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Der Israelit · 1923-12-20 · Heft 51 (20.12.1923) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 51 (20.12.1923)
Date
1923-12-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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20. Dezember 1923 Der Israelit Nr. 51 Seite 8 Mit Hilfe des Jüdischen Bahnhofsdienstes in Berlin werden alle diese Durchwanderer nach wie vor in Empfang genommen und für ihre Unterkunft während ihres Aufenthaltes wird von seiten des Palästinaamtes Sorge getragen. Das Palästinaamt ist bemüht, den Durchwanderern beim Einkauf von Handwerkszeug, Gerätschaft und Beschaffung von Kleidungsstücken usw. behilflich zu sein. Von Berlin aus erfolgt die Abfertigung für die ganze Reise bis Palästina, da hier sowohl - Bahnbillets wie Schiffskarlen bis zum Endziel besorgt werden. Für die Palästinareisenden aus Deutschland und für die Durchwanderer über Berlin führt nach wie vor der Reiseweg über München, Salzburg und Triest. Infolge einer Aenderung der Anschluhverbindung müssen die Palästinareisenden ihre Reise in München unterbrechen und dort übernachten. Es ist gelungen, alle Schwierigkeiten, denen sonst Ausländer in Bayern ausgesetzt sind, zu beseitigen: sowohl die Bahnwie die Polizeibehörden haben ein weitgehendes Entgegenkommen bewiesen. Erwähnt sei, daß das Palästinaamt Triest die Abschaffung des italienischen Durchreisevisums für alle diejenigen Palästinareisenden durchgesetzt hat, die ein itahenisches Schiff benutzen und ihre Schiffskarte bereits in Berlin lösen. Die Adresse des Palästinaamtes in Berlin ist: Berlin-Wilmersdorf, Einser Straße 12/13. Es gibt in Palästina noch eine beträchtliche Anzahl beschäftigungsloser Arbeiter. Der erhebliche Zustrom neuer Einwanderer, die ökonomische Krise, die Palästina durchmacht, die Einstellung öffentlicher Arbeiten seitens der Regierung infolge des Mangels an verfügbaren Geldern sind die Hauptursachen der Arbeitslosigkeit. Die palästinensische Regierung hat einen Plan für öffentliche Arbeiten aufgestellt, zu deren Ausführung sie die Mittel durch Aufnahme einer großen Anleihe gewinnen wollte. Aber bisher hat sie infolge politischer Umstände ihre Absicht noch nicht zu verwirklichen vermocht. Geschmacksverirrung. Eine Anfrage von A. K. in Berlin. Ein jüdischer Leser macht in der „Welt am Montag" vom 10. 12. 23 darauf aufmerksam, daß der Bund jüdischer Frontsoldaten sich ausgerechnet an das Organ des Antisemiten Bruhn gewandt habe, um in ihm die Ostjuden als „Schädlinge" zu kennzeichnen und sich seiner Kontrolltätigkeit gegenüber dem Auftreten von Juden in Bädern und Kurorten zu rühmen. Nun, wenn Reventlow und Radek sich finden, warum nicht auch Bruhn und der Bund jüdischer Frontsoldaten? Es hat ja schon manchmal einen Juden gegeben, aus dem man zwanglos zehn Antisemiten zurechtschneiden konnte. Zwischen dem Bund jüdischer Frontsoldaten und den „deutschnationalen Juden" unter Führung des Rechtsanwalts Naumann (nicht zu verwechseln mit dem berühmten, leider zu früh verstorbenen Soziologen und Herausgebers der „Hilfe", Friedrich Naumann!) scheint eine Geistesverwandtschaft zu bestehen, die die jüdischen Frontsoldaten gerade nicht sehr als Verteidiger jüdischer Bürger vor den Insulten der Kunzeknüppelgarde geeignet machen. Wir Berliner Juden haben ein mehr als bloß theoretisches Interesse daran, zu erfahren, ob das Verhalten ihres, resp. ihrer Kameraden in obigem Falle die Billigung des Bundes jüdischer Frontsoldaten findet. Wir Berliner Juden, in deren Mitte tausende von Ostjuden wohnen, haben auch wohl das Recht, zu der Frage, ob gegebenen Falles V'n die jüdischen Frontsoldaten zwischen Ost- und Westjuden Unterschiede machen würden. Wenn, wie vor einigen Wochen die „Welt am Montag" berichtete, ein deutsch-völkisch-jüdischer Student in München sich schützend vor Kahr stellte, um dabei sich antisemitisch zu gebärden, so verdient das nur ganz nebenher erwähnt zu werden. Man kann sich dabei beruhigen, daß es sich hier um den Versuch eines unreifen, jungen Menschen handelt, um von sich reden zu machen. Beim Bund jüdischer Frontsoldaten handelt es sich aber darum, festzustellen, ob er es für seine Aufgabe und sich für berechtigt hält, in antisemitischen Blättern gegen „eine Sorte Juden, mit denen auch wir westdeutschen keinerlei Gemeinschaft teilen wollen", Haß zu wecken. Danach erübrigen sich alle Weiterungen. Das Wort hat der „Bund der jüdischen Frontsoldaten". «««« glatter **** der Agudas Jisroel in Deutscftland. Aus der Bewegung. Cassel. Die hiesige Jugendgruppe arbeitet in diesem Winter nach folgendem Lehrprogramm: Gemoroh Schiur im Hause Grünebaum, Bahnhosstr. 