Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1924)
- Date
- 1924-04-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 15 Der Israelit ia April 1924 -„So sagt auch immer die Lene zu uns „Wenn M anMellt haht, sticht? Also hört weiter! -7-7 Iyzwischen W? der Herr Reuben wieder nach H aus gekommen und hat sich -auf,däs Sofa gesetzt und raucht seine Zigarette —" - ° > „So wie du —' „Ja. Genau so. Und denkt an weiter gar nichts. . Auf einmal klopft's, er ruft^ Herein!, und herein kommt der Herr Schimaun. „Guten Tag, -Herr Reuben. Wie geht. es Ihnen?" „Danke, der Nachfrage.- Mir geht e§ gut. Und Ihnen?" — „Hanke, ich kann-so weit nicht klagen. Aber sagen Sie einmal, Herr Reuben. haben Sie nicht eine Katze?" — „Ei gewiß, das Minchen. Eine schöne und tüchtige Katze. Eine wunderbare Mäusejägerin. Warum meinen Sie?" —; „Ia, das Minchen scheint aber nicht nur Mäuse zu essen." — -„Minchen itzt alles, was es bekommt. Es ist ein braves Minchen." — „Sie scheint aber auch manchmal was zu essen, dgs sie nicht bekommt." —„Wieso?" — „Um es kurz zu sagen: Ehen war das Minchen W meiner Küche' und hat meine ganze Milch ausgetrunksn." — „Was? Wie ist denn die in Ihre Küche gekommen?" — „Das kann ich Ihnen auch sagen. Sie haben die Haustüre offen gelasten. Me war eben noch offen, wtz ich hereingekommen bin. Und da ist die Katze herausgeschlüpft und in meine Küche gesprungen. Ich habe sie selber poch gerade gesehn." — „Ia, nun, was wollen Sie eigentlich?" — „Was ich will? -Das ist doch ganz klar. Meine-Milch wisti-ich -haben!"' —^ „Die ist fort;" — ,/Das weih ich Aber ich will mir andere kaufen." — H,3a, tum Siedas nur. ^.Es gibt Milch genügt — „Iaj aber Sie müssen sie mir bezahlen, - verstehn Sie? Deshalb; bin ich -da!" — So haben der Herr Reuben- und der Herr Schimaun miteinander^ gesprochen. Und jetzt sollt ihr-mir-sagen, wie das ist. Wer die Milch bezahlen muh." - „Papa,^ sag' mir erst einmal: war die ©e» schichte. wirklich?" 1 .»Sa« Weiht du, wo die. Geschichte steht? Die sieht in Mi Tauroh.und in: dM Gemore.";„Mehr, pa guch so. Mas dxin? Jch'hab' gemeint,?da steht nur was vyn Schabbes und von ^tznteff . stnd: v0» ,ZiM":; cii :.r,(k j:i ny.i n ,-Nein.: das. steht «üch drin. Der liebe Gott hat uns^ auch gesagt, .was man in einem solchen Fgll Mn syst. i.Derf liM Gotf WÜl/ nicht haben, dgtz: einer »dem <nndernsetMs Megnimmt--oder bah die Menschen Stxeij? bekommen und .stich schlpgen. Der liehe Gott:-wist-haben» datz einer denanderen lieb^hat -und niemand Kin. Unrecht tut. Genau wie Awrohom. Darum.wird der Papa auch bös. . wenn : ihr euch. streitet . und schlügt. Denn einer vom andren stvas ^haben will, dann soll er zum Papa kommen. .Der Papa sieht dann n,ach, n;as in M Tauroh und in der Gemore steht "und sagt-euch dann, wie iß recht ist. Nicht?" . * - „Ia. Aber wenn dw nicht zu Haus bist?" „Dann müßt ihr warten, bis ichkpmme. Und nun sagt einmal: Wer mutz dje.Milch bezahlen?" ' . \ „Ich glaub': der Herr Schimaun." „Wgrum?" „Ihm gehört doch die Milch." „Ja, aber sag' einmal: hat-denn die Katze des Herrn Reuben die Milch des Herrn Schimaun .austrinken dürfen?" ' „Nein." „Wer ist denn schuld, dah die Katze die Milch ausgetrunken hat?'