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Der Israelit · 1923-09-07 · Heft 36-37 (7.9.1923) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 36-37 (7.9.1923)
Date
1923-09-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Der Israelit Nr. 36 Seite 8 7. September 1923_ . ist der Tag, an welchem die Menschheit beginnt, Gott als ihren Herrscher, als den Einig-Einzigen anzuerkennen, und der Gedanke, der sie dahingeleitet, der wie mit Zaubermacht ihr Herz bezwungen, ist der Gedanke von Schaufor und Trompete. Dieser Gedanke, der im Tempel als natürliche Selbstverständlichkeit in die Erscheinung trat ,ist endlich auf der Bühne der Menschheit zur Wirklichkeit geworden. Die Stimme des Schaufor hat gesprochen und auf weitem Erdball hallt es wieder: „Gottes Geschöpfe sind wir alle!" Und der Ruf der Trompete ist tief in die Brust der Menschheit gedrungen und hat in ihr die Erkenntnis erzeugt, daß alle Not, die auf Erden herrschte, durch den Ungehorsam veranlaßt war, mit welchem die Menschen dem göttlichen Willen begegneten. So tritt uns in diesen drei Psalmen am Rausch Haschonoh ein einheitlicher Gedanke entgegen, der die Weltgeschichte von Anfang bis Ende durchzieht. Wir stehen im Geiste am Schöpfungstage der Menschheit und an der Wiege Israels und schauen dann die einstige dauernde Erlösung Israels und der übrigen Völker. Wir fühlen uns als Geschöpfe Gottes, deren Geschick heute für den Kreislauf eines Jahres bestimmt wird, stellen in solcher Empfindung unsre Anliegen Gott anheim und sind uns dessen bewußt, daß die so im Einzelleben verbrachten Jahresanfänge aller Generationen in dem Weltgerichte gipfeln, aus welchem die gesamte Menschheit, getragen von dem ursprünglichen Rausch Haschonoh-Gedanken der Anerkenntnis Gottes, hervorgehen wird. JugendtagNng der Kenessio Gedaulo. Die vier.Plenarsitzungen der Jugendtagung, welche bis in die frühen Morgenstunden dauerten, vereinigten eine für das Aguda-Ideal feurig begeisterte Jugend. Das Präsidium der Tagung setzte sich zusammen aus den Herren: Alexander Süssie Friedmann (Warschau), Leo Munk (Köln), Wittenberg (Riga), Friedensohn, Dr. Ernst Ehrentreu (Bratislava) und Aschkenasi (Wien). Die Herren Rabbiner Dr. Kohn und Dr. Munk richteten warme, herzliche, mit größtem Beifalle aufgenommene Worte an ihre „jungen Freunde". Sie drückten ihre Freude über das Zustandekommen der Jugendtagung aus, deren Aufgabe es sei, die Wünsche festzustellen, die die Jugend der K. G. zu unterbreiten die Absicht habe. Ä. S. Fried mann legte als .Präsident dar, die erste Aufgabe der Tagung sei das Einanderverstehen und das Austauschen der Güter zwischen Ost und West. Und nach außen hin sei Klarheit unsere Losung und Kampf das Mittel, sie zu erringen und zu verteidigen. Der Delegierte aus Jerusalem, Katzenellenbo gen, sprach über die schweren Krisen der palästinensischen Orthodoxie, über deren erbitterte Kämpfe und über die leider noch sehr geringen Erfolge, vor allem sei die Jugend des Jischuw Hajoschon sehr bedroht. Darauf kamen die Vertreter der anderen Länder zu Worte, von denen folgende genannt seien: Wolk erzählt von dem großangelegten Erziehungswerk in Litauen, das in Knaben- und Sabbat-Anfang und -Ausgang. rav Ottt Anfang Datum Ausg. Uhr Min. 1923 5683 Uhr Min. Frankfurt a. M. 6 20 8. 27. 7 40 Berlin .... 6 44 Sept. Elul 7 24 München . . . 6 30 7 22 Köln ..... 6 30 7 60 Stuttgart . . . 6 45 7 34 Breslau. . . » — — — — Nürnberg . . . 