7. (Beteiligung 5 Herren). Raschi Schiur im Hause Elzaß. Königstor 33 (Beteilig, ca. 25 Herren). Newiim Schiur im Gemeindehaus, Rosenstr. (Beteilig, ca. 18. Mitgl., Damen und Herren). Mischna Schiur (Beteilig, ca. 10 Herren). Literarische Vorträge, Diskussionsabend, gemütliches Beisammensein im Hotel Meier, Oberste Gasse (Beteilig, ca. 30 Personen). Kizzur Schulchan Oruch Schiur, im Hause Dannenberg, Bahnhosstr. 9 (Beteilig, ca. 15 Damen und Herren). Kizzur Schulchan Oruch Schiur im Gemeindehaus unter Leitung des Herrn Lehrer Neumann. Perokimschiur, im Hause Grünebaum, Bahnhosstr. 7 (ca. 15 Damen und Herren) Stretyner. Grammatik, Erzählungen im Hause Elzatz, Königstor 33. (Jungen Haftoroh, ca. 30 Kinder) Sidroh: Herr Elzatz. Erotzen Eindruck machte ein geistvoller Vortrag des Herrn Leo Munk aus Köln über die K e n e s s i o Gedaulo. Am 22. Oktober sprach Herr Landrabbiner Blum, Emden über das „Wesen des orthodvXen Judentumes". Mit feinstem Verständnis suchte uns der Referent dieses Abends das Wesen des Judentumes klarzulegen. — Aber Cassel sollte in kurzer Zeit schon wieder einen großen geistigen Führer unserer Organisation hören. Herr Rabbiner Dr. Breslauer, Fürth, der uns einen fein durchdachten Vortrag über „Antisemitismus" hielt. Wir hatten zu diesem Vortrag eine derartig starke Zuhörerschaft aus allen Kreisen Cassels, datz der Saal im Hotel Meier kaum alle Gäste fassen konnte. Herr Dr. Breslauer führte in ganz wunderbarer Weise die geistige Abwehr uns näher vor Augen. Tefilloh, Teschuwo und Zedoko sind die geistigen Mittel zur Abwehr, die uns die Hoffnung auf den Mofchiach bringen. Thoralernen und Selbsterziehung sind die besten Waffen eines Jehudi, mit denen er gegen Anfeindungen aufspielen kann, und die ihm sicherlich auch Erfolg geben. Emden. Jeden Sonntag abend versammeln sich die Mitglieder der hiesigen Ortsgruppen zur Besprechung über sämtliche Angelegenheiten der Aguda im Hause des Vorsitzenden. Köln. Die Generalversammlung der Agudas Jisroel- Jugendgruppe beschloß die Durchführung eines Arbeitsplanes, den eine vorbereitende Kommission in Vorschlag brachte. Den neugewählten Vorstand bilden die Herren Dr. Heinrich Cohen, Vorsitzender, Fritz Cahen, Fritz Dinkel, Fritz Hirsch, und Eugen Neuberger. Die Dame» kommission besteht aus Frl. Bach, Cahen, Simons. Die hiesige Agudas Jisroel-Jugendgruppe veranstaltet regelmäßig Freitagabendzusammenkünfte im Angestelltenkasino. Das Winterprogramm der Agudas Jisroel- Jugendgruppe weist mehrere neu eingerichtete Schiurim. insbesondere für Damen, aus. Die hiesige Jugendgruppe ist an zahlreiche Schabbos geschlossene Firmen mit der Bitte herangetreten, ihre Vakanzen unverzüglich mitzuteilen. Köln. Der erste Aussprache-Abend hat mit gutem Erfolg stattgefunden. Der Gruppenvorsitzende Dr. Heinr. Cohen hielt ein Referat über „Aufgaben eines gesetzestreuen Jugendvereins in heutiger Zeit". Dem Vortrag folgte eine rege Diskussion. Der Abend brachte uns viele neue Mitglieder. Köln. Die Chanuka-Woche ist als Spendenwoche für den in Wien beschlossenen Keren Hatauro festgesetzt. Die Gruppen werden gebeten, die Vorbereitungen zur Durchführung der Aktion unverzüglich in Angriff zu nehmen. Frankfurt a. M. Die Züricher Agudagruppen überwiesen der „Sozialen Kommission der Agudas Jisroel- Jugendgruppe" eine große Sendung von Kleidern. Frankfurt a. M. Am Mauzoe Schabbos Parschas Wajeze sprach Herr Redakteur Wolk, der sich hier auf der Durchreise nach Amerika befand, in der hiesigen Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Köln. (A. I. P. B.) Herr Boley ist von uns als Bezirkslehrer für Emsland engagiert. Herr Landesrabbiner