Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1924)
- Date
- 1924-01-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450286-2450291--71009-2528285- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
G. Asyuar 1SL4_ 77 "H7^Her^"DiEald bevoMächiigt eine eM«e"KqD? mMon "unter HeDng "des'7SanoKr" Raw Dt'' der OrganMeruyg dez» Keren Hathora und Bildung des Direktoriums auf der geschilderten Basis. 5. Der .Zentralrat entsendet eine Delegation von großen Rabbinern und Autoritäten nach den größeren Städten Polens, um für Keren Hathora zu sammeln. p. pet Zentralrat legt allen Agudämitgliedern, besonders aber den Rabbinern und Führern als Pflicht auf, Hr Keren Hathora zu wirken. 7. " Der Zentralrat nimmt mit großer Freude den Bericht über die große Jefchiwa in Lublin zur Kenntnis und drückt dem Sanoker Raw Dank für seine aufopfernde Arbeit aus. 8. Der Zentralrat wünscht, daß die von der Kenessio vedaulo beschlossene Entsendung einer Delegation nach Amerika, um dort für Keren Hathora zu arbeiten und auch das Judentum in Amerika zu neuem Leben zu «ecken, sofort zur Ausführung gelangt. Die Zusammensetzung der Delegation wird dem G. A. überlassen." Ts wird noch ferner Stellung genommen zu der Delegation, die der Warschauer Esras Thora-Verband ohne Verständigung mit der Aguda und Keren Hathora nach Amerika schickt. Das Zentralbüro der Agudaweltorgunisation in Wien wird gebeten, einen angesehenen .Vertreter nach Polen zu schicken, um beim Ausbau der 'dortigen Organisation behüflich zu sein. «Mir Rücksicht daraus, daß ein Teil der Anwesenden mit der Palästinagruppe abfahren mußte, wurde die SHung abgebrochen, und sollen die weiteren Traktanten in- |?i' nächsten Sitzung vorgelegt werden. Der Zavrervericdt der ICA. London, 1. Jan. p\t Generalversammlung der ICA fand unter dem Vorsitze von Pros. Philippsohn am 15. Dezember statt. Die ökonomische Krisis im Viehhandel, die in Argentinien im Berichtsjahre herrschte, hat die ICA-Kolonien naturgemäß stark berührt,' immerhin haben die Kolonisten durch den Milchverkauf einige Entschädigung für die niedrigen Viehpreise erzielt. Der m Bebauung genommene Boden hat sich um 30.000 Hektar vergrößert, die jüdische Bevölkerung um 2200 Seelen vermehrt. Die ICA besitzt außer den bereits bestehenden Kolonien noch etwa 120,000 Hektar Land, die bebauungsfähig sind. Jeder neuen Einwandererfamilie stehen etwa 1ö Hektar zur Verfügung nebst dem nötigen Inventar. Rach einem Jahr wird das Besitztum vergrößert und das Land geht auf dem Wege allmählicher Abzahlung in den Besitz des Kolonisten über. In den Religionsschulen der ICA werden 5214 Schüler von 112 Lehrern unterrichtet. In Brasilien unterhält die ICA zwei Kolonien, von denen die eine 374 Einwohner hat, die andere 226. Die ICA-Kolonien in Kanada hatten eine gute Ernte, aber infolge niedriger Preise und der hohen Zollschranken der Vereinigten Staaten geringe Ejnn«hMN. In Pole n unterhält die ICA 160 Kreditbanken. Sie hat 90 Schulen subventioniert und 900 im Kriege zerstörte Häuser wieder ausgebaut. Nach der Ukraine wurden Korn und Mais verschickt. In Litauen, Lettland und Beßarabien unterstützt dre ICA eine Anzahl Gewerbeschulen, in Rumäniep etwa 20 Schulen. Die palästinensischen Kolonien der ICA weisen wirtschaftlich nur mäßige Erfolge aus; die Kolonisten können ihren Verpflichtungen gegenüber der ICA noch nicht ganz Nachkommen. Der Bericht schreibt dies einer allzu kostspieligen Lebensführung der Kolonisten zu, vorin sich jedoch eine Besserung anbahne. Gute Fortschritte wurden in den landwirtschaftlichen Nebenzweigen erzielt, insbesondere in Geflügelzucht und Bienenhaltung. Vielversprechend sind die Versuche mit dem Tabakbau in Palästina. Endlich hat die ICA wie bekannt, mit dem Völkerbund in Sachen der russischen Flüchtlinge zusammengearbeitet und bei der Uebersiedlung von 2000 dieser