand geht, hat in weiten Kreisen der den Sabbath wahrenden Geschäftswelt den Wunsch wach werden lassen, die in der Inflationszeit eingeschlafene Tätigkeit des allbewährtcnnZv'imv-Vereins, mit seiner Jahrzehnte lang segensreich wirkenden Versicherung gegen Stellenlosigkeit, wieder zu beleben. Gerade die. Versicherung gegen Stellenlosigkeit ist dem gesehestreuen Gehilfenstand augenblicklich eine dringende Notwendigkeit, denn obgleich inzwischen die staatliche Erwerbslosenfürsorge eingerichtet worden ist. können doch eine sehr große Zahl von Gehilfen von dieser keinen Gebrauch machen, und sie ist auch in vielen Fällen unzureichend. Auch ergeben sich sehr leicht Schwierigkeiten, wenn dem Erwerbslosen Stellen angeboten werden, die mit einem rav W>n verknüpft sind und daher von khm nicht angenommen werden können. Aus dem Gebiete der Stellenvermittlung, die natürlich Hand in De r I s r a e H t - - — , Hünd mit det /BeksichetUng -arbeiten! ckuß, hat inzwischen div •* S t e l lo n »er mi titüng szrn tr ä l e > d er Mh Ü h UU I ks r LsiJt »J/sttz enb-o t ß;Ü ft ifa ti oft Anerkennenswertes geleistet' ustd diese Organisation ist 'mit Hilfe ihrer zahlreichen Ortsgruppen' und der dort vielfach bestehenden Ängestelltenäüsschüsse hi' der Lage, die zentralisierte Stellenvermittlung durch lokales Eingreifen zweckmäßig zu unterstützen. Der tnv --nuw-Verein und die Agudäs Iisroel-Jugendorganisatioft haben sich daher zusammengetan, um den Israelitischen ' Stellenvermittlungs» und Bersicherungsvereist" zu einem - nach jeder Richtung zweckmäßigen Jbstrüment'-fÜr die 'Interessen der gesehestreuen Geschäftswelt und ihrer Angestellten auszugestalten. . Die nötige formale^ Unterläge hierzu schuf die gestern hier stattgehabte außerordentliche Generalversammlung des Stellenvermittlungsverein^. Der Vorstand wurde durch den Eintritt neuer jüngerer Kräfte auf 15 Mitglieder erweitert. Es gehören' ihm nunmehr' an die Herren: Jacob Adler, gfeltx Bei fuß, Jacob Besthofs, Hermann Lander, Hugo /Latz, Dr. > jur. Paul Kulp, Mar Löwenthal, Simon Mugdan, Jacob Rosenheim, Joel Sänger, Hermann Seckbach» Js. -Sulzbach, M. Tannenbaum, Samuel Weil, Josef Wolf. - •: \ . - Der Verwaltungsrat besteht nach den vörgenommenen Ergänzungswahlen aus folgenden Persönlichkeiten: Dr. Eduard JBt&erfelb Berlin,- Jacob Blumenfeld, Leipzig'; Mar Feiber, Hamburg; Justizrat Dr. Fränkel. Münzen; .!vr. W. - Freyhan, Breslau; Mar D. Goldschmidt, hier;- Emil.'Isaak,-hier; David Lehmann, -Fürth in Bayern; Moritz A .Loeb, Berlin; Kommerzienrat George Marr, Königsberg; Leo Munk, Köln; Nathan Sondheimer, hier; Jacob Strauß, hier; Josef Wohlsahrth, hier. . .. . . * In der an die Generaloetsammlung sich anschließenden Vorstandssitzting wurde beschlbssen/ eine umfassende Propaganda zu 'entfalten, um einerseits möglichst alle auf die Wahrung des'Sabbats bedachten Handlungsgehilfen und »Gehil, innen als ordentliche versicherte Mitglieder des Vereins zu - erfassest und "andererseits die gesehestreuen Firmen als außerordentliche- Mitglieder insbesondere auch zur Schaffung des notwendigen Reservefonds für die Versicherung heranzüziehen. ' : .. Die Versicherungskasse des Vereins ist vöm Aufsichtsamt für Privatversicherung anerkannt, das die Versicherungsbedingungen prüft und das nunmehr auch die Höhe des nachzuweisenden Reservefonds festzufetzen! haben'wird. Nähere Mitteilungen werden in Kürze durch die Presse erfolgen. Preußischer Landesverband gefetzestreuer Synagogengemeinden (Sitz Halberstadt). Berlin, 24. März. (Schluß.) Rabbiner Dr. Neuwirth - Halberstadt bespricht die Notwendigkeit eines ausreichenden Lehrernachwuchses; die Lehrerseminare in Würzburg und Köln sollten finanziell gestützt werden, v. d. Walde- Emden berichtet von dem .guten Erfolge seiner Heimatgemeinde Emden, Schüler zu dem Zwecke auszubilden, daß sie in den kleinen Gemeinden als Ehasonim fungieren können. Hierauf berichtet Rabbiner Dr. Munk-Berlin über die politische Tätigkeit des Verbandes, insbesondere über die fortlaufenden Verhandlungen mit den Reichs- und Landesregierungen, vornehmlich über steuerliche Maßnahmen und Staatszuschüsse. Sämtliche nach Inkrafttreten der Weimarer Verfassung ins Leben gerufenen kirchlichen Verbände können ihre formale Anerkennung durch die Regierung erst erwarten, sobald die Ausführungsbestimmungen zu Artikel 137 der Verfassung seststehen werden. Gleichwohl erfreut sich unser Verband schon jetzt insofern einer tatsächlichen Anerkennung seitens der Preußischen Regierung, als die Regierung ihn für alle angeschlossenen Gemeinden