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Der Israelit · 1923-08-09 · Heft 32 (9.8.1923) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
64 (1923)
Issue
Heft 32 (9.8.1923)
Date
1923-08-09
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 2 Nr. 17 B 1 ätter sieben an einem Vrte wohnen. Der Geschäftsausschuß führt die laufenden Geschäfte der Gesamtorganisation und instruiert das Exekutivkomitee. Leinen Litz bestimmt der Zentralrat. § 15. Dem Geschästsausschuß steht das Recht zu, für bestimmte Tätigkeitsgebiete der Agudas Iisroel ständige Kommissionen einzusetzen. VII. Der rabbinische Rat. § 16. Der rabbinische Rat ist die oberste Autorität der Agudas Iisroel. Er entscheidet alle mit den Bestimmungen der Thora in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang stehenden Fragen der Gesamtorganisation. Der rabbinische Rat ist über alle Geschäfte der Gesamtorganisation fortlaufend in Kenntnis zu halten, so daß er Gelegenheit hat, auch aus eigner Initiative auftauchende Fragen zur Entscheidung zu bringen. § 17. Der rabbinische Rat besteht aus höchstens 50 anerkannten Thoraautoritäten, die sich zu dem agudistischen Programm bekennen. Die Mitglieder werden auf Grund besonderer Wahlordnung durch die rabbinischen Räte der Landesorganisationen gewählt. Die Wahl bedarf der Lanktion durch die Kenessio Gedaulo. Die Wahlen gelten bis zur nächsten ordentlichen Kenessio Gedaulo. Der rabbinische Rat wählt aus seiner Witte einen engeren Ausschuß und gibt sich selbst eine Geschäftsordnung. 9. AUgust 1923 § is.; . . :; Der rabbinische Rat ist lediglich für Fragen der agudisttschen Gesamtorganisation zuständig. VIII. Die Kenessio Gedaulo. § 19. Die Kenessio Gedaulo wird von den einzelnen Landesorganisationen nach einer Wahlordnung beschickt, die für die erste Kenessio Gedaulo vom Geschästsausschuß festgestellt rbird. Die erste Kenessio Gedaulo hat alsdann eine Wahlordnung zu erlassen. § 20. Die Kenessio Gedaulo tritt mindestens alle 5 Jahre auf Einberufung durch den Geschäftsausschuß zusammen. Gleichzeitig mit jeder Kenessio Gedaulo muß auch der rabbinische Rat zufammentreten. § 21. Die Kenessio Gedaulo bildet die oberste Körperschaft der Agudas Iisroel für alle Fragen, die nicht in das Zuständigkeitsgebiet des rabbinischen Rates fallen. - § 22. Der Geschäftsausschuß hat der ersten Kenessio Gedaulo eine Geschäftsordnung für die Kenessio Gedaulo vorzulegen, die deren Genehmigung bedarf. Kenessio Gedaulo. Teilnehmerkarten für Damey. Im Litzungssaal ist eine Damen-Em'pore. Der Preis der Gastkarten für Damen ist derselbe wie für Männer: ök. 100000.— für Angehörige von Aguda-Mitgliedern, ök. 150 000.— für andere Damen. Konstituierung der Landsmannschaften. Die Landsmannschaften müssen ihre Konstituierung dem Büro der Kenessio Gedaulo bis zum 3. Elul mittags anzeigen. Unmittelbar nach der feierlichen Eröffnungssitzung muß die Zusammensetzung des Permanenz-Ausschusses und anderer wichtiger Kommissionen vollzogen fein. Die Litzung der deutschen Landsmannschaft wird daher Mittwoch, den 3. Elul, pünktlich 10 Uhr vormittags beginnen. Postamt. Im Gebäude der Kenessio Gedaulo wird ein eigenes Postamt errichtet. Daselbst können postlagernde Briefe in Empfang genommen werden. Die Teilnehmer lassen Briefe für sich am besten nach dem Postamt der Kenessio Gedaulo der Agudas Iisroel, Wien I!., Zirkusgasse 44 adressieren. Die Telegramm-Adresse bleibt nach wie vor: Agudazentrale Wien. Empfang der Teilnehmer. An den Wiener Hauptbahnhöfen und Lchiffslandungsftellen sind Empfangsbüros vorgesehen, an die sich die ankommenden Delegierten und Gäste zwecks weiterer Information sofort nach Ankunft wenden mögen. Auf den Londerschiffen werden Empfangs- und Wohnungsnachweis-Kommissionen mitfahren. Reise zur Kenessio Gedaulo. Zur Dampferfahrt passau—Wien hat sich die erforderliche Mindestzahl von Teilnehmern rechtzeitig nicht gemeldet. Der Londerdampfer ist abbestellt. Gruppenverba«d der Agudas Jisroel in Deutschland. Kenessio Gedaulo Wien. Die anwesenden Delegierten und Gäste, welche in ihrem Heimatlande einer ottfyfbtxen Jugend- Hrgomsalio« angehören, werden