Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1924-03-20 · Heft 12 (20.3.1924) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 12 (20.3.1924)
Date
1924-03-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2450286-2450298--71130-2528413
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

20. März 1924 Der Israelit Nr. 12 Seite 8 Berlin, 13. März. In den Mufikerfestsäken sprach vor Tausenden heute Abend Oberrabbiner Schapiro von Sanot über das jüdische Geistesleben einst und jetzt. Unter dem gewaltigen Eindruck des Referates wurden 23000 Goldmark für den Keren Hatauroh gespendet. Die Sorgen des Herrn Professor Schorr. W a r s ch a u, 14. März. Dieser Tage hat der sogenannte Oberrabbiner Prediger Professor Schorr in der großen Waschauer Synagoge seine zweite Predigt über die jüdische Kunst gehalten. Gr te'.lte hierbei mit, daß das Komitee der großen Synagoge, an die Errichtung eines großen jüdischen Kulturhauses schreiten will. Rabbiner Schorr wies darauf hin, daß das Judentum gegenwärtig eine Epoche der Wiedergeburt durchmacht, die sich naturgemäß im künstlerischen Schaffen auslebt. Er entwickelte den genauen Plan des Kunstpalastes, der sich in der Nähe der Synagoge erheben soll. In dem Gebäude werden die große jüdische Bibliothek, die jüdische Kunstausstellung, Bernsons Museum, ein Konzertsaal, eine Sammlung jüdischer Denkwürdigkeiten usw. untergebracht werden. Jüdische Gemeindewahsen in Koirgreb-Polen und Galizien. Warschau, 10. März. Das offizielle polnische Regierungsorgan „Monitor Polski" veröffentlicht eine Verordnung des Bildungsministers über die Wahlen für die jüdischen Gemeinden Polens. Danach sollen die Wahlen in dem früheren Kongreß-Polen am 1. Juni stattfinden, Die Wahlen in den Kreisen Krakau, Lemberg, Stanislau, Tarnopol müssen ebenfa'ls am 1. Juni beendet sein. In Ea'iien haben seit Kriegsbeginn keine jüdischen Wahlen stattgesunden, die Gemeinden wurden durck Gerenten der Regierung verwaltet. Die Ausschreibung der Wahlen in Polen und Galizien, sowie in den Randgebieten, bildete eine Hauptforderung der jüdischen Oes, Sittlichkeit. Ueber die Wahlen in den Randgebieten hat jedoch die Regierung bisher keine Verordnung erlassen. Warschau, 7. März. Das Warschauer Rabblnat wendet sich m't einem Ausruf an die jüdische Bevölkerung, reichliche Spenden für die Errichtung eines jüdischen Studentenheimes, das im Sinne der Tradi ion geleitet werd.n soll, aufzubringen. Sämtliche Mitglieder des Rabbinates haben den Aufruf unterzeichnet. Warschau, 15. März. Folgender Fall hält die jüdische Bürgerschaft in Auf ezung. Im Personenzug von Lemberg nach Warschnu entstand zwischen Reisenden ein belangloser Wortstreit, in den sich ein Jude namens Adolf Linsker und auch ein polnischer Of.i^irr einnischten. Im Verlaufe des Streites zog der Offizier seinen Reooloer und schoß dem Juden in den Unterleib, so daß er lebensgefährlich verletzt nach Lemberg überbracht wurde. Der Polizeibericht behauptet, Linsker hätte' dem O.fizier erst ins Gesicht geschlagen. Einem Vertreter des „Jud" erklärte aber der Patient, der hoffnungslos darniederliegt, daß umgekehrt der Offizier ihn zuerst tätlich angri.f. weil er auf eine Belei igung Antwort gegeben hätte. Der Offizier wurde verha.tet, ist aber gleich darauf wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Adolf Linsker ist inzwischen i.m Lemberger Bürgerspital seiner Verwundung erlegen. £ttaucit« Das Austrittsrechl in Litauen. Kowno, 13. März. Wie der I. T. A.