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Der Israelit · 1924-02-07 · Heft 6 (7.2.1924) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 6 (7.2.1924)
Date
1924-02-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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7. Februar 1924 Heesfeld, 27. Jan. In der Nacht zum iw nvvn verschied Samuel Hahn im Alter von 76 Jahren. Mit ihm ist die Krone unserer nSnp> ins Grab gesunken. Kein Opfer war ihm zu groß, kein Weg zu weit, wenn galt, als Vm» die heilige ms» auszuführen. Selten groß war feine Liebe zur mm. Jede Minute, die er seinem Geschäfte abringen konnte, benützte er zum eifrigen Lernen. Welche Freude war es für ihn, wenn sich die Jugend um ihn scharte und er so nun fan» [ein konnte. Er vereinigte alle schönen Eigenschaften des ovo uv^n in sich. Seine Bescheidenheit war so groß, tzatz er, als ihm seinerzeit die nan -Würde verliehen wurde, sich äußerte, der an müßte sich geirrt haben. In bewegten Worten schilderte Herr Prov.-Rabb. Dr. Lahn die seltenen Eigenschaften dieses edlen ■»mrr» und den unersetzlichen Verlust, den unsere Gemeinde und die weite Umgegend Hersfelds erlitten hat. Die ,nnav B'itm in der er über 40 Jahre vorgelernt hatte, hatte ihn vor kurzem zum Ehrenmitglied ernannt. Seinen Verwandten wird es zum Tröste gereichen, daß es ihnen vergönnt war, diesem echten 'um einen schönen Lebensabend bereitet zu haben. Möge sein mar seiner Familie und der Gemeinde, für die er so oft als pn seine miaiv tat, beistehen. rrn^n Leipzig, 30. Januar. Vor kurzem feierte Herr Obertantor Schneider sein 25 jähriges Amtsjubiläum. Es war dies ein großer Festtag _ für die orthodoxe Gemeinde in Leipzig, ja, für die gesamte jüdische Einwohnerschaft unserer Stadt. Der Jubilar ist eine der populärsten Persönlichkeiten unserer Gemeinde. Als Schächter von großer theoretischer Sachkenntnis und seltener praktischer Meisterschaft genießt er eines großen Ansehens in allen fachgenössischen Kreisen und erfreut sich eines Rufes, der weit über die Grenzen unseres engeren Gemeinwesens hinausgeht. Als Kantor mit großen Stimmitteln begabt und von besonders würdevoller Vortragsweise, repräsentiert Herr Schneider den edelsten Typus des Baal Tefila alten Schlages, dessen Gesang seinen Hörern ins Herz dringt und. sie zur Andacht stimmt. Außerdem übt Herr Schneider als Mohel eine überaus segensreiche Tätigkeit aus. An tausenden jüdischer Kinder hat er die Aufnahme ins Judentum vollzogen. Vor allem aber ist es seine liebenswürdige, Ehrfurcht erweckende Persönlichkeit, die ihm alle Herzen gewonnen hat. Die große Synagoge in der Otto Schillstraße war l>is auf den letzten Platz gefüllt. Der Genleindevorstand, sämtliche jüdische Vereinigungen hatten Deputierte entsandt. Vor dem ,.Ausheben" wurde der Gefeierte von zwei Vorstandsmitgliedern feierlich in die Synagoge geführt, während Herr Kantor Wilkomirski. den Boruch habo fang. In seiner Festpredigt würdigte Herr Rabbiner Dr. L a r l e b a ch die zahlreichen Verdienste des Jubilars, Iber sein schweres, verantwortungsvolles Amt in einer sWeise versehe, die allen Standes- und Berufsgenossen zum Vorbild dienen .könne. Er habe die große Gabe des Gesanges, mit der ihn der Himmel begnadet, und die stets die aufrichtige Bewunderung seiner Hörer geweckt, immer nur der Verherrlichung Gottes geweiht, und die Herzen seiner Gemeindemitglieder und die der zahlreichen Fremden, die in unserer Zentrale des Welthandels zur Zeit der Messe alljährlich zusammenströmen, erhoben und weihevoll gestimmt. Darum sei auch die Anerkennung, die ihm an seinem Ehrentage gezollt werde, eine so allgemeine und ungeteilte. Chorgesang beschloß den Festaktus in der Synagoge, der noch im Hause des Geleierten seine Fortsetzung fand. Mögen dem wackeren Manne noch viele Jahre segensvollen Wirkens beschieden sein, wmn i'»' "pn»' 'n Briefkasten. B. F. in Dr. Die Veröffentlichung mußte aus technischen Gründen noch hinausgezogen werden. Neues Material über Sabbatei Zewi brachte der Verein „Mekize Niodamim" heraus, über welches Ihnen am besten Herr Professor Fr ei mann, Frankfurt a. M. (Stadtbibliothek) Auskunft