Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1924)
- Date
- 1924-03-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Set I s r ü e l i t Serie 6 Nr. 12 zeuguis für die Veranstalter und Mitwirkenven, womit aber nicht gesagt sein soll, daß man nicht bei nächster Ge'«"enheit in!leite:em Zeiträume und zusammengedrängt ähnliche und sogar noch bessere Wirkungen erzielen könnte. Im ersten Teile bekam man nach einem Emgängsmarsche von jüdischem Coleur eine hübsche Rezitation zu hören (Frl. Regina Wertheim), Molinvorträge von künstlerischer Vollendung des Herrn Wolkmar Flecken, jüdische und hebräische EesangsvortrSge unseres Oberkantor B. Pessachowitsch. die großen Applaus auslösten und vortreff.iche Klavierstücke des Herrn Julius Pessachowitsch, worauf etwas spät der zweite Teil mit der Ausführung von „Josef und seine Brüder" einsetzte. Es war etwas derb primitive, aber echte warmherzige jüdische Volkskunst und man konnte es den trunkenen, zuweilen nassen Auge der Jugend ansehen, wie sie die ihnen von der Schule her so bekannte Tragödie aufnahmen. Die wunderbaren Szenenbilder, die herrlichen Trachten, die schönen Chor- und Sologesänge, ergaben eine Stimmung, die uns ganz ins Land der Bibel versetzten. Ein stimmbegabter Reuben, ein sanggeübter Josef, ein überaus lieblicher Benjamin, ein würdiger Jakob wie die anderen mit Eifer und Liebe mitregierenden „B üder" gaben dem Gesamtbilde Glanz und Elan. Wir wollen nicht alle Künstler bei Namen nennen, aber Generaldank sei ihnen ausgesprochen und Anerkennung für unverdrossene Mühe und gute Leistung. Auch den Initiatoren und Organisatoren, insbesondere auch der sehr verdienten Vorsitzenden, Frau Bornstein, gebührt Dank, denn es war alles, von der Bühne bis zum Büffet, aufs beste vorbereitet. Man wird zum nächsten Feste des „Esras Noschim" umso lieber wiederkommen, wenn man die Versicherung hätte, datz man, im Programm mehr matzhaltend, etwas früher entlassen wird. Synagoaengemeinde Israelitische Religionsgefellschaft. Auf der Tagesordnung der zu Sonntag, den 23. März, nachmittags 3 Uhr nach der Aula der Realschule. Tiergarten 3, einberufenen Gemeindeversammlung steht neben der üblichen Berichterstattung über das letzte Geschäftsjahr ein Antrag des Vorstandes auf Satzungsänderung. Während § 7 der Satzung bisher die Bemessung der Gemeindesteuern einzig und a'lein aus das Einkommen basierte, soll durch den E.satz des Wortes Einkommen, durch die Worte „wittHa.tliche Leistungsfähigkeit" den Gemeindeorganen die Möglichkeit gegeben werden, neben dem Einkommmen auch andere Faktoren wie z. B. den Verbrauch für die Feststellung der steuerlichen Leistungsfähigkeit heranzuziehen. Die Notwendigkeit dieser .Aenderung ergibt sich ohne weiteres aus den Zektoerhä'tnijjen und entspricht der Entwicklung der staatlichen Steuergesetzgebung. Für den Fall, datz die auf 3 Uhr einberufene Gemeindeversammlung nicht von einem Drittel der stimm- Jnhaltsüverftcht. 