^ „Der Herr. Reuben." „Sehr richtig. Wieso denn?" „Ja, weil, er die? Haustüre offen gelassen hat. Hätte er die Türe zugemacht, so, hatte die Katze nicht herausgekynnt." „Sehr gut. Und die'Katze hat doch nichts in der Küche des? Herrn Schimaun zu - suchen. Nicht?" „Die Küche gehört doch dem Herrn Schiniaun. Die Katze sollen die Küche des Herrn Reuben gehn." „Also wer i mutz zahlen?" „Der Herr Reuben." „Weil der Herr Reuben auf seine Katze . . ..Achtgeben muh . Hat das der liebe Gott gesagt?" «*- « „Ja. Das steht in der Tauroh. — Aber jetzt hört mal eturqs anderes: Die Milch vom HerrN kSchimaun wcu: sehr heiß, und da hat er den Topf'auf die Strahe »gestellt, damit die Milch abkühlen kann. Und dann ist die Katze vom Herrn Reuben gekommen und hat die Milch ausgetrunken. Wie ist es da? Wer mutz die Milch bezahlen?" ,t? c? - . ,;Der. Herr Schimaun." „Warum?" „Etz der Herr Schimaun darf doch die Milch nicht auf die: Slrcche: stellen. Da; mutz - er ) doch außpasten"?^ m 3 j«** -;*f „Nicht wahr? Und der Herr Reuben darf doch seine Katze ruhig auf . . - *,h*k *■?* „Auf die Skratze i gehen lassen. Dabei ist gar nichts.": „Nur in die Küche des ..." „Nur in-die KLhedesHerrn Schimaun darf die Katze nicht kommen. - «mufc der s-Hero Reuben zahlen." ,-c t ,-Gam rschtig. Seht ihr, jetzt habt ihr sogar schon Gemore gelernt. Ihr seid schon ganz gröhe pungeA - -Kommt. jjp Mch erst in. wÄrdi^ vörleseii,- Und' dannspMndE wie neulich: du bist der Herr Reuben utzd du bist der Herr Schirstaup, und der.Herr^SchHaun kofnmt zu 'wir wnd - verklagt den HerrW Restbey wegen der Milch, > die seine- Katze äusgetrunken hat.".' f-'i- *f ' v - Sie spielen sie wirklich gut,'meine Söhne, die Rollen des Herrn Reuben und -des 'Herrn Schimaun. Und die. Geschichte mit der Ftatze ist nicht die einzige, hie siekennen. -Warum ntzr immer von der bösen Stiefmutter und von Heren und von Zauberern?^ Ich meiste, jüdische Kinder, die Kinder des Talznud, haben auch Anspruch auf Rechtsgeschichten:- Am liebsten chöchte ich für sie eine illustrierte Gemore haben. Da dü fte die Geschichte mit der Katze nicht fehlen: oder die Geschichte vom Hund, der einen Kuchen aus dem Ofen holt und damit in die Scheune läuft und dort einen.Brand anstiftet,- oder die Geschichte, mit den beiden Töpfern, dje mit ihren Topfssn--über--die Strahe gehn,; und einer puyelt über den andern.