Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1924)
- Date
- 1924-03-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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13. März 1924 Der Israelit Nr. 11 Seite 7 Neues aus dem Rechtsleben. Ueber dieses Thema sprach Herr Rechtsanwalt Dr. L. Schönberg am Mittwoch, den 27. Februar ds. Js. im Israelitischen Handwerkerverem. Er erörterte zunächst in gemeinverständlicher Weise die bereits eingesührte Zivilprozeßreform und ging dann aus die einschneidenden Aenderungen ein, die das Verfahren in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten aus Grund der Verordnung vom 13. Februar 1924 — Inkrafttreten 1. Juni 1924 — ergeben wird. Der Redner besprach weiter die früheren und heutigen Funktionen der Mieteinigungsämter, deren allmählichen Abbau und die Ueberleitung der Mietsachen an die Mietskammern des Amtsgerichts. Es folgten dann interessante Erörterungen über die Umgestaltung -es Strafprozesses und über deren weittragende Wirkungen. Endlich wurde die Auswertungsfrage nach ihrer Entstehung und nach ihrem heutigen Stande, insbesondere unter Berücksichtigung der Entscheidung des Reichsgerichts vom 28. November 1923 bctrcf,enb die Auswertung von Hypothekenforderungen und der dritten Steuernotverordnung dargelegt mit dem Hinweis darauf, daß die letztere sicherlich noch kein endgültiges Wort zum Abschluß der in Fluß befindlichen Frage gesprochen hat. An die außerordentlich lehrreichen Ausführungen schloß sich eine Diskussion, dir erkennen ließ, wie nötig derartge, die akuten Rechtsfragen klärenden öffentlichen Vorträge sind und welches Interesse und Verständnis bei den zahlreich versammelten Zuhörern ausgelöst wurde. Ausbildungskurse für jüdisch« Anstaltsbeamtinnen. Aus der jüdischen Haushaltungsschule E. V. wird uns geschrieben: Der große Mangel an gut ausgebildeten Beamtinnen für jüdische Anstalten, der sich seit Jahren fühlbar macht, hat die jüdische Haushaltungsschule in Frankfurt a. M. bestimmt, Kurse zur Ausbildung von Anstaltsbeamtinnen sinzurichten und bei dem jetzigen Abbau in den kaufmännischen Betrieben und in den Schulen ist zu erwarten, daß manche gute kaufmännische Kraft und manch junge Lehrerin gern in den Beruf der Anstaltsbeamtin abwandert, wenn sich ihr dazu die geeignete Schulung bietet. Die vorhandenen sozialen Frauenseminare verlangen eine vie: zu lange und dadurch viel zu teuere Ausbildung und geben weit mehr theoretische als praktische Kenntnisse. Ber der Eigenart der jüdischen Anstalten ist auch eine besondere Vorbildung für sie zu erstreben. Das Zier des Lehrplans ist, Anstaltsbeamtinnen mit pädagogischer Schulung auszub'lden, zukünftige Leiterinnen für Kinderheime, Erholungsheime, Waisenhäuser usw. Die jüdische Haushaltungssch!le, die ständig zirka 70 Insassen hat, ist als Großbetrieb ganz besonders geeignet, diesen Plan zu verwirklichen, weil ihr neben der Haushaltungsschule ein Mädchenheim für berufstätige Mädchen, eine Schulküche für Voltsschülerinnen und eine Mittelstandsküche angegliedert ist und sie somit den Schülerinnen reichliche Arbeitsgebiete erschließt. Die Ausbildungsdauer in der Haushallungsschule beträgt 1 Jahr und umfaßt eine gründliche Schulung in allen Zweigen der Hauswirtschaft mit besonderer Berücksichtigung des Anstaltsbetriebes, einschließlich Anstaltsbuchführung, Beschäftigung im Kindergarten und Hort und Einführung in Krankenpflege. Die theoretische Ausbildung soll