1. Leitartikel: Aus dem Verborgenen. — 3. Wochenrund schau: Friede in Jerusalem? — Um die jüdische Agentur. — 3. Homiletik: Von Dr. M. Seckbach: Eine schwierige .Zeenoh-urenoh^-Stelle. — 4. Kleines Feuilleton: Bon Dr. M. Weinberg in Neumarkt: Der jüdische Name. — Witze und Wörtchen. — 8. Aufsätze: Bon Seminar<-Oberlek»rer E. Gut in Köln: Das Glücksrad. — Bon Dr. I. Münz in Berlin: Schopenhauers Berhältnis zum Judentum. — 6. Korrespondenken und Nachrichten. — 7. Aus aller Welt. — 8. Briefkasten. — S. Familiennachrtchten. — 10. Frankfurter Berichte. — 11. Vereinskalender. — 12. Gebetzeiten. — 13. Feuilleton-Beilage: Von Hermann Seckbach: Die Purim-Gesellschaft. — Bon Jakob Testier in Nürnberg: Haman's Urkundenfälschung. — Abiturtentenentlafsung. — Kinderecke: Don Heinrich Einstädter in Frankfurt a. M.: Eine Mizwo. — 14. Dlätterbeilage. berechtigten M tglieder besucht sein sollte, ist auf 4.30 Uhr nachmittags eine außerordentliche Gemeindeversammlung zur Vornahme der Satzungsänderung einberusen. Die im Anschluß an die Gemeindeversammlung stattfindenden Ergänzungswahlen erstrecken sich auf Vorstand und Gemeinderat. Aus dem Vorstand haben turnusmäßig die Herren Emil Isaak und Nathan Sondheimer auszuscheiden, aus dem Gemeinderat scheiden turnusmäßig die' Herren Studienrat Dr. Schüler und L. Mosbacher sowie ferner aus Gesundheitsrücksichten Herr Jakob Becker aus. Von den Kommissionen sind die ausscheidenden Vertreter in den Gemeinderat wiedergewählt, Herr Arthur Oppenheimer als Ersatz für den aus Gesundheitsrücksichten ausscheidenden Herrn Hermann Leoy. neugewählt worden. Frau Provinz! slrabbiner Dr. Hirschfeld Von einem harten Geschick wurde die hier wohlbekannte Familie des Eietzener Prorinzialrabbiners betroffen. Rasch und unvermittelt wurde dem Gatten die Gattin, den Kindern die Mutter entrissen. In strotzender Gesundheit und frohgemut kam sie zu Sabbat hierher, um ihre greise Mutter, Frau Schwab, Sandweg, zu besuchen, und erlag einer kurzen tückischen Krankheit, die sie am Sabbatausgange be,allen hatte, binnen weniger Tage. Frau Dr. Adele Hirschfeld, geb. Schwab, entstammte einer angesehenen Frankfurter Familie. Sie folgte 1893 ihrem Gatten, Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld, nach Gießen, wo sie in 26 Jahren sich überaus große Liebe und Achtung erwarb und auch viel Liebessaaten streute. Sie war treue Helferin ihres Mannes in seinem schweren Berufe, eine echte „Rebbezin", die mit Takt und Feingefühl innerhalb ihrer von dem Grundsatz des na nnaa gezogenen Grenzen als geistige Führerin ihrer Gemeinde mustergültig und beispielgebend wirkte. Erst vor kurzem trat sie auch in die p’iw man ein, um sich an den letzten Liebesdiensten gegen ihre Schwestern zu beteiligen. Ihre drei Töchter erzog sie mit Hilfe des Gatten zu echten jüdischen Töchtern, die im Geiste der Mutter leben und die Traditionen der Elternhäuser weiter hüten werden. Im tiefen Miifühlen des großen Freundes- und Verehrerkreises, das sich auch Donnerstag nachmittag auf dem Friedhose der Israe¬ A). März 1924 li'iHen Religionsgemelnde zeigte, niögeü Gälte ützv Kiüder ihren Trost finden. . An der Bahre sprachen für die Frankfurter tsra«f li'ifche Religkonsgesellschaft Herr Da'gn Posen und darauf der Gatte selbst lief erschütternde Worte der Trauer und Verehrung. n"a»ui Frau Fanny Strüüh geb. Wetzlar Nach langem Krankenlager ist am Sabbatausgang