-Dertreter ersäh t, hat Minister Dr. Rosenbaum das Gesehprofekt wegen Legalisierung bes jüdischen Nationalrats beendet. In dem neuen Projelt ist der. folgende Punkt bemerkenswert: Jrder, der der nationalen Gemeinschaft nicht angehören will, hat das Recht, dies dem jüdischen Nationalrat anzuzeigen. Dur<h diese Anzeige wird er automatisch aller nationalen ^.lichten enthoben._^_ Auf das Inserat der Firma M. A. Mar Maßbach lletzt Adolf Friedmann), Fleisch- und Wurst va en, wird ^uch an dieser Stelle besonders aufmerksam gemacht. Die zionistische Tagung. London, 15. März. Nach Lagelangen Verhandlungen hat das zionistische groß« Aktionskomitee folgende Kautschuk-Resolution zur Jewish Agency-Frage zustande gebracht: 1. Das Aktionskomitee begrüßt mit größter Genugtuung die von einflußreichen jüdischen Kreisen in verschiedenen Ländern kundgegebene Bereitwi ligkeit, an dem Aufbau der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Pa'ästina teilzunehmen. 2. Mit besonderer Freude nimmt das Aktionskomitee Kenntnis von de» auf der Konferenz amerikanischer Juden am 17. Frbruar angenommenen Resolutionen, die einerseits die Errichtung einer Investitions-Körperschaft für Palästina befürworten, andererseits die Bereitwilligkeit der amerikanifchen Juden bekunden, in der laut Artikel 4 des Mandats fungierenden Jewish Agency mit zu arbeiten. In gleicher Weife begrüßt das Aktionskomitee den Beschluß der jüdischen Gewerlfcha ten in Amerika, an der Arbeit für Palästina aktii teilzunehmen. 3. Die Zionistische Organisation erblickt in diesen Tatsachen einen wichlien Schritt vorwärts auf dem Wege zur Erreichung der Mitarbeit der ganzen Jndenheit an dem Aufbau des Rationalheimes; diese Mitarbeit soll ihre erste Ausdrucksform in der Schaffung eines Jewish Eouncil für Palästina fi nden. Das Aktionskomitee fordert demgemäß die Erekutioe auf, ihre Bemühungen für die Bildung eines Jewish Council mit größtem Nachdruck fortzusetzen. 4. In der Ueberzeugung, daß in den weitesten Kreisen des jüdischen Volkes die Bereitwilligkeit besteht, die moralischen und materiellen Kräste der Verwirklichung dieses Werkes zu widmen, will die zionistische Organisation all:s, was in ihren Kräften steht, tun, um die Zusammenarbeit auf der Basis gemeinsamer Verantwortlichkeit harmonisch zu gestalten. London, 15. März. Herr Jsy Levy aus London wurde von der ersten ungarifch-orthodoren Synagoge (px an») in Newyork, an der begannt ich Herr Rabbi:er Dr. Kl:in amtiert, einstimmig zum Rabbiner gewählt. Herr Rabbiner Levy ist ein Sohn des unvergeßlichen Herrn Michael Levy ein Enkel von Rabbiner Hirsch und hat seine Ausbildung an der Frankfurter Jeschiwa erhalten. Wer seine bisherige charaktervolle, für Thora und Mizwoth hingebungs o l sich ei setzende Wirksamkeit kennt, wird das orthodore Judentum Rewyorks zu dieser vorzüglichen Acquisilion beglückwünschen. Vriefknstcn. M. K. Myslewice b. Krakau. 5.000.000 Polenmark eingegangen für Ihr Buck. Abonnenten in Holland. Bis zur Wiedereröffnung des bollä' dischen Postscheckverkehrs bitten wir unsere holländischen Abonnenten, uns die Abonnementsgebnbren gemäß den übersandten Rechnungen in holländischen Banknoten zu übe senden. Familiemmchriäiten. Bormizwo: Hermann, Sohn des Herrn Michel Rosemann. Berlin N., Zehdenickerftrake 21. Die Darmizwo findet kommenden nap statt. — Emanr el, Sohn des Herrn Hch. Groß und Frau, Karlsruhe i. B., Synagoge der Religions-Gesellschaft Karl Friedrichstratze zu Karlsruhe i. B. frankfurter Berichte. Ein Woh iätigkeitskonzert. Die jüdische Frauenverei.izung veranstaltete Sonntag, 16. März, im großen Saale des Hoch'schen Kon- 'e.wa'ori:ms e.n Wähltätigkeits - Orchesterkonzert zu Gunsten der Ki.nderhllse, das künstlerisch, wie immer wenn Mar Reumann den Dingentenstab schwingt, auf höchstem Ri.eau stand. Als Solisten waren gewonnen der bekannte Würzburger Meister der Violine Dr. Jnlius S i b e r, außerdem der erste Vassist der Frankfurter Oper Hans E r l K die beide ihrem Namen volle Ehre