vor allem das Verantwortungsgefühl wecken und stärken, Pflichttreue und Liebe zum Beruf einpflanzen und den Bildungskreis der Schülerin erweitern. Hierauf erfolgt eine halbjährige praktische Tätigkeit im Großbetrieb. — Die e injährige Ausbildung schleißt mit einer Prüfung, die von Vertretern des städt. Fachschulamtes, des jüd. Frauenbundes und der Anstaltsleitung abgenommen wird. Der Preis ist mäßig gestellt und kann in besonderen Fällen reduziert werden. Der Kursus beginnt am 1. Mai. Anmeldungen sind baldigst an die Leitung der jüd. Haushaltungsschule, Königswarterstraße 20, zu richten. (Siehe Inserat. Rückporto beilegen.) Talmi« d-Thora-Verein. Samstag, den 1§. März, eine Stunde vor Nacht, ini Hörsale der Gemeindesynagoge Börneplatz, Vortrag von M. L. E o i t e i n über: „Megilath Esther". Vortrag über Megilas Esther. Im Liwjath Chen-Verein hat diesen Sabbat der übliche Midraschvortrag nach Mincho (4.45 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage) „Die Midraschim zu Megilath E st h e r" zum Thema. Gäste willkommen. Sijumfeier. Am vergangenen bnp'i's fand eine stark besuchte Sijumfeier des Vereins siv yn:t im buiv mxon Schützenstraße 1 statt. Die Feier erössnete Herr Jos. S p r i n g u t, der in kurzen Zügen die Leistungen und Aufgaben des Vereins schilderte. „Wiener Küche" sorgte für gute Bewirtung. Die als Gäste anwesenden Herren Rabbiner Dr. Hofsmann und Rabbiner Engelht a y e r hielten halachische Vorträge und stimmbegabte junge Mitglieder brachten^ unter Violinbegleitung Lieder zu Gehör. Auch ein „Chassidisches Tänzchen durste nicht fehlen. Man trennte sich in vorgerückter Stunde m bester Stimmung. Purimfeier. Wir weisen nochmals auf die am Montag den 11. März stattfindende Purimfeier des ostjüdischen Frauen- Jnhittsüverftkhl. 1. Leitartikel: Don Dr. phil. Simon Goldmann in Köln: Frühlingsboten. — L. Wochenrundschau: Synagogenreformen in England. — Mieterschutz und jüdische Ethik. — 3. Homiletik: Bon Rabb. Dr. Winkler in Kopenhagen: Bemerkungen zum Wochenahschnitt. — Notiz. — 4. Kleines Feuilleton: Purim tm Golus. — Astronomisches zu Purim. — Jüdischer Humor. — 6. Aufsätze: FreifranHanna Mathilde von Rothschild — Von Dr. SS. Münz in Berlin: Schopenhauers Verhältnis zum Judentum. — 8. Korrespondenzen und Nachrichten. — 7. Aus aller Welt. — 8. Frankfurter Berichte. — 9. Bereinskalender. — 10. Gebetzeiten. — II. Feuilleton-Beilage: Von Bero Berlinger: Die große Ausfahrt. — Bon Trinkern und Schlemmern. — Bon Prof. A. Sulzbach: Die Tendenz des im Achtzehngcbet eingeschalteten n'vm bv- — «3. Kinderecke: Bon Heinrich Eiustädter in Frankfurt a. M.: Gustels Rätsels. — 13. Bücherbesprechuugen. — 14. Personalien. — 18. Briefkasten. — 16. Beilage: S. R. Hirsch, Frühling und Freiheit. Bogen 8. Vereins „Esras Noschim" in der Frankfurt-Loge hin, in der ein einheitlich jüdisches Programm — „Joseph und seine Brüder" und Gesangsvorträge der Herren Oberkantoren Peissachowitsch und Groß, chassidische Märsche und jüdische Melodien — geboten wird. Am Klavier Herr Julius Peissachowitsch und andere tüchtige Kräfte. Die irrige Angabe, die Herr Neumann ill voriger Nummer berich.'igte, stammte nicht vom Verein, sondern beruhte auf einem redaktionellen Versehen. Modenschau. Zum Besten der Frankfurter Kinderhilfe veranstaltet die Firma Hermann Wronker A.