zu einer freie« Aussprache auf Labbat, den 6. Elul, Wien II., Floßgasse, Lokal der Wiener Iugendgruppe eingeladen. Ltunde wird am schwarzen Brett bekanntgegeben. O. A. Jugendreftral i. A.: David Lchlesinger. Mir. Der von FraMutt am Main nach?arsau- Alen adgchenüe Zug fährt nicht imf sondern 202 nachmittagr. Die nahe Zukunft. D*'e nahende Kenessio Gedaulo nimmt die gespannteste Aufmerksamkeit der thoratreuen Iudenheit vollauf in Anspruch. Es ist unleugbar, daß die Kenessio am 4. Elul in Wien einen historischen Markstein in den Kämpfen der thoratreuen Iudenheit für ihre Existenz und Geltung bedeutet. Man tut aber gut, wenn man nebst der Beobachtung der Vorgänge innerhalb der Orthodoxie auch die Pläne und Absichten der anderen Gruppen im jüdischen Volke mit objektivem Auge betrachtet. Der 13. Kongreß der Zionistischen Weltorganisation findet Anfang August in Karlsbad statt. Die zionistischen Landesorganisationen gehen mit festen Tendenzen und Thesen, die sich in den jüngsten Landeskonferenzen herauskristallisiert haben, auf den Kongreß. Die größere Landesorganisationen haben den Wünsch geäußert, daß die Jüdische Agentur kein zionistisches Monopol bleibe. Man muß Mittel und Wege finden, auch die Nichtzionisten, die sich für Palästina interessieren oder interessiert werden können, heranzliziehen. Daß dieser Wunsch nach Verbreiterung der Basis der Jüdischen Agentur so allgemein geworden ist, ist der immer zunehmenden Erkenntnis zu verdanken, daß Palästina weniger mit politischen, als mit ökonomischen Waffen zu erobern ist. Es ist eine der merkwürdigsten Tatsachen, die wir für die Zukunft festhalten möchten, wie rasch und gründlich der Rausch über die „politischen Erfolge" zerflattert ist. Die politische Lage im mittleren Orient ist ungewiß. Man kennt die Pläne Englands nicht. Nur das weiß man, daß die englische Diplomatie sehr geschickt und Wandlungsfähig ist. Die Friedensverhattdlung von Lausanne liefert einen Beweis hiefür. England, das am Beginn der Friedensverhandlungen als Freund und Beschützer der Griechen und als der energischeste Feind der neu erstandenen Türkei galt, steht am Schlüsse der Friedensverhandlungen als Freund da, wobei die frühere Freundschaft zu dem ruinierten Griechenland fast in Vergessenheit geraten ist. Diese Schwenkung Englands wirb wohl als Meisterstück der englischen Diplomatie betrachtet, aber all jene, die die Zukunft Palästinas als jüdisches Land, auf die englische Freundschaft gebaut haben, müssen eine bittere Enttäuschung empfinden. Daß diese Empfindung sowohl an Intensität wie an Ausdehnung stark Zugenommen hat, ist wohl der Verselbständigung Transjordaniens und den neuen Föderationsplänen der arabischen Staaten zuzuschreiben. Mit einem Worte, man fühlt sich vor einer neuen politischen Situation, der man - nur dann gewachsen ist, wenn die ökonomischen Grundlagen für eine künftige jüdische Arbeit geschaffen werden können. Man will daher alle Kräfte aus Beschaffung und Konzentrierungvon finanziellen Mitteln verwenden. Diese Tendenz hat zur Folge, daß man aus der Zionistischen Organisation mehr einen wirtschaftlich-finanziellen Apparat machen möchte. Die sogenannte kulturelle und nationale Arbeit soll zurückgedrängt werden. Aus den gesunden ökonomischen Voraussetzungen werden die kulturellen und nationalen Konsequenzen von sich selbst folgen. Es ist unleugbar, daß eine .im obigen Sinne umgeschichtete Zionistische Organisation eher Aussicht hat auf die Mitarbeit all jener Kreise, die aus irgend einem Grund an dem Aufbau Palästinas sich beteiligen wollen. Der Keren Hajessod, der nur für' Kolonisationszwecke und nur für wirtschaftliche Gründungen verwendet wird, kann bedeutend leichter als ein „neutraler Palästina-Aufbäusond" betrachtet werden als jener Keren Hajessod, von welchem die amerikanischen „Proposals" behaupten, daß er zum größten Teile für Erziehungs- und andere Zwecke verwendet wurde. Wenn nur einmal das ganze Palästina- Budget mit all seinen Personallasten und der ganze Schuletal nicht vom Keren Hajessod be-

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