gibt. wrTVHwtr'wl,1MMWii'iW Frankfurter Berichte. Oeffenttiche Versammlung der „Achduth". Anr Sonntag den 3. Februar fand hier die erste öffentliche Versammlung der „Achduth" statt. Sie wurde von Herrn Dr. Albert Soudheimer eröffnet, der in kurzen Worten das Statut der Vereinigung skizzierte. Der erste Redner des Abends, Rechtsanwalt Dr. Bernhard Kahn, versuchte dann die Notwendigkeit der neuen Vereinigung darzulegen. Er betonte, daß die „Freie Vereinigung" trotz Anerkennung ihrer hervorragenden Verdienste nicht als die Organisation aller gesetzestreuen Juden in Betracht kommen könne, da in ihr nicht, wie es ursprünglich geplant gewesen sei, die Eemeindeorthodorie zur richtigen Geltung habe gelangen können. Dasselbe gelte von der „Agudas Jisroel", ganz abgesehen davon, daß diese keine spezifische Organisation für Deutschland, sondern eine Weltorganisation bilde. Auch dieser erkenne man lihre Verdienste zu, die sie sich erworben habe, besonders durch die Konstituierung eines rabbinischen Rates. Achduth werde deshalb auch bemüht sein, mit diesen Organisationen, wie auch mit den linksgerichteten, in Frieden Zusammenzuarbeiten. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Bon Rabbiner Dr. Bondt in Mainz: Rabbiner Dr. Löwenstein als Gefchichtsforrfcher. — 2. Wochenrundschau: Zwei Tote. — Verschiedene Formen. — Awangsorganisationsgelüste in der Schweiz. — 3. Homiletik: Bon Rabbiner Dr. Winkler in Kopenhagen: Bemerkungen zum Wochenabschnitt. — 4. Kleines Fe uilleto n: Rabbiner Poppel aus Mariampol. — Wajechulu gestorben. — 5. Au fsätze: Moderne pädagogische Bestrebungen in jüdischer Beleuchtung. — Von Dr. Ed. Biberfeld in Berlin: Wegzeichen! — 6. Korrespondenzen und Nachrichten. — 7. Personalien. — 8. Briefkasten. — 9. Frankfurter Berichte. — 10. Dereinskalender. — II. Tebetzeiten. — 12. Feuilleton-Betlage: Die verwunschene Herberge. — Josef Israels. Der zweite Redner, Dr .Ernst Simon, versuchte die theoretischen Grundlagen der neuen Vereinigung darzulegen. Der Austrittsgedanke sei, ob auch ursprünglich berechtigt,. schon bei Erlaß des preußischen Austrittsgesetzes nicht mehr berechtigt gewesen. In liberalen Kreisen lebe eine Sehnsucht nach Rückkehr zur lleberlieferung, während die „separatistische" Orthodoxie, gleichsam in einem „luftleeren Raume" lebend, dieser Sehnsucht nicht entgegenkommen könne. „Achduth" sei die Organisation, die in bewußter Verbindung mit den liberalen Juden leben wolle. Es fehlten natürlich nicht die bekannten Vorwürfe wegen lauer Stellungnahme der Orthodoxie zum Palästina-Problem und der Versuch, S. R. Hirsch als Subjektioisten gegenüber dem altjüdischen S. B. Bamberger darzustellen. In der Diskussion suchten die Herren Gustav Kaufmann und D. Rabbinowitz den Standpunkt S. R. Hirschs klarzumachen, soweit es die beschränkte Redezeit aeistattete. (Wir glauben, daß der unsterbliche Geist S. R. Hirschs V"xr auch heute noch die Kraft haben wird, den organisierten Ansturm gegen seine Ideen sieghaft zu überwinden. Red.). Palast unreife. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel beabsichtigt, etwa für den 13.' März eine Gesellschaftsreise nach Erez Jisroel zu veranstalten. Eine weitere Gesellschaftsreise ist für kurz nach Pessach in Aussicht genommen. Anmeldungen werden unrgehend an die Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., Eschenheimer Anlage 31 erbeten, woselbst alle Auskünfte zu erhalten sind. Preisabbau im Jüdischen Heim. Bei seiner Neueinstellung auf die letzte Entwicklung der Verhältnisse hat das Jüdische Heim in der Schützeustraße mancherlei Aenderungen vorgenommen, die das Heini auch zu eineni echten F a m i l i e n h e i ni für den besseren Mittelstand machen und es niählich dem nähern, was an leitender Stelle dieses Blattes vor kurzem über die Bildung und Erhaltung von gemeinsamen Mittelstandsrüchen angeregt wurde. Die Tische sind weiß und schön gedeckt, und sind eigene Tische für Familien oder geschlossene Kreise vorhanden. Beim Mittagessen gibt es täglich Fleisch, zuweilen auch beim Abendessen. Es ist auch ein Abbau bei der Festsetzung des Preises oorgenominen worden, und zwar kostet von jetzt ab das Mittagessen 70, das Abendessen 50 Pfennige. Jecheskel-Schiur. Der I e ch e s k e l s ch i u r des Herrn Rabbiner Dr. Joseph Breuer im Mekor Chajim, Langestr. 