6 25 7- 25 Hamburg . . . — — — — Mädchenerziehung Hervorragendes leiste. Friedensohn berichtet von den großen Erfolgen der Zeirim in Polen, welche vorbildlich sein sollten. Durch ihre angestrengte Tätigkeit sei der so gefahrvolle Gegensatz zwischen Eltern und Kindern aufgehoben, die verschiedenen Jugendvereinigungen seien zu einer einzigen vereinigt, wodurch eine Zersplitterung der Kräfte vermieden sei. Man habe für die verschiedenen Berufsklassen geeignete Schiurim eingeführt, vor allem auch für Arbeiter. Eine hebräische Zeitschrift „Diglenu" und Vortragszyklen trügen zur Verbreitung des jüdischen Geistes bei. Leo Munk schilderte die katastrophale Lage der jüdischen Gemeinden und Lehrer in Deutschland und forderte für dieses Arbeitsgebiet die Kräfte der Aguda-Jugend. Ferner müsse die Jugend von Ost und West mehr Verständnis für einander haben, dann werde der K. G. bald die Vereinigung der Kenesses Jisroel folgen. Dr. E. Ehren treu, der im Namen der tschecho-slowakischen Aguda-Jugend sprach, legte die großen Gesichtspunkte dar, welche Gemeingut aller agudistischen Jugendorganisationen werden sollten. Hauptaufgabe sei Selbsterziehung, deren Weg in den Mussarseforim gewiesen werde und den Menschen befähige, alle materiellen und geistigen Erlebnisse unter dem Gesichtswinkel der Thora zu betrachten. Die Jugend habe sich als Stütze des Alters zu fühlen. Betreffs Erez Jisroel-Arbeit ist an den alten Jischub anzuschließen, der u. a. auch vom Chatam Sofer als der äußere Ausdruck seiner Erez-Jisroel-Liebe begründet wurde, in einer Zeit, da vom Zionismus noch keine Rede war. Gustav Pappenheim berichtete, daß die Wiener Jugendgrupppe jedes Mitglied auf dem Betätigungsfeld arbeiten läßt, wo es am meisten zu leisten vermag. Anter der großen Zahl von Beschlüssen, die von tiefernster Arbeit der Jugend Zeugnis ablegten, wurde mit besonderer Begeisterung eine Resolution angenommen, die Dr. Ehrentreu eingebracht hatte, des Inhalts, daß die Aguda-Jugend sich rückhaltlos hinter die Moezes gedaule hatauro stellt und sie als die Wegweiser ihrer ganzen Tätigkeit ansieht. Erez Jisroel. Referat, gehalten auf der Kenessio Gedaulo von Ar. S. Kyrmann in AranlrfirrL a. W. Die Tagesordnung der Kenessio Gedaulo, welche die Behandlung der Erez Jisroel-Frage im Anschluß an die Referate und Debatten über Talmud-Thora vorgesehen hat, ist symbolisch für die Auffassung, welche Agudas Jisroel von Erez Jisroel hat: Erst die Thora, dann Erez Jsroel. Wenn wir nicht die Thora in den Vordergrund rücken, haben wir nicht das Recht, von Erez Jsroel zu sprechen. Dieses vorausgesetzt 'aber haben wir nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, unsere Stellung zu Erez Jsroel und die Fülle der damit zusammenhängenden Probleme festzulegen. Während alle anderen Fragen, welche die Kenessio Gedaulo beschäftigen, Themen zum Gegenstand haben, welche je nach der Eigenart der einzelnen Landesorganisationen in den einzelnen Ländern verschieden behandelt werden müssen, ist Erez Jsroel die Agudaaufgabe für Alle; denn hier gibt es keine Trennung nach Landesorganisationen, die zerstreuten Teile des thöratreuen jüdischen Volkes in Ost und West, in Nord und Süd haben die nämliche Aufgabe und den nämlichen Weg zur Erfüllung der heiligen jüdischen Pflicht: Mizwas Jischuw Erez Jsroel zu erfüllen. Man hat der Orthodoxie, speziell der Agudas Jisroel oft den Vorwurf gemacht, sie stände