-G., Frankfurt a. M. am MitMioch den 12. und Donnerstag den 13. d. M. eine Modenschau. Berichtigung. In der Personalnotiz betreffend Herrn Jakob Karpf aus Wertheim a. M. (zurzeit bei seinem Sohne Herrn Bernh. Karpf, hier, Sandweg 28) muß es richtig heißen: Herr Jakob Karpf begeht seinen achtundachtzig st en (nicht 80.) Geburtstag. Vereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt.) Verein Mekor Lkajim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge im §>örfale.Dinim": Herr Rektor Falk. — nachm. 4 Uhr ..Mikro"; Herr Dr. Rotschild. Sonntag avend ’'«7 Uh Vortrag des Herrn Dr- S. Ehrmann über „Randglossen zu Megillath Esther". Dienstag abend 8'/« Uhr Vortrag in der Aula der Aula der Realschule, Am Tiergarten. Kgudas Aisroek-Hrugendqruppe. Freitagabend 8—9 laufende Sidroh mit Rafchi, Herr M. Nowak. — allmorgendlich V*8 Uhr Gemoro ..Sanhedrin": Herr Lr. S. Ebrmann Dienstag abend 8l/& Uf)r Vortrag der Orts- und Jugendgrupke in der Aula der Realschule Am Tiergarten „Vom jüdischen Humor (mit Proben); Referent Red. S. Schachnowitz. O*V-Aeret». Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends V«7 Uhr: roiD ‘dd; Herr Rabbiner S. Weber. Liwjath tzhen-Derei«. Samstag nachm, nach „Minchoh" im Hörsaale Friedberger Anlage „Midrasch im zu Megilath Esther"; Herr Redakteur S. Schachnowitz. Aeshamidralch, Hstendstraße 18. Samstag */« Stunde vor Nacht halachifcher Vortrag; Herr B. Rachelsohn. Sonntag vorm, von 8—^10 Uhr, Dienstag. Mittwoch und Donnerstag abends von V«9-10 Ubr: „Gemoro" «Dp *03; Herr Rechtsanwalt Tr. Breuer. Alltäglich zwischen nn3D und anyo: DIN *p und am Sabbat 12 Uhr mittag Chumisch mit Rafchi, Herr Rosenzweig. Talm«d-Tyor<r-Berei«. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Samstag. 11—12 Uhr: „Schulchan-Aruch"; Herr S. Unna. — 3i/. Uhr: „Rafchi zum Wochenabschnitt"; Herr Rabb.-Ass. Lipinsky. - °/« Stunden vor Nacht: „Mikro"; Herr S. Unna. Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. Heßeizeiten. F reitag abend 6.—. Samstag morgen 8.—. Samstag nachmittag 4.30. Samstag abend 7.15. lvochengottesdienst: Morgens 6.30. Nachmittags 6.—. Tefilin-Legen am Morgen 5.25. Purim-Vorabend 6.30. Purim-Morgen 6.10. Familienmichrichte«. Barmizwo: Max, Sohn des Herrn Markus Flörsheim, Uhlandstraße 23. Synagoge Friedbeiger Anlage. — Manfted, Sohn des Herrn Jakob Himmelreich, Ostendstratze 47 in. Synagoöe Börneplatz. — Moritz Georg Teudert, Sohn des Herrn Maier Teubert und Frau, Windeckstraße 52. Synagoge Börneplutz. rrnp'i' Gust. Schwarz Gutleutsir. 14 Eine Palastinareif« im Film zu machen hat mau Sonntag, 16. März, 10.45 Uhr vorni. im Schumann Theater Gelegenheit. Der Film „Eine Reise durch Erez Israel im Jahre 1923" hat überall größten Beifall gefunden. Näheres Inserat. fldler’s Kur-Hotel »Bellevue« Besitzer Emil Adler BAD-NAUHEIM Terrassenstrasse direkt am Kurhaus Telefon 40 unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Provinzialrabbiner Dr. Hirtchield-CHeBen * Erstklassig geführtes Haus mit bekannt guter Verpflegung. Mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet. Saisoneröffnung am 1. April. Für Pesacb bestens empfohlen. Frühzeitige Anmeldung erwünscht. Säle für Hochzeiten und Festlichkeiten. Beste Referenzen stehen zur Verfügung. Für die Vorsaison Preisermäßigung. Man bittet bei Anfragen sich genau obiger Adresse zu bedienen. SCHUMANN-THEATER * Täglich zwei Vorstellungen |5y2Uhr| |8'/2Uhr| Sonntag außerdem eine Fremdenvorstellung 1 3 Uh*r~| Vorverkauf an der Tageskasse Uhr und bei Lina Schott TTTTTt.' 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