Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1924)
- Date
- 1924-03-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Heile 6 Nr. 11 Der Israelit 13. März 1924 alle Gegenstände in hebräischer oder jiddischer Sprache unterricht werden. 2. F eie Lehrerwahl für die jüdischen Schulen. 3. Ausrechterhalkung der Cheba.im, Talmud- Tho a- und Ieschiwah-Schuien als unabhängige Schulinsti.ut'oncn. 4. In den jüdischen Schulen sell auch an den Sonn agen unterrich'et werden. 5. Befreiung jüdischer Schüler in Staakssch len vom Schulzwang an Samstagen und an jüdischen Feiertagen. Oberrabb. Zirelsohn weist daraus hin, daß diese Forderungen bisher nicht erfüllt wurden, obwohl sie laut den F.iedensverträgen erfüllt werden mühten. <3. T.A.) England. Zionistische Tagung. London, 3. März. Das Aktionskomitee der zionistischen Organisation trat hier unter Vorsitz von Oberrabbiner Dr. Chajes aus Wien zusammen. Dr. Weizmann und Dr. Ruppin sind nicht erschienen, sondern in Ameriia geblieben. Statt Weizmann berichtete S o k o l o w über die politischen Angelegenheiten unter besonders lebhaften Aussä'.len gegen die „ertrem-orthodoren" Gegner. Die zionistische Erekulive wird nach Sokolows Erklärung gegen jeden Palästina einbeziehenden arabischen Länderverband Einspruch erheben. Ueber dir Jewish Agency ber'chteten L i p s k y und E o l d b e r g (Amerika). Oeffentlich - rechtlich soll dir zionistische Orga isation allein Jewish Agency bleiben. Daneben soll ein Jewish Council, zur Hälfte aus zionistischen Vertretern, zur Hälfte aus Nicht-Zionisten bestehend, gebildet werden. der das Geld aufbringen soll und im übrigen mi beraten darf. Dem Aktionskomi ee lirgen für dir Ausgestaltung im einzelnen verschiedene Vorschläge vor, die aber natürlich alte das Prinzip der zionistischen Vorherrschaft nicht berühren. Lvsnkveieh. Die Numerus claus 's-Fra?»e vor der Jnterna.ionälcn Vö'.kerbrndsliga. Paris, 12. Febr. Die Minori'äten-Kommission der interna ionalen Völlerbunds'.iga, die am 29. und 39. Januar in Paris tag e, hat die Numerus claufus-Frage einer Besprechung unterzogen. Es wa en Delegierte aus vierzehn Ländern anwesend, unter ihnen der Vorsitzende der Komm'ssien Sir Willough y Dickinson (Eng and), P.osessor Th. RurZsen (F ankrcich). Graf Bernstorfs (Deutschland), ferner der P äsident der intcrpa kameniarischen U ion Baron Adelswaerd (Sch veden), Prozessor Boret (Schweiz), Professor Kro.f (Bulga ien) und Professor Politis (G.iechen'.and). Die Numerus clausur-Frage wurde von dem Eeneralsekre'är des Verbände;, P ofeffor Ruyssen, zur Sprache gebracht, der die französische Völkerbundsliga anstelle des abwesenden P o e sor Aulard vertrat. Die Minoritü enkomn i sion beschoß, an a'.le Vötkerbundsligen ein Memo andum über die Numerus clausus-Frage zu senden Zur Behandlung dieser Frage, die aus die Tagesordnung der nächsten Kommissionssitzung gestellt worden ist, soll erschöpfendes Material gesammelt werden. (I. T. A.) Atalie,». Eine jüdische Schulbewegung in Zsatten. Rom, 5. März. Das neue Unterrichtsgesetz, wonach in den Elementarschulen der katholische Religionsunterricht allgemcir eingeführt wird, erfüllt die italienischen Juden mit Sorge, da die überwiegende Mehrheit der jüdischen Kinder ihre Elementarbildung nicht in Talmud-Thora-, sondern in staatlichen Schulen erhalten. Da laut dem Gesetze Prioatschulen dieselben Rechte wie Staatsschulen besitzen, besteht ein Ausweg darin, daß man eigene jüdische Schulen gründet. In vielen Städten, in welchen die Juden in einer erklecklichen Zahl wohnen, haben sich aus Anregung der Gemeinden und Rabbiner spezielle Schulkomitees gebi.det, denen viele auch solcher Juden angehören, die bis heute dem jüdischen Leben sernstanden. Die Bildung einer jüdischen Schule in Rom scheint nunmehr gesichert zu sein. Die Resolutionen der MarshcH-Ve sammkung N e w y o r k, 29. Febr. Der Tert der von der Marshall-Konserenz angenommenen Resolutionen lautet: 1. Die Versammlung beschließt: Der Vorsitzende ernennt ein Siebener-Komitee zwecks Orga.ifierung einer Investierungs-Körperschaft mit hinreichendem Kapital zum Aufbau und zur Erschließung der wirtschaftlichen Quellen Palästinas auf wirtschaftlicher Grundlage; die Körperschaft soll möglichst die Zusammenarbeit aller mit dem gleichen Ziel arbeitenden Korporationen und Gruppen zu erreichen trachten. 