Erez Israel kalt gegenüber und man hat insbesondere diesen Vorwurf dem deutschen Teile der Agudas Jisroel gemacht. Wenn nunmehr der Eeschäftsführende Ausschuß ein deutsches Mitglied damit beehrte, Ihnen das Palästina-Referat vorzulegen, so wollen Sie daraus die Versicherung entnehmen, daß unsere Chibas Hooretz mindestens ebenso heiß und innig ist wie diejenige anderer jüdischer Organisationen, begründet ist aber jedenfalls das Recht der Agudas Jisroel, von Erez Jisroel zu sprechen und für Erez Jsroel zu arbeiten mehr wie bei allen anderen jüdischen Organisationen. Denn es gäbe heute keine Erez Jsroel-Frage mehr, es hätte keine Anerkennung der Rechte des jüdischen Volkes auf Erez Jsroel geben können, wenn nichb die großen Führer des jüdischen Volkes diejenigen, die wir mit Stolz und Verehrung zu unseren Gesinnungsgenossen zählen dürfen, den alten Jischuw in Erez Israel unter beispielloser Entbehrung und Mühe aufgebaut hätten. Sie, die während des 2000 jährigen Golus durch die Sehnsucht nach Zion durch die altjttdische Chibas Hooretz das Land erhalten haben, sie waren die eigentlichen Vertreter des wahren Zionismus, denn für sie war der Heiligkeitscharakter des Landes die selbstverständliche Voraussetzung für jede Arbeit in demselben; bedeutet ja „Zion" nichts anderes als Denkmal, von Gott gesetzt für eine Menschheit, die ihn vergessen, Denkmal dafür, daß nicht nur das individuelle, sondern auch das Volksleben sich ausbaue auf die in der Thora niedergelegten Gesetze des Rechts und der Liebe, bedeutet sonnt ,,Zion" einen Protest gegen jeden Versuch, Religion zur Privatsache zu degradieren. Das Recht, sich Zionist zu nennen, will erworben sein durch Anerkennung des Gottesnamens, der auf Zion ruht, das Recht, das jüdische Volk zu vertreten, will erworben sein durch Anerkennung der Eigenart dieses Volkes, dessen primäres einigendes Band die Thora ist und dessen Land ein territoriales Werkzeug ist zur Erfüllung der Thora. Wenn bei anderen Völkern jemand sein Land verrät, wird er als Verräter behandelt, wenngleich er dem Volke weiter angehört, in das er hineingeboren ist. Im jüdischen Volke ist ein Thoraverräter das nämliche, was bei den anderen Völkern der Landesverräter ist. Gegen die falsche Auffassung^des jüdischen Volksbegriffes und der Bedeutung des jüdischen Landes werden wir aber nicht durch Reden, Resolutionen und Bücher mit Erfolg protestieren, sondern nur durch praktische Arbeit und Besiedlung des jüdischen Landes mit thoratreuen Massen, eine Aufgabe, die wir natürlich auch dannhätten, wenn es nicht mehr gälte zu kämpfen, sondern wenn es uns auch bereits gelungen wäre, alle unsere irregeleiteten Brüder für die Aguda-Jdee zu gewinnen. Aus diesem Grunde heraus hat die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, welche seit knapp drei Jahren besteht» sich jenseits aller politischen Betätigung — deren Bearbeitung dem G. A. untersteht — darauf konzentriert, positive Arbeit für Erez Jsroel zu leisten. Den Bericht über diese Arbeit möchte ich damit einleiten, daß wir uns dessen wohl bewußt sind, längst nicht alles das geleistet zu haben, was wir hätten leisten sollen. Die Hauptsache liegt aber darin, daß wir von Ihnen, meine verehrte Herren zu wenig unterstützt wurden, daß viel zu wenig Bewundernswerte Rustoahl Kostüme * Kleider TTläntel - Pelze . Max Braunthal ZeiB 112, neben der Hauptpost

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