die Gattin des in weiteren Kreisen bekannten Führers der „Freien Vereinigung", Herrn Jacob Strauß, im Alter von 64 Jahren heimgegangen. Eine Persönlichkeit von klassischer jüdischer Frauenwürde, voll Adel und Anmut. Liebessülle und Gottesfurcht, innerlichster Frömmigkeit und bescheidenster häuslicher Wirkensfreude hat dir Hejmaegangene sich als echte Töchter ihrer großen Ahnen — Wetzlar-Munk, Altona — bewährt, und wenn es ihrem Gatten vergönnt war, für Hunderte und Tan sende gesetzestreuer deutscher Juden aus dem Gebiete des ginva nvvvn Gewaltiges zu leisten, so gebührt dieser i"n n»K' deren höchstes Glück es war, in ihrem Hause Lernen und U e ben blühen zu sehen, daran ein hervorragender Anteil. Die Virtuosität ihrer jüdischen Lebenskunst Hat sie zum Ende nochmals bis zur höchsten Probe bewährt: im schweigenden, klaglosen, von Gottvertrauen versüßtem Tragen schweren physischen Leides. An der Bahre, der eine große Trauergemeinde folgte, gab Herr Jacob Nosenheim in schlichten Worten dem Schmerze der Familie und der Gesamtheit um die einzigartige Persönlichkeit der Heimgegangenen Ausdruck. rfasan Agrrdas Zisroel-Avgendgruppe. Am kommenden Dienstag, den 25. d. Mts., abends 8.30 Uhr, spricht in unfern Räumen Hanauer Landstraße 17, parterre, Herr Heinrich Klein über das Thema: „Judentum und fremde Kultur". Gäste (Damen und Herren) sind herzlich willkommen. Küas-Hatauroh-Verein. Die diesjährige ordent'ihe General e.sammlurg findet am Sonntag, den 23. März, 11 Uhr v., im M'ekor-- Chajim-Verem, Langestraße 18, statt. Alle Mitglieder sind herzlichst eingeladen. Der Sanöker Rau» in Frankfurt. Oberrabbiner Schapiro von Sanok trifft Mittwoch, den 26. März, in Frankfurt ein, und wird einige Tage in unserer Stadt weilen. Der Sanoker Raw wird in einer öffentlichen Versammlung am Mittwoch, den 28. März, abends 6.15 Uhr, im großen Saale des Zoologischen Gartens sprechen. Näheres durch Anschlag. Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton: <3. Schachnowitz; Inserate i. B.: S. S ch a ch n o w i tz. sämtlich in Frankfurt a. M.; Pädagogische Beilage: Lehrer I. Spiro in Fulda. — Verlag „Israelit*. G. m. b. H.. Frankfurt a. M. Druck: Hermon Verlags-Aktiengesellschaft. Franksurr a. M knovm Billiges AngeBotl gnnnnHHaHHaBHBnHBBB Grosse Posten Seidentricot in allen modernen Farben, 140 cm breit, vorzügliche Qualität . . . Meter Mk. schwammgummh AlarKc fußleidende bei Schmerzen im Spann, Ferse, Ballen, Zehes n. Sehnen, gegen Schweiß u. Hühneraugen tragen die Senkftsßeinlage Dr. Stein mit verstellbarer Feder. ^aßiorm wie nach Maß. Preis per Paar Mk. 10.— Versand per Nachnahme — Fußgröße angeben Wiederverkäufer Rabatt. Schuheinlagen-F abrik-Temesvary G. m. b. H. Berlin N. W. 6, Schiiibauerdamm 15. t Bedruckt Crepe Marocaine und Crepe de Chine in entzückenden Mustern zu besonders vorteilhaften Preisen, Modernes Textilhaus im früheren Cafe Milani. gegenüber der Hauptwache. Schillerplatz 9,1. noa - Waren tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiimiiiiiimiHiimiiiiiiiiiiimiiiimiiiiiti Postii. BabnversaBd. TBilipp HelnrivB Frankfurt a. M.? Mainstr. 23. Unter Aufsicht dtr Isr. Religionsgesellschaft, Ffm.