als Zentralorgan mit der Entgegennahme und Verteilung der Reichs- und Staatszuschüsse betraut hat. Während nämlich in den Herbstmonaten 1923 die auf Grund des Paragraphen 60 des Finanzausgleichsgesetzes bewilligten Vor- bzw. Zuschüsse von jeder einzelnen Kirchen- bzw. Synagogengemeinde unmittelbar beim Regierungspräsidenten angefordert werden durften, besteht seit Dezember 1923 die Verfügung, daß nur noch die Zentralorgane (Ev. Oberkirchenrat, Episkopat), für alle ihm angeschlossenen Gemeinden unser Landesverband, die Reichsmittel beim Reichsministerium - : Llr. 18 Seite b einfordern Md selbständig^-„nach, freiem, Ermessen unter dem Gesichtspunk.tr des Ausgleichs" DerteNen. Der Reftdant, Herr G. .Goldschmidt, bemertt, daß. die ordnungsmäßige Aufstellung' eines Etats und demgemäß auch des Kassenberichts bisher gescheitert sei an der Unbestimmtheit der einzelnen Etatposten. . Die schwankenden Wirtschaflsverhällnisse, die Unregelmäßigkeiten aus steuerlichem Gebiete und andere in/der Zeitlage begründete Umstände verhinderten die Festsetzung eines Mitgliedsbeitrages nach einheitlichen Grundsätzen. / Auch Reich und Land waren aus gleichen Gründen nicht in der Lage, nach langfristig geltenden Richtlinien ihre Zuschüsse zuzusichern .bzw. aUszuzuschüttep. Auf Grund der beginnenden Stabilität ist zu'erwarten, daß im Laufe der nächsten Monate die Ausstellung eines Etats möglich sein wird.; - - Wegen der Höhedes Mitgliedsbeitrages werden verschiedene Vorschläge gemacht, ein Mindestbeitrag mit Staffelung nach ' der Größe der - Gemeinde oder ein bestimmter Prozentsatz vom Gemeindeetat oder eine Verbindung beider Verfahren.." Nach einer regen Aussprache über die verschiedenen -Vorschläge beschließt die Versammlung, die Entscheidung für die Zeit bis zur nächsten Versammlung dem Vorstand zu überlassen. Zu den Wahlen übergehend, gedenkt der Vorsitzende mit warmen Worten der - verstorbenen Vorstandsmitglieder» Rabbiner Dr. S. Bambüger-Hanau, M. L. MUnk-Köln Und Rabbiner Dr. M. Marr-Darmftadt, sowie derAusschußmktgliever - Wolf Möller-Altona, "Georg H. Loewy- BreslaU, 'Kultüsvörstand Seeberger-Gunzefthaüsen, Abraham Grünbaum-Nürnberg, Letzter Oppenheim-Treysa, Dr. M. L.! Bamberger-Schö'nlanke. ' " - - - Im Anschluß an die Hauptversammluftg fand eine Sitzung des DUndesausschusies statt' um sahüngsmatzig aUs ' seiner" Mitte deft 'Vorstand^ zu wählest'. '' Es wurden "wieder bezw. nkUgewählt: Rabb. Dr.' Auerbach, Dr. Estnl Hirsch,' Dr. ' Mi- Schlesinger, G.' Goldschrftkdt, sämtlich in Hälberstadt,- Rabb. Dr. P. Kohn, Ansbach- Wien, Rechtsanwalt Dr. Birnbaum-Berlin> Rabb. Dr. Munk-Berlin, Jacob Rosenheim-Frankfurt a. M., Prof. Dr. Marr-Darmstadt. In den Ausschuß des Landesverbandes werden dieselben Herren, soweit sie in Preußen ihren Wohnsitz haben, hinzugewählt. Ein Hirtenbrief Kardinal Faulhabers gegen die Völkischen. Müft chen, 7. April.! Kardinal Faulhaber veröffentlicht offenbar in Verbindung Mit Ludendorffs anti.üdisch.antikatholischer Rede vor Gericht soeben einen Hirtenbrief, in welchem er sich ist schärfsten Worten gegen die antikacholische Propaganda der völkischen Kreise wendet. Der Brief schließt: „Heute, an den frischen Gräbern der Hunderttausende von katholischen Soldaten, die für ihre deutsche Heimat in den Tod gingen, ist der Lügenfeldzug gegen die katholische Kirche ein Verbrechen, das laut zum Himmel schreit." (I. T. A.) Litauen. Das Ende des jüdischen Ministers in Litauen. ° K o w n o, 24. März. In der Sejmsitzung vom 19. März, in welcher der Budget-Teil betreffend die Gehälter der Kabinettsmitglieder beraten worden ist, wurde das für den Minister für jüdische Angelegenheiten angesehte Gehalt abgelehnt. Das Budget des jüdischen Ministeriums wurde im Dezember v. Js. vom Sejm abgelehnt, wobei jedoch das Gehalt des Ministers für jüdische Angelegenheiten, das in dem Budget des Kabinetts enthalten war, bestehen blieb. Durch die jetzige Streichung des Ministergehalts ist nun dem Ministerium für jüdische Angelegenheiten in Litauen die letzte Eristenzmöglichkeit genommen. Die Orthodorie weint dem Minister Rosenbaum keine Träne nach. Pslerr. Von den Gemeindewahlen in Polen. Warschau, 28. März. Die Wahlen für die polnischen Gemeinden stehen vor der Türe. Ein Wahlregulativ ist geschaffen und wird in der Presse eifrig besprochen. Die Zionisten beeilen sich, so rasch wie möglich die Sache in ihr Fahrwasser zu bringen. In Wilna tagte bereits eine Versammlung von zionistischen und demokratischen Vertretern unter Beteiligung' der kaufmännischen und Handwerkerverbände,