- oder die Geschichte von dem Mann mit dem Topf, der vor- oder; hinter einem Manu mit dem Balken geht.5 Mdr eB tzifft;her Balken den Topf;- oder: . die- Geschichte mit der Grube, .die einen schlechten. Decketzhat, und es gehen -Kamele darüber, unh machen den Deckel brüchig, so datz etz. eEtztz»'.tzeUt ^Wach): jammervoll, hinUnWlt:--yll diese Rechtsgeschichten können jüdische .Kiyher garnicht früh genug htzren und : sjch? daram erfreuen:^ denn.tfe stnd xz die Kindern des Polkes - des 7 ReWs. r? Mbrahams-i Sühne sollen -»»hen Weg Gottes hütey, um Milde und; Rechj^ zu r üben". Der Weg Gottes: —: wir haben ihn -hereits beschrieben.-- -Der Weg Gottes geht -von r der Schöpfung aus und läht. den Menschen unter dem Siegel.. des:- Sabbnt des Seins; stich als Gottes Geschöpf; hegreifen. Geschöpf und dennoch frei?.u Der Weg iGotjes stührtz vom S^batz des Seins zum Sabbat des Solls und weist,Gottes Schöp.frlngsrechtaü das -Recht: <der-»Menschenfreiheit auf,- . Die j schöpfungsrechtliche.? Familie ist: das Reich der MenfcheMeHeitz./intzMren llimkreis -rstrn .»Ämkxeis dM Meibes'5 — Me zur Gottesliehe -geadelte, Menschenliebe atz Gattenliehe^ : atz Eltern- und:atz? Kindesliebe WrWskbetatigen haM— f*c m llnd -auch» ale ^-Bruderliebe. Gottes FamtzienrMt: Wthält WchsdasrBruderrechtzMnd Brudexrecht ruv Liehe f Gottes» M Durch .Gottes ü FamWenr^cht fühlen die Gatten von GM stch in-^Liebe oereintz.:..Eltern,^und Kinder^-von Gott: sich, in SchöpfungsnachKinander,; Prüder -und Bruder gänge mit R.. Iojchua, seines,Amtes.^ey.thpbzn morden. R. Eleasar den Asaxja wsrr. an senjer Ttatt zum Fürste^ ernannt,^ Md schlichlich hatte^^ich Häbbon GamIW. mit R» .Joschua, versöhnt und.mar: wieder: iff setz? Würde ejngesxtzlt morden^-in die. ex stich^nua mit Eleasar den Asarja, teilte. tzm die Zeit, iy qrelcher. djy; römische,: .Herrscher die, ^Mtigfeit, dxs --Fürsten iy; solchem Mah^^u^er , Beobachtung, stellte', ha^Anhbon. G'anüiel leinest MphnsE vyn ^ZauMe? Dauernd Mach, .Lud verlegte-: Hrlbst h'er..'durfte er nicht einmal.. wagen, seine Freunde,.-zmst -Sed«. feinen^ Heime. ,um, ^sich z» schatKi. und. veranstaltete ihn, daher ,-.im Hause - eine^ deM..Sssentlkchen .Äben feorstehend.eu Mannes.j, ' . . Dje Groben jener_ Zeiten pflegten -- -stets - .mit ihren Benossey und;. Jüngerst ljch ,die .Mnze. Heherngcht v.om Auszuge au? Aegypten, zu ^tnhxhalten.. Die- Abende von Bne Brak und &io aber sind leuchtende Beispiele Ifö innigen^. Hingghe, mst welcher stie stethst uyte^I schwierigen Zeit.verhältyissen. dl^er;. sthMenWicht ypllauf. gerecht Die Inden in China unter der Wng^-Dyististie. Det - Mbliothekaö der Hebreü» Ilnion- College in Cincinna'i^Dr. Adolph S. -Öko ist mit 59-hebräischen Manusk^iptest.