mach.en. Bett.) Stern legte am Kla ier wiederum Proben ool.ende.'e.i Könnens ab. Zwischendurch soielte das Kammerorchester, bestehend aus Mitgliedern des Oper.chausorchestrrs unter Leilung Reumanns die herrlichsten Ourertu.en und Symphonien berühmter Meister der klassischen Musik. Es war ein Kunstgenuß von Anfang bis zu Ende, harmonisch, stilgerecht, ohne trübende Störung, ja fast ohne Pause. Und der materielle, d. h. in dem Falle oer ideale Erfolg (die Einnahmen für die Kinderhilfe) wird, nach dem besetzten Hause zu urteilen, ganz nach Wunsch der edlen Veranstalterinnen ausgefallen fein. — Dennoch sei bei all dieser Anerkennung ein kurzes Nachwort gestattet: Als Konzert gewertet, hat der Abend gewiß mehr geboten, als anfpruchoollste Musikfreunde erwarten konnten, als jüdischer Abend konnte aber die Veranstaltung, abgesehen vom Vorspruch, in dem ein junger Prologdichter, Manfred Neuberger, warme jüdische Töne anzufchlagrn wußte, nicht angesprochen werden. Dafür fehlte die jüdische Rote im Programme. Mit Haydn, Mozart, Lortzing, Chopin, Paganini und dem prächtigen Siber, den wir als Gast bei uns immer gern sehen, ist es nicht getan. Damit könnte man einen noch größeren Saal füllen und noch größere Ansprüche befriedigen. Der Jude, der zu einem jüdischen Wohliätigkeitskonzerte geht, erwartet aber bei a l dem auch irgendeinen jüdischen Ton, nicht nur im Vo.sgruch, sondern auch im Programme selbst. Das sollte man sich für die Zukunft merken. Das Fest der „Esras Nofchim". Zu einem großen Wohltätigkeitsfeste lud der ostjüdische Frauenverein „Cstqs Nofchim" am Montag abend in die Hallen der Frankfurter Loge ein, mit dem Erfolge, daß schon lange vor Beginn alle Räume bis auf den letzten Platz ungefüllt waren und Säumige kei e Emtri tskark« mehr e hielten. Das Programm war nicht, wie man bühnentechnisch sagt, „abend) üllend". sondern es war so reichlich bemeffen, daß es getrost drei Abenbe, a so alle Abende bis Pu.i.n, hätte fül en können. So blieb man denn bis gegen drei Uhr morgens da. Und daß man solange ausharrte, fft das beste Ehren- Nlherei siehe Ansch1ags8u1eoI SCHUMANN-THEATER * Pie größte aller Sensationen; Pemiicii! Ossi Oswalda km»M! mit dem aus 14 Damen bestehenden russischen Ballet von Mm. Katharine Devillier Balletmeisterin von der ehern. Kaiserlichen Oper in Moskau Täglich nachmittags nur Filmvorführung. :: Täglich abends Gastspielvoriührnng :: Nachmittags gewöhnliche Preise :: Abends Gastspiel-Preise. Jugendlichen ist der Zutritt zn den' Nachmittags-Vorstellungen gestattet. BAD HOMBURG Louisenstraße 16 EJisabethenstr. 49 (am Markt) Telefon 297 (am Kurgarten) Bad Harzburg. Hotel-Pension »Parkhavs« iiiimiiiiiiiiiniimiimiiimiiiifiiiiiimiimiiimiiiiiiiimiiiii Vornehmes Etablissement I. Ranges am Walde und Stadtpark, unter Aufsicht des Halberstädter Rabbinats. 55 Zimmer mit kaltem und warmem iliefienden Wasser, eingebautem Badezimmer. Zentralheizung, elektr. Licht, eigene Synagoge, wunderbare Säle u Gesellschaftsräume. Prima Verpflegung. Mäßige Preise. Telefon 71. 1« April geöffnet, '»in,,»«,,,,.,„nmi«.,«.«.»» ALICE HECHT« fldler’s Kur-Hotel »Bellevue« Besitzer Emil Adler BAD-NAUHEIM Terrassenstrasse direkt am Kurhaus Telefon 40 unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Proviniialrabbiser Dr. Hirschield-Gießen * Erstklassig geführtes Haus mit bekannt guter Verpflegung. Mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet. Saisoneröffnung am 1. April. Für Pesach bestens empfohlen. Frühzeitige Anmeldung erwünscht. Säle für Hochzeiten und Festlichkeiten. Beste Referenzen stehen zur Verfügung. Für die Vorsaison Preisermäßigung. Man bittet bei Anfragen sich genau obiger Adresse zu bedienen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.