13, beginnt diesen Sonntag (wie die anderen Sonntagsvorträge von jetzt ab) um halb 7 Uhr abends. Die hohe Bedeutung dieses regelmäßig alle drei Wochchi statifindenden Schiur-Vortrags ist allzubekannt und dürste dieser Hinweis genügen, um ihm einen noch größeren Kreis von Hörern zuzuführen. Jubiläumsfeier. Am letzten Sabbat versammelten sich in der Wohnung des Herrn David Ginsberger nach beendetem Morgengottesdienste Vorstand, Gemeinderat und Synagogenkomitee der „Israelitischen Religionsgesellschast", um das 25 jährige Dienstjubiläum des verdienten Beamten durch eine akademische Feier zu begehen. Namens der Verwaltungskörperschaften feierte Herr Jacob Rosenheim den Jubilar als vorbildlichen ov:an pn im Sinne der Mischna, als wahrhafte „Hausfrau" des Eemeindehaushalts, der gleich einer veritablen nvu das ganze Alphabet des Spruchdichters in rastloser Arbeit und doch mit Anmut und Würde verwirkliche und darum das Lob des nai y>n W9 msa man verdiene. Der Gefeierte nahm mit warmen Worten des Dankes und des Rückblickes den ihm als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichten großen silbernen Pokal entgegen. Eingelgitet wurde die Feier mit dem stimmungsvollen Vortrag des an durch ein Quartett des Synagogenchors. Vereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt.) Verein Wckor Chajim- Freitagabendnach Schul „Mikrovortrag"; Herr Paul Aron ('ft Stunde). Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge im Hörfale „Dinim"; Herr Rektor Falk, — nachm. 4 Uhr Dpyi py im Vereinslokale; Herr Red. S. S ch a ch n o w i tz. Sonntag vorm. 9 Uhr und Dienstagabend 6 Uhr im Dereinslokale „Gemoro", Herr R. A. G. Posen. — abends 6'ft Uhr im Vereinslokale Langestraße 18, Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Jof. Breuer über „Jecheskel". Jahrzeit Stiftungen: Donnerstag, den 7. Februar. Theo Ries-Stiftg. Montag, den 1l. Februar. Louis Jofeph-Stiftg. Dienstag, den 12. Februar. Karl Guggenheim- und Joseph Rosenfelder-Stistung. Mittwoch, den 13. Februar. Babette Goldschmidt- Stiftung. Freitag, den 15. Februar. Willi Marx Bier- Stiftung. Agudas Aisroek-Jugeudgruype. Freitagabend nach Schul „Sidravortrag" für Herren und Damen. — abends 8 Uhr. Langeftratze 18, gemütliches Beisammensein. — 8—9 laufende Sidroh mit Raschi, Herr M. Nowak. Arveitsgemeinschaft der A. A. Z. Krankfurt a. W. Samstag, den 9. Februar, abends */s9 Uhr Referat des Herrn Heinrich Zimmer über „Die Entstehung verschiedener Gebete". Sonntag, abends 'ft 9 Uhr Referat des Herrn Novak über ■py» pkiw 'i HD. Gäste, Damen und Herren, sind herzlich willkommen. \ . «w pp hznn j der Thoralehranstalt Friedderger-Anlage 4. Freitag abend *ft9 Uhr Vortrag des Herrn Julius Lewrn. Donnerstag abend 'ftS Uhr: „Jüdische Sekten"; Herr Red. S. Schachnowitz. Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends l/»7 Uhr: rDra‘dd; Herr Rabbiner S. Weber. LiwjaiH CHeu-Derei«. Samstag nachm, nach „Minchah" im Hörsaale Friedberger Anlage „Midrasch"; Herr Redakteur S. Schachnowitz. ZZuud jüdischer Akademiker Berlin (Stellenvermittlung.) Junger Zahnarzt sucht Assistentenstelle. Aakmnd-Tirora-Verciir. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz Freitag abend: Vortrag, Herr Rabbiner Dr Hossmann. Sonntag nachm. 6 Uhr: „Thilim-Vortrag"; Herr Rabbmer Dr. I. Ho ff mann. Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. Geöetzeiten. nE*nn riDty F rei; ag aber, d 5.05. Samstag morgen 8.—. Samstag nachm itta g 4.30. Samstag abend 6.20. ID o d> e n g o 1t c s 6 i e n ft: ZH orgens 6.45. N achmittags 5. i« ,»! > iihwrTr «.m.-Tur, efilin-Legen am Mo rgen 6.80.?01 umen ao 3uGunsten unterernährter Kind er. Jüd. Frauen vereinig ring. L.V. 2825. Postscheckkonto 42253. der Leser, die im Jnseratkmeil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonnige Angaben religionsgesetzUchen Charakters auf ihre Zuver- __läfstgkeit zu prüfen. Näheres siehe Ansch1ag8äa1enI Gäst. 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