Flüchtlinge mitgeholfen. Ernste tage der Huden in Bulgarien. — Be* drängurig durch macedpniscbe Aufrührer. Paris, 26. Jan. Hier eingetroffene jüdische Flüchtlinge aus Bulgarien berichten, daß das mazedonische Zentralkomitee _Der Israelit gaben an ihren Revolütionsfosids zwingt, der für die Befreiung Mazedoniens von Serbien und Griechenland verwandt werden soll. Eine ganze Anzahl Juden erhielt sch ifiliche Aufforderungen des Mazedonien-Komitees zur Leistung von Geldsummen von 50.000 bis zu einer Million Leva. Viele dieser Juden besitzen überhaupt nur einen Teil der von ihnen geforderten Summe. Die Regierung tut nichts zu ihrem Schutze. Die jüdWe Bevölkerung wird in einer Weise terrorisiert, daß viele bereits ihren ganzen Besitz verkauft haben, nur um den Forderungen der Mazedonier Nachkommen zu können. Eine große Anzahl Juden beabsichtigt, das Land zu verlassen. Man hofft auf eine Intervention der westeuropäischen und amerikanischen Juden. Schon vor einigen Monaten waren diese Erpressungsmaßnahmen seitens des Revolutions-Komitees eingeleitet worden. Damals forderte es von den reicheren Juden Sofias eine Summe von fünf Millionen Lewa, die ungefähr einen Wert von 200.000 Goldfranken entsprechen. Der jüdischen Deputation, die damals bei dem Außenminister vorstellig geworden war, wurde mitgeteilt, dre Regierung sei nicht imstande, ihnen irgendwelchen Schutz angedeihen zu lassen. Unter ungeheuren Schwierigkeiten war es den Juden möglich, eine Summe von vier Millionen Lewa aufzubringen und sie dem Revolutions-Komitee auszuhändigen. Diese Erpressung geschah also ganz offen und sozusagen vor den Augen der Regierung. Nun hat eine neuerliche Forderung auf weitere sechs Millionen Lewas die jüdische Gemeinde Sofias in unggeheure Aufregung verseht. Einzelne Juden haben Aufforderungen zur Zahlung von mehr als einer Million Lewa erhalten, von mehreren wird tatsächlich eine größere Summe verlangt, als überhaupt ihr ganzer Besitz ausmacht. Ein jüdisches Komitee, das gegründet wurde, um dieser Gefahr entgegenzutreten, steht vollkommen machtlos da. Das Revolutions-Komitee hat öffentlich erklärt, daß Juden, die die geforderten Summen nicht bezahlen, eine unnachsichtliche Behandlung zu erwarten haben. Kürzlich wurde auch ein bekannter jüdischer Kaufmann von Leuten des Revolutions-Komitees schwer mißhandelt. Während so Leben und Eigentum der Juden Sofias bedroht ist und sich diese Bedrohung auch aus andere Teile Bulgariens ausdehnt, verhält sich die Regierung vollkommen passiv, die Presse schweigt und im Parlament erhebt sich nicht eine einzige Stimme für die bedrohten Juden. (I. T. A.). Die tü.diseUe Einwanderung vor dem amerikanischen Kongress. Washington, 26. Jan. Während der Debatte im amerikanischen Kongreß über die Einwanderung traten mehrere Redner gegen die jüdische Einwanderung auf. Der Abgeordnete Bor vom Houze Immigration Committee erklärte, die größte Gefahr für die Kultur drohe aus den großen Weltstädten. Er versuchte an der Hand von Statistiken nachzuweisen, daß gewisse Nationalitäten die Tendenz haben, sich in großen Städten anzusiedeln, und diese Tendenz sei am größten bei den russischen Juden. 85 o/o aller russischen Juden in Amerika leben in großen Städten. Mr. Lathrop Stoodard, der eine Anzahl Artikel und Bücher über die Einwanderungssrage geschrieben hat, führte aus, daß die Juden in einem höheren Maße als irgend eine andere Nationalität Europas nach Amerika auswandere. Sie füllen die Quoten der betreffenden Länder, ehe noch die einheimische Bevölkerung dieser Länder um ein Visum einreichen kann. Die jüdischen Einwanderer-Organisationen in den Vereinigten Staaten stehen den jüdischen Einwanderern mit Geld und Rat zur Seite. Die meisten dieser Einwanderer seien aber unerwünschte Elemente, in der Hauptsache Trödler. Sie kämen nicht aus Liebe zu Amerika und seinen