^ aus EhMa -zürü^gesehrt, in. denen vollkommeut, Aufzeichnungen Über dä». Lehen' und. die' Kultur der' ^hedrLischen' Gemeinschgst in China während -er Ming-Dynaftie <1363—1644), von der' man alle Spuren verloreki glcmbkei erühol'en stnd.? - - j? :; XLnitt den. Manuskripten' befinden sich auchsolche von Psalmen. und ' G«.betöüch«rM di« vpn. den MMonären der toüts -Londoner Desellschakt zur Derbrettullg des: Christenls^ unter de»'- I«« - in 'China ausdem Lorfe Kao- Fung-Fee ^uach Londop -gebracht rourden.:: Dje Manuskriptblätter? sind eins' über das - andere' gelegt'.und, der Leser-zieht, dieselben fächerartig "auseinander. . : Nach'den. Ciesch-chtzaufzeichnungen her Missionare von Kao-Fung-Foo ist^die einst machtvylle jüdische^ Gemeinschaft'"vqn? China, W. die-'Mitte des. 19,, HiahrMttderts stmt verchmit,?' Me Juden wurden vetfolgi unst zugruyM Krlchtet?' Zümitten.' einer."BetzölferuNg„ die m" Ml Mitteln aus MohmlttnLdaüem, beMnd? ünti det einem©ott‘'des .Feuers"' errichEen. 'Aeryprl aMehS^ sanken die. ' .HantWm? tz' 'Ärmtzi MY BeDlMmÄhiit?^?Jyre.'.Religion,' dk'! sie?:— ^so., Visagen die'Berichte — käüm mehr als .veni"Echnen' nach IkäNnWl trennte sie jedoch von ihrer UtNgebunK? keiner dÄ: Gi> mtzinschaft konntemehr hebräisch, lesen, und seit 59 ^Jahren hasten, sie keinen .Rabbiner - mehr, gehgbf. .-?<Der- Glaube ay.heN MeW^ besteht, nicht mehr, BxschyeiduNgen wurden nicht vprgevsmmest^ M«:. Synagdge.-stt zerfalle» und auf ihren Trümmern' finden heidnische Gottesdienste statt. Jnr, Aao-FunMo.o gibt , es. jeW -Mutzrjtfßtii 200 jüdische Bervtzhietz, B<üd'. we-den, auch? dies« ,in der mr, gebend«»^ Bephlkerungu aufgeldst I«ii»..il': ‘ -u.?' I (Was' Achadhaam ' Herr« Mosi'nsoh« sagte.) Zu unserem-Berichte-jüb^er den Palästina,il«^ iy,. Frankfurt schreib^ uns ^^Fre-nd,..unseres?,Bl<stt«s:.: s. [ Sie stagen, was ' Achadhaam. Herrn Mosfinsohn im Jaffaer, Wulhofe.. üher--dieMmtz dtzspn Bibele. Ä: i Ans-,»HasÄiloach" r-vZp Syst, . August; Septemher . — ich... kenne die. Nummep. nicht genau,.--7 1S1A. .spricht -er zsichr-schr -djAttzch^Sber noch?tzrPk Zeit vorher, hier von MoWsohn aeleugMe vibelkrittk au»; % S>. M gerad«» ,-a N,t^ü st-e-t.. Stzyr;dtz. Mts stestunL. voy 'nn-m^Mpttel l.-ünd---«chLMartz. - (Der -«treffende ReiseberiM Achad^lams ist »üs gut in Erinnerung und schwebte dM-'Berichterstatter uor? Äugest, .?als die yerfßslgliche.. Frage stellte. D. Red.)., „ Jw-.i'.- :?> Sabßat-Anfang und -Ausgang. '7 '? lt: 5HSD rawi/^ . ' r u: <> ' v Ort? Frankfurt a. M. Berlin - . . £'>. München . . . Kötz . . . . Stuttgart . . . Breslau. . . . Nürnberg . . . Hamburg . . .)?! —- Lnlang UtzriMt»». 40 55 45 50 45 30 Datum 1924 5684 12s Avril 8i* Rißan Äusg. ytzeiMi«. % 7 8 7 7 7 lVochenkalender 12.-18?«pril isst ./; 8.4.15-«ifraw'MSt 40 3» 05 54 IS 45 VS Samstags NlstNtzäs. ÄmgW Mstwsch VonvmÄag «vri Samstag stIÄ '-RN« ß R ' 15 10 fi;. : 14 mni ln 13 D m 8 jV'l SchnL-Äs-Ha«»»«»»! ho U f»n «pna Mw* CTi#****] de» - ';ssääK5r