Dr. de Haas-Oldenburg hat sich in liebenswürdiger Weife bereit erklärt, in mehreren seiner Gemeinden für uns Vortrags-Zyklen abzuhalten, die bereits mit bestem Erfolge begonnen haben. Herr Lehrer Meyberg-Oltenberg erteilt in unserem Aufträge in lehrerlosen Gemeinden der Umgegend Religionsunterricht. Hamburg. Zu Sonntag, den 28. Oktober lud der Vorstand der Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppen Hamburg-Altona seine Mitglieder zur Besprechung des ' Winterprogramms ein. Dir. Dr. Carlebach referierte kurz über das Programm, woran sich eine längere Diskussion schloß. Die Schiurim werden wie bisher vom Verein „Mekor Chajim" gehalten. Während die soziale und Kindergarten-Kommission, die seither Hervorragendes geleistet haben, unverändert sortgrführt werden, werden die bestehenden Propaganda- und Palästina-Kommissionen zur Ermöglichung der ihnen übertragenen Arbeiten erweitert. Neu eingesetzt wurde eine Chinuch-Kommission, welche ein Cheder einrichten soll, eine Freitag Abend-Kommission, die nichtortsansässigen jungen Leuten ermöglichen soll, an den Freitag Abenden gemütliche Stunden im Familienkreise zu verbringen. Die Mitglieder der Schiurim-Fürsorge-Kommission setzen sich mit den Firmeninhabern in Verbindung, um den Angestellten zu ermöglichen, wenigstens eine Stunde am Tage sich dem Thorastudium widmen zu können. Die Palästina-Schulwerk-Kommission übernimmt die Organisierung der Unterstützung des Aufbaus von Schulen in Erez Jisroel. Ferner wurde eine Kommission zur Veranstaltung von Damen-Schiurim gewählt. Um die Mitglieder mit der Idee der Agudo besser vertraut zu machen, sollen mehrere größere und kleinere Vorträge gehalten werden. Bentheim. Am Sonntag, den 28. Oktober, hielt Herr Boley in Bentheim einen Vortrag über „Ziele und Zwecke der Agudo". Die Gemeindemitglieder auch der umliegenden Ortschaften waren fast sämtlich erschienen. Die Ausführungen des Redners wurden mit großem Beifall ausgenommen. Wien. (A. I. P. B.) Der Deutschlandsaktion des „Jüdischen Hilsswerkes" der Agudas Jisroel wurde durch die Herren Frank und Strauß 5000 Dollar für die Lebensmittelpakete-Aktion gespendet. Die ersten 334 Pakete sind bereits abgegangen, hauptsächlich an notleidende, kinderreiche Familien in Deutschland. Die Aktion muß im Zeiträume von 10 Wochen durchgeführt werden. Wien. (A. I. P. B.) Während seines Aufenthaltes in Warschau ist es Rabbiner Dr. Kohn, Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel. gelungen, die notwendige Konsolidierung und Reorganisierung der größten Landesorganisation der Agudas Jisroel in Polen durchzuführen. . Warschau. (A. I. P. B.) Das Organ der jüdischen Orthodorie in Polen, der „Jud" erscheint in geänderter modernisierter Form. Es ist gelungen, einen engen Kontakt zwischen der Zentralleitung der Agudas Jisroel und dem Blatte herzustellen. Warschau. (A. I. P. B.) Der Gerer Rebbe wird seine Reise nach Palästina in Begleitung einer größeren Reisegesellschaft ntns antreten. Der Gerer Rebbe wird aus der Durchreise in Wien eintreffen. Wien. (A. I. P. B.) Die Deutschlandsaktion des „Jüdischen Hilfswerks" der Agudas Jisroel hat auf allen ihren Gebieten große Erfolge zu verzeichnen. Die Aktion ist ständig im Fortschreiten. Es sind bereits weitere Kindertransporte aus Deutschland gemeldet für deren Unterbringung in Wien und in der österreichischen Provinz bereits gesorgt wird. Antwerpen. Nach der K. G. hat wieder eine rege Tätigkeit der Agudo begonnen. Die Ortsgruppe,, betreibt eine großzügig angelegte Propaganda zur Erhaltung der jüdischen Schule „Jessode Hatorah" und zur Gründung einer Jeschiwoh. Die Jugendgruppe hat sich reorganisiert und als erstes einen Daf-Jaumi-Schiur eingerichtet, an den: sich 40 junge Leute regelmäßig beteiligen. WW Korrespondenzen « Nachrichten. D««tschss Keich. Reitt$<tu$$cl)u$$ jüdischer Gemeinden veutschiands zur Verteilung von Auslandspenden. Berlin, 14. Dez. Am 2. Dezember 1923 trat im großen Sitzungssaal der Berliner Gemeinde, Oranienburgerstraße, der Reichsausschuß jüd. Gemeinden Deutschlands zur Verteilung von Auslandsspenden unter dem Vorsitz Eugen

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