2. Da das Palästina-Mandat des Völkerbundes in Artikel 4 vorsieht, daß die zionistische Organisaton sich die Mitarbeit aller Juden bei der Ausführung der in dem Mandat angeführten Punkte sichern soll, und da die zionistische Organisation vorgeschlagen hat, daß Nich'zionisten Mitglieder der Jewish Agency werden, wurde beschlossen: Der Vors tzende ernennt ein Siebener- Komitee, das noch andere Mitglieder hinzuwählen kann, um die Angelegenheit der Jewish Agency zu prüfen und tunlich einen geeigneten Plan auszuarbeiten, in welcher Weise amerikanische Juden sich ei:er solchen Agency ansch'ießen können. Das Komitee soll ermächtigt sein, mit der zionistischen Organisation und anderen Körperschaften zu verhandeln, um einen Plan für die Lösung der fraglichen Angelegenheit auszuarbeiten. Das Komitee soll seine Ergebnisse einer noch einzuberufenden Tagung dieser Konferenz vorlegen. Der Vorsitzende, Herr Louis Marshall, geht nun daran, die beiden Komitees zusammenzusetzen. Die Rebbes in Palästina. Jerusalem, 29. Febr. Die Delegation der Chassidimrebbes unter Anführung des Eerer Rebbe hat nun fast sämtliche Städte von Judäa und Galiläa bereist, überall mit großem Jede! empfangen. In T i b e r i a s wurden große Feierlichleilen zu Ehren der hohen Gäste veranstaltet. Es werden hier große Hoffnungen auf die Anwesenheit der Führer gesetzt und der Segen im öffentlichen jüdischen Leben beginnt sich bereits hier und da zu zeigen. Wie man hört, wird der Eerer Rebbe mit einigen seiner Getreuesten schon Sonntag, den 2. März seine Heimreise antreten. Ein Teil der Delegation bleibt noch im Lande, um dir vielen Pläne und Anregungen zur Ausführung und Auswirkung zu bringen. Aus aller Welt. Deutschland. Der nebgegründete „Reichsbund republikanischer Kriegs teiliehmer" in Magdeburg erläßt einen Aufruf gegen die Judenhetze. — Beim Volkstrauertag am 9. März i n Berliner Schauspielhaus zum Gedächtnis der im Kieze Gefallenen spricht von jüdischer Seite Rabbiner Dr. Blumenthal. — Die Deut'chocl ischen in M:cklenburg verlangen die Entfernung ,.aller Fremdstämmigen und Marxisten" aus den Regierungsstellen. Polen. Der Kunst-Dezernent im Unterrichtsministerium fordrrt in einem Be icht die Zurückdränqung des jüdischen Einflusses in der polnischen Kunst — der sogenannte Oberrabbiner von Warschau, Prozessor Scharr, hielt von seiner Kanzel eine Vorlesung über die „Beziehung der jüdischen Gesellschaft zum jüdischen Künstler". Rußland. Der frühere Oberrichter, Dr. Arnold Margolin, spricht sich gegen die geplante jüdische Siedlung in der Krim aus, weil die Juden dort Opfer des nationalen Kampfes der Ukrainer und Eroßruffen werden würden. Rumänien. Im rumänischen Senat richtete der liberale Senator B i a n u wilde Angriffe gegen die siebenbürcischen Juden, die in ihrem Schulwesen und in ihren Sy-eagogen die ungarische Sprache pflegten. Der U terrich.smir.ister pf ichiele dem Senator bei. Schweiz. In Genf tagt zur Zeit die vom Völker', ued ci ebe ufe e Emiqrationskonferenz, in der zahlreich: konfeffionale Emizra'ions-Orgauifa'ionen. von jüdischer Seite die ICA-Vertreter Lucien Wolf und Ianowsky sowie drei Vertreter des Berliner ost.Ldischen Emigrationsbüros teilnehmen. Erz Jsro l. Der deutsche Zi-awtten-Groß'abrikant L u b l i n e r hat