Idealen, sondern 'aus selbstischen Gründen. Der jüdische Abgeordnete Sabath versuchte die Wirkung dieser teilweise mit großem Beifall ausgenommenen Reden durch Zwischenbemerkungen abzuschwächen. (J.T.A.) SU kerd-tt Samuel in Hmraait. Jerusalem, 23. Jan. Am 21. Jan. sollen sich der Oberkommissar von Palästina, Sir Herbert Samuel, der Hyuptsekretär Sir Nr. 5 Sette k Gilbert Clayton und der Gouverneur der Jerusalem« und Jaffa« Bezirks Sir Ronald Storrs nach Amman begeben. Am 18. Januar haben sich Hunderte »mr arabischen Vertretern aus allen Teilen Palästinas «rif den Weg nach Amman gemacht. Eine,.Times"-Meidung üver Husseins flt)5kf)Un London, 29. Ja«. In einer Mitteilung vom 24. Januar sagen die „ Trmes ", König Hussein scheine inbezug auf d«r Anglo-Hedjas-Vertrag die extreme Haltung gewisser arabischer Führer in Palästina zu mißbilligen. Die Zeitung berichtet weiter^ laut Mitteilungen der arabischen Presse werde sich König Hussein während seines Aufenthaltes in Shuna mit verschiedenen palästinensischen Körperschaften über die Behandlung Palästinas im Anglo-Hedjas-Vertrag formell auseinandersetzen, da die Mehrzahl der Araber für eine vollkommene Ausschließung der Frage Palästinas aus dem Hedjas-Vertrag ist, und zwar wegen der im Vertrag enthaltenen Punkte über die Anerkennung der Balfour-Deklaration. London, 23. Jan. Wie der Jerusalemer Korrespondent der „Times" mitteilt, hat er die Ermächtigung erhalten, strikte hekanntzugeben, daß Sir Herbert Samuel und Sir Gilbert Clayton in Amman keinesfalls an Besprechungen über das Kalifat oder sonstige wichtige diplomatische Angelegenheiten teilnehmen werden. Dr. de Haans Bericht üver seine Unterredung mit Honig Hussein. London, 28. Jan. Der Jerusalemer Vertreter der „Daily Erpreß", bekanntlich Herr Dr. de Haan, berichtet seinem Watt nach seiner Rückkehr aus Amman, König Hussein habe ihm im Verlaufe einer Unterredung gesagt, er würde bis zur Fertigstellung des Verttages mit England in Transjordanien bleiben. Der König weiß die Wichtigkeit der Freundschaft mit England wohl zu schätzen uttb ist darauf vorbereitet, Konzessionen machen zu müssen, jedoch nicht in der Frage der Balfour-Deklaration, die auf die Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina hinzielt. König Hussein lobte die Juden als ehrlich, intelligent und arbeitsam und sagte, daß alle arabischen Land« bereitwillig die Juden als gleichberechtigt aufnehmen würden, jedoch verneine er den politischen Zionismus. Er erinnerte an Dr. Weizmanns seinerzeitigen Ausspruch, daß Palästina in der Weise jüdisch werden solle, »je England englisch, und sagte, er mißtraue den späteren „gemäßigteren" Stimmen. (I. T. A.). Auflösung des Einwanderung** und des Arveitsdepammenfs in Palästina. Jerusalem, 24. Jan. Die palästinensische Regierung hat die Depart»- ments für Einwanderung und Arbeit geschlossen mck deren Agenten dem Hauptsekretär unterstellt. Die Direktoren beider geschlossener Departements waren Juden. Das Einwanderungs- und Verkehrs-Departement wurde im September 1920 eingerichtet. Das Arbeits- Departement wurde Ende 1921 zwecks Regelung von Arbeitsangebot und -Nachfrage gebildet. Das Arbeitsdepartement hatte auch die Äufgabe, Fragen der Löhne, Arbeitszeit usw. zu untersuchen, zwischen den Regierungs- Departements, den militärischen Behörden und den organisierten Arbeiterverbänden zu vermitteln, Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu schlichten, Sachverständigen- und Handelsgerichte einzurichtev, die Fragen kooperativer Arbeit zu untersuchen, Gesetze über Fabrikarbeit, sowie Frauen- und Kinderarbeit vorzubereiten, endlich auch sich mit der Berufsausbild«ng zu befassen. Familiennachrichten. Barmizwo: Ernst, Sohn des Herrn Karl Heinemann. Oberweg 50. Synagoge Börneplatz. Schabbos Mischpotim. — Erich Rothstein im Waisenhaus, Röderbergweg. v'vsv» '3-