dir gesamte galiiäische Tabak ernte für 1 Million Gol'franken gelaust und wird eine große Zigaretensab.il in Palästina errichten. — Orangenerport durch italieni'ch: Konku'renz dieses Jahr unrentabel. — Prof. P i ck hat sein Abschiedsgesuch zurückgezogen. — Di» berühmte orientaustische Bklio'hek von Pros. Ignaz E o I d z i h e r in Budapest (£090 Bünde) ist für die Jerusalemer Naiionalii.liolhel erworben worden. — Bcnon Edmund von Rothschild und Gemahlin sicd zur Zeit ir Aegypten und werden in den nächsten Tagen in Jerusalem erwartet. — Am 27. Februar wurde der Gerer Rebbe mit Begleitern vo.n Sir Herbert Samuel empfangen. — Ooerra' biner Kuck ist am 23. Februar nach Amerika abgere'st, um dort zu sammeln. — Der Bischof von Westmi ster, Kcndinal Bourne, weilt an der Snitze zahlreicher englischer Watlsahrer z. Zt. in Palästi'.a. — Die neue Wahlordnung des W a a d l e u m i verleiht aktives Wahl echt vom 20. Lebensfahr, passiocs vom 2b. Lebenswahr allen Männern und Flauen in Palästina. Eine Gründung de? ag"distischen Delegation in Palästina. Jerusalem, 27. Febr. Wie verlautet, wird eines der Ergebnisse des Besuches der Delega'ion agudtstischer Rabbiner und Industrieller aus Polen unter der Führung des Rabbis von Eora Kalvaria und Sokolow in Palästina die Gründung einer Spinnerei in Tel-Awiw mit einem Kapital von 10.000 Pfund sein. Der Rabbi von Gora Kalvaria und der Rabbi von Sokolow werden die Hauptar.teilseigner sein. Die Aguda-Delegation hat in Tiberias, Jaffa, Petach-Tilwa und anderen Kolonien viele tausend Dunam Land erworben. (I. T. A.) Die Bedingungen einer Annahme der Bilfvur- Deklararion durch die paliistinenssschen A aber. Jerusalem, 29. Febr. Dar oss'ziellr Organ der national-arabischen Partei, der „M'.rat el Sherk" teilt mit, die Mitglieder der pa'.ästmensisch-arak ischen Erekutiee hätten während ihrer Beratung mit König Hussein in Shuna (Transjordanien) ihre Zustimmung zu der Annahme der Balfour- Dellaration und des Britischen Mandats unter der Bedingung gegeben, daß eine nationale Regierung in Palästina eingesetzt werden würde. (I. T. A.) Hussein und Rabbi Chajim Sonnenfeld. Jerusalem, 3. März. Unter den anderen auf 290 Pfund sich belaufenden Schenkungen König Husseins an jüstfche Institutionen Jerusalems waren 50 Pfund speziell für orthodoxe Institute bestimmt. Diese letztere Spende wurde von einem besonderen Beau.tragtrn im Namen des Königs! Oberrabbiner Rabbi Chajim Sonnen feld ausgei händigt. Der Rabbi nahm die Spende mit Dank! an und bat, König Hussein möge für Besserung der Lage der Inden in Jemen besorgt sein. Der Beauftragte versprach, die Bitte dem König zu übermittln. frankfurter Berichte. Vom jüdischen Humor. Dienstag, den 18. März, abends 6.30 Uhr, findet in der Aula der Realschule Am Tiergarten ein Vortrag statt über das Thema: „Vom jüdischen Humor" (mit Proben). Referent: Redakteur S. Schachnowitz. Der Vortrag geht von der A g u d a s- Ilsroel Orts- und Jugend gruppe in Gemeinschaft mit dem Mekor Chajim aus, und find alle Mitglieder dieser Vereine sowie Gäste, Damen und Herren, herzlich willkommen. A. J.-Jrgendgruppe. Aus technischen G.ünden muß die Purimfeier in diesem Jahre ausfallen. Am kommenden Sonntag, den 16. März, abends 8.30 Uhr, spricht in unfern Räumen Hanäuerlandftrahe 17 pt. Herr Joel Sänger über das Thema: „Die Lage der gsfstzestreuen Angeste lten". Gäste» Damen und Herren, sind herzlich willkommen. Wohltäligkeitskonzerl der „Jüdischen Frauenvereiniguno". Das kommenden Sonntag stattsindende WohlkätigkePskonzert in Dr. Hochs Konservatorium beginnt pünktlich um 7.30 Uhr. Film-Matinee! Der neue Palästina-Film Sonntag, den 16. März 1924, vormitt. 103/4 Uhr, im Schumann-Theater Eine Reise durch Erez Jisroel im Jahre 1923 Preise 1—8 G.-Mk. — Vorverkauf siehe Plakat! Jüd. Nationalfond.